{"id":16140,"date":"2012-12-18T16:01:18","date_gmt":"2012-12-18T14:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16140"},"modified":"2012-12-18T16:01:18","modified_gmt":"2012-12-18T14:01:18","slug":"iv-b-61-08-bekanntgabe-von-feststellungsbescheiden-an-alle-beteiligten-aenderungsbefugnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-61-08-bekanntgabe-von-feststellungsbescheiden-an-alle-beteiligten-aenderungsbefugnis\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;61\/08 &#8211; Bekanntgabe von Feststellungsbescheiden an alle Beteiligten &#8211; &Auml;nderungsbefugnis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2008, IV B 61\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Bekanntgabe von Feststellungsbescheiden an alle Beteiligten &#8211; &Auml;nderungsbefugnis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) &#8211;Herr X&#8211; unterhielt mit dem Beigeladenen (Herrn Y) in der Rechtsform einer GbR ein Maklerb&uuml;ro, das nach dem Ausscheiden von Y (16. August 2000) vom Kl&auml;ger als Einzelunternehmen fortgef&uuml;hrt wurde. Der aufgrund einer Betriebspr&uuml;fung am 20. Februar 2003 ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid 2000, mit dem der Anteil des Kl&auml;gers am laufenden Gewinn erh&ouml;ht und f&uuml;r den Beigeladenen ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 50 000 DM festgestellt wurde, ist Herrn X (Kl&auml;ger) nach &sect; 183 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) einzeln bekannt gegeben worden und diesem gegen&uuml;ber in Bestandskraft erwachsen. Nach den Feststellungen der Vorinstanz scheiterte die Bekanntgabe des &Auml;nderungsbescheids an den Beigeladenen zun&auml;chst. Sie wurde erst im Januar 2004 nachgeholt. Herr Y (Beigeladener) hat daraufhin Einspruch eingelegt und geltend gemacht, dass sowohl sein laufender Gewinnanteil als auch der f&uuml;r ihn festgestellte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn fehlerhaft ermittelt worden sei. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat den Kl&auml;ger zum Einspruchsverfahren hinzugezogen (&sect; 360 Abs. 3 i.V.m. &sect; 352 AO) und aufgrund einer mit dem Beigeladenen erzielten Einigung den Feststellungsbescheid dahin ge&auml;ndert, dass neben dem laufenden Gewinn des Kl&auml;gers auch der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des Beigeladenen aufgrund der bisher unterbliebenen Verrechnung mit dessen Schlusskapitalkonto auf 31 776 DM gemindert wurde. Die Klage, mit der geltend gemacht wurde, dass das FA nicht mehr befugt gewesen sei, den Feststellungsbescheid zu Lasten des Kl&auml;gers zu korrigieren, ist vom Finanzgericht (FG) zwar als zul&auml;ssig angesehen worden, weil der Kl&auml;ger als &Uuml;bernehmer des Unternehmens durch die Minderung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns und die damit verbundene Minderung seines zuk&uuml;nftigen Abschreibungsvolumens beschwert sei. Die Vorinstanz hat die Klage jedoch unter ausf&uuml;hrlicher Er&ouml;rterung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gegen die Nichtzulassung der Revision erhobene Beschwerde des Kl&auml;gers ist unzul&auml;ssig. Sie gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Zulassungsgr&uuml;nde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Behauptung, der Rechtssache komme grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), ist unschl&uuml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Wie vom FG zutreffend erkannt, ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ein Feststellungsbescheid zwar bereits aufgrund der Bekanntgabe an nur einen Beteiligten existent und wird diesem gegen&uuml;ber wirksam (hier: Herr X). Unber&uuml;hrt hiervon bleibt jedoch, dass der Bescheid grunds&auml;tzlich allen betroffenen Gesellschaftern bekannt zu geben ist (hier: Herr Y) und von diesen nach Ma&szlig;gabe der Regelungen des &sect; 352 AO zur Einspruchsbefugnis bis zur Grenze der Verwirkung zeitlich unbeschr&auml;nkt angefochten werden kann (BFH-Urteile vom 7. August 1990 VIII R 257\/84, BFH\/NV 1991, 507; vom 27. April 1993 VIII R 27\/92, BFHE 171, 392, BStBl II 1994, 3). Demgem&auml;&szlig; sind zu einem solchen Rechtsbehelfsverfahren (Einspruchsverfahren) &#8211;angesichts des Erfordernisses einer materiell-rechtlich einheitlichen Entscheidung&#8211; auch die anderen Feststellungsbeteiligten hinzuzuziehen (hier: Herr X) mit der weiteren Folge, dass der Bescheid auch zu ihren Lasten ge&auml;ndert werden kann (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 171, 392, BStBl II 1994, 3; vom 25. November 1987 II R 227\/84, BFHE 152, 10, BStBl II 1988, 410 a.E.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Demnach w&auml;re f&uuml;r eine schl&uuml;ssige Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung zumindest erforderlich gewesen, dass die Beschwerdeschrift sich mit diesen Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen und den hierauf fu&szlig;enden Erw&auml;gungen der Vorinstanz substantiiert auseinandergesetzt h&auml;tte. Hieran fehlt es auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Vortrags, dass es von allgemeinem Interesse sei, ob &quot;Vertrauensschutz besteht und Steuerbescheide nur mithilfe von &Auml;nderungsvorschriften ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen&quot;, weil &#8211;so die Beschwerdeschrift weiter&#8211; nach den Erl&auml;uterungen des FG im Er&ouml;rterungstermin Bestandskraft im Falle einer fehlerhaften Zustellung &quot;nie (eintrete)&quot;. Auch dies ist nicht geeignet, die grunds&auml;tzliche Bedeutung darzulegen, da die Beschwerde insoweit jegliche Ausf&uuml;hrungen dazu vermissen l&auml;sst, in welcher Hinsicht der Streitfall geeignet sein k&ouml;nnte, die &#8211;wie aufgezeigt&#8211; in der Rechtsprechung anerkannte Grenze der Verwirkung des Anfechtungsrechts zu pr&auml;zisieren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2008, IV B 61\/08 Bekanntgabe von Feststellungsbescheiden an alle Beteiligten &#8211; &Auml;nderungsbefugnis Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) &#8211;Herr X&#8211; unterhielt mit dem Beigeladenen (Herrn Y) in der Rechtsform einer GbR ein Maklerb&uuml;ro, das nach dem Ausscheiden von Y (16. 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