{"id":15745,"date":"2012-12-10T16:30:41","date_gmt":"2012-12-10T14:30:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15745"},"modified":"2012-12-10T16:30:41","modified_gmt":"2012-12-10T14:30:41","slug":"i-b-79-08-widerspruch-zwischen-tenor-und-entscheidungsgruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-79-08-widerspruch-zwischen-tenor-und-entscheidungsgruenden\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;79\/08 &#8211; Widerspruch zwischen Tenor und Entscheidungsgr&uuml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, I B 79\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Widerspruch zwischen Tenor und Entscheidungsgr&uuml;nden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten haben vor dem Finanzgericht (FG) dar&uuml;ber gestritten, ob das Gehalt des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers G in den Streitjahren 2001 bis 2004 angemessen oder zum Teil als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) i.S. von &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes zu beurteilen war. Das FG hat der Klage zum Teil stattgegeben. Im Tenor des Urteils hei&szlig;t es hinsichtlich des Streitjahres 2004, die Steuerfestsetzungen seien unter Ber&uuml;cksichtigung einer vGA in H&ouml;he von 19 540 EUR zu &auml;ndern. In der Urteilsbegr&uuml;ndung ist das FG davon ausgegangen, dass G im Jahr 2004 eine als vGA zu beurteilende Umsatzprovision in H&ouml;he von 30 000 EUR bezogen habe, ferner sei das Gehalt unangemessen gewesen. Insoweit liege eine vGA &quot;in H&ouml;he (weiterer) 19 540 EUR&quot; vor. Durch den angefochtenen Beschluss hat das FG den Tenor hinsichtlich des Streitjahres 2004 dahingehend berichtigt, dass die Steuerfestsetzungen unter Ber&uuml;cksichtigung von vGA in H&ouml;he von 49 540 EUR zu &auml;ndern seien. Zugleich lehnte es den Antrag der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ab, f&uuml;r das Streitjahr 2003 statt von vGA in H&ouml;he von 70 100 EUR nur von vGA in H&ouml;he von 61 676 EUR auszugehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin, die geltend macht, die Voraussetzungen einer Urteilsberichtigung gem&auml;&szlig; &sect; 107 der Finanzgerichtsordnung (FGO) hinsichtlich des Jahres 2004 l&auml;gen nicht vor. Es blieben unterschiedliche Interpretationsm&ouml;glichkeiten. Ferner sei die vGA des Jahres 2003 fehlerhaft berechnet. Insoweit sei der Tenor zu berichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde gegen den Berichtigungsbeschluss ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 113 Abs. 1 i.V.m. &sect; 107 FGO k&ouml;nnen Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten in einem Beschluss jederzeit vom Gericht berichtigt werden. &Auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten im Sinne dieser Vorschrift sind nur Erkl&auml;rungsm&auml;ngel, also keine M&auml;ngel bei der Bildung des Erkl&auml;rungswillens des Gerichts. Die Berichtigung nach &sect; 107 FGO kann nur dazu f&uuml;hren, dass &Uuml;bereinstimmung des erkennbar gewollten Inhalts der Aussage des Gerichts mit dem erkl&auml;rten Text der Entscheidung hergestellt wird. Wie bei der vergleichbaren Vorschrift des &sect; 129 der Abgabenordnung schlie&szlig;t die M&ouml;glichkeit eines Rechtsirrtums die Berichtigung nach &sect; 107 FGO aus. Nur mechanische Fehler, die ohne weitere Pr&uuml;fung erkannt und berichtigt werden k&ouml;nnen, fallen unter diese Berichtigungsvorschriften. Ein offenbarer Fehler liegt vor, wenn er auf der Hand liegt, wenn er durchschaubar, eindeutig oder augenf&auml;llig ist. Schlie&szlig;lich kann die Berichtigung sowohl Tenor als auch Rubrum wie Urteils- bzw. Beschlussgr&uuml;nde betreffen (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. Juli 1997 V B 6\/97, BFH\/NV 1998, 46, m.w.N.; vom 15. Mai 2006 VII B 70\/06, BFH\/NV 2006, 1678).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Berichtigung durch das FG nicht zu beanstanden. Tenor und Entscheidungsgr&uuml;nde des zugrunde liegenden Urteils stehen offensichtlich im Widerspruch zueinander. Der Tenor hat hinsichtlich des Streitjahres 2004 lediglich vGA in H&ouml;he von 19 540 EUR ausgewiesen. Aus den Urteilsgr&uuml;nden ist jedoch ersichtlich, dass das FG hinsichtlich des Jahres 2004 von vGA in H&ouml;he von insgesamt 49 540 EUR ausgegangen ist. Es hat zum einen die an G gezahlte Provision in H&ouml;he von 30 000 EUR, zum andern das feste Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalt des G in H&ouml;he von 19 540 EUR als vGA beurteilt. Der Betrag von 30 000 EUR ist offenkundig versehentlich nicht ber&uuml;cksichtigt worden. Allein aus dem von der Kl&auml;gerin hervorgehobenen Umstand, dass im Zusammenhang mit der Erw&auml;hnung einer vGA in H&ouml;he von &quot;weiteren&quot; 19 540 EUR das Wort &quot;weitere&quot; in Klammern gesetzt ist, l&auml;sst Zweifel an dem vom FG Gewollten nicht aufkommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG hat den Berichtigungsantrag der Kl&auml;gerin hinsichtlich des Jahres 2003 zu Recht abgelehnt. Es hat ausweislich der Urteilsgr&uuml;nde die im Jahr 2003 gezahlte Gewinntantieme in H&ouml;he von 22 100 EUR sowie die Provision in H&ouml;he von 8 000 EUR als vGA beurteilt. Dar&uuml;ber hinaus hat es eine weitere vGA von 40 000 EUR angenommen. Die Kl&auml;gerin hatte dem beherrschenden Gesellschafter G im ge&auml;nderten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag vom 25. September 2003 eine Garantieprovision in H&ouml;he von 60 000 EUR zugesagt. Das FG hat darin insoweit eine vGA gesehen, als die Garantieprovision f&uuml;r die Zeit vor Abschluss der ge&auml;nderten Vereinbarung gezahlt wurde. Es ist demnach ausweislich der Urteilsgr&uuml;nde hinsichtlich des Jahres 2003 von vGA in H&ouml;he von insgesamt 70 100 EUR ausgegangen. Dieser Betrag ist auch im Tenor benannt. Es sind keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass das FG statt den im Urteil aufgef&uuml;hrten Betr&auml;gen seiner Entscheidung tats&auml;chlich andere Werte zugrunde legen wollte. Ein Widerspruch zwischen Gr&uuml;nden und Tenor oder innerhalb der Gr&uuml;nde, der berichtigt werden k&ouml;nnte, liegt demnach nicht vor. Soweit die Kl&auml;gerin die Berechnung der vGA durch das FG beanstandet, zeigt sie allenfalls einen inhaltlichen Fehler der angegriffenen Entscheidung auf, der jedoch nicht im Verfahren nach &sect; 107 FGO korrigiert werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, I B 79\/08 Widerspruch zwischen Tenor und Entscheidungsgr&uuml;nden Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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