{"id":16282,"date":"2012-12-19T14:33:18","date_gmt":"2012-12-19T12:33:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16282"},"modified":"2012-12-19T14:33:18","modified_gmt":"2012-12-19T12:33:18","slug":"vii-b-10-08-anforderungen-an-eine-ordnungsgemaesse-rechtsmittelbelehrung-keine-gerichtliche-pruefung-eines-bestandskraeftigen-verwaltungsaktes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-10-08-anforderungen-an-eine-ordnungsgemaesse-rechtsmittelbelehrung-keine-gerichtliche-pruefung-eines-bestandskraeftigen-verwaltungsaktes\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;10\/08 &#8211; Anforderungen an eine &quot;ordnungsgem&auml;&szlig;e&quot; Rechtsmittelbelehrung &#8211; Keine gerichtliche Pr&uuml;fung eines bestandskr&auml;ftigen Verwaltungsaktes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.11.2008, VII B 10\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an eine &quot;ordnungsgem&auml;&szlig;e&quot; Rechtsmittelbelehrung &#8211; Keine gerichtliche Pr&uuml;fung eines bestandskr&auml;ftigen Verwaltungsaktes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) m&ouml;chte als Steuerbevollm&auml;chtigte bestellt werden. Eine erste von ihr deshalb erhobene Klage ist 1997 als unzul&auml;ssig abgewiesen worden; das Urteil ist rechtskr&auml;ftig. Auch das Bem&uuml;hen der Kl&auml;gerin um Bestellung als Steuerberaterin ist erfolglos geblieben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben an die Beklagte und Beschwerdegegnerin (die Landesfinanzdirektion) vom 29. Dezember 1999 hat die Kl&auml;gerin erneut die endg&uuml;ltige Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte beantragt. Hierauf ist das Schreiben der Landesfinanzdirektion vom 26. Juni 2000 ergangen, das Gegenstand dieses Verfahrens ist. In ihm hei&szlig;t es unter 1., die Landesfinanzdirektion verm&ouml;ge dem wiederholten Antrag auf endg&uuml;ltige Bestellung der Kl&auml;gerin als Steuerbevollm&auml;chtigte nicht zu entsprechen. Ihr Antrag sei abzulehnen. Hier ist die Rechtsbehelfsbelehrung angef&uuml;gt, die Ablehnung der endg&uuml;ltigen Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte k&ouml;nne mit dem Einspruch angefochten werden. Unter 2. dieses Schreibens hat die Landesfinanzdirektion einen von der Kl&auml;gerin als Beschwerde bezeichneten Rechtsbehelf gegen die in einem Schreiben der Landesfinanzdirektion vom 15. November 1999 enthaltene Mitteilung, ihre Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte sei erloschen, als unzul&auml;ssig verworfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wegen dieser beiden Schreiben hat die Kl&auml;gerin Klage erhoben, die das Finanzgericht (FG) abgewiesen hat. Es urteilte, soweit sich die Klage gegen das Schreiben vom 15. November 1999 richte, sei die Klage unbegr&uuml;ndet, weil dieses Schreiben keinen Verwaltungsakt enthalte und die von der Landesfinanzdirektion zu Recht als Einspruch gedeutete Beschwerde der Kl&auml;gerin daher zutreffend als unzul&auml;ssig verworfen worden sei. Die Klage gegen das Schreiben vom 26. Juni 2000 sei unzul&auml;ssig, und zwar u.a. deshalb, weil gegen die dort ausgesprochene Ablehnung des Antrags auf Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte nicht binnen Monatsfrist Einspruch erhoben worden sei, welche Frist durch die dem Schreiben beigef&uuml;gte ordnungsgem&auml;&szlig;e Rechtsmittelbelehrung in Lauf gesetzt worden sei. &Uuml;berdies habe die Kl&auml;gerin keinen Anspruch auf Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen die Nichtzulassung der Revision in diesem Urteil richtet sich die Beschwerde der Kl&auml;gerin, mit der Verfahrensfehler geltend gemacht werden und vorgetragen wird, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde (&sect; 116 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist unbegr&uuml;ndet. Die Revision ist nicht zuzulassen. Das Urteil ist verfahrensfehlerfrei zustande gekommen und die Rechtssache hat auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG hat die Klage gegen die im Schreiben der Landesfinanzdirektion vom 26. Juni 2000 unter Ziffer 1. enthaltene Ablehnung des Antrags auf Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte zu Recht abgewiesen und dadurch, anders als die Beschwerde meint, keinen Verfahrensfehler begangen. Wie das FG eingehend und zutreffend dargelegt hat, enth&auml;lt das Schreiben eine klare und eindeutige Rechtsmittelbelehrung, durch die die Einspruchsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 55 FGO in Lauf gesetzt worden ist. Der beschlie&szlig;ende Senat kann davon absehen, auf die insoweit neben der Sache liegenden Angriffe der Beschwerde gegen die W&uuml;rdigung des FG n&auml;her einzugehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Wenn der Einspruch gegen die Ablehnung der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte verfristet war, musste die Klage &#8211;wie geschehen&#8211; abgewiesen werden, ohne dass es darauf ankommt, ob ihrem Erfolg &uuml;berdies die rechtskr&auml;ftige Abweisung der ersten von der Kl&auml;gerin wegen ihrer Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte erhobene Klage entgegengestanden h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Soweit die Beschwerde meint, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung im Hinblick auf die Frage, ob durch die dem Schreiben vom 26. Juni 2000 beigef&uuml;gte Rechtsbehelfsbelehrung die Klagefrist &uuml;berhaupt in Gang gesetzt worden ist, fehlt es jedenfalls an ausreichenden Darlegungen zu dem Revisionszulassungsgrund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Denn daf&uuml;r w&auml;re es erforderlich, einen konkreten Rechtssatz herauszuarbeiten, der vom Bundesfinanzhof (BFH) in dem angestrebten Revisionsverfahren aufgestellt oder jedenfalls gepr&uuml;ft werden k&ouml;nnte. Diesem Erfordernis gen&uuml;gt es nicht, wenn die Beschwerde meint, es sollten die Anforderungen an eine &quot;ordnungsgem&auml;&szlig;e&quot; Rechtsbehelfsbelehrung gekl&auml;rt werden; denn die Frage, was von einer Rechtsmittelbelehrung zu verlangen ist, ist, abgesehen davon, dass ihre Beantwortung im Wesentlichen von den konkreten Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt, so allgemein, dass aus ihr nicht entnommen werden kann, in welcher Hinsicht in dem angestrebten Revisionsverfahren eine rechtsgrunds&auml;tzliche Kl&auml;rung durch Pr&uuml;fung eines solchen konkreten Rechtssatzes herbeigef&uuml;hrt werden k&ouml;nnte. Das Vorbringen der Beschwerde in diesem Zusammenhang zeigt vielmehr, dass sie in Wahrheit nicht eine rechtsgrunds&auml;tzliche Kl&auml;rung der Anforderungen an eine Rechtsbehelfsbelehrung anstrebt, sondern lediglich die vom FG im Streitfall vorgenommene W&uuml;rdigung f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt, die der Kl&auml;gerin erteilte Rechtsmittelbelehrung entspreche den Anforderungen des Gesetzes. Das w&uuml;rde jedoch der Rechtssache, selbst wenn die diesbez&uuml;gliche Auffassung der Kl&auml;gerin zutr&auml;fe, keine grunds&auml;tzliche Bedeutung verleihen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Revision kann auch nicht deshalb zugelassen werden, weil die Ausf&uuml;hrungen des FG zum Fehlen eines Anspruchs der Kl&auml;gerin auf Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte zu rechtsgrunds&auml;tzlich bedeutsamen Fragen f&uuml;hrten oder Verfahrensm&auml;ngel erkennen lie&szlig;en. Ist n&auml;mlich eine Klage &#8211;wie im Streitfall&#8211; abzuweisen, weil der angefochtene Verwaltungsakt bestandskr&auml;ftig geworden ist, so braucht das Gericht nicht zu pr&uuml;fen, ob dieser rechtm&auml;&szlig;ig ist; es hat sich vielmehr grunds&auml;tzlich jeder Bewertung der angegriffenen Entscheidung der Beh&ouml;rde zu enthalten. Deshalb k&ouml;nnte unbeschadet der materiell-rechtlichen Ausf&uuml;hrungen des angefochtenen Urteils von dem angestrebten Revisionsverfahren eine Kl&auml;rung in diesem Zusammenhang m&ouml;glicherweise aufzuwerfender Rechtsfragen nicht erwartet werden, weil der BFH die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckweisen m&uuml;sste, da die Klage gegen die Ablehnung der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte mangels eines rechtzeitig erhobenen Einspruchs (&sect; 44 FGO) abgewiesen werden musste.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Soweit das FG die Klage wegen des Schreibens der Landesfinanzdirektion vom 15. November 1999 abgewiesen hat, richtet sich die Beschwerde auch hiergegen, nachdem die Beschwerdeschrift, die von dem sachkundigen Vertreter der Kl&auml;gerin abgefasst worden ist, eine diesbez&uuml;gliche Einschr&auml;nkung nicht enth&auml;lt und von einem Rechtsanwalt eine pr&auml;zise Fassung des Prozessbegehrens erwartet werden kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die Beschwerde insoweit indes weder einen Revisionszulassungsgrund (&sect; 115 Abs. 2 FGO) vortr&auml;gt noch auch nur sonst auf diesen Teil des Klagebegehrens eingeht, kann die Revision auch insoweit nicht zugelassen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.11.2008, VII B 10\/08 Anforderungen an eine &quot;ordnungsgem&auml;&szlig;e&quot; Rechtsmittelbelehrung &#8211; Keine gerichtliche Pr&uuml;fung eines bestandskr&auml;ftigen Verwaltungsaktes Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) m&ouml;chte als Steuerbevollm&auml;chtigte bestellt werden. Eine erste von ihr deshalb erhobene Klage ist 1997 als unzul&auml;ssig abgewiesen worden; das Urteil ist rechtskr&auml;ftig. 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