{"id":16005,"date":"2012-12-10T04:31:24","date_gmt":"2012-12-10T02:31:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16005"},"modified":"2012-12-10T04:31:24","modified_gmt":"2012-12-10T02:31:24","slug":"ix-b-27-08-keine-divergenz-bei-anders-gelagertem-sachverhalt-unzutreffende-umsetzung-der-bfh-rechtsprechung-als-materieller-fehler-vermietereigenschaft-in-restitutionsfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-27-08-keine-divergenz-bei-anders-gelagertem-sachverhalt-unzutreffende-umsetzung-der-bfh-rechtsprechung-als-materieller-fehler-vermietereigenschaft-in-restitutionsfaellen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;27\/08 &#8211; Keine Divergenz bei anders gelagertem Sachverhalt &#8211; unzutreffende Umsetzung der BFH-Rechtsprechung als materieller Fehler &#8211; Vermietereigenschaft in Restitutionsf&auml;llen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.6.2008, IX B 27\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Divergenz bei anders gelagertem Sachverhalt &#8211; unzutreffende Umsetzung der BFH-Rechtsprechung als materieller Fehler &#8211; Vermietereigenschaft in Restitutionsf&auml;llen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum Teil entspricht ihre Begr&uuml;ndung nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im &Uuml;brigen liegen die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Es bleibt dahingestellt, ob die an die Grundst&uuml;ckgemeinschaft adressierten Feststellungsbescheide gem&auml;&szlig; &sect; 125 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) nichtig sind, weil sie sich &#8211;so das Finanzgericht (FG)&#8211; an eine nicht existierende Bruchteilsgemeinschaft richten. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) liegt mit Blick auf die vom FG angenommene Nichtigkeit der Bescheide die ger&uuml;gte Divergenz zu den Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30. November 1987 VIII B 3\/87 (BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183) und vom 7. August 1985 I R 309\/82 (BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42) nicht vor. Denn abweichend vom Streitfall wird in den BFH-Entscheidungen aufgrund anders gelagerter Sachverhalte die Frage der Nichtigkeit von Bescheiden anhand des Verwaltungshandelns einer unzust&auml;ndigen Beh&ouml;rde (in BFHE 151, 354, BStBl II 1988, 183) und der Unbestimmtheit wegen einer ihrer Art nach nicht festgesetzten Steuer (in BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42) er&ouml;rtert. Ein Fall des &sect; 125 Abs. 5 AO ist zudem ersichtlich nicht gegeben; denn weder hat der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Nichtigkeitsfeststellung nach Ermessen (&quot;kann&quot;) getroffen noch haben die Kl&auml;ger sie beantragt. Mit der ihrer Ansicht nach unzutreffenden Umsetzung des BFH-Urteils vom 24. Mai 1977 IV R 47\/76 (BFHE 122, 400, BStBl II 1977, 737) auf die Besonderheiten des Streitfalls r&uuml;gen die Kl&auml;ger lediglich eine (vermeintlich) fehlerhafte Rechtsanwendung, also einen materiell-rechtlichen Fehler, womit aber die Zulassung der Revision nicht erreicht werden kann (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2006 IX B 34\/06, BFH\/NV 2007, 715, m.w.N.). Im &Uuml;brigen wird das angegriffene FG-Urteil von einer &#8211;auch von den Kl&auml;gern erkannten&#8211; Alternativ-Begr&uuml;ndung getragen (dazu folgend unter 2. und 3.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. a) Die hinsichtlich des Treuhandverh&auml;ltnisses und der Vermietungsabsicht als grunds&auml;tzliche Bedeutung geltend gemachten Divergenzen erfordern keine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechsprechung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO. Denn insoweit gehen die Kl&auml;ger von einem aus ihrer Sicht nachgewiesenen und damit anderen Sachverhalt aus, w&auml;hrend das FG einerseits mit der Restitution des streitbefangenen Grundst&uuml;cks Frau H als Alleineigent&uuml;merin ansah und ein Treuhandverh&auml;ltnis mit ihr als Treuh&auml;nderin nicht anerkannte und andererseits aufgrund der Einzelfall-Umst&auml;nde, insbesondere der beabsichtigten und sp&auml;ter erfolgten Ver&auml;u&szlig;erung, eine auf Dauer angelegte Vermietungsabsicht ab der Restitution des Grundst&uuml;cks verneinte. Insoweit r&uuml;gen die Kl&auml;ger im Kern die unzutreffende Umsetzung der BFH-Rechtsprechung sowie eine unzureichende Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung durch das FG, r&uuml;gen also eine fehlerhafte Rechtsanwendung, mithin materiell-rechtliche Fehler, die aber die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. August 2007 IX B 104\/07, BFH\/ NV 2007, 2144; vom 17. Januar 2006 VIII B 172\/05, BFH\/NV 2006, 799, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Rechtssache hat auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; denn die aufgeworfene Rechtsfrage nach dem ma&szlig;gebenden Zeitpunkt f&uuml;r die Vermietungsabsicht in Restitutionsf&auml;llen ist durch die BFH-Rechtsprechung (Urteil vom 11. Januar 2005 IX R 66\/03, BFHE 209, 87, BStBl II 2005, 480, unter II. c; s.a. Urteile vom 11. Januar 2005 IX R 15\/03, BFHE 209, 77, BStBl II 2005, 477, unter II. 2. a, und IX R 50\/03, BFHE 209, 83, BStBl II 2005, 456, unter II. 1. a; Beschluss vom 16. Dezember 2005 IX B 157\/04, BFH\/NV 2006, 727) hinreichend gekl&auml;rt. Danach hat bis zur Bestandskraft des R&uuml;ck&uuml;bertragungsbescheids allein der Verf&uuml;gungsberechtigte &#8211;und nicht (auch) der (Restitutions-)Berechtigte&#8211; das Eigentum am (Restitutions-)Objekt sowie die Rechtsstellung als Vermieter inne und entsprechenden Einfluss auf das Mietverh&auml;ltnis, nur er erzielt demnach Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes. Auf dieser Basis war der Streitfall auch mit Blick auf die Vermietungsabsicht des Berechtigten so zu entscheiden, wie es das FG getan hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) als (verzichtbarem) Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) durch &Uuml;bergehen von Beweisantr&auml;gen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. Oktober 1998 X B 115\/97, BFH\/NV 1999, 630; vom 15. September 2006 IX B 209\/05, BFH\/NV 2007, 80, m.w.N.) oder durch Unterlassen einer Amtsermittlung (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. Juli 2004 IX B 136\/03, BFH\/NV 2005, 43; vom 6. September 2006 VIII B 187\/05, BFH\/NV 2007, 74) ist nicht gegeben. Zwar haben die Kl&auml;ger die Beweise und Beweisangebote hinreichend bezeichnet; jedoch haben sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ausweislich des Sitzungsprotokolls (zu dessen Beweiskraft s. &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 165 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) entsprechende Antr&auml;ge nicht gestellt, also r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und damit durch blo&szlig;es Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge ihr R&uuml;gerecht verloren (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 ZPO; vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29. Oktober 2002 IV B 98\/01, BFH\/NV 2003, 326; in BFH\/NV 2007, 80, unter 3. b). Zudem ist nicht dargetan, warum dies nicht schon in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG geltend gemacht wurde oder weshalb die R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (vgl. BFH-Beschluss vom 15. M&auml;rz 2007 IX B 234\/06, BFH\/NV 2007, 1179). Im &Uuml;brigen musste sich dem FG angesichts dessen ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Standpunkts (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Februar 2005 III B 13\/04, BFH\/NV 2005, 1065) eine weitere Sachaufkl&auml;rung durch Beweiserhebung oder Aktenbeiziehung auch nicht aufdr&auml;ngen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gleiches gilt f&uuml;r die ger&uuml;gte Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect; 96 Abs. 2 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel. Zudem ist grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Vorbringen eines Beteiligten auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat; insbesondere ist das FG nach Art. 103 Abs. 1 GG nicht verpflichtet, sich mit jedem Vorbringen in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich zu befassen oder gar der Ansicht eines Beteiligten zu folgen (vgl. BFH-Beschluss vom 26. M&auml;rz 2007 II S 1\/07, BFH\/NV 2007, 1094, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.6.2008, IX B 27\/08 Keine Divergenz bei anders gelagertem Sachverhalt &#8211; unzutreffende Umsetzung der BFH-Rechtsprechung als materieller Fehler &#8211; Vermietereigenschaft in Restitutionsf&auml;llen Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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