{"id":15705,"date":"2012-12-10T05:55:07","date_gmt":"2012-12-10T03:55:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15705"},"modified":"2012-12-10T05:55:07","modified_gmt":"2012-12-10T03:55:07","slug":"iii-s-38-08-antrag-auf-vorlage-von-akten-anfechtbarkeit-eines-einen-solchen-antrag-ablehnenden-beschlusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-38-08-antrag-auf-vorlage-von-akten-anfechtbarkeit-eines-einen-solchen-antrag-ablehnenden-beschlusses\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;38\/08 &#8211; Antrag auf Vorlage von Akten &#8211; Anfechtbarkeit eines einen solchen Antrag ablehnenden Beschlusses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2008, III S 38\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Antrag auf Vorlage von Akten &#8211; Anfechtbarkeit eines einen solchen Antrag ablehnenden Beschlusses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger, Antragsteller und R&uuml;gef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) f&uuml;hrt ein Klageverfahren vor dem Finanzgericht (FG) wegen Investitionszulage 2000.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf die Bitte des FG um Vorlage der den Streitfall betreffenden Akten &uuml;bersandte der Beklagte, Antragsgegner und R&uuml;gegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) dem FG einen Band Investitionszulagenakten. Nach Einsicht in diese Akten beantragte der Kl&auml;ger unter dem 29. November 2007 und nochmals unter dem 13. Dezember 2007 beim FG, die Akten dem Bundesfinanzhof (BFH) zur Pr&uuml;fung vorzulegen, da er, der Kl&auml;ger, nicht feststellen k&ouml;nne, ob die Akten vollst&auml;ndig seien. Der vom Kl&auml;ger damit sinngem&auml;&szlig; gestellte Antrag festzustellen, ob die Verweigerung der Vorlage von Aktenteilen durch das FA rechtm&auml;&szlig;ig sei, wurde vom Senat mit Beschluss vom 15. Mai 2008 III S 18\/08 als unzul&auml;ssig verworfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der dagegen erhobenen Anh&ouml;rungsr&uuml;ge tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor: Er habe am 13. Dezember 2007 beim FG ausdr&uuml;cklich beantragt, die Vorlage der vollst&auml;ndigen Akten anzuordnen. Das sei vom FG mit Beschluss abgelehnt worden. Durch diese vom FG verweigerte Akteneinsicht sei er in seinem Recht auf Geh&ouml;r verletzt worden, da er sein Rechtsschutzbegehren nicht effektiv begr&uuml;nden k&ouml;nne. Deshalb m&uuml;sse ihm ausnahmsweise eine isolierte Beschwerdem&ouml;glichkeit einger&auml;umt werden. Die Geh&ouml;rsverletzung sei f&uuml;r die Entscheidung des BFH kausal. Denn der BFH h&auml;tte erkennen k&ouml;nnen, dass er, der Kl&auml;ger, wegen der verweigerten Akteneinsicht sein Rechtsschutzbegehren nicht effektiv formulieren k&ouml;nne, sofern nicht das FG die Akten ebenfalls nur unvollst&auml;ndig dem BFH vorgelegt habe. Auf die erhobene Geh&ouml;rsr&uuml;ge sei &uuml;ber den Antrag gem&auml;&szlig; &sect; 86 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist unbegr&uuml;ndet und deshalb nach &sect; 133a Abs. 4 Satz 2 FGO zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das gerichtliche Verfahren ist gem&auml;&szlig; &sect; 133a Abs. 1 Satz 1 FGO fortzuf&uuml;hren, wenn ein Rechtsmittel oder ein anderer Rechtsbehelf gegen die Entscheidung nicht gegeben ist und das Gericht den Anspruch des Beteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat. Der Anspruch auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs verlangt von dem erkennenden Gericht vornehmlich, dass es die Beteiligten &uuml;ber den Verfahrensstoff informiert, ihnen Gelegenheit zur &Auml;u&szlig;erung gibt, ihre Ausf&uuml;hrungen sowie Antr&auml;ge zur Kenntnis nimmt und bei seiner Entscheidung in Erw&auml;gung zieht (z.B. Senatsbeschluss vom 6. September 2007 III S 27\/07, BFH\/NV 2007, 2327, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Einwendungen des Kl&auml;gers, der Senat habe das Gebot der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs missachtet, sind unbegr&uuml;ndet. Der Senat hat das gesamte entscheidungserhebliche Vorbringen des Kl&auml;gers in dem Verfahren III S 18\/08 zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen. Der in jenem Verfahren gestellte Antrag festzustellen, ob die Verweigerung der Vorlage von Akten durch das FA rechtm&auml;&szlig;ig sei, wurde als unzul&auml;ssig verworfen, weil das FG &uuml;ber die vorgelegte Investitionszulagenakte hinaus eine weitere Aktenvorlage und damit auch eine Erg&auml;nzung des vorgelegten Aktenbandes nicht angeordnet hatte. Der Senat hatte nicht auch dar&uuml;ber zu befinden, ob das FG gehalten gewesen w&auml;re, weitere Akten vom FA anzufordern. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers dient das Verfahren nach &sect; 86 Abs. 3 FGO nicht dazu, allgemein zu kl&auml;ren, ob die vom FA vorgelegten Akten vollst&auml;ndig sind. Wie der Senat in dem Beschluss III S 18\/08 ausgef&uuml;hrt hat, kommt eine Entscheidung nach &sect; 86 Abs. 3 FGO nur dann in Betracht, wenn das FG bestimmte Akten oder Teile von Akten trotz einer konkreten Anordnung des FG nicht vorgelegt hat. Der Kl&auml;ger ist daher dadurch, dass der Senat in dem Verfahren III S 18\/08 keine Entscheidung zur Verpflichtung des FG, bestimmte Akten beim FA anzufordern, getroffen hat, nicht in seinem Recht auf Geh&ouml;r beeintr&auml;chtigt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der Kl&auml;ger meint, er k&ouml;nne wegen Ablehnung seines beim FG gestellten Antrags, die vollst&auml;ndige Aktenvorlage anzuordnen, und die ihm dadurch unm&ouml;glich gemachte Akteneinsicht sein Rechtsschutzbegehren nicht effektiv begr&uuml;nden, verweist der Senat auf den BFH-Beschluss vom 17. September 2007 I B 93\/07 (BFH\/NV 2008, 387). Danach ist der Beschluss &uuml;ber die Ablehnung eines Antrags, die Vorlage bestimmter Akten anzuordnen, grunds&auml;tzlich nicht selbst&auml;ndig anfechtbar. Ausnahmsweise kann eine isolierte Beschwerdem&ouml;glichkeit bestehen, wenn der Beteiligte &#8211;was der Kl&auml;ger in dem vorliegenden Verfahren lediglich ohne n&auml;here Begr&uuml;ndung behauptet&#8211; sein Rechtsschutzbegehren ohne entsprechende Akteneinsicht nicht effektiv formulieren k&ouml;nnte. Ein derartiges Verfahren wegen Akteneinsicht ist jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Anh&ouml;rungsr&uuml;geverfahrens.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2008, III S 38\/08 Antrag auf Vorlage von Akten &#8211; Anfechtbarkeit eines einen solchen Antrag ablehnenden Beschlusses Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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