{"id":16250,"date":"2012-12-19T14:49:57","date_gmt":"2012-12-19T12:49:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16250"},"modified":"2012-12-19T14:49:57","modified_gmt":"2012-12-19T12:49:57","slug":"vii-r-7-08-rueckforderung-von-mit-steuerschulden-der-organtraegerin-verrechneter-umsatzsteuer-einer-organgesellschaft-ueberweisung-zwischen-finanzaemtern-anspruchsinhaber-is-des-par-37-abs-2-satz-1-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-7-08-rueckforderung-von-mit-steuerschulden-der-organtraegerin-verrechneter-umsatzsteuer-einer-organgesellschaft-ueberweisung-zwischen-finanzaemtern-anspruchsinhaber-is-des-par-37-abs-2-satz-1-ao\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;7\/08 &#8211; R&uuml;ckforderung von mit Steuerschulden der Organtr&auml;gerin verrechneter Umsatzsteuer einer Organgesellschaft &#8211; &Uuml;berweisung zwischen Finanz&auml;mtern &#8211; Anspruchsinhaber i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2008, VII R 7\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckforderung von mit Steuerschulden der Organtr&auml;gerin verrechneter Umsatzsteuer einer Organgesellschaft &#8211; &Uuml;berweisung zwischen Finanz&auml;mtern &#8211; Anspruchsinhaber i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Hat das f&uuml;r die Besteuerung der Organgesellschaft zust&auml;ndige FA den Umsatzsteuererstattungsbetrag nicht an die Organgesellschaft, sondern an das f&uuml;r die Organtr&auml;gerin zust&auml;ndige FA &#8211;zugunsten des Steuerkontos der Organtr&auml;gerin&#8211; &uuml;berwiesen, und ist dieser Betrag dort mit Umsatzsteuerschulden der Organtr&auml;gerin verrechnet worden, so stellt die &Uuml;berweisung des Erstattungsbetrags keine Leistung des f&uuml;r die Organgesellschaft zust&auml;ndigen FA an die Organtr&auml;gerin dar und l&ouml;st folglich auch keinen R&uuml;ckforderungsanspruch dieses FA gegen&uuml;ber der Organtr&auml;gerin aus.<\/p>\n<p>2. Die &Uuml;berweisung eines Geldbetrags von einem FA an ein anderes FA &#8211;zugunsten des Steuerkontos eines dort veranlagten Steuerpflichtigen&#8211; kann nicht wie die Zahlung eines Dritten auf eine fremde Schuld behandelt werden, hat also keine unmittelbare Tilgungswirkung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen Betrag von rd. 272 000 EUR zur&uuml;ckzahlen muss, weil sie diesen Betrag ohne Rechtsgrund von dem FA dadurch erhalten hat, dass das f&uuml;r die umsatzsteuerliche Veranlagung der Kl&auml;gerin zust&auml;ndige Finanzamt (im Folgenden: Veranlagungs-FA) diesen ihm vom FA &uuml;berwiesenen Betrag auf Umsatzsteuerschulden der Kl&auml;gerin angerechnet hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Einzelnen liegt dem Streitverfahren folgender Sachverhalt zugrunde:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat in den Streitjahren 2001 bis 2003 ein Einzelunternehmen betrieben, welches einer bei dem FA umsatzsteuerlich gef&uuml;hrten GmbH, deren Gesellschafterin die Kl&auml;gerin ist, sein Warenlager verkauft und sein Anlageverm&ouml;gen vermietet hat, damit die GmbH damit einen Elektrogro&szlig;handel betreiben kann. Die GmbH hat hier&uuml;ber seit 2001 Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben und Umsatzsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von insgesamt rd. 272 000 EUR an das FA abgef&uuml;hrt. Nach dem Ergebnis einer 2003 bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Betriebspr&uuml;fung besteht jedoch zwischen den Beteiligten Einigkeit, dass eine umsatzsteuerrechtliche Organschaft vorlag und die Ums&auml;tze der GmbH daher der Kl&auml;gerin als Organtr&auml;gerin zuzurechnen sind. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH ist inzwischen das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hat nach Feststellung der Organschaft den vorgenannten Betrag von rd. 272 000 EUR dem f&uuml;r die Kl&auml;gerin zust&auml;ndigen Veranlagungs-FA zugunsten des Steuerkontos der Kl&auml;gerin &uuml;berwiesen. Dies hat das Veranlagungs-FA der Kl&auml;gerin mit Umbuchungsmitteilung vom 7. Januar 2004 (unter Aufteilung des vorgenannten Betrags auf die Umsatzsteuern 2001 bis 2003) mitgeteilt und den dem Steuerkonto der Kl&auml;gerin gutgeschriebenen Betrag auch bei der &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Streitjahre angerechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Insolvenzverwalter hat jedoch der Umbuchung der von der GmbH geleisteten Zahlungen zugunsten der Kl&auml;gerin widersprochen und unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil vom 23. August 2001 VII R 94\/99, BFHE 196, 18, BStBl II 2002, 330) einen Erstattungsanspruch der GmbH geltend gemacht. Das FA hat deshalb im Mai 2005 dem Insolvenzverwalter den Betrag von rd. 272 000 EUR als von der GmbH zu Unrecht geleistete Umsatzsteuer erstattet. Im Zusammenhang damit belastete das Veranlagungs-FA das Umsatzsteuerkonto der Kl&auml;gerin erneut mit dem zuvor zu deren Gunsten verrechneten Betrag von rd. 272 000 EUR, machte dies jedoch alsbald einschlie&szlig;lich des dar&uuml;ber ergangenen Abrechnungsbescheids, der aufgehoben wurde, r&uuml;ckg&auml;ngig (Bescheid des Veranlagungs-FA vom 17. Oktober 2005). Auch in einem erneuten Abrechnungsbescheid vom 30. November 2005 hielt das Veranlagungs-FA an der Verrechnung des vorgenannten Betrags zugunsten der Kl&auml;gerin fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hat jedoch mit dem in diesem Verfahren angefochtenen Bescheid vom 28. September 2005 von der Kl&auml;gerin den Betrag von rd. 272 000 EUR f&uuml;r sich zur&uuml;ckgefordert. Hiergegen richtet sich die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage, die das Finanzgericht (FG) abgewiesen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es urteilte, das FA habe durch &Uuml;berweisung auf das beim Veranlagungs-FA gef&uuml;hrte Steuerkonto der Kl&auml;gerin eine Leistung an die Kl&auml;gerin erbracht; die &Uuml;berweisung habe im Wege der Anrechnung im Rahmen von Umsatzsteuerbescheiden des Veranlagungs-FA zu einer Minderung der Steuerschulden der Kl&auml;gerin gef&uuml;hrt. Die Kl&auml;gerin sei dadurch in &auml;hnlicher Weise bereichert, als wenn die Zahlung unmittelbar an sie erfolgt w&auml;re und sie damit ihre Steuerschulden bei dem Veranlagungs-FA getilgt h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die im Rahmen der Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r die Kl&auml;gerin von dem Veranlagungs-FA erlassenen Anrechnungsverf&uuml;gungen h&auml;tten der Kl&auml;gerin allerdings eine Rechtsposition einger&auml;umt, die ihr nach &sect; 130 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) nicht mehr genommen werden k&ouml;nne. Die Anrechnung von Umsatzsteuer, die die Kl&auml;gerin nie geleistet habe und die sie durch die fehlerhafte &Uuml;berweisung auf das Steuerkonto beim Veranlagungs-FA auf Kosten des FA erlangt habe, sei jedoch ohne Rechtsgrund erfolgt. Denn die von der Organgesellschaft, der GmbH, geleisteten Zahlungen h&auml;tten dieser zugestanden. Deren Abtretung des diesbez&uuml;glichen Erstattungsanspruchs an die Kl&auml;gerin sei aus mehreren Gr&uuml;nden unwirksam, insbesondere deshalb, weil ihr der Insolvenzverwalter widersprochen habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit dem R&uuml;ckforderungsbescheid werde in die Bestandskraft der zu Unrecht erfolgten Anrechnungsverf&uuml;gungen des Veranlagungs-FA nicht eingegriffen, sondern vielmehr der materielle R&uuml;ckgew&auml;hrsanspruch des FA mit einem &#8211;neuen&#8211; Verwaltungsakt durchgesetzt. &sect; 814 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) stehe der R&uuml;ckforderung nicht entgegen; denn diese Vorschrift schlie&szlig;e einen Bereicherungsanspruch nur bei positiver Kenntnis von der fehlenden Zahlungsverpflichtung aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, die im Wesentlichen wie folgt begr&uuml;ndet wird:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei der Abrechnung von Umsatzsteuer handele es sich nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht um schlichte Kassenmitteilungen, sondern um Verwaltungsakte, die nur unter den Voraussetzungen des &sect; 130 Abs. 2 AO berichtigt werden k&ouml;nnten. Die Rechtsprechung des BFH zur Bindungswirkung der Anrechnungsverf&uuml;gung w&auml;re obsolet, wenn, wie das FG meine, Umbuchungen als Zahlungen anzusehen seien und &uuml;ber &sect; 37 Abs. 2 AO kondiziert werden k&ouml;nnten. Es entbehre &uuml;berdies jeglicher Logik, wenn das FG einerseits eine &Auml;nderung der erlassenen Anrechnungsverf&uuml;gungen gem&auml;&szlig; &sect; 130 Abs. 2 AO f&uuml;r ausgeschlossen halte, andererseits aber einen R&uuml;ckforderungsanspruch des FA bejahe. Denn Anrechnungsverf&uuml;gungen des f&uuml;r die Kl&auml;gerin zust&auml;ndigen Veranlagungs-FA, die regelten, dass die festgesetzte Steuerschuld der Kl&auml;gerin durch Zahlung erloschen ist, k&ouml;nnten keinen Erstattungsanspruch bei anderen Finanzbeh&ouml;rden ausl&ouml;sen, auf deren Kosten die Anrechnung zu erfolgen hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner fehle es jedenfalls an einer Zahlung des FA an die Kl&auml;gerin. Diese liege zwar in der erstmaligen Anrechnung der Steuerzahlungen der GmbH durch Umbuchung im Januar 2004. Infolge der R&uuml;ckbuchung im M&auml;rz 2005 habe das FA diese Betr&auml;ge jedoch zur&uuml;ckerhalten. Wenn man in der erneuten &Uuml;berweisung des FA auf das Steuerkonto der Kl&auml;gerin bei deren Veranlagungs-FA im Juli 2005 eine erneute Leistung sehe, stehe deren Kondizierung jedenfalls &sect; 814 BGB entgegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA tr&auml;gt vor, ihm stehe ein R&uuml;ckforderungsanspruch gegen die Kl&auml;gerin zu, weil aus seinen Mitteln rechtsgrundlos an die Kl&auml;gerin von der Organgesellschaft gezahlte Umsatzsteuer erstattet worden sei. Das FA greife damit nicht in die Bestandskraft des Abrechnungsbescheids &uuml;ber die Umsatzsteuer 2001 bis 2003 ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die zul&auml;ssige Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, des R&uuml;ckforderungsbescheids und der Einspruchsentscheidung des FA (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das angefochtene Urteil verletzt Bundesrecht (&sect; 118 Abs. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Als Rechtsgrundlage f&uuml;r den angefochtenen Bescheid kommt nur &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO in Betracht. Nach dieser Vorschrift hat derjenige, auf dessen Rechnung eine Steuerr&uuml;ckzahlung bewirkt worden ist, gegen&uuml;ber dem Leistungsempf&auml;nger einen Anspruch auf Erstattung des zur&uuml;ckgezahlten Betrags, wenn ohne rechtlichen Grund zur&uuml;ckgezahlt worden ist. Der Anspruch ist die Umkehrung des ohne rechtlichen Grund erf&uuml;llten Steuerr&uuml;ckzahlungsanspruchs. Er steht nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nicht demjenigen zu, von dem oder auf dessen Kosten die Zahlung erfolgt ist, sondern demjenigen, auf dessen Rechnung dies geschehen ist. Das ist grunds&auml;tzlich derjenige, gegen den sich der vermeintliche Zahlungsanspruch richtete, der also materiell-rechtlich zur R&uuml;ckzahlung verpflichtet war, ungeachtet dessen, durch welche Zahlstelle er dieser vermeintlichen Verpflichtung nachgekommen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dementsprechend fehlt es im Streitfall an einer Zahlung des beklagten FA an die Kl&auml;gerin nicht nur deshalb, weil ein tats&auml;chlicher &quot;Zahlungs&quot;-Vorgang insofern nicht feststellbar ist, wie das FG mit Recht bemerkt hat, welches Hindernis allerdings unter Umst&auml;nden nach den Grunds&auml;tzen der sog. Durchgriffskondiktion &uuml;berwunden werden k&ouml;nnte, sondern vor allem deshalb, weil der vermeintliche Steuererstattungsanspruch der Kl&auml;gerin sich nicht gegen das beklagte FA, sondern gegen das Land Berlin bzw. die Bundesrepublik Deutschland richtete. Das FA ist als Beh&ouml;rde lediglich ein Organ des Landes, welches die Umsatzsteuer verwaltet und nach n&auml;herer Ma&szlig;gabe des Art. 106 Abs. 3 des Grundgesetzes und des dazu ergangenen Ausf&uuml;hrungsgesetzes Schuldner des dem Land zustehenden Teils einer etwaigen, von der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzufordernden Umsatzsteuererstattungszahlung ist. Das zeigt z.B. &sect; 226 Abs. 4 AO, der nicht etwa einzelne Beh&ouml;rden, sondern K&ouml;rperschaften als Gl&auml;ubiger und Schuldner steuerlicher Anspr&uuml;che anspricht. Deshalb kann die &quot;&Uuml;berweisung&quot; eines FA an ein anderes FA derselben K&ouml;rperschaft nicht als eine Zahlung zu Gunsten eines &#8211;wie auch immer infolge derselben wirtschaftlich beg&uuml;nstigten&#8211; Steuerpflichtigen oder als eine kondizierbare &quot;Leistung&quot; diesem gegen&uuml;ber angesehen werden. Sie stellt vielmehr eine verwaltungsinterne Ma&szlig;nahme dar, die gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen in dem zu diesem bestehenden Steuerrechtsverh&auml;ltnis keine Rechtswirkung zeitigt, genauso wenig wie es z.B. bei einer Umbuchung zwischen zwei von demselben Finanzamt gef&uuml;hrten Steuerkonten der Fall w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach den Feststellungen des FG vom FA gegen&uuml;ber dem Veranlagungs-FA vorgenommene &quot;&Uuml;berweisung&quot; des Steuerbetrags, welcher der Kl&auml;gerin erstattet werden sollte, ist also nicht wie die Zahlung eines Dritten auf eine fremde Schuld zu behandeln, welche infolge jener Tilgungsbestimmung die Schuld (hier: die vom Veranlagungs-FA verwaltete Steuerschuld der Kl&auml;gerin) zum Erl&ouml;schen br&auml;chte und unter Umst&auml;nden einen Bereicherungsanspruch gegen&uuml;ber demjenigen zur Folge haben k&ouml;nnte, dessen Schuld die Zahlung des Dritten tilgen sollte. Kl&auml;gerin, FA und Veranlagungs-FA formen, soweit es den Streitfall angeht, kein Dreieck selbst&auml;ndiger Rechtssubjekte mit je eigenst&auml;ndigen Rechtsbeziehungen untereinander, sondern der Umsatzsteuererstattungsanspruch ist der Kl&auml;gerin (vermeintlich) im Rahmen des zu ihr bestehenden Umsatzsteuerschuldverh&auml;ltnisses aufgrund des Organschaftsverh&auml;ltnisses zu der GmbH (Organgesellschaft) erwachsen. Dementsprechend ist dieser Anspruch vom FA auch nicht etwa durch eine Erstattungszahlung befriedigt worden, sondern das FA hat die Befriedigung dem f&uuml;r das Umsatzsteuerrechtsverh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin zust&auml;ndigen Veranlagungs-FA &uuml;berlassen, welches dann die erforderlichen Entscheidungen und sonstigen Rechtsakte (wie etwa eine Aufrechnungserkl&auml;rung) erlassen hat. Auch das Veranlagungs-FA hat offenbar der &quot;&Uuml;berweisung&quot; des FA keine solche, unmittelbar aufgrund einer Tilgungsbestimmung des FA eintretende Tilgungswirkung beigemessen, sondern eine &quot;Umbuchungsmitteilung&quot; f&uuml;r erforderlich gehalten, also durch einen von ihm als dem f&uuml;r Regelungen im Umsatzsteuerschuldverh&auml;ltnis zu der Kl&auml;gerin zust&auml;ndigen FA vorgenommenen Rechtsakt die dem (vermeintlichen) Erstattungsanspruch der Kl&auml;gerin entsprechende Steuerschuld zum Erl&ouml;schen bringen wollen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erst der Erkl&auml;rung, die fragliche Umsatzsteuerr&uuml;ckzahlung werde mit den Umsatzsteuerschulden der Kl&auml;gerin verrechnet, wohnt also eine Rechtswirkung in dem zu der Kl&auml;gerin bestehenden Steuerschuldverh&auml;ltnis inne. Diese Erkl&auml;rung, die als wirksame Aufrechnungserkl&auml;rung zu verstehen ist, welche wirksam abzugeben das Veranlagungs-FA, was die Gegenforderung angeht, gem&auml;&szlig; &sect; 226 Abs. 4 AO in der Lage war &#8211;und zwar ungeachtet der erw&auml;hnten vorherigen &quot;&Uuml;berweisung&quot; des FA&#8211;, sowie die darauf fu&szlig;enden, gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin erlassenen Anrechnungsverf&uuml;gungen und Abrechnungsbescheide sind indes keine Rechtsakte des beklagten FA und folglich nicht Gegenstand dieses Verfahrens und der von dem erkennenden Senat zu treffenden Entscheidung. Diese muss deshalb darauf beschr&auml;nkt sein, den angefochtenen R&uuml;ckforderungsbescheid aufzuheben, weil dieser rechtswidrig ist und die Kl&auml;gerin in ihren Rechten verletzt (&sect; 100 Abs. 1 Satz 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob das Veranlagungs-FA das dem materiellen Recht widersprechende steuerliche Ergebnis, dass der strittige, von der Organgesellschaft (nach Aufhebung der entsprechenden Voranmeldungen rechtsgrundlos) gezahlte Betrag von rd. 272 000 EUR sowohl der Organgesellschaft (n&auml;mlich an die Insolvenzmasse) erstattet als auch zu einer Minderung der Steuerschuld der Kl&auml;gerin (Organtr&auml;gerin) verwandt worden ist, korrigieren kann, oder ob dem unbeschadet der mangels Bestehens der Hauptforderung unwirksamen Aufrechnungserkl&auml;rung des Veranlagungs-FA die Bestandskraft der von ihm erlassenen Anrechnungsverf&uuml;gungen und Abrechnungsbescheide oder unter Umst&auml;nden &sect; 228 AO entgegensteht, ist daher nicht zu entscheiden (zur begrenzten Bestandskraftwirkung von Anrechnungsverf&uuml;gungen vgl. Beschluss des Senats vom 13. Januar 2005 VII B 147\/04, BFHE 208, 404, BStBl II 2005, 457).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2008, VII R 7\/08 R&uuml;ckforderung von mit Steuerschulden der Organtr&auml;gerin verrechneter Umsatzsteuer einer Organgesellschaft &#8211; &Uuml;berweisung zwischen Finanz&auml;mtern &#8211; Anspruchsinhaber i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO Leits&auml;tze 1. Hat das f&uuml;r die Besteuerung der Organgesellschaft zust&auml;ndige FA den Umsatzsteuererstattungsbetrag nicht an die Organgesellschaft, sondern an das f&uuml;r die Organtr&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-7-08-rueckforderung-von-mit-steuerschulden-der-organtraegerin-verrechneter-umsatzsteuer-einer-organgesellschaft-ueberweisung-zwischen-finanzaemtern-anspruchsinhaber-is-des-par-37-abs-2-satz-1-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;7\/08 &#8211; R&uuml;ckforderung von mit Steuerschulden der Organtr&auml;gerin verrechneter Umsatzsteuer einer Organgesellschaft &#8211; &Uuml;berweisung zwischen Finanz&auml;mtern &#8211; Anspruchsinhaber i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16250"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16250\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}