{"id":15795,"date":"2012-12-10T05:56:12","date_gmt":"2012-12-10T03:56:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15795"},"modified":"2012-12-10T05:56:12","modified_gmt":"2012-12-10T03:56:12","slug":"vii-b-243-07-effektiver-rechtsschutz-gegen-den-antrag-auf-anordnung-der-zwangsversteigerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-243-07-effektiver-rechtsschutz-gegen-den-antrag-auf-anordnung-der-zwangsversteigerung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;243\/07 &#8211; Effektiver Rechtsschutz gegen den Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.8.2008, VII B 243\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Effektiver Rechtsschutz gegen den Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) schuldet dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aus vollziehbaren Steuerbescheiden erhebliche Abgaben, deren Beitreibung durch Vollstreckungsversuche in das bewegliche Verm&ouml;gen erfolglos geblieben ist. Deshalb beantragte das FA beim Amtsgericht (AG) unter Hinweis auf das Vorliegen der gesetzlichen Vollstreckungsvoraussetzungen i.S. des &sect; 322 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) die Anordnung der Zwangsversteigerung von f&uuml;nf dem Kl&auml;ger geh&ouml;renden Immobilien, auf die es zuvor die Eintragung von Sicherungshypotheken erwirkt hatte. Den Einspruch gegen diese Antr&auml;ge begr&uuml;ndete der Kl&auml;ger damit, dass sie keinerlei Ermessenserw&auml;gungen enthielten. In der Einspruchsentscheidung f&uuml;hrte das FA aus, dass gem&auml;&szlig; &sect; 85 AO bei s&auml;umigen Steuerzahlern die vom Gesetz zur Verf&uuml;gung gestellten Zwangsmittel angewendet werden m&uuml;ssten, wobei &uuml;ber die einzuleitenden Vollstreckungsma&szlig;nahmen nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen zu entscheiden sei; in dem Antrag auf Zwangsversteigerung an das AG hingegen sei eine Darlegung der Ermessenserw&auml;gungen vom Gesetz nicht vorgesehen. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, die wiederum auf eine fehlende Ermessensentscheidung des FA, insbesondere die Nichtbeachtung des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatzes gest&uuml;tzt war, als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Es war der Auffassung, das FA habe bei den Antr&auml;gen auf Anordnung der Zwangsversteigerung der Immobilien das ihm einger&auml;umte Ermessen in nicht zu beanstandender Weise ausge&uuml;bt. Indem das FA sich mit den Voraussetzungen des &sect; 322 Abs. 4 AO auseinandergesetzt habe, habe es zugleich den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit beachtet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger, die Annahme des FG, das FA habe bei den Antr&auml;gen auf Zwangsversteigerung das ihm einger&auml;umte Ermessen ausge&uuml;bt, k&ouml;nne &quot;weder aus dem vorliegenden Tatbestand noch aus der sich daraus ergebenden Rechtsfolgenseite in nachvollziehbarer Weise hergeleitet werden&quot;. Es sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), dass gekl&auml;rt werde, ob die bisherige (unklare) Rechtslage zu &sect; 322 Abs. 3 Satz 1 AO mit der Vollstreckbarkeitsbest&auml;tigung i.S. des Satzes 2 ausreiche, den davon betroffenen Vollstreckungsschuldnern einen effektiven Rechtsschutz zu gew&auml;hrleisten. Ideal w&auml;re eine Klarstellung, dass der Antrag der Vollstreckungsbeh&ouml;rde nach &sect; 322 Abs. 3 Satz 1 AO einen Verwaltungsakt darstellt. Au&szlig;erdem sei ein kl&auml;render Richterspruch i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO erforderlich, weil das FA in der Einspruchsentscheidung die Ablehnung des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) im Hinblick auf den angeblich vorrangigen Antrag auf Bewilligung der einstweiligen Einstellung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 30 des Gesetzes &uuml;ber die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung best&auml;tigt habe. Demgegen&uuml;ber habe der Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211; (Beschluss vom 25. Januar 1988 VII B 85\/87, BFHE 152, 53, BStBl II 1988, 566) in der AdV den zutreffenden einstweiligen Rechtsschutz gesehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln an der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Darlegung eines Zulassungsgrundes i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die vom Kl&auml;ger f&uuml;r erforderlich gehaltene Klarstellung, dass es sich bei dem Antrag der Vollstreckungsbeh&ouml;rde nach &sect; 322 Abs. 3 Satz 1 AO um einen Verwaltungsakt handele, liegt bereits vor. Der Kl&auml;ger selbst f&uuml;hrt in seiner Beschwerde den Senatsbeschluss in BFHE 152, 53, BStBl II 1988, 566 an, in dem der Verwaltungsaktcharakter der Antr&auml;ge an das Vollstreckungsgericht nach &sect; 322 AO festgestellt wird. Im Beschluss vom 15. Dezember 1992 VII B 131\/92 (BFH\/NV 1993, 460) hat der Senat nochmals ausdr&uuml;cklich best&auml;tigt, dass es sich bei den Vollstreckungsma&szlig;nahmen nach &sect; 322 AO um nach &sect; 69 FGO aussetzungsf&auml;hige Verwaltungsakte handelt. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, woraus sich ein weitergehender Kl&auml;rungsbedarf ergeben k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Aus denselben Gr&uuml;nden er&uuml;brigt sich auch ein &quot;kl&auml;render Richterspruch&quot; zur Bestimmung des zutreffenden einstweiligen Rechtsschutzes. Aber auch wenn dieses Vorbringen als Divergenzr&uuml;ge i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Satz 2 FGO gemeint sein sollte, k&ouml;nnte damit die Zulassung der Revision im vorliegenden Rechtsstreit schon deshalb nicht erreicht werden, weil es sich hier nicht um den einstweiligen Rechtsschutz gegen die Antr&auml;ge auf Zwangsversteigerung, sondern um das Hauptsacheverfahren &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Vollstreckungsantr&auml;ge handelt, in dem sich das FG zur Frage des vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes nicht zu &auml;u&szlig;ern hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Sache nach ersch&ouml;pft sich das Vorbringen des Kl&auml;gers darin, dass das FA das bei Stellung der Zwangsversteigerungsantr&auml;ge auszu&uuml;bende Ermessen verkannt oder jedenfalls nicht sachgerecht ausge&uuml;bt habe und das FG bei der von ihm nach &sect; 102 FGO vorzunehmenden &Uuml;berpr&uuml;fung die Aus&uuml;bung dieses Ermessens durch das FA rechtsfehlerhaft gew&uuml;rdigt habe. Damit wird jedoch keiner der in &sect; 115 Abs. 2 FGO abschlie&szlig;end aufgef&uuml;hrten Zulassungsgr&uuml;nde dargelegt. Vielmehr liegt darin die Behauptung eines Versto&szlig;es gegen das materielle Recht, der allein die Revisionszulassung nicht rechtfertigt (BFH-Beschluss vom 6. Februar 2007 X B 89\/06, BFH\/NV 2007, 958).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.8.2008, VII B 243\/07 Effektiver Rechtsschutz gegen den Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) schuldet dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aus vollziehbaren Steuerbescheiden erhebliche Abgaben, deren Beitreibung durch Vollstreckungsversuche in das bewegliche Verm&ouml;gen erfolglos geblieben ist. 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