{"id":15661,"date":"2012-12-10T05:52:17","date_gmt":"2012-12-10T03:52:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15661"},"modified":"2012-12-10T05:52:17","modified_gmt":"2012-12-10T03:52:17","slug":"i-b-29-08-darlegungsanforderungen-zur-grundsaetzlichen-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-29-08-darlegungsanforderungen-zur-grundsaetzlichen-bedeutung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;29\/08 &#8211; Darlegungsanforderungen zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, I B 29\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegungsanforderungen zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Pr&uuml;fungsanordnung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, fand eine Au&szlig;enpr&uuml;fung (mit einer Schlussbesprechung am 30. November 2004) statt. Unter dem 6. Dezember 2004 ordnete der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine (Anschluss-)Pr&uuml;fung an und bestimmte den 27. Dezember 2004 als voraussichtlichen Pr&uuml;fungsbeginn (Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r das erste Pr&uuml;fungsjahr 1999 am 31. Dezember 2004). Die Kl&auml;gerin legte gegen die Pr&uuml;fungsanordnung vom 6. Dezember 2004 Einspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung. Gegen die ablehnende Einspruchsentscheidung (vom 12. Mai 2005) erhob die Kl&auml;gerin Klage. Mit Schreiben vom 25. November 2005 teilte das FA mit, es beabsichtige, mit der Pr&uuml;fung am 16. Dezember 2005 zu beginnen. Die Kl&auml;gerin bat mit Schriftsatz vom 5. Dezember 2005, von einem Beginn der Pr&uuml;fung so lange abzusehen, bis eine rechtliche Kl&auml;rung durch das Klageverfahren erfolgt sei. Das FA antwortete, es stimme dem Antrag auf Verschiebung i.S. von &sect; 197 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) zu. Die Klage blieb erfolglos (Urteil des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf vom 18. Januar 2008 17 K 2505\/05 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin macht geltend, dass die Revision gegen das angefochtene Urteil nach &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1, 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Beschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect; 132 FGO). Die Kl&auml;gerin hat die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1, 2 und 3 FGO nicht gem&auml;&szlig; den gesetzlichen Anforderungen dargetan (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Kl&auml;gerin sieht eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO darin, dass zu kl&auml;ren sei, ob sich die Finanzverwaltung &quot;Vorratspr&uuml;fungen&quot; sichern d&uuml;rfe durch Pr&uuml;fungsanordnungen kurz vor dem Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ohne konkrete Pr&uuml;fungsabsicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Frage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Das T&auml;tigwerden der Finanzverwaltung ist gesetzlich gebunden (&sect; 85 AO); pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen (&sect;&sect; 5, 86 Satz 1 AO) entspricht es nicht, durch &quot;Scheinhandlungen&quot; rechtliche Positionen zum Nachteil des Steuerpflichtigen zu erlangen. So sieht auch &sect; 171 Abs. 4 Satz 1 AO nur dann eine Ablaufhemmung f&uuml;r den Lauf der Festsetzungsfrist vor, wenn &quot;mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung begonnen &#8230; oder deren Beginn auf Antrag des Steuerpflichtigen hinausgeschoben&quot; wurde. Der Fristablauf wird nicht bereits mit der Bekanntgabe der Pr&uuml;fungsanordnung gehemmt, sondern erst dann, wenn der Pr&uuml;fer konkrete Handlungen zur Ermittlung des Steuerfalls (der Pr&uuml;fungsjahre) aufnimmt. Ob diese Voraussetzungen im Streitfall tats&auml;chlich erf&uuml;llt sind, ist keine abstrakte Rechtsfrage, die der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung vermittelt. Soweit die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang moniert, dass in der Pr&uuml;fungsanordnung der &quot;voraussichtliche Pr&uuml;fungsbeginn&quot; angef&uuml;hrt wird, ergibt sich diese Angabe eindeutig aus der gesetzlichen Regelung (&sect; 197 Abs. 1 Satz 1 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit den auf diesem Monitum aufbauenden Folgerungen der Kl&auml;gerin, &quot;die Rechtsfrage&quot; sei bereits dahingehend von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, als zu pr&uuml;fen sei, ob ohne konkrete Angabe von Pr&uuml;fungstag\/-zeit und -ort ein nur voraussichtlicher Pr&uuml;fungstermin bereits Bindungswirkung f&uuml;r den Steuerpflichtigen entfalte, auf den er reagieren m&uuml;sse, ob die Finanzverwaltung der Darlegung ihrer tats&auml;chlichen Pr&uuml;fungsabsicht (wohl: durch den Erlass der Pr&uuml;fungsanordnung unter Angabe eines voraussichtlichen Pr&uuml;fungsbeginns) bereits gen&uuml;ge und ob Reaktionen des Steuerpflichtigen bei nicht konkreter Angabe des Pr&uuml;fungszeitpunkts bereits als Verlegungsantr&auml;ge ausgelegt werden d&uuml;rfen, werden keine eigenst&auml;ndigen abstrakten Rechtsfragen i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Einen Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) hat die Kl&auml;gerin nicht hinreichend dargetan.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die ordnungsgem&auml;&szlig;e Darlegung eines Verfahrensmangels verlangt, dass diejenigen Tatsachen &#8211;ihre Richtigkeit unterstellt&#8211; genau und schl&uuml;ssig bezeichnet werden, aus denen sich ergeben soll, dass der behauptete Mangel vorliegt und das angefochtene Urteil &#8211;nach der insoweit ma&szlig;gebenden, ggf. unrichtigen materiell-rechtlichen Auffassung des FG&#8211; auf ihm beruhen kann (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 3. April 2007 VIII B 60\/06, BFH\/NV 2007, 1341).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Anforderungen wird der Sachvortrag der Kl&auml;gerin weder gerecht, soweit sie der Auffassung ist, das FG h&auml;tte Ermittlungen zu den (nicht durch Beweisantr&auml;ge untermauerten) Behauptungen anstellen m&uuml;ssen, es habe eine konkrete Pr&uuml;fungsabsicht des FA bei dem Erlass der Pr&uuml;fungsanordnung nicht vorgelegen, noch soweit sie meint, ihr Schreiben vom 5. Dezember 2005 sei nicht als Verlegungsantrag auszulegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, I B 29\/08 Darlegungsanforderungen zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Pr&uuml;fungsanordnung. 2&nbsp; Bei der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, fand eine Au&szlig;enpr&uuml;fung (mit einer Schlussbesprechung am 30. November 2004) statt. Unter dem 6. Dezember 2004 ordnete der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-29-08-darlegungsanforderungen-zur-grundsaetzlichen-bedeutung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;29\/08 &#8211; Darlegungsanforderungen zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-15661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15661"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15661\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}