{"id":15687,"date":"2012-12-10T05:52:14","date_gmt":"2012-12-10T03:52:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15687"},"modified":"2012-12-10T05:52:14","modified_gmt":"2012-12-10T03:52:14","slug":"vii-b-77-08-keine-postulationsfaehigkeit-bei-bestandskraeftigem-widerruf-der-zulassung-zur-rechtsanwaltschaft-zurueckweisung-eines-ablehnungsgesuchs-als-verfahrensmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-77-08-keine-postulationsfaehigkeit-bei-bestandskraeftigem-widerruf-der-zulassung-zur-rechtsanwaltschaft-zurueckweisung-eines-ablehnungsgesuchs-als-verfahrensmangel\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;77\/08 &#8211; Keine Postulationsf&auml;higkeit bei bestandskr&auml;ftigem Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft &#8211; Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.7.2008, VII B 77\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Postulationsf&auml;higkeit bei bestandskr&auml;ftigem Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft &#8211; Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Rechtsmittel ist unzul&auml;ssig. 1. Vor dem Bundesfinanzhof muss sich jeder Beteiligte, sofern es sich nicht um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts oder um eine Beh&ouml;rde handelt, durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigten, Wirtschaftspr&uuml;fer oder vereidigten Buchpr&uuml;fer als Bevollm&auml;chtigten vertreten lassen; zur Vertretung berechtigt sind auch Gesellschaften i.S. des &sect; 3 Nr. 2 und 3 des Steuerberatungsgesetzes, die durch solche Personen handeln (&sect; 62 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist die Beschwerde nicht von einer solchen Person oder Gesellschaft, sondern vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) pers&ouml;nlich eingelegt worden. Der Kl&auml;ger behauptet zwar, als Rechtsanwalt zugelassen zu sein; seiner insoweit gegebenen Begr&uuml;ndung l&auml;sst sich jedoch nicht entnehmen, dass diese Behauptung zutreffend ist. Sein Vorbringen, dass seine Anwaltszulassung durch die Rechtsanwaltskammer X (Rechtsanwaltskammer) mit Bescheid vom 17. April 2008 widerrufen worden, dass hiergegen jedoch ein Verfahren beim Bundesgerichtshof (BGH) unter dem Aktenzeichen &#8230; anh&auml;ngig sei, wird durch die seiner Beschwerde beigef&uuml;gten Unterlagen nicht belegt. Das in Kopie vorgelegte Schreiben der Rechtsanwaltskammer vom 17. April 2007 (richtig: 2008) ist kein Widerrufsbescheid, sondern ein Schriftsatz an den BGH in dem dort anh&auml;ngigen Verfahren &#8230; Aus diesem Schriftsatz ergibt sich, dass &#8211;was der Kl&auml;ger im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht bestreitet&#8211; seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bereits im Mai 2004 widerrufen worden ist und dass er seinerzeit auf Rechtsmittel gegen diesen Bescheid verzichtet hat, weshalb der Bescheid seither bestandskr&auml;ftig ist. Sein die Feststellung der Nichtigkeit des Widerrufsbescheids betreffendes Beschwerdeverfahren &#8230; entfaltet keine aufschiebende Wirkung dahin, dass der Kl&auml;ger nach wie vor als Rechtsanwalt auftreten k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Im &Uuml;brigen ist der mit der Beschwerde als Zulassungsgrund geltend gemachte Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) nicht schl&uuml;ssig dargelegt, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Beschl&uuml;sse &uuml;ber die Ablehnung von Gerichtspersonen k&ouml;nnen nach &sect; 128 Abs. 2 FGO nicht mit der Beschwerde angefochten werden. Da dem Endurteil vorangegangene Entscheidungen, die nach der FGO unanfechtbar sind, nicht der Beurteilung der Revision unterliegen (&sect; 124 Abs. 2 FGO), kann eine Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich nicht auf die Ablehnung eines Befangenheitsgesuchs gest&uuml;tzt werden. Geltend gemacht werden k&ouml;nnen nur solche Verfahrensm&auml;ngel, die als Folge der Ablehnung des Befangenheitsgesuchs dem angefochtenen Urteil anhaften. Ein Zulassungsgrund liegt daher nur vor, wenn die Ablehnung gegen das Willk&uuml;rverbot verst&ouml;&szlig;t oder ein Verfahrensgrundrecht verletzt wird, wie der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) oder den gesetzlichen Richter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG). Das Verfahrensgrundrecht auf den gesetzlichen Richter greift jedoch nur bei willk&uuml;rlichen Verst&ouml;&szlig;en gegen Verfahrensvorschriften ein. Deshalb hat eine Besetzungsr&uuml;ge nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sich dem Beschwerdevorbringen entnehmen l&auml;sst, dass der Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs nicht nur fehlerhaft, sondern greifbar gesetzwidrig und damit willk&uuml;rlich war (Senatsbeschluss vom 25. Juli 2005 VII B 2\/05, BFH\/NV 2005, 2035, m.w.N.). Derartiges Vorbringen enth&auml;lt die Beschwerde im Streitfall nicht; auch lassen sich dem Urteil des Finanzgerichts (FG) keine Anhaltspunkte daf&uuml;r entnehmen, dass die genannten Voraussetzungen vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat seine Entscheidung, dass das gegen alle drei Berufsrichter des FG-Senats gerichtete Ablehnungsgesuch offensichtlich unzul&auml;ssig und missbr&auml;uchlich sei, so dass hier&uuml;ber unter Mitwirkung der abgelehnten Richter befunden werden k&ouml;nne, ausf&uuml;hrlich und zutreffend begr&uuml;ndet, weshalb hierauf Bezug genommen werden kann. Auch wenn man davon auszugehen hat, dass die Voraussetzungen, unter denen abgelehnte Richter ausnahmsweise selbst &uuml;ber das Ablehnungsgesuch entscheiden d&uuml;rfen, eng auszulegen sind, ist die FG-Entscheidung nicht greifbar gesetzwidrig. Das gegen alle Berufsrichter des FG-Senats gerichtete Ablehnungsgesuch des Kl&auml;gers enthielt Ausf&uuml;hrungen zur Streitsache, jedoch kein Vorbringen, welches geeignet gewesen w&auml;re, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit eines der betroffenen Richter zu rechtfertigen. Die mit dem Ablehnungsgesuch aufgestellten Behauptungen des Kl&auml;gers, dass das Gericht auf einen Beamten, der als Zeuge h&auml;tte geladen werden m&uuml;ssen, habe R&uuml;cksicht nehmen wollen und dass das Gericht sich bestimmten, zu Gunsten des Kl&auml;gers sprechenden Tatsachen vors&auml;tzlich verschlie&szlig;e, waren offenkundig haltlos und entbehrten jeder Begr&uuml;ndung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.7.2008, VII B 77\/08 Keine Postulationsf&auml;higkeit bei bestandskr&auml;ftigem Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft &#8211; Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs als Verfahrensmangel Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Das Rechtsmittel ist unzul&auml;ssig. 1. 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