{"id":16056,"date":"2012-12-10T05:51:02","date_gmt":"2012-12-10T03:51:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16056"},"modified":"2012-12-10T05:51:02","modified_gmt":"2012-12-10T03:51:02","slug":"vii-b-12-08-steuerberatungsrecht-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater-wegen-vermoegensverfalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-12-08-steuerberatungsrecht-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater-wegen-vermoegensverfalls\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;12\/08 &#8211; Steuerberatungsrecht: Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.7.2008, VII B 12\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerberatungsrecht: Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) durch den Bescheid der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Das FG hat die Voraussetzungen f&uuml;r den Widerruf der Bestellung als Steuerberater als gegeben angesehen, weil &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden sei und er die daraus folgende Vermutung des Verm&ouml;gensverfalls nicht widerlegt habe. Der Hinweis auf eine eventuell im Jahr 2009 in Betracht kommende Restschuldbefreiung reiche insoweit nicht. Der Kl&auml;ger habe auch nicht den Nachweis erbracht, dass in seinem Fall ausnahmsweise eine Gef&auml;hrdung der Interessen der Auftraggeber durch den Verm&ouml;gensverfall ausgeschlossen sei. Vielmehr sei insofern zu seinen Lasten zu ber&uuml;cksichtigen, dass er sich in eigenen steuerlichen Angelegenheiten als unzuverl&auml;ssig erwiesen habe, indem er in der Vergangenheit seinen steuerlichen Erkl&auml;rungspflichten nicht nachgekommen sei und Lohn- und Umsatzsteuer sowie Sozialversicherungsbeitr&auml;ge nicht abgef&uuml;hrt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache, sowie des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Darlegungsanforderungen hinsichtlich des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache wird die Beschwerde nicht gerecht, denn sie bezeichnet keine Rechtsfragen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, die in einem Revisionsverfahren zu kl&auml;ren w&auml;ren, indem sie ausf&uuml;hrt, dass der Strafbefehl gegen den Kl&auml;ger wegen Vorenthaltung von Arbeitnehmerbeitr&auml;gen zur Sozialversicherung zu Unrecht ergangen sei und dass die Erf&uuml;llung eigener steuerlicher Verpflichtungen bei der Pr&uuml;fung der Gef&auml;hrdung von Mandanteninteressen nicht herangezogen werden d&uuml;rfe bzw. dass die Rechtslage insofern &quot;nicht klar geregelt&quot; sei. Es entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats, mit der sich die Beschwerde im Streitfall nicht auseinandersetzt, dass eine konkrete Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen nicht verneint werden kann, wenn festgestellt worden ist, dass der Steuerberater in sonstigen gesch&auml;ftlichen oder auch eigenen Angelegenheiten unzuverl&auml;ssig ist und sich an gesetzliche Vorgaben nicht h&auml;lt; denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Steuerberater unter dem Druck seiner Verm&ouml;genslosigkeit auch Mandanteninteressen unter Missachtung vertraglicher Vereinbarungen verletzt, so gro&szlig;, dass von einer konkreten Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen auszugehen ist. Deshalb ist bei der vorzunehmenden Gesamtabw&auml;gung zu Ungunsten des Steuerberaters insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, wenn er in der Vergangenheit die den Mandanten in Rechnung gestellte Umsatzsteuer oder die vom Entgelt seiner Mitarbeiter einbehaltene Lohnsteuer nicht abgef&uuml;hrt hat (vgl. Senatsurteil vom 4. Dezember 2007 VII R 64\/06, BStBl II 2008, 401, BFH\/NV 2008, 701, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass auch die Gewichtung strafrechtlicher Vorw&uuml;rfe keine Frage grunds&auml;tzlicher Bedeutung ist, sondern dem Tatrichter im Einzelfall obliegt, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Begr&uuml;ndung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Verfahrensm&auml;ngel sind ebenfalls nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Dass und welchen &quot;entscheidungsrelevanten Sachvortrag&quot; das FG unter Hinweis auf die dem Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect; 79b Abs. 1 FGO gesetzte Ausschlussfrist zu Unrecht unber&uuml;cksichtigt gelassen hat, ist weder substantiiert vorgetragen noch ersichtlich. Die Beschwerde bezeichnet keinen konkreten Vortrag des Kl&auml;gers, den das FG wegen der abgelaufenen Ausschlussfrist zur&uuml;ckgewiesen oder nicht ber&uuml;cksichtigt hat. Hierf&uuml;r ist auch in Anbetracht der Entscheidungsgr&uuml;nde des FG-Urteils nichts ersichtlich, da das FG ausgef&uuml;hrt hat, dass es der Kl&auml;ger &#8211;&quot;abgesehen&quot; (u.a. von der ungenutzt verstrichenen Ausschlussfrist)&#8211; nicht vermocht habe, die gesetzlichen Vermutungstatbest&auml;nde des &sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG zu widerlegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit die Beschwerde vortr&auml;gt, dass das FG den Sachverhalt hinsichtlich des Anstellungsverh&auml;ltnisses zwischen dem Kl&auml;ger und der Steuerberatungspraxis h&auml;tte ermitteln k&ouml;nnen und dass es Fragen zur Situation des Kl&auml;gers h&auml;tte stellen m&uuml;ssen, verkennt sie, dass es im Widerrufsverfahren gem&auml;&szlig; &sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG der betroffene Steuerberater ist, der sowohl hinsichtlich der Widerlegung des vermuteten Verm&ouml;gensverfalls als auch der Widerlegung der Vermutung, dass durch den Verm&ouml;gensverfall Interessen der Auftraggeber gef&auml;hrdet sind, darlegungspflichtig ist. Im &Uuml;brigen fehlt es an jeglichem Vorbringen, was der Kl&auml;ger im finanzgerichtlichen Verfahren vorgetragen h&auml;tte, wenn ihm das FG die Fragen, welche die Beschwerde vermisst, gestellt h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.7.2008, VII B 12\/08 Steuerberatungsrecht: Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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