{"id":15273,"date":"2012-12-20T06:29:32","date_gmt":"2012-12-20T04:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15273"},"modified":"2012-12-20T06:29:32","modified_gmt":"2012-12-20T04:29:32","slug":"i-r-6-08-mittelfehlverwendung-gemeinnuetziger-koerperschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-6-08-mittelfehlverwendung-gemeinnuetziger-koerperschaften\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;6\/08 &#8211; Mittelfehlverwendung gemeinn&uuml;tziger K&ouml;rperschaften"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.7.2009, I R 6\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Mittelfehlverwendung gemeinn&uuml;tziger K&ouml;rperschaften<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Satzungszweck des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger), eines eingetragenen Vereins, ist die F&ouml;rderung des Sports, die Pflege und Wahrung von Sitten, Brauchtum und Tradition des Sch&uuml;tzentums und die Liebe zur Heimat. Im Jahr 1996 beschloss er, ein Vereinslokal aufzubauen, in dem auch gelegentliche Tanzveranstaltungen stattfinden k&ouml;nnen. Er meldete zum 1. November 1997 ein entsprechendes Gewerbe an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger erzielte aus der Gastwirtschaft in den Jahren 1997 bis 1999 Verluste von 2 649,34 DM, 23 933 DM und 4 340,85 DM, im Jahr 2000 einen &Uuml;berschuss von 108,33 DM und 2001 einen Verlust von 2 467,20 DM. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war der Auffassung, der Kl&auml;ger habe gegen das Mittelverwendungsgebot des &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) versto&szlig;en, weil er die Verluste aus dem wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb mit Mitteln des gemeinn&uuml;tzigen Bereichs ausgeglichen habe, und erlie&szlig; K&ouml;rperschaftsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 1999 bis 2001.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen gerichtete Klage wies das Th&uuml;ringer Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 15. November 2007 III 657\/05 als unbegr&uuml;ndet ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Revision eine Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Senat entscheidet gem&auml;&szlig; &sect; 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO) ohne m&uuml;ndliche Verhandlung durch Beschluss. Er h&auml;lt die Revision einstimmig f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind angeh&ouml;rt worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat zu Recht angenommen, dass der Kl&auml;ger in den Streitjahren nicht gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG setzt voraus, dass die K&ouml;rperschaft nach ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen oder &#8211;was im Streitfall nicht in Betracht kommt&#8211; mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dient. Gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 1 Satz 1 AO verfolgt eine K&ouml;rperschaft gemeinn&uuml;tzige Zwecke, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu f&ouml;rdern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Selbstlosigkeit setzt unter anderem voraus, dass die Mittel der K&ouml;rperschaft nur f&uuml;r die satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke, das hei&szlig;t f&uuml;r die in der Satzung festgelegten gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecke verwendet werden (&sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 AO). Ausnahmen von diesem sog. Mittelverwendungsgebot enth&auml;lt &sect; 58 AO. Im Streitfall kommen sie nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie der Senat mit Urteil vom 13. November 1996 I R 152\/93 (BFHE 181, 396, BStBl II 1998, 711; gl.A. Leisner-Egensperger in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 55 AO Rz 125; Tipke in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 55 AO Rz 8; Sauer in Beermann\/Gosch, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 55 AO Rz 11.2.) entschieden hat, ist ein Ausgleich von Verlusten eines Nicht-Zweckbetriebes mit Mitteln des ideellen T&auml;tigkeitsbereichs nur dann kein Versto&szlig; gegen das Mittelverwendungsgebot, wenn die Verluste auf einer Fehlkalkulation beruhen und die K&ouml;rperschaft bis zum Ende des dem Verlustentstehungsjahr folgenden Wirtschaftsjahres dem ideellen T&auml;tigkeitsbereich wieder Mittel in entsprechender H&ouml;he zuf&uuml;hrt. Die wieder zugef&uuml;hrten Mittel d&uuml;rfen weder aus Zweckbetrieben oder dem Bereich der steuerbeg&uuml;nstigten verm&ouml;gensverwaltenden T&auml;tigkeiten noch aus Beitr&auml;gen oder anderen Zuwendungen stammen, die zur F&ouml;rderung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke der K&ouml;rperschaft bestimmt sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r das Vorliegen eines Verlustes ist das Ergebnis des einheitlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetriebes (&sect; 64 Abs. 2 AO) ma&szlig;geblich. Eine Verwendung von Mitteln des ideellen Bereichs f&uuml;r den Ausgleich des Verlustes eines einzelnen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetriebes liegt deshalb nicht vor, soweit der Verlust bereits im Entstehungsjahr mit Gewinnen anderer steuerpflichtiger wirtschaftlicher Gesch&auml;ftsbetriebe verrechnet werden kann. Verbleibt danach ein Verlust, ist keine Verwendung von Mitteln des ideellen Bereichs f&uuml;r dessen Ausgleich anzunehmen, wenn dem ideellen Bereich in den sechs vorangegangenen Jahren Gewinne des einheitlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetriebes in mindestens gleicher H&ouml;he zugef&uuml;hrt worden sind. Insoweit ist der Verlustausgleich im Entstehungsjahr als R&uuml;ckgabe fr&uuml;herer, durch das Gemeinn&uuml;tzigkeitsrecht vorgeschriebener Abf&uuml;hrungen anzusehen (vgl. Anwendungserlass zur Abgabenordnung &#8211;AEAO&#8211;, BStBl I 2008, 26, zu &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Tz. 4). Au&szlig;erdem d&uuml;rfen f&uuml;r den Ausgleich des Verlustes Umlagen und Zusch&uuml;sse, die daf&uuml;r bestimmt sind, verwendet werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei dem Aufbau eines neuen Betriebes ist nach Auffassung der Verwaltung eine Verwendung von Mitteln des ideellen Bereichs f&uuml;r den Ausgleich von Verlusten auch dann unsch&auml;dlich, wenn mit Anlaufverlusten zu rechnen war. Auch in diesem Fall muss die K&ouml;rperschaft aber in der Regel innerhalb von drei Jahren nach dem Ende des Entstehungsjahres des Verlustes dem ideellen Bereich wieder Mittel, die gemeinn&uuml;tzigkeitsunsch&auml;dlich daf&uuml;r verwendet werden d&uuml;rfen, zuf&uuml;hren (AEAO zu &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Tz. 8 S&auml;tze 3 und 4).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Gegen das Senatsurteil in BFHE 181, 396, BStBl II 1998, 711 und die Auffassung der Finanzverwaltung wird eingewandt, ein striktes Verlustausgleichsverbot gehe an der Realit&auml;t wirtschaftlichen Handelns vorbei. Man k&ouml;nne gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaften nicht auf der einen Seite unter Hinweis auf &sect; 64 AO die Aufnahme wirtschaftlicher Bet&auml;tigungen zur Mittelbeschaffung gestatten, ihnen gleichzeitig aber die Erwirtschaftung von Verlusten strikt verbieten. Denn in einer Marktwirtschaft gebe es keine &quot;sicheren Gesch&auml;fte&quot;, sondern jeder Gewinnchance stehe auch ein gewisses Verlustrisiko gegen&uuml;ber. Investitionen zur Mittelbeschaffung seien nicht der Ebene der Mittelverwendung, sondern dem Bereich der Mittelerzielung zuzuordnen. Solange eine Investition ex ante wirtschaftlich vern&uuml;nftig sei, werde das Mittelverwendungsgebot nicht verletzt (H&uuml;ttemann, Gemeinn&uuml;tzigkeits- und Spendenrecht, &sect; 6 Rz 21 ff.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Bild, dass ein Verlust in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb durch Zuwendung von Mitteln aus dem ideellen Bereich ausgeglichen werden m&uuml;sse, stimme nur in den F&auml;llen, in denen die gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft eine Beteiligung an einer gewerblich t&auml;tigen KG halte. In den F&auml;llen, in denen der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb einer gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft nicht rechtlich verselbst&auml;ndigt sei, bewirke der Verlust im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb gleichzeitig einen Verlust der gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft selbst. Die Mittel, die bis zur Verlustentstehung f&uuml;r die gemeinn&uuml;tzigen Zwecke zur Verf&uuml;gung gestanden h&auml;tten, h&auml;tten sich durch den Verlust vermindert. Die Entstehung von Verlusten bei wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten sei aber keine sch&auml;dliche Mittelverwendung (Schauhoff, Deutsches Steuerrecht 1998, 701).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Senat kann offenlassen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang er der Kritik an der bisherigen Rechtsprechung folgen k&ouml;nnte. Im Streitfall haben FA und FG jedenfalls zu Recht angenommen, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Kl&auml;ger hat in den Jahren 1997 bis 2001 mit Ausnahme des Jahres 2000, in dem er einen geringen &Uuml;berschuss erzielt hat, st&auml;ndig Verluste erwirtschaftet, die er mit Mitteln aus dem ideellen Bereich ausgleichen musste. Obwohl infolge der ge&auml;nderten Struktur des Gastst&auml;ttenangebots mit keinen &Uuml;bersch&uuml;ssen mehr zu rechnen war, hat der Kl&auml;ger die verlustbringende T&auml;tigkeit fortgesetzt. Jedenfalls ab dem Zeitpunkt, als absehbar war, dass durch den Betrieb der Gastst&auml;tte zeitnah keine &Uuml;bersch&uuml;sse mehr erzielt werden w&uuml;rden, h&auml;tte der Kl&auml;ger den Betrieb einstellen m&uuml;ssen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil er ausschlie&szlig;lich &uuml;ber Mittel verf&uuml;gte, die zeitnah f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke zu verwenden waren. Aus &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 KStG, &sect; 64 AO folgt zwar, dass steuerbeg&uuml;nstigte K&ouml;rperschaftsteuersubjekte eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit aus&uuml;ben d&uuml;rfen. Aufwendungen zur Ingangsetzung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit (z.B. Erwerb des Umlauf- und Anlageverm&ouml;gens) sind daher grunds&auml;tzlich unsch&auml;dlich, sofern innerhalb der im AEAO zu &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Tz. 8 Satz 4 genannten Frist mit &Uuml;bersch&uuml;ssen zu rechnen ist. Dies gilt jedoch nur bei nicht zeitnah zu verwendenden Mitteln, etwa dem Stiftungsverm&ouml;gen und den R&uuml;cklagen i.S. des &sect; 58 Nr. 7 Buchst. a AO. Zeitnah zu verwendende Mittel (&sect; 55 Abs. 1 Nr. 5 AO) sind dagegen grunds&auml;tzlich nicht in dem Bereich der Einkunftserzielung, sondern unmittelbar zur Verwirklichung des steuerbeg&uuml;nstigten Zwecks einzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Eine andere Beurteilung ist auch nicht deshalb angezeigt, weil der Kl&auml;ger mit der Vereinsgastst&auml;tte lediglich Einnahmen einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer erzielt hat, die die Freigrenze von in den Streitjahren 30 678 EUR (jetzt: 35 000 EUR) des &sect; 64 Abs. 3 AO nicht &uuml;berschritten haben. Denn die Rechtsfolge des &sect; 64 Abs. 3 AO ersch&ouml;pft sich darin, dass die diesem Gesch&auml;ftsbetrieb zuzuordnenden Besteuerungsgrundlagen nicht der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer unterliegen. Der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb &auml;ndert auch in den Jahren, in denen die Besteuerungsgrenze unterschritten wird, seinen Charakter nicht. Er wandelt sich dadurch insbesondere nicht in einen Zweckbetrieb. Verwendet eine K&ouml;rperschaft f&uuml;r diese wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten Mittel des ideellen Bereichs, verst&ouml;&szlig;t sie daher auch dann gegen das Mittelverwendungsgebot des &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 AO, wenn die Freigrenze des &sect; 64 Abs. 3 AO nicht erreicht wird (vgl. Senatsurteil vom 4. April 2007 I R 55\/06, BFHE 217, 113, BStBl II 2007, 725; Tipke in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 18; Sauer in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 54.1; Klein\/Gersch, AO, 9. Aufl., &sect; 64 Rz 6; Koenig in Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 64 Rz 20; AEAO zu &sect; 64 Tz. 22).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.7.2009, I R 6\/08 Mittelfehlverwendung gemeinn&uuml;tziger K&ouml;rperschaften Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Satzungszweck des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger), eines eingetragenen Vereins, ist die F&ouml;rderung des Sports, die Pflege und Wahrung von Sitten, Brauchtum und Tradition des Sch&uuml;tzentums und die Liebe zur Heimat. 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