{"id":15664,"date":"2012-12-10T05:52:18","date_gmt":"2012-12-10T03:52:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15664"},"modified":"2012-12-10T05:52:18","modified_gmt":"2012-12-10T03:52:18","slug":"vii-b-209-07-einreihung-von-elektronischen-lesespeichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-209-07-einreihung-von-elektronischen-lesespeichern\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;209\/07 &#8211; Einreihung von elektronischen Lesespeichern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, VII B 209\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Einreihung von elektronischen Lesespeichern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrte 1994 elektronische Lesespeicher (monolithische integrierte Schaltungen) der Baugruppe AT29 ein, die sie unter Inanspruchnahme einer f&uuml;r Waren dieser Art vorgesehenen Zollaussetzung als sog. E2PROMs (EEPROMs) der Codenummer 8542 1150 0010 des Gemeinsamen Zolltarifs (GZT) zur Abfertigung anmeldete. Aufgrund einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Pr&uuml;fung sowie aufgrund von Gutachten der Zolllehranstalt vertrat jedoch der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt) die Ansicht, dass es sich bei den Lesespeichern der Baugruppe AT29 um sog. FLASH EEPROMs der Codenummer 8542 1144 0990 GZT handele und erhob mit mehreren Bescheiden den auf Waren dieser Art entfallenden Zoll gem&auml;&szlig; einem Zollsatz von 14 % nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab, nachdem es ein Sachverst&auml;ndigengutachten eingeholt und den Sachverst&auml;ndigen in einem Er&ouml;rterungstermin geh&ouml;rt hatte. Das FG urteilte, dass nach den damaligen Erl&auml;uterungen zur Kombinierten Nomenklatur (ErlKN) FLASH EEPROMs Speicher seien, die elektronisch entweder v&ouml;llig oder in Bl&ouml;cken gel&ouml;scht w&uuml;rden, w&auml;hrend EEPROMs byteweise gel&ouml;scht w&uuml;rden. Die streitigen Lesespeicher k&ouml;nnten neben der M&ouml;glichkeit einer vollst&auml;ndigen L&ouml;schung nur seitenweise gel&ouml;scht werden, was einer blockweisen L&ouml;schung entspreche. Die Schlussfolgerung des Sachverst&auml;ndigen, der von einer byteweisen L&ouml;schbarkeit ausgehe, teile das Gericht nicht. Durch die seitenweise &Uuml;berschreibung der Speicher erfolge gleichzeitig eine seitenweise L&ouml;schung. Es spiele keine Rolle, dass bei den streitigen Speichern zum Zweck der &Auml;nderung eines einzelnen byte bzw. Wortes die gesamte Seite, in der sich dieses befinde, zun&auml;chst bestehen bleibe und erst im Folgeschritt vom sog. buffer &quot;byte f&uuml;r byte&quot; &uuml;berschrieben werde; auch dieser Vorgang sei die L&ouml;schung einer gesamten Seite.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, welche sie auf die Zulassungsgr&uuml;nde der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO erfasst zun&auml;chst die F&auml;lle der sog. Divergenzrevision und erfordert dar&uuml;ber hinaus auch dann eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH), wenn die einheitliche Beantwortung einer Rechtsfrage nur durch eine Entscheidung des BFH gesichert werden kann. Hierzu ist der schl&uuml;ssige Vortrag erforderlich, dass die angestrebte Revisionsentscheidung geeignet und notwendig ist, k&uuml;nftige unterschiedliche gerichtliche Entscheidungen &uuml;ber die betreffende Rechtsfrage zu verhindern (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Juli 2002 XI B 136\/01, BFH\/NV 2002, 1479, m.w.N.). Zur Darlegung dieser Voraussetzungen ist es mindestens erforderlich, dass das Urteil, von dem die Vorinstanz abgewichen ist, und der Rechtssatz, den sie falsch angewandt oder ausgelegt hat, bezeichnet werden (BFH-Beschluss vom 30. August 2001 IV B 79, 80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen wird die Beschwerde nicht gerecht. Die Beschwerde macht nicht deutlich, dass &#8211;wie sie behauptet&#8211; das FG-Urteil von dem Senatsbeschluss vom 11. August 2005 VII B 292\/04 (BFH\/NV 2005, 2074) und den dort genannten Tarifierungskriterien abweicht. Vielmehr ist das FG &#8211;wie sich den Entscheidungsgr&uuml;nden entnehmen l&auml;sst&#8211; ausdr&uuml;cklich von diesen Kriterien ausgegangen, indem es bei der Einreihung auf die objektiven Merkmale und Eigenschaften der zu tarifierenden Ware abgestellt und au&szlig;erdem die ErlKN als ein wichtiges Erkenntnismittel herangezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht zutreffend ist auch das Vorbringen der Beschwerde, dass das FG die Einreihung der streitigen Speicher nicht nach ihrer technischen Beschaffenheit, sondern nach den Auslegungshilfen der ErlKN beurteilt habe, &quot;auch auf die Gefahr hin, dass diese ErlKN unvollst&auml;ndig, missverst&auml;ndlich oder falsch&quot; seien. Das sich aus den ErlKN in ihrer damaligen und in ihrer aktuellen Fassung ergebende Merkmal zur Unterscheidung von EEPROMs und FLASH EEPROMs ist, dass jene byteweise elektronisch gel&ouml;scht werden, w&auml;hrend diese entweder vollst&auml;ndig oder sektorweise (Seiten- oder Blockl&ouml;schung) gel&ouml;scht werden. Dass die Unterscheidung in dieser Weise unzutreffend ist, macht die Beschwerde nicht geltend; vielmehr vertritt sie offenbar dasselbe Unterscheidungsmerkmal. Sie beanstandet in Wahrheit allein die Ansicht des FG, dass die streitigen Lesespeicher nicht byteweise gel&ouml;scht w&uuml;rden, sondern dass die &Uuml;berschreibung einer gesamten auf dem Speicher vorhandenen Seite durch den buffer einer blockweisen L&ouml;schung gleichkomme, weil zwischen den Begriffen &quot;Block&quot;, &quot;Sektion&quot; oder &quot;Seite&quot; keine funktionellen Unterschiede best&uuml;nden. Damit wendet sich die Beschwerde gegen die Tatsachenw&uuml;rdigung im Einzelfall, legt jedoch nicht dar, dass das FG-Urteil von Entscheidungen des BFH oder anderer Gerichte abweicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch die ger&uuml;gten Verfahrensm&auml;ngel sind nicht schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Anders als die Beschwerde meint, war das FG daher nicht verpflichtet, das eingeholte Sachverst&auml;ndigengutachten seiner Entscheidung zu Grunde zu legen und sich die Schlussfolgerung des Sachverst&auml;ndigen zu eigen zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FG seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt hat, indem es notwendige Beweise nicht erhoben hat, l&auml;sst sich dem Beschwerdevorbringen nicht entnehmen. Es ist weder dargetan noch ergibt es sich aus dem Sitzungsprotokoll, dass die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung Beweisantr&auml;ge gestellt hat, die das FG bei seiner Entscheidung &uuml;bergangen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die schl&uuml;ssige Darlegung des Verfahrensmangels einer Verletzung der dem FG von Amts wegen obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) erfordert Angaben, welche Tatsachen das FG mit welchen Beweismitteln noch h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen und weshalb sich dem FG eine Aufkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunktes h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, obwohl der Kl&auml;ger selbst keinen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat; schlie&szlig;lich, welches genaue Ergebnis die Beweiserhebung h&auml;tte erwarten lassen und inwiefern dieses zu einer f&uuml;r der Kl&auml;ger g&uuml;nstigeren Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. Senatsurteil vom 5. Oktober 1999 VII R 152\/97, BFHE 191, 140, BStBl II 2000, 93). Auch diesen Anforderungen wird die Beschwerde nicht gerecht. Dass &#8211;wie die Beschwerde behauptet&#8211; f&uuml;r die streitigen Lesespeicher &quot;in keinem europ&auml;ischen Land&quot; Z&ouml;lle erhoben w&uuml;rden, ist v&ouml;llig unsubstantiiert und war im &Uuml;brigen nach dem Rechtsstandpunkt des FG f&uuml;r die Entscheidung nicht erheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.7.2008, VII B 209\/07 Einreihung von elektronischen Lesespeichern Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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