{"id":15660,"date":"2012-12-10T05:52:16","date_gmt":"2012-12-10T03:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15660"},"modified":"2012-12-10T05:52:16","modified_gmt":"2012-12-10T03:52:16","slug":"i-b-26-08-keine-grundsaetzliche-bedeutung-bei-von-der-rechtsprechung-bereits-geklaerten-rechtsfragen-mehrmuetterorganschaft-verlustuebernahmeverpflichtung-bei-verunglueckter-organschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-26-08-keine-grundsaetzliche-bedeutung-bei-von-der-rechtsprechung-bereits-geklaerten-rechtsfragen-mehrmuetterorganschaft-verlustuebernahmeverpflichtung-bei-verunglueckter-organschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;26\/08 &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei von der Rechtsprechung bereits gekl&auml;rten Rechtsfragen &#8211; Mehrm&uuml;tterorganschaft &#8211; Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung bei verungl&uuml;ckter Organschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, I B 26\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei von der Rechtsprechung bereits gekl&auml;rten Rechtsfragen &#8211; Mehrm&uuml;tterorganschaft &#8211; Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung bei verungl&uuml;ckter Organschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig sind die steuerrechtliche Anerkennung einer Organschaft und die Rechtsfolgen einer &quot;verungl&uuml;ckten Organschaft&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, errichtete im Jahr 2000 zusammen mit einer (Schwester-)Gesellschaft &#8211;alleiniger Anteilseigner beider Gesellschaften war X&#8211;, eine weitere GmbH (Y-GmbH) mit einer Beteiligung von je 50 %. Anschlie&szlig;end schlossen die Kl&auml;gerin und ihre Schwestergesellschaft mit der Y GmbH einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag. Insoweit machte die Kl&auml;gerin in ihrer K&ouml;rperschaftsteuererkl&auml;rung des Streitjahres 2000 eine (anteilige) Verlustausgleichsverpflichtung von 201 769 DM einkommensmindernd geltend. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verweigerte die steuerrechtliche Anerkennung einer sog. Mehrm&uuml;tterorganschaft und nahm in H&ouml;he der Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung eine Aktivierung auf dem Beteiligungskonto vor. Die Klage blieb erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf, Urteil vom 27. November 2007 6 K 4418\/04 K,G,F).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend und sieht eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Rechtsfortbildung und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung als erforderlich an. Sie beantragt, die Revision gegen das angefochtene Urteil zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Diese liegt nur dann vor, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Dabei muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sein. Dies ist bei der von der Kl&auml;gerin formulierten Rechtsfrage, ob es zur Sicherstellung einer einheitlichen Gesamtwillensbildung ausreichend sei, wenn an den (branchengleichen) Muttergesellschaften ausschlie&szlig;lich ein alleiniger Gesellschafter, der gleichzeitig auch deren alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sei, beteiligt sei, nicht der Fall. Denn die f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;gebende Rechtslage ist &uuml;berholt. So ist schon nach der ab dem Veranlagungszeitraum 2001 anzuwendenden Fassung des &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 die Begr&uuml;ndung eines k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaftsverh&auml;ltnisses nur dann m&ouml;glich, wenn sich eine Organgesellschaft durch einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag dazu verpflichtet, ihren ganzen Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuf&uuml;hren. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Auslegung des f&uuml;r das Streitjahr geltenden Rechts f&uuml;r eine unbestimmte Anzahl noch anh&auml;ngiger F&auml;lle von Bedeutung sein k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen ist die Rechtsfrage durch die Rechtsprechung des BFH (Senatsurteile vom 9. Juni 1999 I R 43\/97, BFHE 189, 518, BStBl II 2000, 695; vom 9. Juni 1999 I R 37\/98, BFH\/NV 2000, 347) gekl&auml;rt, dass die Aus&uuml;bung gemeinsamer Herrschaft durch die Muttergesellschaften gesichert sein muss. Mehrfache Abh&auml;ngigkeiten (der Organgesellschaft zu mehreren Organtr&auml;gern) erfordern insoweit, dass &#8211;regelm&auml;&szlig;ig im Rahmen einer koordinierenden Innengesellschaft&#8211; rechtliche und\/oder tats&auml;chliche Vorkehrungen zur Bildung eines Gesamtwillens getroffen werden (beispielsweise durch Abschluss eines Konsortialvertrages oder die vertragliche Vereinbarung &uuml;ber die einheitliche Stimmabgabe). Diese Vorkehrungen m&uuml;ssen auf einer ausreichend gesicherten Grundlage beruhen und &uuml;berdies nach au&szlig;en hin nachgewiesen werden. Das FG hat unter Anwendung dieser Rechtsprechung entschieden, dass allein der Umstand einer Beherrschung der (beiden) Organtr&auml;ger durch einen Gesellschafter diese Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt. Die R&uuml;ge der Kl&auml;gerin richtet sich im Kern gegen diese W&uuml;rdigung des FG, was die Zulassung einer Revision nicht begr&uuml;nden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ebenso fehlt es an einer kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Rechtsfrage, soweit die Kl&auml;gerin eine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO in der Frage sieht, ob die steuerliche Folge einer Verlust&uuml;bernahme bei einer verungl&uuml;ckten Organschaft beim Organtr&auml;ger zwingend die Aktivierung auf dem Beteiligungskonto und nicht die sofortige Abzugsf&auml;higkeit als Betriebsausgabe ist. Denn diese Frage ist &#8211;wie auch die Kl&auml;gerin einr&auml;umt&#8211; vom erkennenden Senat bereits in der Weise entschieden worden, dass Aufwendungen der Muttergesellschaft aufgrund einer Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung in einem steuerrechtlich nicht anzuerkennenden Organschaftsvertrag zu aktivierende Aufwendungen f&uuml;r die Beteiligung an der Tochtergesellschaft sind, was allerdings den Ansatz einer Teilwertabschreibung nicht ausschlie&szlig;t (Senatsurteil vom 24. Januar 2001 I R 13\/00, BFH\/NV 2001, 1047, unter Hinweis auf das Senatsurteil vom 16. Mai 1990 I R 96\/88, BFHE 160, 554, BStBl II 1990, 797; zustimmend z.B. Neumann in Gosch, KStG, &sect; 14 Rz 542; Danelsing in Bl&uuml;mich, EStG\/KStG\/GewStG, &sect; 14 KStG Rz 247; Kolbe in Herrmann\/Heuer\/Raupach, EStG\/KStG, &sect; 14 KStG Rz 98; Witt\/D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 14 KStG nF Rz 512; Olbing in Streck, KStG, 6. Aufl., &sect; 14 Rz 102, jeweils m.w.N.). Auf dieser Grundlage hat auch das FG entschieden und dabei die Voraussetzungen f&uuml;r eine Teilwertabschreibung im Streitjahr als nicht erf&uuml;llt angesehen. Indem die Kl&auml;gerin ohne weitere Spezifizierungen &#8211;wohl mit Blick auf das Senatsurteil in BFH\/NV 2001, 1047&#8211; vortr&auml;gt, der BFH habe sich nicht erkennbar mit der im Schrifttum ge&auml;u&szlig;erten Kritik auseinandergesetzt, fehlen jegliche n&auml;here Ausf&uuml;hrungen dazu, mit welchen (neuen) Argumenten sich der Senat noch nicht befasst haben soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, I B 26\/08 Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung bei von der Rechtsprechung bereits gekl&auml;rten Rechtsfragen &#8211; Mehrm&uuml;tterorganschaft &#8211; Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung bei verungl&uuml;ckter Organschaft Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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