{"id":15704,"date":"2012-12-10T05:53:59","date_gmt":"2012-12-10T03:53:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15704"},"modified":"2012-12-10T05:53:59","modified_gmt":"2012-12-10T03:53:59","slug":"x-b-18-08-zu-den-darlegungsanforderungen-isd-par-116-abs-3-satz-3-fgo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-18-08-zu-den-darlegungsanforderungen-isd-par-116-abs-3-satz-3-fgo\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;18\/08 &#8211; Zu den Darlegungsanforderungen i.S.d. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.7.2008, X B 18\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zu den Darlegungsanforderungen i.S.d. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, weil ihre Begr&uuml;ndung nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) vermochte weder substantiiert darzulegen, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung habe (unten 1.), noch dass die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordere (unten 2. und 3.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Macht der Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend, so muss er substantiiert darauf eingehen, weshalb die Beantwortung der von ihm aufgeworfenen Rechtsfragen aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Rechtsfragen muss der Beschwerdef&uuml;hrer begr&uuml;nden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Fragen zweifelhaft und streitig ist. Dazu geh&ouml;rt auch, dass sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der zu den von ihm f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltenen Rechtsfragen bereits vorhandenen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auseinandersetzt und substantiiert darlegt, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung bislang keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32 und 33, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Erfordernissen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erst in seinem Schriftsatz vom 17. Juni 2008 arbeitet der Kl&auml;ger die Rechtsfrage heraus, die er f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig h&auml;lt, n&auml;mlich &quot;wann branchenuntypische Gesch&auml;fte, die von hoher Risikotr&auml;chtigkeit gepr&auml;gt sind, als betrieblich veranlasst anerkannt werden und welche Anforderungen dabei an den jeweiligen Unternehmer gestellt werden, um die objektive Geeignetheit derartiger branchenuntypischer Gesch&auml;fte zu pr&uuml;fen&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der erkennende Senat kann es dahingestellt sein lassen, ob dieses Vorbringen noch ber&uuml;cksichtigt werden darf oder ob es nicht vielmehr als versp&auml;tet anzusehen ist, da dieser Schriftsatz erst nach Ablauf der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist beim BFH eingegangen ist und es zumindest zweifelhaft ist, ob das erstmalige Herausarbeiten einer Rechtsfrage lediglich als eine Erl&auml;uterung oder Vervollst&auml;ndigung der bis zum Fristablauf geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde angesehen werden kann (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 22, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das kl&auml;gerische Vorbringen ist insgesamt nicht ausreichend, um die dargestellten Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO zu erf&uuml;llen. Es findet weder eine Auseinandersetzung mit der zu der von ihm f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltenen Rechtsfrage bereits vorhandenen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung statt noch legt der Kl&auml;ger substantiiert dar, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung bislang keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt hat. Dazu h&auml;tte umso mehr Anlass bestanden als der BFH in mehreren Entscheidungen, die teilweise auch vom Kl&auml;ger erw&auml;hnt werden, zur betrieblichen Veranlassung branchenuntypischer Termingesch&auml;fte Stellung genommen hat (vgl. dazu nicht nur das BFH-Urteil vom 11. Juli 1996 IV R 67\/95, BFH\/NV 1997, 114, sondern auch die BFH-Urteile vom 24. Januar 1985 IV R 123\/82, BFH\/NV 1986, 15; vom 19. Februar 1997 XI R 1\/96, BFHE 182, 567, BStBl II 1997, 399, und vom 20. April 1999 VIII R 63\/96, BFHE 188, 358, BStBl II 1999, 466).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Aus denselben Gr&uuml;nden kommt in Bezug auf die unter 1. bezeichnete Rechtsfrage eine Zulassung der Revision auch nicht wegen des Erfordernisses einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) in Betracht (zur Qualifikation dieses Zulassungsgrundes als speziellen Tatbestand der &quot;Grundsatzrevision&quot; vgl. z.B. Gr&auml;ber\/ Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 38).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Ebenso unschl&uuml;ssig ist die R&uuml;ge des Kl&auml;gers, dass eine Entscheidung des BFH im Hinblick auf die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich sei (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO). R&uuml;gt der Beschwerdef&uuml;hrer eine Abweichung des angegriffenen Urteils von der Rechtsprechung des BFH, so muss er tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so eine Abweichung zu verdeutlichen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 12. Juli 2002 XI B 152\/01, BFH\/NV 2002, 1484; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 42). Daran fehlt es im Streitfall. Der schlichte Hinweis des Kl&auml;gers, in der Urteilsbegr&uuml;ndung sei auf die Urteile des BFH &quot;vom 19.02.1997 und 20.04.1999 nicht ausreichend Bezug&quot; genommen worden, sowie ein Urteil des Finanzgerichts (FG) Hamburg vom 25. April 2004 (gemeint ist wohl das Urteil des FG Hamburg vom 25. April 2007&nbsp;&nbsp;2 K 239\/05, Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1414) unber&uuml;cksichtigt geblieben, reicht f&uuml;r eine Darlegung der Divergenz i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Im Kern ersch&ouml;pft sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211;nach Art einer Revisionsbegr&uuml;ndung&#8211; in Ausf&uuml;hrungen dar&uuml;ber, dass und warum das FG fehlerhaft die Verluste aus den Devisentermingesch&auml;ften nicht als betrieblich veranlasst angesehen und daher den Streitfall unrichtig entschieden habe. Fehler bei der Auslegung und Anwendung des materiellen Rechts im konkreten Einzelfall rechtfertigen jedoch f&uuml;r sich gesehen nicht die Zulassung der Revision (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 24 und &sect; 116 Rz 34, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.7.2008, X B 18\/08 Zu den Darlegungsanforderungen i.S.d. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, weil ihre Begr&uuml;ndung nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht. 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