{"id":15286,"date":"2012-12-20T03:01:41","date_gmt":"2012-12-20T01:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15286"},"modified":"2012-12-20T03:01:41","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:41","slug":"vi-b-99-08-ermittlung-der-lohnsteuer-nach-par-39c-abs-1-satz-1-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-99-08-ermittlung-der-lohnsteuer-nach-par-39c-abs-1-satz-1-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;99\/08 &#8211; Ermittlung der Lohnsteuer nach &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2009, VI B 99\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlung der Lohnsteuer nach &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Nichtzulassungsbeschwerde hat keinen Erfolg, denn sie ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung seines Begehrens, die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) zuzulassen, vor, er hafte als ehemaliger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH nicht f&uuml;r gem&auml;&szlig; &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nach Lohnsteuerklasse VI bemessene Lohnsteuer, denn der betreffende, sich illegal in Deutschland aufhaltende und ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte in den Jahren 1995 bis 2003 bei der GmbH besch&auml;ftigte Arbeitnehmer habe im Besch&auml;ftigungszeitraum Ehefrau und drei minderj&auml;hrige Kinder im Ausland gehabt. Unter Ber&uuml;cksichtigung der Familienverh&auml;ltnisse falle keine Einkommensteuerschuld des Arbeitnehmers an. Als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hafte er &#8211;der Kl&auml;ger&#8211; nur f&uuml;r einen dem Fiskus tats&auml;chlich entstandenen Schaden. Dieser Vortrag rechtfertigt nicht die Zulassung der Revision.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss im konkreten Fall kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. Oktober 2007 VI B 33\/07, BFH\/NV 2008, 44; vom 12. Oktober 2007 VI B 161\/06, BFH\/NV 2008, 45; vom 24. Juli 2008 VI B 7\/08, BFH\/NV 2008, 1838). Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 28).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach diesem Ma&szlig;stab bedarf die Frage, ob &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG auch nach Ablauf des Kalenderjahres, f&uuml;r das die Lohnsteuerkarte gilt, anzuwenden ist, keiner erneuten Kl&auml;rung. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) weist zutreffend darauf hin, dass der erkennende Senat mit Urteil vom 12. Januar 2001 VI R 102\/98 (BFHE 194, 372, BStBl II 2003, 151) entschieden hat, dass der Arbeitgeber auch&nbsp;&nbsp;&nbsp;nach&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ablauf des Kalenderjahres, f&uuml;r welches die bei beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen an Stelle der Lohnsteuerkarte tretende Bescheinigung nach &sect; 39d Abs. 1 Satz 3 EStG gilt, grunds&auml;tzlich nach &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG in Haftung genommen werden kann, wenn der Arbeitgeber entgegen &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG i.V.m. &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 EStG den Lohnsteuerabzug trotz Nichtvorliegens einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 39d Abs. 1 Satz 3 EStG nicht nach der Steuerklasse VI, sondern nach der Steuerklasse I durchgef&uuml;hrt hat. In den Gr&uuml;nden jener Entscheidung hat der Senat u.a. ausgef&uuml;hrt, dass die Sicherung der ordnungsgem&auml;&szlig;en Besteuerung eine Anwendung des &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG auch nach Ablauf des Kalenderjahres gebiete, f&uuml;r das die Lohnsteuerkarte gilt. Auch bei unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern, bei denen entgegen &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG trotz Nichtvorliegens einer Lohnsteuerkarte der Lohnsteuerabzug nach der Steuerklasse I statt nach der Steuerklasse VI erfolgt, w&auml;ren dauernde Steuerausf&auml;lle zu besorgen. Denn ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte k&ouml;nne es sich um den Arbeitslohn aus einem zweiten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis handeln. Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen ist die der Arbeitgeberhaftung nach &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG zugrunde gelegte Lohnsteuer auch dann nach &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG zu bemessen, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; weder eine Lohnsteuerkarte vorgelegt worden ist noch der Arbeitgeber &uuml;berhaupt eine Lohnversteuerung vorgenommen hat. Soweit &#8211;gleichfalls wie im Streitfall&#8211; nicht mehr der insolvente Arbeitgeber nach &sect; 42d EStG, sondern dessen ehemaliger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nach den &sect;&sect; 69, 34 der Abgabenordnung in Haftung genommen werden soll, ergeben sich hinsichtlich der Bemessung der Lohnsteuer keine neuen Gesichtspunkte, die eine erneute Befassung des BFH mit der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage rechtfertigen k&ouml;nnten. Denn auch dann tr&auml;gt der vom erkennenden Senat zur Rechtfertigung einer Besteuerung nach Lohnsteuerklasse VI hervorgehobene Gedanke der Sicherung einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Besteuerung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO ist die Revision zuzulassen, wenn die Fortbildung des Rechts eine Entscheidung des BFH erfordert. Davon ist auszugehen, wenn im Einzelfall Veranlassung besteht, Grunds&auml;tze und Leitlinien f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 7. September 2007 VI B 17\/07, BFH\/NV 2007, 2327; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 41; jeweils m.w.N.). Auch eine solche Veranlassung gibt die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage angesichts der erw&auml;hnten Rechtsprechung des BFH zu &sect; 39c EStG nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.7.2009, VI B 99\/08 Ermittlung der Lohnsteuer nach &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde hat keinen Erfolg, denn sie ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) tr&auml;gt zur Begr&uuml;ndung seines Begehrens, die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-99-08-ermittlung-der-lohnsteuer-nach-par-39c-abs-1-satz-1-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;99\/08 &#8211; Ermittlung der Lohnsteuer nach &sect; 39c Abs. 1 Satz 1 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15286","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15286\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}