{"id":15776,"date":"2012-12-18T10:04:54","date_gmt":"2012-12-18T08:04:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15776"},"modified":"2012-12-18T10:04:54","modified_gmt":"2012-12-18T08:04:54","slug":"x-b-113-08-berechnung-von-fristen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-113-08-berechnung-von-fristen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;113\/08 &#8211; Berechnung von Fristen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, X B 113\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Berechnung von Fristen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. In dem Finanzrechtsstreit der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wies das Finanzgericht die Klage durch Urteil vom 7. April 2008 ab. Das vollst&auml;ndige Urteil wurde an die Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin am 17. April 2008 zugestellt. Die Kl&auml;gerin legte wegen der Nichtzulassung der Revision fristgerecht Beschwerde beim Bundesfinanzhof (BFH) ein. Mit dem am Folgetag beim BFH eingegangenen Schriftsatz der Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin vom 24. Juni 2008 wurde beantragt, wegen der Vers&auml;umung der Frist f&uuml;r die Stellung des Antrags auf Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde gem&auml;&szlig; &sect; 56 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Dieser Antrag wurde damit begr&uuml;ndet, die Fristvers&auml;umung sei unverschuldet. Sie beruhe auf einem Versehen einer mit Sekretariatsarbeiten betrauten Mitarbeiterin. Dem Antrag war (u.a.) eine eidesstattliche Versicherung dieser Mitarbeiterin beigef&uuml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben vom 26. Juni 2008 teilte der Vorsitzende des angerufenen Senats der Prozessbevollm&auml;chtigten mit, eine Anwendung von &sect; 56 FGO unmittelbar auf den vers&auml;umten Antrag auf Verl&auml;ngerung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist scheide aus. Dieser Antrag sei nicht die von der Kl&auml;gerin innerhalb der Frist verlangte Rechtshandlung. Wegen der fehlenden Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde und zur Nachholung der vers&auml;umten Rechtshandlung wurde in dem Schreiben u.a. auf &sect; 56 FGO verwiesen. Dieses Schreiben wurde am 28. Juni 2008 an die Prozessbevollm&auml;chtigte zugestellt. Am 22. Juli 2008 ging beim BFH die Beschwerdebegr&uuml;ndung ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Sache macht die Kl&auml;gerin geltend, der in Frage stehende Steuerbescheid sei ihr am 30. April 2007 bekanntgegeben worden. Die Einspruchsfrist von einem Monat (&sect; 355 Abs. 1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) habe am 1. Mai 2007 zu laufen begonnen. Sie ende daher am 31. Mai 2007, dem Monatsende und nicht mit Ablauf des Vortags. Es bestehe daher ein Widerspruch zwischen &sect; 355 Abs. 1 AO und &sect; 188 Abs. 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Es bed&uuml;rfe daher einer Entscheidung des BFH, welcher Regelung der Vorzug zu geben sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Der angerufene Senat kann offenlassen, ob der Kl&auml;gerin Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde (&sect; 116 Abs. 3 FGO) zu gew&auml;hren ist. Die Unzul&auml;ssigkeit ergibt sich bereits daraus, dass die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht den Anforderungen an die Darlegung eines Zulassungsgrunds i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO gen&uuml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung keine Angaben dazu gemacht, auf welchen Revisionszulassungsgrund sie ihre Beschwerde st&uuml;tzt. Mit ihren Ausf&uuml;hrungen, wonach vom BFH zu kl&auml;ren sei, ob im Falle der Zustellung eines Steuerbescheids &sect; 355 Abs. 1 Satz 1 AO gegen&uuml;ber &sect; 188 Abs. 2 BGB vorrangig sei, macht die Kl&auml;gerin der Sache nach geltend, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wird die Beschwerde darauf gest&uuml;tzt, dieser Zulassungsgrund liege vor, dann ist nach der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung darzutun, aus welchen Gr&uuml;nden die aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse der Kl&auml;rung bedarf. Hierzu muss substantiiert dargelegt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und strittig ist. Hat der BFH bereits fr&uuml;her &uuml;ber die Rechtsfrage entschieden, muss vorgetragen werden, welche neuen und gewichtigen, vom BFH noch nicht gepr&uuml;ften Argumente in der Rechtsprechung der FG und\/oder der Literatur gegen die Rechtsaufassung des BFH vorgebracht worden sind (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32 f., m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Anforderungen entspricht die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht. In dieser wird lediglich eine bestimmte Rechtsfrage herausgestellt und ohne weitere Begr&uuml;ndung deren Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit behauptet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ber&uuml;cksichtigt zudem nicht, dass sich die von ihr aufgeworfene Frage nicht stellt. Gem&auml;&szlig; &sect; 108 Abs. 1 AO gelten auch im Anwendungsbereich der AO f&uuml;r die Berechnung von Fristen die &sect;&sect; 187 bis 193 BGB entsprechend, soweit in &sect; 108 Abs. 2 bis 5 AO nichts anderes bestimmt ist. Eine von den Normen des BGB abweichende Regelung f&uuml;r die Berechnung des Endes einer nach Monaten bemessenen Frist enth&auml;lt &sect; 108 AO nicht. Aus diesem Grund ergibt sich infolge der Verweisung in &sect; 108 Abs. 1 AO, dass das Fristende nach &sect; 188 Abs. 2 BGB zu berechnen ist (Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 355 AO Rz 10 zur Berechnung und Wahrung der Einspruchsfrist).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus dem eindeutigen Wortlaut dieser Vorschrift ergibt sich, dass das Ende einer Monatsfrist mit Ablauf desjenigen Tages des letzten Monats eintritt, der durch seine Zahl dem Tag entspricht, in den das Ereignis (hier: Bekanntgabe des Steuerbescheids) f&auml;llt. Dass der f&uuml;r den Beginn einer Frist ma&szlig;gebliche Tag bei der Bemessung der Monatsfrist &quot;nicht mitgerechnet&quot; wird (&sect; 187 Abs. 1 BGB), bedeutet nicht, dass sich die Frist entsprechend verl&auml;ngert (Senatsbeschluss vom 18. Dezember 1997 X S 5\/97, BFH\/NV 1998, 725).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, X B 113\/08 Berechnung von Fristen Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. In dem Finanzrechtsstreit der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wies das Finanzgericht die Klage durch Urteil vom 7. April 2008 ab. Das vollst&auml;ndige Urteil wurde an die Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin am 17. April 2008 zugestellt. 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