{"id":15309,"date":"2012-12-20T03:13:55","date_gmt":"2012-12-20T01:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15309"},"modified":"2012-12-20T03:13:55","modified_gmt":"2012-12-20T01:13:55","slug":"x-b-238-08-voraussetzungen-einer-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-238-08-voraussetzungen-einer-divergenz\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;238\/08 &#8211; Voraussetzungen einer Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.7.2009, X B 238\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen einer Divergenz<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von dem Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ger&uuml;gte Abweichung der angefochtenen Entscheidung von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts (FG) liegt nicht vor und kann die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht rechtfertigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eine die einheitliche Rechtsprechung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO gef&auml;hrdende Divergenz liegt vor, wenn das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der BFH, das Bundesverfassungsgericht, der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes, ein anderes oberstes Bundesgericht oder ein anderes FG (vgl. Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 53, m.w.N.). Das FG muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 18. Januar 1991 VI B 140\/89, BFHE 163, 204, BStBl II 1991, 309; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 54, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Sowohl das von dem Kl&auml;ger benannte Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 21. Juni 2002&nbsp;&nbsp;14 K 621\/97 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2002, 1594) als auch die nachfolgende &#8211;das finanzgerichtliche Urteil best&auml;tigende&#8211; Revisionsentscheidung des BFH vom 4. November 2004 III R 21\/02 (BFHE 207, 321, BStBl II 2005, 168) stellen die h&ouml;chstrichterlichen Grunds&auml;tze, wem das Ergebnis einer gewerblichen T&auml;tigkeit steuerlich zuzurechnen ist, zutreffend dar. Unternehmer sei derjenige, der Unternehmerinitiative entfalten k&ouml;nne und der das Unternehmerrisiko trage. Die bestimmenden Merkmale seien unter Ber&uuml;cksichtigung aller die rechtliche und wirtschaftliche Stellung einer Person insgesamt bestimmenden Umst&auml;nde zu w&uuml;rdigen. Dem durch eine Handelsregistereintragung oder gewerbebeh&ouml;rdliche Anmeldung gesetzten Rechtsschein komme dabei allerdings eine geringere Bedeutung zu. Entscheidend seien vielmehr die f&uuml;r die Unternehmerstellung charakteristischen Wesensmerkmale der Unternehmerinitiative und des Unternehmerrisikos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Grunds&auml;tze, die das FG seiner angefochtenen Entscheidung auf den S. 7 und 8 zugrunde gelegt hat, stimmen mit diesen Grunds&auml;tzen im Gegensatz zur Auffassung des Kl&auml;gers &uuml;berein. Das FG hat sogar ausdr&uuml;cklich auf das BFH-Urteil in BFHE 207, 321, BStBl II 2005, 168 Bezug genommen und teilweise die Ausf&uuml;hrungen fast w&ouml;rtlich &uuml;bernommen. Es hat weiterhin in &Uuml;bereinstimmung mit dem BFH-Urteil in BFHE 207, 321, BStBl II 2005, 168 ausgef&uuml;hrt, die Merkmale der (Mit-)Unternehmerinitiative und des (Mit-)Unternehmerrisikos k&ouml;nnten im Einzelfall mehr oder weniger ausgepr&auml;gt sein, es sei jedoch notwendig, dass beide vorliegen. Ob dies zutreffe, sei unter Ber&uuml;cksichtigung aller die rechtliche und wirtschaftliche Stellung einer Person insgesamt bestimmenden Umst&auml;nde zu w&uuml;rdigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Entscheidung, ob der Kl&auml;ger, dessen Vater oder beide nach diesen Kriterien als Unternehmer anzusehen waren, hatte das FG unter W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde dieses Einzelfalls zu treffen. Das FG hat demgem&auml;&szlig; entschieden, dass nur dem Kl&auml;ger, nicht aber (auch) seinem Vater die Ergebnisse des Bestattungsunternehmens zuzurechnen waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen oder die (angeblich) fehlerhafte Anwendung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls bzw. schlichte Subsumtionsfehler des FG reichen f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO nicht aus (z.B. BFH-Beschluss vom 19. November 2007 VIII B 70\/07, BFH\/NV 2008, 380). Die von dem Kl&auml;ger angegriffene steuerliche Beurteilung der Fragen, ob bei dem Kl&auml;ger bereits durch die rechtliche Weisungsbefugnis gegen&uuml;ber seinem Vater die Unternehmerinitiative gegeben war bzw. ob dessen Vater trotz der faktischen Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber die Gesch&auml;ftskonten kein Unternehmensrisiko getragen hatte, kann daher die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Zudem liegt den beiden angeblichen Divergenzentscheidungen &#8211;worauf der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) zu Recht hinweist&#8211; ein in einem wesentlichen Punkt nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrunde. Es handelte sich dort um die steuerliche Beurteilung des Betreibens einer Handelsvertretung, die f&uuml;r eine Gesellschaft f&uuml;r Verm&ouml;gensberatung und Vermittlung t&auml;tig war und in der die pers&ouml;nliche Arbeitsleistung des &#8211;mit Wissen der Gesellschaft allein t&auml;tig werdenden&#8211; Ehegatten so entscheidend in den Vordergrund trat, dass der verm&ouml;gensm&auml;&szlig;igen Beteiligung des anderen, das Einzelunternehmen offiziell f&uuml;hrenden Ehegatten an dem Unternehmen keine ins Gewicht fallende Bedeutung zukam. Die Pr&auml;gung durch den pers&ouml;nlichen Arbeitseinsatz, der nur geringe Kapitaleinsatz sowie das kaum nennenswerte wirtschaftliche Risiko f&uuml;hrten dazu, dass sowohl das FG als auch der BFH bei der Beurteilung der Unternehmereigenschaft entscheidend auf das Tatbestandsmerkmal der Unternehmerinitiative abgestellt haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist jedoch weder die pers&ouml;nliche Arbeitsleistung des Vaters des Kl&auml;gers f&uuml;r dessen Bestattungsunternehmen kennzeichnend noch ist von einem lediglich geringen Kapitaleinsatz und wirtschaftlichen Risiko des Kl&auml;gers auszugehen, so dass bei dieser Ausgangslage den Wesensmerkmalen der Unternehmerinitiative und des Unternehmerrisikos eine andere Gewichtung zukommen muss.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.7.2009, X B 238\/08 Voraussetzungen einer Divergenz Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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