{"id":15796,"date":"2012-12-10T16:30:49","date_gmt":"2012-12-10T14:30:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15796"},"modified":"2012-12-10T16:30:49","modified_gmt":"2012-12-10T14:30:49","slug":"vii-b-240-07-haftung-des-geschaeftsfuehrers-wegen-ueberwachungsverschuldens-bei-beauftragung-eines-steuerberaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-240-07-haftung-des-geschaeftsfuehrers-wegen-ueberwachungsverschuldens-bei-beauftragung-eines-steuerberaters\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;240\/07 &#8211; Haftung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers wegen &Uuml;berwachungsverschuldens bei Beauftragung eines Steuerberaters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.8.2008, VII B 240\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers wegen &Uuml;berwachungsverschuldens bei Beauftragung eines Steuerberaters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH, die sp&auml;ter liquidiert und im Handelsregister gel&ouml;scht worden ist. Eine Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der GmbH ergab, dass mit der Umsatzsteuervoranmeldung f&uuml;r August 1996 und anschlie&szlig;end in der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung ein Betrag von ca. einer halben Mio. DM steuerpflichtige Tageseinnahmen als steuerfreie Ausfuhrlieferungen erkl&auml;rt worden waren. Wegen der daraus resultierenden Abgabenforderungen nahm der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Kl&auml;ger in Haftung. Einspruch und Klage, mit denen der Kl&auml;ger im Wesentlichen ein Fehlverhalten des beauftragten Steuerberaters, f&uuml;r das er nicht einzustehen habe, geltend machte, blieben erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) nahm eine haftungsbegr&uuml;ndende Pflichtverletzung des Kl&auml;gers an, weil er es offensichtlich unterlassen habe, die ihn als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer pers&ouml;nlich treffende Verpflichtung, Angaben in der Steuererkl&auml;rung nach bestem Wissen und Gewissen zu machen, dadurch zu erf&uuml;llen, dass er sich &uuml;ber die Richtigkeit der von seinem steuerlichen Berater vorgenommenen Eintragungen vergewisserte. Bei der gebotenen Durchsicht der Jahreserkl&auml;rung und beim Studium des Jahresabschlusses h&auml;tte dem Kl&auml;ger im Vergleich zum Vorjahr sofort auffallen m&uuml;ssen, dass die als steuerfreie Ausfuhrlieferungen angef&uuml;hrten Ums&auml;tze nicht zutreffen konnten. Darauf, ob die fehlerhafte Verbuchung auf einem Fehlverhalten des steuerlichen Beraters beruht, komme es deshalb nicht an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, das FG habe seine Haftung in Abweichung zum Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4. Mai 2004 VII B 318\/03 (BFH\/NV 2004, 1363) bejaht. Danach entfalle ein Verschulden des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers, wenn er keinen Anlass gehabt habe, die inhaltliche Richtigkeit der von dem steuerlichen Berater gefertigten Steuererkl&auml;rung zu &uuml;berpr&uuml;fen. So habe es im Streitfall gelegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Ungeachtet der M&auml;ngel in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erforderlichen Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt der von der Beschwerde geltend gemachte Zulassungsgrund der die Rechtseinheit gef&auml;hrdenden Divergenz i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO jedenfalls nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG ist mit seiner Entscheidung, den Kl&auml;ger k&ouml;nne im Streitfall nicht entlasten, dass er sich zur Erf&uuml;llung seiner steuerlichen Pflichten einer Steuerkanzlei bedient hat, nicht von der Rechtsprechung des BFH abgewichen. In den vom FG in Bezug genommenen Entscheidungen vom 30. August 1994 VII R 101\/92 (BFHE 175, 509, BStBl II 1995, 278), vom 20. April 2006 VII B 163\/05 (BFH\/NV 2006, 1439) und vom 25. Juni 1997 VIII B 35\/96 (BFH\/NV 1998, 8), aber auch in dem in der Beschwerde zur Begr&uuml;ndung der Divergenz genannten Beschluss in BFH\/NV 2004, 1363 hat der BFH ausgef&uuml;hrt, dass dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH als Haftungsschuldner zwar ein Verschulden des steuerlichen Beraters der GmbH bei der Fertigung von Steuererkl&auml;rungen nicht zugerechnet werden kann. Gleichwohl haftet er f&uuml;r eine pers&ouml;nliche Verletzung der ihm (selbst) obliegenden Pflichten, insbesondere der Auswahl- und &Uuml;berwachungspflicht bez&uuml;glich derjenigen Personen, denen er die Erledigung der ihm auferlegten steuerlichen Pflichten &uuml;bertragen hat. F&uuml;r den Fall der Unterzeichnung einer von einem Steuerberater gefertigten Umsatzsteuererkl&auml;rung kann eine Haftung des die Unterschrift leistenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers einer GmbH in Betracht kommen, wenn er selbst nach den jeweiligen Umst&auml;nden des Einzelfalls Anlass und M&ouml;glichkeiten hatte, die Richtigkeit der Steuererkl&auml;rung zu &uuml;berpr&uuml;fen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eben diese Konstellation hat das FG im Streitfall bejaht. Es hat eine haftungsbegr&uuml;ndende Verletzung der &Uuml;berwachungspflicht des Kl&auml;gers darin gesehen, dass er sich bei Leistung der Unterschriften unter die Umsatzsteuererkl&auml;rungen nicht der Richtigkeit der vom Steuerb&uuml;ro eingetragenen Angaben vergewissert habe, obwohl ihm die Unrichtigkeit der im Vergleich zum Vorjahr um ein Vielfaches &uuml;berh&ouml;hten Ums&auml;tze aus steuerfreien Ausfuhrlieferungen habe auffallen m&uuml;ssen. Dem setzt die Beschwerde allein die Behauptung entgegen, der Kl&auml;ger habe keinerlei Anlass gehabt, die steuerliche Korrektheit der Arbeit des beauftragten Steuerberaters in Frage zu stellen. Eine von der eigenen abweichenden W&uuml;rdigung von Tatsachen durch das FG oder dessen ggf. fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls oder blo&szlig;e Subsumtionsfehler des FG sind aber nach &sect; 115 Abs. 2 FGO keine Gr&uuml;nde, die zur Zulassung der Revision f&uuml;hren. Insbesondere reichen sie nicht aus, eine Divergenz geltend zu machen (BFH-Beschluss vom 11. Dezember 2002 IX B 124\/02, BFH\/NV 2003, 495).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.8.2008, VII B 240\/07 Haftung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers wegen &Uuml;berwachungsverschuldens bei Beauftragung eines Steuerberaters Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH, die sp&auml;ter liquidiert und im Handelsregister gel&ouml;scht worden ist. 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