{"id":15652,"date":"2012-12-10T05:51:12","date_gmt":"2012-12-10T03:51:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15652"},"modified":"2012-12-10T05:51:12","modified_gmt":"2012-12-10T03:51:12","slug":"vii-b-255-07-unterschriftserfordernis-nach-par-105-abs-1-fgo-kein-verfahrensmangel-bei-blosser-unterlassung-einer-vorlage-des-rechtsstreits-an-das-bverfg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-255-07-unterschriftserfordernis-nach-par-105-abs-1-fgo-kein-verfahrensmangel-bei-blosser-unterlassung-einer-vorlage-des-rechtsstreits-an-das-bverfg\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;255\/07 &#8211; Unterschriftserfordernis nach &sect; 105 Abs. 1 FGO &#8211; Kein Verfahrensmangel bei blo&szlig;er Unterlassung einer Vorlage des Rechtsstreits an das BVerfG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.7.2008, VII B 255\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterschriftserfordernis nach &sect; 105 Abs. 1 FGO &#8211; Kein Verfahrensmangel bei blo&szlig;er Unterlassung einer Vorlage des Rechtsstreits an das BVerfG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhob gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Klage, mit der er u.a. die Feststellung beantragte, dass das FA aufgrund der infolge der Aufhebung von Art. 23 des Grundgesetzes (GG) nicht mehr bestehenden Bundesrepublik Deutschland f&uuml;r ihn nicht zust&auml;ndig sei und es k&uuml;nftig zu unterlassen habe, Forderungen gegen ihn geltend zu machen und mit der Vollstreckung zu drohen. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und Verfahrensm&auml;ngeln (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Eine Verletzung der Art. 101 und 103 GG liege deshalb vor, weil der Beschluss des FG, mit dem die Entscheidung auf den Einzelrichter &uuml;bertragen worden sei, die Namen der beteiligten Richter nur in Maschinenschrift trage. Dies gelte auch f&uuml;r die Ladungen zum Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 19. M&auml;rz und 28. November 2007. Die Ladungen, die weder eine Unterschrift noch eine Namensangabe aufwiesen, lie&szlig;en nicht erkennen, auf wessen Anordnung sie ergangen seien. Dar&uuml;ber hinaus l&auml;gen in Bezug auf einen Beschluss des FG, mit dem die Beschwerde gegen die Zur&uuml;ckweisung des fr&uuml;heren Prozessbevollm&auml;chtigten zur&uuml;ckgewiesen worden sei, Zustellungsm&auml;ngel vor. Zudem habe der Richter, auf den der Streitfall &uuml;bertragen worden sei, ohne Begr&uuml;ndung den Antrag auf Vorlage einer g&uuml;ltigen Genehmigung nach dem Milit&auml;rregierungsgesetz Nr. 2 abgelehnt und entschieden, dass eine solche Genehmigung unbeachtlich sei. Ebenfalls habe das FG verfahrensfehlerhaft die Antr&auml;ge abgelehnt, die Zust&auml;ndigkeit des Gerichts durch einen unabh&auml;ngigen Sachverst&auml;ndigen &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen und ein g&uuml;ltiges Gerichtsverfassungsgesetz sowie einen Gesch&auml;ftsverteilungsplan des FG vorzulegen. Auch zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sei in diesen Bereichen eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erforderlich. Schlie&szlig;lich habe sich das FG nicht mit dem substantiierten kl&auml;gerischen Vorbringen befasst, mit dem die Nichtigkeit des Umsatzsteuergesetzes (UStG) &#8211;insbesondere von &sect; 27b UStG&#8211; und des &sect; 32a des Einkommensteuergesetzes (EStG) belegt worden sei. Unter Versto&szlig; gegen Art. 101 und 103 GG sei die gebotene Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) unterblieben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind zum Teil nicht schl&uuml;ssig dargelegt, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt. Im &Uuml;brigen liegen sie nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Soweit der Kl&auml;ger die Beschwerde darauf st&uuml;tzt, dass die von ihm n&auml;her bezeichneten Entscheidungen des FG keine Unterschrift der betreffenden Richter tr&uuml;gen, liegt eine Verletzung des Anspruchs auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs nicht vor. Dem Unterschriftserfordernis des &sect; 105 Abs. 1 Satz 2 FGO ist gen&uuml;gt, wenn die in den Gerichtsakten verbleibende Urschrift einer Entscheidung von den mitwirkenden Berufsrichtern unterzeichnet ist und die den Beteiligten zugestellte Ausfertigung deren Namen maschinenschriftlich wiedergibt (BFH-Beschluss vom 7. Februar 2005 IX S 9\/03 (PKH), BFH\/NV 2005, 1113). Im Streitfall ist die in den Gerichtsakten befindliche Urschrift des Beschlusses, mit dem die Sache auf den Einzelrichter &uuml;bertragen worden ist, handschriftlich unterzeichnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Ladungen zur m&uuml;ndlichen Verhandlung bedurften keiner Unterschrift des Richters. Der zust&auml;ndige Richter hat nach &sect; 91 Abs. 1 Satz 1 FGO den Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung zu bestimmen, was im Streitfall geschehen ist. Die Ladung der Beteiligten wird sodann von der Gesch&auml;ftsstelle veranlasst.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen legt die Beschwerde nicht substantiiert dar, dass das Urteil auf dem Verfahrensmangel beruhen kann bzw. dass es bei einer Unterzeichnung des &Uuml;bertragungsbeschlusses und der Ladungen durch die betreffenden Richter anders ausgefallen w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit sich der Kl&auml;ger darauf beruft, dass der mit der Sache befasste Einzelrichter die Ablehnung der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellten Antr&auml;ge in geh&ouml;rsverletzender Weise nicht begr&uuml;ndet habe, liegt der geltend gemachte Verfahrensfehler nicht vor. Die Beschwerde gibt die Ausf&uuml;hrungen des Gerichts nur verk&uuml;rzt wieder. In der Begr&uuml;ndung des Beschlusses wird ausgef&uuml;hrt, dass sich die Zust&auml;ndigkeit des Gerichts nach den Bestimmungen der FGO und des gerichtlichen Gesch&auml;ftsverteilungsplans ergebe und dass das Gericht eigene Sachkunde besitze, um &uuml;ber die Zust&auml;ndigkeit und dar&uuml;ber zu entscheiden, welche Gesetze aufgehoben worden seien und welche nicht. Das Gericht hat somit die Ablehnung der Beweisantr&auml;ge begr&uuml;ndet. Im &Uuml;brigen besteht f&uuml;r Beschl&uuml;sse eine Begr&uuml;ndungspflicht nur dann, wenn sie durch Rechtsmittel angefochten werden k&ouml;nnen oder &uuml;ber einen Rechtsbehelf entscheiden (&sect; 113 Abs. 2 Satz 1 FGO). Beschl&uuml;sse &uuml;ber die Ablehnung von Beweisantr&auml;gen k&ouml;nnen nach &sect; 128 Abs. 2 FGO nicht mit der Beschwerde angefochten werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Hinsichtlich der behaupteten Nichtigkeit des UStG und des &sect; 32a EStG liegt der behauptete Verfahrensmangel des Versto&szlig;es gegen die Vorlagepflicht nach Art. 100 Abs. 1 GG ebenfalls nicht vor. Denn es stellt keinen Verfahrensmangel i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO dar, wenn das FG eine Vorlage des Rechtsstreits an das BVerfG unterl&auml;sst. Die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von Gesetzen ist eine materiell-rechtliche Frage (BFH-Beschluss vom 28. Mai 2003 VII B 119\/01, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2004, 112, m.w.N.). Im Kern seines Vorbringens wendet sich der Kl&auml;ger gegen die rechtliche W&uuml;rdigung des Einzelrichters, der offensichtlich von der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der vom Kl&auml;ger beanstandeten Steuerrechtsnormen ausgegangen ist. Dies kann nicht zur Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO f&uuml;hren. Die vermeintliche grunds&auml;tzliche Bedeutung der in diesem Zusammenhang aufgeworfenen Rechtsfragen wird vom Kl&auml;ger lediglich behauptet; eine hinreichende Darlegung i.S. von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO ist der Beschwerde indes nicht zu entnehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.7.2008, VII B 255\/07 Unterschriftserfordernis nach &sect; 105 Abs. 1 FGO &#8211; Kein Verfahrensmangel bei blo&szlig;er Unterlassung einer Vorlage des Rechtsstreits an das BVerfG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhob gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Klage, mit der er u.a. die Feststellung beantragte, dass das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-255-07-unterschriftserfordernis-nach-par-105-abs-1-fgo-kein-verfahrensmangel-bei-blosser-unterlassung-einer-vorlage-des-rechtsstreits-an-das-bverfg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;255\/07 &#8211; Unterschriftserfordernis nach &sect; 105 Abs. 1 FGO &#8211; Kein Verfahrensmangel bei blo&szlig;er Unterlassung einer Vorlage des Rechtsstreits an das BVerfG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15652\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}