{"id":15980,"date":"2012-12-10T05:50:58","date_gmt":"2012-12-10T03:50:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=15980"},"modified":"2012-12-10T05:50:58","modified_gmt":"2012-12-10T03:50:58","slug":"ii-b-56-08-schadstoffschluessel-fuer-kraftfahrzeugsteuer-verbindlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-56-08-schadstoffschluessel-fuer-kraftfahrzeugsteuer-verbindlich\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;56\/08 &#8211; Schadstoffschl&uuml;ssel f&uuml;r Kraftfahrzeugsteuer verbindlich"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2008, II B 56\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Schadstoffschl&uuml;ssel f&uuml;r Kraftfahrzeugsteuer verbindlich<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist seit 1990 Halter eines Chevrolet Van G20. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte das Fahrzeug vom 30. Mai 2004 bis zum 11. August 2004 als Personenkraftwagen (PKW) und nach Auflastung des Fahrzeugs auf 2 810 kg ab 12. August 2004 als Lastkraftwagen (LKW). Mit &Auml;nderungsbescheiden vom 5. Februar 2007 und vom 26. M&auml;rz 2007 setzte das FA die Steuer neu fest und behandelte das Fahrzeug ab 1. Mai 2005 bis zum Ende der Steuerpflicht wieder als PKW. Da sich aus dem Fahrzeugschein nicht ergab, dass das Fahrzeug schadstoffarm war (Schadstoffschl&uuml;ssel &quot;00&quot;), legte das FA den Steuersatz gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) zugrunde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage blieben erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, Divergenz und Verfahrensmangels zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, der Rechtssache komme grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, weil nicht gekl&auml;rt sei, in welchem Umfang der Fahrzeugbrief\/Fahrzeugschein einen &quot;Grundlagenbescheid f&uuml;r die Kfz-Besteuerung&quot; darstelle, ist weder die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache dargelegt noch die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) erfordert einen konkreten und substantiierten Vortrag, aus welchen Gr&uuml;nden im Einzelnen die Kl&auml;rung der Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Es ist auch, ggf. in Auseinandersetzung mit Rechtsprechung und Literatur, darzulegen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und strittig ist (vgl. m.w.N. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32). Diesem gesetzlichen Erfordernis wird die Beschwerde nicht gerecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Rechtsfrage ist auch nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Bei PKW sind gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 KraftStG f&uuml;r die Beurteilung der Schadstoffemissionen und der Kohlendioxidemissionen, f&uuml;r die Beurteilung als schadstoffarm und f&uuml;r die Beurteilung anderer Besteuerungsgrundlagen technischer Art die Feststellungen der Zulassungsbeh&ouml;rden verbindlich, also Grundlagenbescheide (&sect; 171 Abs. 10 der Abgabenordnung), soweit das KraftStG nichts anderes bestimmt. Daher ist die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat. Die Feststellung der Zulassungsbeh&ouml;rde, dass das Fahrzeug nicht schadstoffarm ist (Schadstoffschl&uuml;ssel &quot;00&quot;), ist f&uuml;r die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer verbindlich. Die Eintragung in den erg&auml;nzenden Anmerkungen des Fahrzeugbriefs, dass ein Katalysator eingebaut ist, &auml;ndert hieran nichts. Sie kann eine entsprechende Feststellung der Zulassungsbeh&ouml;rde, dass das Fahrzeug schadstoffarm ist, nicht ersetzen. Auch kann weder das FA noch das FG diese Feststellung treffen, ohne gegen &sect; 2 Abs. 2 Satz 2 KraftStG zu versto&szlig;en. Ist der verkehrsrechtliche Grundlagenbescheid fehlerhaft, muss dies durch dessen &Auml;nderung nicht aber unter Verletzung der Bindungswirkung des Grundlagenbescheids durch das FA oder das FG korrigiert werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen, der Bescheid vom 26. M&auml;rz 2007 habe die Steuerfestsetzung r&uuml;ckwirkend ab August 2004 ge&auml;ndert und versto&szlig;e daher gegen das verfassungsrechtliche R&uuml;ckwirkungsverbot, geltend machen will, der Rechtssache komme grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder es liege eine Divergenz vor (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alt. FGO), entspricht die Begr&uuml;ndung nicht dem gesetzlichen Darlegungserfordernis (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Der Kl&auml;ger zitiert in diesem Zusammenhang ausschlie&szlig;lich Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, die zur Frage ergangen sind, ob die R&uuml;ckwirkung eines Gesetzes mit der Verfassung vereinbar ist, wendet sich aber in seiner Beschwerde ausdr&uuml;cklich gegen die &quot;R&uuml;ckwirkung&quot; eines Steuerbescheids. Insoweit ist die Begr&uuml;ndung unschl&uuml;ssig und die Beschwerde unzul&auml;ssig; die &Auml;nderung eines Steuerbescheids auf der Grundlage gesetzlicher &Auml;nderungsvorschriften ist keine R&uuml;ckwirkung eines Gesetzes. Im &Uuml;brigen tr&auml;gt der Kl&auml;ger weder konkret und substantiiert vor, aus welchen Gr&uuml;nden im Einzelnen die Kl&auml;rung welcher Rechtsfrage durch die angestrebte Revisionsentscheidung aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt (s.o. 1.) noch legt er dar, welchen abstrakten Rechtssatz das FG zugrunde gelegt hat, der mit den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung eines anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt (vgl. m.w.N. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 54 sowie 48).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit der Kl&auml;ger schlie&szlig;lich als Verfahrensmangel r&uuml;gt, das FG habe seine Pflicht zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung verletzt, weil es das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug trotz eines diesbez&uuml;glichen kl&auml;gerischen Antrags nicht in Augenschein genommen hat (&sect; 76 Abs. 1 FGO), hat die Beschwerde jedenfalls deswegen keinen Erfolg, weil der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung fachkundig vertretene Kl&auml;ger den Verfahrensversto&szlig; nicht ger&uuml;gt und damit auf die Wahrnehmung seiner Rechte verzichtet hat (vgl. etwa Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. Mai 2006 III B 179\/05, BFH\/NV 2006, 1683, sowie m.w.N. der Rechtsprechung Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 100). In dem Protokoll &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vor dem FG ist keine diesbez&uuml;gliche R&uuml;ge enthalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist (&sect; 116 Abs. 3 Satz 1 FGO) hat der Kl&auml;ger vorgebracht, das FG habe es abgelehnt, seinen Beweisantrag zu protokollieren. Da der Kl&auml;ger aber nicht vortr&auml;gt, er habe von der M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht, gem&auml;&szlig; &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 160 Abs. 4 der Zivilprozessordnung (ZPO) die Aufnahme seines Beweisantrags in das Protokoll noch w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung bzw. gem&auml;&szlig; &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 164 ZPO die Berichtigung des Protokolls zu beantragen, ist der Verfahrensmangel jedenfalls nicht ordnungsgem&auml;&szlig; ger&uuml;gt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. Juni 2005 X B 173\/04, BFH\/NV 2005, 1850; vom 4. M&auml;rz 1992 II B 201\/91, BFHE 166, 574, BStBl II 1992, 562), so dass offen bleiben kann, ob die insoweit nachgeschobene Begr&uuml;ndung noch ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnte (vgl. m.w.N. der Rechtsprechung Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 22).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2008, II B 56\/08 Schadstoffschl&uuml;ssel f&uuml;r Kraftfahrzeugsteuer verbindlich Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist seit 1990 Halter eines Chevrolet Van G20. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte das Fahrzeug vom 30. Mai 2004 bis zum 11. 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