{"id":16013,"date":"2012-12-10T05:50:16","date_gmt":"2012-12-10T03:50:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16013"},"modified":"2012-12-10T05:50:16","modified_gmt":"2012-12-10T03:50:16","slug":"ii-b-46-07-bewertung-von-haelftigem-miteigentum-an-einem-grundstueck-wuerdigung-der-kaufpreisbildung-bei-verwandtschaftlicher-beziehung-der-vertragspartner-nachweis-eines-niedrigeren-gemeinen-werts-is","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-46-07-bewertung-von-haelftigem-miteigentum-an-einem-grundstueck-wuerdigung-der-kaufpreisbildung-bei-verwandtschaftlicher-beziehung-der-vertragspartner-nachweis-eines-niedrigeren-gemeinen-werts-is\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;46\/07 &#8211; Bewertung von h&auml;lftigem Miteigentum an einem Grundst&uuml;ck &#8211; W&uuml;rdigung der Kaufpreisbildung bei verwandtschaftlicher Beziehung der Vertragspartner &#8211; Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts i.S. des &sect; 146 Abs. 7 BewG &#8211; Aussagekraft eines Sachverst&auml;ndigengutachtens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.7.2008, II B 46\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Bewertung von h&auml;lftigem Miteigentum an einem Grundst&uuml;ck &#8211; W&uuml;rdigung der Kaufpreisbildung bei verwandtschaftlicher Beziehung der Vertragspartner &#8211; Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts i.S. des &sect; 146 Abs. 7 BewG &#8211; Aussagekraft eines Sachverst&auml;ndigengutachtens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Mutter und der Onkel (O) der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) waren bis 1995 Miteigent&uuml;mer je zur H&auml;lfte eines 1 588 qm gro&szlig;en Grundst&uuml;cks, das mit einer Werkhalle, einem viergeschossigen Wohn- und B&uuml;rogeb&auml;ude sowie einem weiteren zwei- bis viergeschossigen Geb&auml;ude mit Wohn-, B&uuml;ro- und Lagerr&auml;umen bebaut war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem die Mutter 1995 ihren Miteigentumsanteil je zur H&auml;lfte auf die Kl&auml;ger &uuml;bertragen hatte, kam es am 11. September 1996 zu einem notariell beurkundeten &quot;Kaufvertrag&quot; zwischen den Kl&auml;gern und O, bei dem der Kl&auml;ger zu 1. aufgrund einer aus dem Jahr 1983 stammenden Generalvollmacht zugleich als Vertreter des erkrankten und acht Tage sp&auml;ter verstorbenen O auftrat und mit dem der umfangreiche Grundbesitz des O auf die Kl&auml;ger in unterschiedlichen Eigentumsformen &uuml;bertragen wurde. Das Grundst&uuml;ck in X ging dabei auf die Kl&auml;ger zu h&auml;lftigem Miteigentum &uuml;ber. Als Gegenleistung hatten die Kl&auml;ger einen Teil der Grundst&uuml;cksbelastungen zu &uuml;bernehmen und dem O eine nach der durchschnittlichen Lebenserwartung von 14 Jahren und einem Kapitalwert von (kalkulatorischer Kaufpreis 9 804 000 DM .\/. Belastungen 3 420 000 DM =) 6 384 000 DM berechnete lebenslange Rente von monatlich 86 000 DM zu zahlen. In den kalkulatorischen Kaufpreis war der h&auml;lftige Miteigentumsanteil an dem Grundst&uuml;ck in X mit 865 000 DM eingegangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf Anforderung des Erbschaftsteuer-Finanzamts, das aufgrund des &quot;Kaufvertrages&quot; von gemischten Schenkungen ausging, stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) mit Bescheid vom 24. Juli 2001 den Grundbesitzwert f&uuml;r die 1\/4-Miteigentumsanteile an dem Grundst&uuml;ck in X gem&auml;&szlig; &sect; 146 Abs. 2 und 3 des Bewertungsgesetzes (BewG) in der 1996 geltenden Fassung auf jeweils 712 000 DM (Wert des gesamten Grundst&uuml;cks 2 848 000 DM) fest. Mit dem dagegen eingelegten Einspruch trugen die Kl&auml;ger vor, der &quot;Kaufvertrag&quot; vom September 1996 sei zum Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts geeignet, da er im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zustande gekommen sei. Die N&auml;he zum Todestag des O spreche nicht dagegen, weil der Vertragstext bereits 1995 privatschriftlich festgelegt und am 17. Dezember 1995 auch schon von den Parteien einschlie&szlig;lich des O pers&ouml;nlich unterschrieben worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend des anschlie&szlig;enden Klageverfahrens legten die Kl&auml;ger das Gutachten eines &ouml;ffentlich bestellten und vereidigten Sachverst&auml;ndigen vor, der den h&auml;lftigen Miteigentumsanteil des O an dem Grundst&uuml;ck in X zum 1. Mai 2006 im Sachwertverfahren mit 684 700 EUR und im Ertragswertverfahren mit 727 000 EUR ermittelt hatte. Gleichwohl war er nur zu einem Verkehrswert von 475 350 EUR gelangt, und zwar aufgrund eines Abschlags in H&ouml;he eines Drittels im Hinblick darauf, dass nur ein Miteigentumsanteil &uuml;bertragen worden ist. Auch die Klage blieb jedoch erfolglos. Dabei berief sich das Finanzgericht (FG) u.a. auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22. Juli 2005 II B 58\/05 (BFH\/NV 2005, 1980).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision machen die Kl&auml;ger grunds&auml;tzliche Bedeutung der Sache wegen der Rechtsfrage geltend, ob ein Miteigentumsanteil statt mit dem entsprechenden Bruchteil des Werts des ganzen Grundst&uuml;cks mit einem niedrigeren Wert zu bewerten sei. Diese Frage erfordere auch eine Revisionsentscheidung zur Fortbildung des Rechts. Die Entscheidungen des BFH vom 18. August 2004 II R 22\/04 (BFHE 207, 48, BStBl II 2005, 19) sowie in BFH\/NV 2005, 1980, die eine bruchteilsgem&auml;&szlig;e Bewertung verlangten, d&uuml;rften keinen Bestand haben, da sie die &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 146 Abs. 7 BewG aushebelten und auf einem Zirkelschluss beruhten. Soweit sie sich darauf beriefen, dass Miteigentumsanteile zumeist unter Umst&auml;nden ver&auml;u&szlig;ert w&uuml;rden, die &#8211;etwa wegen der Verwandtschaft der Beteiligten&#8211; nicht dem gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr entspr&auml;chen, sei dies ebenfalls verfehlt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dar&uuml;ber hinaus sei eine Revisionsentscheidung auch zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich, da das FG dem privatschriftlichen Vertrag vom Dezember 1995 entgegen den Entscheidungen des BFH vom 11. November 1998 II R 59\/96 (BFH\/NV 1999, 908) sowie vom 2. November 1988 II R 52\/85 (BFHE 155, 121, BStBl II 1989, 80) keine Bedeutung beigemessen habe. Schlie&szlig;lich r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verfahrensm&auml;ngel, und zwar mangelnde Sachaufkl&auml;rung und Nichtber&uuml;cksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig aber unbegr&uuml;ndet. Die Vers&auml;umung der Beschwerdefrist des &sect; 116 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) war unverschuldet (&sect; 56 Abs. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die von den Kl&auml;gern aufgeworfenen Rechtsfragen sind weder von grunds&auml;tzlicher Bedeutung noch bed&uuml;rfen sie einer Revisionsentscheidung zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 1 FGO). Sie betreffen den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts i.S. des &sect; 146 Abs. 7 BewG unter zwei Gesichtspunkten, n&auml;mlich dem eines im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zustande gekommenen Vergleichwerts und dem der Aussagekraft eines vom Steuerpflichtigen beigebrachten Sachverst&auml;ndigengutachtens.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Soweit es darum geht, ob der Preiskalkulation, die dem notariell beurkundeten &quot;Kaufvertrag&quot; vom September 1996 sowie dem privatschriftlichen Vertrag vom Dezember 1995 zugrunde liegt, ein geeigneter Vergleichswert f&uuml;r den von den Kl&auml;gern erworbenen Grundbesitz zu entnehmen ist, haben die Kl&auml;ger keine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Frage von allgemeinem Interesse aufgeworfen. Es ist bereits h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt, dass als Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts auch ein im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zeitnah zustande gekommener Kaufpreis f&uuml;r das zu bewertende Grundst&uuml;ck dienen kann (so BFH-Urteil vom 2. Juli 2004 II R 55\/01, BFHE 205, 492, BStBl II 2004, 703) und dass ein Verkauf zwischen Verwandten durch pers&ouml;nliche Verh&auml;ltnisse i.S. des &sect; 9 Abs. 2 BewG beeinflusst ist, wenn wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen ein anderer Preis als unter Fremden vereinbart werde (so BFH-Urteil vom 8. Juli 1964 I 119\/63 U, BFHE 80, 242, BStBl III 1964, 561, 563; vgl. dazu auch Halaczinsky in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 9 Rz 5; Knittel in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect; 9 Rz 97). Ob die Preisbildung im Streitfall wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Vertragspartnern diese Besonderheit aufweist, ist eine Tatfrage und damit eine Frage des Einzelfalls ohne allgemeines Interesse.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Soweit es um die Aussagekraft des von den Kl&auml;gern vorgelegten Privatgutachtens geht, ist die Frage, ob Miteigentumsanteile niedriger zu bewerten sind, als es ihrem Bruchteil am Wert des gesamten Grundst&uuml;cks entspr&auml;che, im Streitfall nicht kl&auml;rungsf&auml;hig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) An der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit dieser Frage im Streitfall fehlt es bereits deshalb, weil in dem vorgelegten Privatgutachten der Wert der Miteigentumsanteile der Kl&auml;ger auf den 1. Mai 2006 ermittelt worden ist. Ma&szlig;geblicher Bewertungsstichtag (&sect; 138 Abs. 1 Satz 2 BewG) ist jedoch der 11. September 1996. Dies war der Tag, an dem sowohl der &quot;Kaufvertrag&quot; notariell beurkundet, als auch die Auflassung erkl&auml;rt und die Umschreibung des Grundst&uuml;cks bewilligt wurde. Damit liegt zwischen diesen beiden Bewertungsstichtagen ein Zeitraum von fast zehn Jahren, ohne dass auch nur dargelegt, geschweige denn belegt worden w&auml;re, dass sich in diesem Zeitraum die Wertverh&auml;ltnisse nicht ver&auml;ndert h&auml;tten. Dies steht einer Ber&uuml;cksichtigung des Gutachtens im Streitfall von vornherein entgegen, ohne dass es auf die Einzelheiten der dort vorgenommenen Wertermittlung ankommt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Ob die Frage nach der Bewertung von Miteigentumsanteilen dar&uuml;ber hinaus auch nicht mehr kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist (so der Beschluss des BFH in BFH\/NV 2005, 1980), kann daher auf sich beruhen. Gleichwohl sei angemerkt: Das vorgelegte Privatgutachten w&auml;re &#8211;wenn es auf den richtigen Bewertungsstichtag erstellt worden w&auml;re&#8211; jedenfalls nicht geeignet, einen gegen&uuml;ber dem halben Wert des gesamten Grundst&uuml;cks um ein Drittel niedrigeren Wert der beiden Miteigentumsanteile nachzuweisen. In dem Gutachten hei&szlig;t es, aus &quot;meiner&quot; &#8211;des Sachverst&auml;ndigen&#8211; langj&auml;hriger T&auml;tigkeit und aus einzelnen f&uuml;r dieses Gutachten angestellten Recherchen lasse sich zusammenfassend feststellen, dass vor Ort f&uuml;r gleichartige Objekte kein entsprechender Teilmarkt vorhanden sei. Anhaltspunkte f&uuml;r die Quantifizierung der Wertminderung lie&szlig;en sich aus den Normen &uuml;ber den Zuschlag f&uuml;r den Meistbietenden zu 7\/10 bzw. 5\/10 des Verkehrswerts innerhalb von Zwangsversteigerungsverfahren f&uuml;r den Bewertungsfall dadurch herleiten, dass dies faktisch einer 30- bis 50-%igen Minderung gleichk&auml;me. Daraus leitet der Gutachter sodann einen Abschlag von 33,33 % ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Schluss vom Fehlen eines Marktes auf den Minderwert von Miteigentumsanteilen ist aber schon als solcher nicht zwingend (vgl. dazu Hesse, Der Sachverst&auml;ndige 1993, 23). Vollends nicht gefolgt werden kann der Begr&uuml;ndung f&uuml;r die H&ouml;he des Abschlags. Die 7\/10- bzw. 5\/10-Grenze der &sect;&sect; 74a und 85a des Gesetzes &uuml;ber die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung (ZVG) besagen f&uuml;r die Frage nach einem Minderwert von Miteigentumsanteilen nichts. Diese Grenzen gelten nicht nur f&uuml;r die Teilungsversteigerung nach &sect; 180 ZVG, sondern insbesondere f&uuml;r den wesentlich gr&ouml;&szlig;eren Bereich der Vollstreckungsversteigerung, die wiederum &uuml;berwiegend ganze Grundst&uuml;cke betrifft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert keine Revisionsentscheidung. Die von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Abweichung der Vorentscheidung von der Rechtsprechung des BFH liegt nicht vor. Die von den Kl&auml;gern zitierten BFH-Entscheidungen in BFH\/NV 1999, 908 und in BFHE 155, 121, BStBl II 1989, 80 betreffen die Ver&auml;u&szlig;erung nichtnotierter Anteile an Kapitalgesellschaften und lassen es zu, eine nichtf&ouml;rmliche Einigung &uuml;ber den Kaufpreis vor dem Bewertungsstichtag dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn der f&ouml;rmliche Vertragsschluss kurze Zeit nach dem Bewertungsstichtag zustande kommt. Die Sachverhalte dieser Entscheidungen unterscheiden sich vom Streitfall zun&auml;chst darin, dass es einen gesetzlich feststehenden Bewertungsstichtag unabh&auml;ngig vom f&ouml;rmlichen Vertragsabschluss gab, n&auml;mlich jeweils den 31. Dezember eines Jahres (&sect; 112 BewG in der bis Ende 1996 geltenden Fassung). Zudem muss nach den genannten Entscheidungen des BFH die formlose Einigung &uuml;ber den Kaufpreis im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zustande gekommen sein. Davon konnte sich das FG im Streitfall aber gerade nicht &uuml;berzeugen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Auch die Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch. Soweit sie nicht ohnehin die Anwendung materiellen Rechts betreffen &#8211;dies gilt f&uuml;r die Ausf&uuml;hrungen auf S. 21 der Beschwerdebegr&uuml;ndung unter &quot;zu b&quot;&#8211; handelt es sich um die R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung (&sect; 76 Abs. 1 FGO), und um die R&uuml;ge der Nichtbeachtung des Gesamtergebnisses des Verfahrens (&sect; 96 Abs. 1 FGO). Beide R&uuml;gen betreffen die Feststellungen des FG zur Erkrankung des O.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Erkrankung wird im Tatbestand der Vorentscheidung nicht als eigene Feststellung des FG, sondern als Wiedergabe sowohl einer &Auml;u&szlig;erung des Erbschaftsteuer-Finanzamts als auch einer solchen der Kl&auml;ger erw&auml;hnt. Auf S. 5 der Vorentscheidung wird aus einer Kontrollmitteilung zitiert, der O sei wenige Tage nach Vertragsbeurkundung gestorben und habe schon seit vielen Jahren an &#8230; gelitten. Auf S. 8 werden die Kl&auml;ger dahingehend zitiert, w&auml;hrend des Jahres 1995 sei O noch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gesund gewesen. Von der Erkrankung, die 1984 ausgebrochen sei, habe er sich zwischenzeitlich erholt. Zum nochmaligen Ausbruch der Krankheit sei es erst wieder Ostern 1996 gekommen. Dieses Zitat deckt sich mit den Angaben des Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger im Schriftsatz vom 4. Dezember 2000 an das Erbschaftsteuer-Finanzamt, der sich in dem vom FG beigezogenen Schenkungsteuerakten befindet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) In den Entscheidungsgr&uuml;nden f&uuml;hrt das FG aus, bei Abschluss des Vertrages habe mit dem Ableben des O gerechnet werden m&uuml;ssen. Wie zwischen den Beteiligten unstreitig, sei O schon l&auml;ngere Zeit zuvor an &#8230; erkrankt gewesen. Dazu h&auml;tte der Prozessbevollm&auml;chtigte in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erkl&auml;rt, O habe sich zwischenzeitlich von der Erkrankung erholt, die Erkrankung sei jedoch mehrere Monate vor dem Vertragsschluss      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211;gemeint ist damit der 11. September 1996&#8211;, n&auml;mlich um Ostern 1996 herum, wieder zum Ausbruch gekommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Unter diesen Umst&auml;nden ist weder erkennbar, was das FG noch h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen, noch dass es das Gesamtergebnis des Verfahrens nicht beachtet h&auml;tte. Es hat vielmehr die Angaben des Prozessbevollm&auml;chtigten aus dem Schriftsatz vom 4. Dezember 2000 &uuml;bernommen. Die Festlegung des Jahres der ersten Erkrankung auf 1984 statt auf 1983 ist unerheblich. Das FG geht auch nicht etwa davon aus, O sei bereits bei Unterzeichnung des privatschriftlichen Vertrages vom 27. Dezember 1995 erneut erkrankt gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.7.2008, II B 46\/07 Bewertung von h&auml;lftigem Miteigentum an einem Grundst&uuml;ck &#8211; W&uuml;rdigung der Kaufpreisbildung bei verwandtschaftlicher Beziehung der Vertragspartner &#8211; Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts i.S. des &sect; 146 Abs. 7 BewG &#8211; Aussagekraft eines Sachverst&auml;ndigengutachtens Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Mutter und der Onkel (O) der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-46-07-bewertung-von-haelftigem-miteigentum-an-einem-grundstueck-wuerdigung-der-kaufpreisbildung-bei-verwandtschaftlicher-beziehung-der-vertragspartner-nachweis-eines-niedrigeren-gemeinen-werts-is\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;46\/07 &#8211; Bewertung von h&auml;lftigem Miteigentum an einem Grundst&uuml;ck &#8211; W&uuml;rdigung der Kaufpreisbildung bei verwandtschaftlicher Beziehung der Vertragspartner &#8211; Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts i.S. des &sect; 146 Abs. 7 BewG &#8211; Aussagekraft eines Sachverst&auml;ndigengutachtens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16013","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16013\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}