{"id":15825,"date":"2012-12-18T10:04:55","date_gmt":"2012-12-18T08:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15825"},"modified":"2012-12-18T10:04:55","modified_gmt":"2012-12-18T08:04:55","slug":"xi-s-11-08-anhoerungsruege-verletzung-rechtlichen-gehoers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-s-11-08-anhoerungsruege-verletzung-rechtlichen-gehoers\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;S&nbsp;11\/08 &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge: Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, XI S 11\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Anh&ouml;rungsr&uuml;ge: Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin, Beschwerdef&uuml;hrerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betreibt einen sog. Chauffeur- und Limousinenservice.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ihre Serviceleistungen bestehen u.a. darin, dem Besteller f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum an gew&uuml;nschten Orten im In- und Ausland moderne komfortable Luxuslimousinen mit Chauffeur zu &uuml;berlassen. Diese Leistungen werden nach Stunden- oder Tagess&auml;tzen abgerechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In den Zeitr&auml;umen vom 15. Dezember 2000 bis 30. Januar 2001 und vom 13. Oktober 2003 bis zum 19. April 2004 f&uuml;hrte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung bzw. eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durch. Im Rahmen dieser Pr&uuml;fungen wurde festgestellt, dass die Kl&auml;gerin die an verschiedenen Orten im Ausland get&auml;tigten Ums&auml;tze als nicht steuerbare Bef&ouml;rderungsleistungen behandelte. Die jeweiligen Pr&uuml;fer kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass die Gestellung von Bef&ouml;rderungsmitteln mit Fahrer keine Bef&ouml;rderungsleistung, sondern eine Vermietung darstelle und der Ort dieser sonstigen Leistung am Firmensitz der Kl&auml;gerin liege.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r 1999 und 2000 mit entsprechend ge&auml;nderten Bescheiden fest und hob den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Der Bundesfinanzhof (BFH) wies die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck (BFH-Beschluss vom 12. Juni 2008 XI B 201\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Anh&ouml;rungsr&uuml;ge (&sect; 133a der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, dass sie sehr wohl nicht steuerbare Bef&ouml;rderungsleistungen im Ausland erbracht habe und begr&uuml;ndet dies im Einzelnen unter Hinweis auf ihres Erachtens anwendbare Richtlinienbestimmungen sowie auf einschl&auml;gige Rechtsprechung des BFH und entsprechende Kommentarliteratur. Im &Uuml;brigen widerspreche die vom BFH zitierte Entscheidung (BFH-Urteil vom 19. Juli 1961 II 202\/57 U, BFHE 73, 502, BStBl III 1961, 450) dem BFH-Urteil vom 14. Dezember 1951 II 176\/51 U (BFHE 56, 52, BStBl III 1952, 22). Der BFH habe zu entscheidungserheblichen Fragen nicht Stellung genommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) gew&auml;hrleistet den Beteiligten eines gerichtlichen Verfahrens das Recht, vor Gericht Antr&auml;ge zu stellen und Ausf&uuml;hrungen zu machen. Dem entspricht die Pflicht des Gerichts, die Ausf&uuml;hrungen der Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und bei seiner Entscheidung in Erw&auml;gung zu ziehen, sofern das Vorbringen nicht nach den Prozessvorschriften ausnahmsweise unber&uuml;cksichtigt bleiben muss oder kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 26. M&auml;rz 2007 II S 1\/07, BFH\/NV 2007, 1094, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Grunds&auml;tzlich ist davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Vorbringen eines Beteiligten auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat, zumal es nach Art. 103 Abs. 1 GG nicht verpflichtet ist, sich mit jedem Vorbringen in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich zu befassen. Der Umstand allein, dass sich die Entscheidungsgr&uuml;nde mit einem bestimmten Gesichtspunkt nicht ausdr&uuml;cklich auseinandersetzen, rechtfertigt grunds&auml;tzlich nicht die Annahme, das Gericht habe den Gesichtspunkt unter Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r &uuml;bergangen. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r liegt daher nur dann vor, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des einzelnen Falles deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1094, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben sind im Streitfall keine Anhaltspunkte daf&uuml;r gegeben, dass der Senat eine Geh&ouml;rsverletzung begangen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihren Ausf&uuml;hrungen wendet sich die Kl&auml;gerin gegen die Rechtsauffassung des Senats und macht geltend, der Senat habe in der Sache fehlerhaft entschieden. Mit diesem Vorbringen kann die Kl&auml;gerin im Rahmen des &sect; 133a FGO aber nicht geh&ouml;rt werden. Denn die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge dient nicht dazu, die angegriffene Entscheidung in vollem Umfang nochmals zu &uuml;berpr&uuml;fen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. September 2005 V S 12, 13\/05, BFHE 211, 6, BStBl II 2006, 75, und vom 14. Oktober 2005 V S 20\/05, BFH\/NV 2006, 563).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect; 133a Abs. 4 Satz 4 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wird eine Geb&uuml;hr in H&ouml;he von 50 EUR erhoben (vgl. Nr. 6400 der Anlage 1 zu &sect; 3 Abs. 2 des Gerichtskostengesetzes &#8211;Kostenverzeichnis&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Die Entscheidung ist unanfechtbar (&sect; 133a Abs. 4 Satz 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, XI S 11\/08 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge: Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin, Beschwerdef&uuml;hrerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betreibt einen sog. 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