{"id":16105,"date":"2012-12-19T14:46:57","date_gmt":"2012-12-19T12:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16105"},"modified":"2012-12-19T14:46:57","modified_gmt":"2012-12-19T12:46:57","slug":"xi-b-186-07-verfahrensruegen-verstoss-gegen-sachaufklaerungspflicht-verletzung-rechtlichen-gehoers-kumulative-urteilsbegruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-186-07-verfahrensruegen-verstoss-gegen-sachaufklaerungspflicht-verletzung-rechtlichen-gehoers-kumulative-urteilsbegruendung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;186\/07 &#8211; Verfahrensr&uuml;gen: Versto&szlig; gegen Sachaufkl&auml;rungspflicht, Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs, kumulative Urteilsbegr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.12.2008, XI B 186\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensr&uuml;gen: Versto&szlig; gegen Sachaufkl&auml;rungspflicht, Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs, kumulative Urteilsbegr&uuml;ndung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Entgegen der R&uuml;ge der Kl&auml;gerin hat das Finanzgericht (FG) nicht dadurch gegen seine Verpflichtung zur Ermittlung des Sachverhalts versto&szlig;en (&sect; 76 Abs. 1 i.V.m. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), dass es die von der Kl&auml;gerin benannten Herren H., L. und W. nicht als Zeugen vernommen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 373 der Zivilprozessordnung wird der Zeugenbeweis durch die Bezeichnung der Tatsachen angetreten, &uuml;ber welche die Vernehmung der Zeugen stattfinden soll. Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin im Klageverfahren keine entscheidungserheblichen Tatsachen in das Wissen der von ihr benannten Zeugen gestellt. Die Berichterstatterin des FG hatte sie mit Verf&uuml;gung vom 23. M&auml;rz 2006 aufgefordert, &quot;in geeigneter Weise zu belegen, dass sie bereits im Streitjahr 1994 im Besitz einer Rechnung &uuml;ber einen Kaufpreis von 2.000.000 DM war&quot;. Die Kl&auml;gerin hatte zu dieser Aufkl&auml;rungsanordnung in ihrem Schriftsatz vom 11. Mai 2006 nicht substantiiert vorgetragen, wann und auf welche Weise die Rechnung in ihren Besitz gelangt ist. Ihrem Vorbringen war weder zu entnehmen, auf welchem Wege die Rechnung ihr zugegangen ist noch welche Person sie f&uuml;r sie in Empfang genommen hat. Die Kl&auml;gerin hatte vielmehr lediglich Hilfstatsachen mitgeteilt und diese als &quot;Sachverhaltselemente&quot; bezeichnet, aus denen sich nach ihrer Meinung zwanglos habe ableiten lassen, dass die Rechnung ihr &quot;zugegangen sein muss&quot;. Welche Schlussfolgerungen aus bestimmten Tatsachen zu ziehen sind, ist aber eine Frage der Beweisw&uuml;rdigung und damit Aufgabe des Gerichts und nicht Gegenstand einer Beweisaufnahme durch die Einvernahme von Zeugen. Im Streitfall hat das FG im Rahmen seiner dem materiellen Recht zuzurechnenden W&uuml;rdigung die Schlussfolgerung, die die Kl&auml;gerin aus den von ihr mitgeteilten Tatsachen gezogen hat, nicht als &uuml;berzeugend angesehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat die Kl&auml;gerin in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung vorgetragen, dass die umstrittene Rechnung im Juni 1994 von Frau C., einer Buchhalterin als Vertreterin des Verk&auml;ufers, an Herrn W. als ihren, der Kl&auml;gerin, Beauftragten &uuml;bergeben wurde. Es w&auml;re Sache der Kl&auml;gerin gewesen, diesen Sachverhalt aufgrund der Aufkl&auml;rungsverf&uuml;gung der Berichterstatterin bereits im Klageverfahren vorzutragen und unter Beweis zu stellen. Denn wenn das Gericht die Beteiligten zur Erforschung des Sachverhalts heranzieht, haben diese ihre Erkl&auml;rungen &uuml;ber tats&auml;chliche Umst&auml;nde vollst&auml;ndig abzugeben (vgl. &sect; 76 Abs. 1 Satz 3 FGO). Dieses Vollst&auml;ndigkeitsgebot gilt insbesondere dann, wenn die behauptete, aber umstrittene entscheidungserhebliche Tatsache &#8211;wie im Streitfall der Besitz einer Rechnung&#8211; der eigenen Sph&auml;re desjenigen Beteiligten zuzurechnen ist, der sich zu seinen eigenen Gunsten auf sie beruft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG hat das Recht der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) nicht dadurch verletzt, dass es davon Abstand genommen hat, &quot;vor Verk&uuml;ndung des erstinstanzlichen Urteils auf die in den Urteilsgr&uuml;nden ausgedr&uuml;ckten Zweifel hinzuweisen&quot;. Die Verpflichtung des Vorsitzenden, die Streitsache mit den Beteiligten tats&auml;chlich und rechtlich zu er&ouml;rtern (&sect; 93 Abs. 1 FGO), soll sicherstellen, dass die Beteiligten keinen wesentlichen tats&auml;chlichen oder rechtlichen Gesichtspunkt &uuml;bersehen (vgl. z.B Tipke in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 93 FGO Rz 3). Im Streitfall war der Kl&auml;gerin bereits aufgrund der Aufkl&auml;rungsverf&uuml;gung der Berichterstatterin bekannt, dass aus der Sicht des FG die tats&auml;chliche Frage entscheidungserheblich und beweisbed&uuml;rftig war, ob sie, die Kl&auml;gerin, bereits im Streitjahr 1994 im Besitz der Rechnung (&sect; 14 des Umsatzsteuergesetzes 1993 &#8211;UStG&#8211;) war, aus der sie den umstrittenen Vorsteuerabzug (&sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG) geltend gemacht hat. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r und &sect; 93 Abs. 1 FGO verpflichten den Vorsitzenden nicht, in der m&uuml;ndlichen Verhandlung den Beteiligten bereits das Ergebnis mitzuteilen, das erst aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung in der Beratung des Senats gefunden werden soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit die Kl&auml;gerin Zulassungsgr&uuml;nde hinsichtlich der Ausf&uuml;hrungen des FG zur Wirksamkeit der Option (&sect; 9 Abs. 1 UStG) geltend macht, braucht der Senat darauf nicht einzugehen. Denn das FG hat sein Urteil kumulativ auf diesen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt. Im Falle einer kumulativen Urteilsbegr&uuml;ndung, bei der &#8211;wie im Streitfall&#8211; jeder Grund f&uuml;r sich das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, muss hinsichtlich jeder Begr&uuml;ndung ein Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO geltend gemacht werden und vorliegen (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 25. Juni 2008 X B 210\/05, BFH\/NV 2008, 1649). Da die Kl&auml;gerin wegen der Entscheidungsgr&uuml;nde hinsichtlich des Besitzes der Rechnung im Streitjahr 1994 einen Zulassungsgrund nicht mit Erfolg geltend machen konnte, ist nicht mehr entscheidungserheblich, ob wegen der weiteren Begr&uuml;ndung ein Zulassungsgrund vorliegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.12.2008, XI B 186\/07 Verfahrensr&uuml;gen: Versto&szlig; gegen Sachaufkl&auml;rungspflicht, Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs, kumulative Urteilsbegr&uuml;ndung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. Entgegen der R&uuml;ge der Kl&auml;gerin hat das Finanzgericht (FG) nicht dadurch gegen seine Verpflichtung zur Ermittlung des Sachverhalts versto&szlig;en (&sect; 76 Abs. 1 i.V.m. &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-186-07-verfahrensruegen-verstoss-gegen-sachaufklaerungspflicht-verletzung-rechtlichen-gehoers-kumulative-urteilsbegruendung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;186\/07 &#8211; Verfahrensr&uuml;gen: Versto&szlig; gegen Sachaufkl&auml;rungspflicht, Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs, kumulative Urteilsbegr&uuml;ndung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16105\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}