{"id":15716,"date":"2012-12-18T15:44:25","date_gmt":"2012-12-18T13:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15716"},"modified":"2012-12-18T15:44:25","modified_gmt":"2012-12-18T13:44:25","slug":"vi-b-107-07-zulassung-der-revision-bei-objektiv-willkuerlicher-oder-greifbar-gesetzeswidriger-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-107-07-zulassung-der-revision-bei-objektiv-willkuerlicher-oder-greifbar-gesetzeswidriger-entscheidung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;107\/07 &#8211; Zulassung der Revision bei objektiv willk&uuml;rlicher oder greifbar gesetzeswidriger Entscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2008, VI B 107\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zulassung der Revision bei objektiv willk&uuml;rlicher oder greifbar gesetzeswidriger Entscheidung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde &#8211;Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO)&#8211; liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision kann entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO wegen gravierender Rechtsanwendungsfehler des Finanzgerichts (FG) zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist die Revision nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung auch dann zuzulassen, wenn dem FG ein schwerwiegender Fehler bei der Anwendung und Auslegung revisiblen Rechts unterlaufen ist, der die erstinstanzliche Entscheidung als objektiv willk&uuml;rlich oder als greifbar gesetzeswidrig, mithin als unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar erscheinen l&auml;sst (BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. Juli 2003 V B 72\/02, BFH\/NV 2003, 1597; vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116; vom 28. August 2007 VII B 357\/06, BFH\/NV 2008, 113; vom 13. November 2007 VI B 160\/06, BFH\/NV 2008, 341). In diesen F&auml;llen besteht ein allgemeines Interesse an einer korrigierenden Entscheidung, da der Fehler geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. April 2008 X B 57\/07, BFH\/NV 2008, 1192; vom 4. September 2007 VI B 53\/06, BFH\/NV 2007, 2326; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 68, m.w.N.). Ein solcher Fehler liegt z.B. dann vor, wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2003, 1597; in BFH\/NV 2008, 113), wenn das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht oder wenn die fehlerhafte Rechtsanwendung bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung nicht mehr nachvollziehbar ist und sich deshalb der Schluss aufdr&auml;ngt, sie beruhe auf sachfremden Erw&auml;gungen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 1116, m.w.N.). Unterhalb dieser Grenze liegende erhebliche Rechtsfehler reichen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung zu begr&uuml;nden (vgl. BFH-Beschluss vom 7. Juli 2005 IX B 13\/05, BFH\/NV 2005, 2031; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 76).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat vermag nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers einen schwerwiegenden Fehler, der eine Zulassung der Revision nach den dargestellten Grunds&auml;tzen rechtfertigen k&ouml;nnte, nicht zu erkennen. Im Streitfall macht der Kl&auml;ger zur Darlegung der gravierenden Rechtsverletzung geltend, das FG habe bei der Pr&uuml;fung des Ausschlusstatbestands des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b des Strafbefreiungserkl&auml;rungsgesetzes (StraBEG) die Entdeckung der Tat durch das Finanzamt angenommen, ohne dass die hierf&uuml;r nach dem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 5. April 2000&nbsp;&nbsp;5 StR 226\/99 (BFH\/NV Beilage 1\/2001, 70) erforderlichen Feststellungen &uuml;ber das wahrscheinliche Vorliegen der Tat getroffen worden seien. Das FG habe zudem aus der Verweigerung der Mitwirkung durch den Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der Strafverfolgungsbeh&ouml;rde objektiv willk&uuml;rlich den R&uuml;ckschluss darauf gezogen, dass der Kl&auml;ger bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der Sachlage mit der Tatentdeckung habe rechnen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Gesichtspunkte richten sich nicht gegen die vom FG vorgenommene Gesetzesauslegung, sondern allein gegen die aus Sicht des Kl&auml;gers fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG. Denn das FG hat sich bei seiner W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Streitfalls ausdr&uuml;cklich auf die Ausf&uuml;hrungen im BGH-Beschluss in BFH\/NV Beilage 1\/2001, 70 zum &#8211;mit &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG &uuml;bereinstimmenden&#8211; Ausschlusstatbestand des &sect; 371 Abs. 2 Nr. 2 der Abgabenordnung gest&uuml;tzt. Die vom FG vorgenommene W&uuml;rdigung, dass der Ausschlusstatbestand des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG erf&uuml;llt sei, ist im Streitfall nicht denkgesetzlich ausgeschlossen. Das FG hat anhand konkreter Tatsachenfeststellungen nachvollziehbar begr&uuml;ndet, dass die Tat bei Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung bereits entdeckt war und der Kl&auml;ger hiermit bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der Sachlage auch rechnen musste. Die R&uuml;ge des Kl&auml;gers betrifft damit letztlich nur die inhaltliche Richtigkeit der Vorentscheidung und f&uuml;hrt daher nicht zur Zulassung der Revision (BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. September 2001 XI B 25\/01, BFH\/NV 2002, 213; vom 17. Januar 2006 IX B 79\/05, BFH\/NV 2006, 802, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensmangels i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger r&uuml;gt als Verfahrensmangel, das FG habe gegen die Verpflichtung aus &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO versto&szlig;en, seiner Entscheidung das Gesamtergebnis des Verfahrens zugrunde zu legen. Das FG habe bei seiner &Uuml;berzeugungsbildung Tatsachen unterstellt, die nicht durch ausreichende tats&auml;chliche Feststellungen getragen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Versto&szlig; gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO setzt voraus, dass das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der schriftlich festgehaltenem Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht oder eine nach den Akten eindeutig festgestellte Tatsache unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. Februar 1999 III B 51\/98, BFH\/NV 1999, 970; vom 24. Januar 2008 VIII B 163\/06, BFH\/NV 2008, 1099). Das Vorbringen des Kl&auml;gers l&auml;sst jedoch nicht erkennen, dass die Entscheidung des FG in entscheidungserheblicher Weise im Widerspruch zum Gesamtinhalt der Akten steht. Dies gilt auch im Hinblick auf die vom Kl&auml;ger im Klageverfahren vorgebrachte Nettolohnvereinbarung, durch die zwar eine Inanspruchnahme des Kl&auml;gers f&uuml;r die vom Arbeitgeber abzuf&uuml;hrende Lohnsteuer, nicht aber der Ansatz der streitigen geldwerten Vorteile aus Bonuszahlungen und Aktienoptionen bei der Veranlagung des Kl&auml;gers f&uuml;r die Streitjahre ausgeschlossen w&auml;re (vgl. BFH-Urteile vom 17. Mai 1985 VI R 137\/82, BFHE 144, 217, BStBl II 1985, 660; vom 13. Dezember 2007 VI R 57\/04, BStBl II 2008, 434, unter II. 2. der Gr&uuml;nde; Schmidt\/Drenseck, EStG, 27. Aufl., &sect; 42d Rz 19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die vom Kl&auml;ger als weiterer Verfahrensmangel geltend gemachte Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht aus &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO ist im Streitfall nicht gegeben. Der Kl&auml;ger hat ausweislich des Sitzungsprotokolls in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 15. Juni 2007 weder einen Beweisantrag gestellt noch die mangelnde Sachaufkl&auml;rung durch das FG ger&uuml;gt oder dargetan, aus welchen entschuldbaren Gr&uuml;nden er hieran gehindert gewesen sei. Er hat damit gem&auml;&szlig; &sect; 295 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect; 155 FGO sein R&uuml;gerecht verloren (BFH-Beschluss vom 21. April 2008 V B 231\/07, BFH\/NV 2008, 1358; BFH-Urteil vom 29. Mai 2008 VI R 11\/07, BFH\/NV 2008, 1600, BFHE 221, 182, unter II. 1. b der Gr&uuml;nde; Gr&auml;ber\/ Stapperfend, a.a.O., &sect; 76 Rz 33, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2008, VI B 107\/07 Zulassung der Revision bei objektiv willk&uuml;rlicher oder greifbar gesetzeswidriger Entscheidung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde &#8211;Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 2. 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