{"id":15393,"date":"2012-12-19T15:31:21","date_gmt":"2012-12-19T13:31:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15393"},"modified":"2012-12-19T15:31:21","modified_gmt":"2012-12-19T13:31:21","slug":"vi-r-6-07-aufwendungen-fuer-ein-sog-erststudium-nach-abgeschlossener-berufsausbildung-als-werbungskosten-einschraenkende-auslegung-des-par-12-nr-5-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-6-07-aufwendungen-fuer-ein-sog-erststudium-nach-abgeschlossener-berufsausbildung-als-werbungskosten-einschraenkende-auslegung-des-par-12-nr-5-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;6\/07 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r ein sog. Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung als Werbungskosten &#8211; Einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 12 Nr. 5 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.6.2009, VI R 6\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r ein sog. Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung als Werbungskosten &#8211; Einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 12 Nr. 5 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die &#8230; geborene Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) begann nach erfolgreichem Abschluss einer Ausbildung zur Hotelfachfrau im September 2003 ein dreij&auml;hriges Studium an der Fachhochschule X im Studiengang Tourismusmanagement.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r das Streitjahr (2004) machte die Kl&auml;gerin den Abzug der Aufwendungen f&uuml;r das Studium in H&ouml;he von 7 697 EUR als Werbungskosten geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah diese Ausgaben als Berufsausbildungskosten i.S. von &sect; 10 Abs. 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) an und lie&szlig; diese nur in H&ouml;he von 4 000 EUR zum Abzug zu. Durch Bescheid vom 4. August 2005 stellte das FA den verbleibenden Verlustvortrag zum 31. Dezember 2004 nach &sect; 10d Abs. 4 EStG unter Ber&uuml;cksichtigung des Verlustvortrags des Vorjahres fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage unter Hinweis auf &sect; 12 Nr. 5 EStG ab. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 838 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Sie macht u.a. die Verfassungswidrigkeit des &sect; 12 Nr. 5 EStG geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Feststellungsbescheid zum 31. Dezember 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung dahingehend zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 7 697 EUR ber&uuml;cksichtigt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA tritt der Revision entgegen und beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten (&sect; 122 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO). Die Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Studium sind Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG bei ihren Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Die Aufwendungen sind keine Kosten der Berufsausbildung i.S. von &sect; 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach der ge&auml;nderten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) k&ouml;nnen auch Aufwendungen f&uuml;r ein erstmaliges Hochschulstudium Werbungskosten i.S. von &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sein. Ob das Studium eine Basis f&uuml;r andere Berufsfelder schafft oder einen Berufswechsel vorbereitet, ist unerheblich (vgl. etwa BFH-Urteile vom 17. Dezember 2002 VI R 137\/01, BFHE 201, 211, BStBl II 2003, 407; vom 22. Juli 2003 VI R 50\/02, BFHE 202, 563, BStBl II 2004, 889; vom 4. November 2003 VI R 96\/01, BFHE 203, 500, BStBl II 2004, 891; vom 20. Juli 2006 VI R 26\/05, BFHE 214, 370, BStBl II 2006, 764). Ma&szlig;geblich ist das Veranlassungsprinzip, das auch im Streitfall anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch das Gesetz zur &Auml;nderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze vom 21. Juli 2004 (BGBl I 2004, 1753, BStBl I 2005, 343) r&uuml;ckwirkend in Kraft getretene (s. Art. 6 Abs. 2 des Gesetzes) Bestimmung des &sect; 12 Nr. 5 EStG hindert die Abziehbarkeit von beruflich veranlassten Kosten f&uuml;r ein sog. Erststudium zumindest dann nicht, wenn diesem &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 12 Nr. 5 EStG d&uuml;rfen Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r seine erstmalige Berufsausbildung und f&uuml;r ein Erststudium weder bei den einzelnen Einkunftsarten noch vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. Die Vorschrift bestimmt in typisierender Weise, dass Aufwendungen f&uuml;r eine erstmalige Berufsausbildung (und ein Erststudium) &#8211;von dem in Halbsatz 2 der Vorschrift genannten Fall abgesehen&#8211; noch nicht mit einer konkreten beruflichen T&auml;tigkeit und hieraus flie&szlig;enden Einnahmen im Zusammenhang stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wegen der weiteren Begr&uuml;ndung verweist der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf das zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmte Urteil vom heutigen Tage, (Senatsurteil vom 18. Juni 2009 VI R 14\/07, BFHE 225, 393; s. auch Senatsentscheidung vom 18. Juni 2009 VI R 31\/07).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Danach ergibt sich hier aus den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, dass die Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Fachhochschulstudium dem Grunde nach beruflich veranlasst sind. Es besteht ein hinreichend konkreter Zusammenhang dieser Ausgaben mit sp&auml;teren Einnahmen aus der angestrebten T&auml;tigkeit als Hotelmanagerin. Die Kl&auml;gerin war bereits vor Beginn des Studiums in der Hotelbranche t&auml;tig. Mit dem der Fortbildung dienenden Studium wollte sie die erforderlichen Fachkenntnisse und F&auml;higkeiten f&uuml;r den angestrebten Beruf erwerben. Da das Studium nicht &quot;ins Blaue hinein&quot; betrieben oder aus anderen privaten Gr&uuml;nden aufgenommen worden ist (vgl. BFH-Urteil vom 1. Februar 2007 VI R 62\/03, BFH\/NV 2007, 1291, m.w.N.), sondern auf die Erzielung von Einnahmen gerichtet war, sind hiermit im Zusammenhang stehende Aufwendungen dem Grunde nach als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 12 Nr. 5 EStG kommt nicht zur Anwendung, weil die Kl&auml;gerin vor Aufnahme ihres Studiums bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Hotelfachfrau absolviert hatte. Die von der Kl&auml;gerin ge&auml;u&szlig;erten verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Wirksamkeit des &sect; 12 Nr. 5 EStG sind nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif. Da das FG &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; zu den einzelnen von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Aufwendungen keine Feststellungen getroffen hat, war das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.6.2009, VI R 6\/07 Aufwendungen f&uuml;r ein sog. Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung als Werbungskosten &#8211; Einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 12 Nr. 5 EStG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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