{"id":16284,"date":"2012-12-19T14:45:58","date_gmt":"2012-12-19T12:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16284"},"modified":"2012-12-19T14:45:58","modified_gmt":"2012-12-19T12:45:58","slug":"iv-b-20-08-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtssache-abgrenzung-zwischen-erhaltungsaufwand-und-nachtraeglichen-herstellungskosten-einbau-eines-treppenlifts-in-eine-zweigeschossige-woh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-20-08-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtssache-abgrenzung-zwischen-erhaltungsaufwand-und-nachtraeglichen-herstellungskosten-einbau-eines-treppenlifts-in-eine-zweigeschossige-woh\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;20\/08 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Abgrenzung zwischen Erhaltungsaufwand und nachtr&auml;glichen Herstellungskosten &#8211; Einbau eines Treppenlifts in eine zweigeschossige Wohnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, IV B 20\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Abgrenzung zwischen Erhaltungsaufwand und nachtr&auml;glichen Herstellungskosten &#8211; Einbau eines Treppenlifts in eine zweigeschossige Wohnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist Gesamtrechtsnachfolgerin des V, der &#8230; 2007 verstorben ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                V erzielte im Streitjahr (1998) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Zu den Eink&uuml;nften geh&ouml;rte bis zum Ablauf des 31. Dezember 1998 auch der Nutzungswert der zweigeschossigen Wohnung, die V mit seiner am &#8230; Dezember 1998 verstorbenen Ehefrau gemeinsam bewohnte (sog. gro&szlig;e &Uuml;bergangsregelung, &sect; 52 Abs. 15 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG a.F.&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Zeit vom 1. Juli 1998 bis 31. Dezember 1998 hat V einen Treppenlift in die Wohnung einbauen lassen. Die daf&uuml;r get&auml;tigten Aufwendungen in H&ouml;he von 26 430 DM hat er als Erhaltungsaufwendungen im Wirtschaftsjahr 1998\/99 in vollem Umfang gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die Aufwendungen in vollem Umfang nicht als Betriebsausgaben an, da es sich weder um Herstellungskosten noch um Erhaltungsaufwendungen des Geb&auml;udes, sondern um ein medizinisches Hilfsmittel und damit ein gesondertes Wirtschaftsgut handele.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) verneinte den Abzug der Aufwendungen f&uuml;r den Treppenlift bei den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft, da er in keinem Zusammenhang mit dem Nutzungswert der Wohnung stehe. Der Nutzungswert werde durch den Einbau nicht ber&uuml;hrt, da die beiden Etagen der Wohnung bereits zuvor mit einer Treppe miteinander verbunden gewesen seien. Der fehlende Zusammenhang mit dem Nutzungswert werde auch daran deutlich, dass der Treppenlift mit dem Geb&auml;ude nicht in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang stehe. Es handele sich vielmehr um ein selbst&auml;ndiges Wirtschaftsgut, welches steuerlich ein gesondert zu bewertendes medizinisches Hilfsmittel darstelle. Der Treppenlift werde vom Wohnungsinhaber aus lediglich in seiner Person liegenden Gr&uuml;nden zur allgemeinen Steigerung des Lebensstandards genutzt. Im Vordergrund stehe der Komfort des Nutzers und nicht der Zusammenhang mit der Nutzung des Geb&auml;udes an sich. Angesichts dessen komme es nicht darauf an, ob der Einbau des Treppenlifts als Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand zu qualifizieren sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen die Nichtzulassung der Revision richtet sich die von der Kl&auml;gerin als Rechtsnachfolgerin des V eingelegte Beschwerde, die auf die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache gest&uuml;tzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Von grunds&auml;tzlicher Bedeutung seien die Rechtsfragen, ob der Treppensitzlift trotz der vorgreiflichen Rechtsprechung der Sozialgerichte und der Praxis der Sozialversicherungstr&auml;ger ein medizinisches Hilfsmittel darstelle, und soweit dies verneint werde, ob der Treppenlift ein aktivierungspflichtiges Wirtschaftsgut sei oder Geb&auml;udeerhaltungsaufwand vorliege.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist teilweise unzul&auml;ssig und im &Uuml;brigen unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird eine Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision auf die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache gest&uuml;tzt (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), so setzt die Darlegung dieses Revisionszulassungsgrundes schl&uuml;ssige Ausf&uuml;hrungen dazu voraus, dass die angefochtene Entscheidung auf einer Rechtsfrage beruht, deren Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu ist eine konkrete Rechtsfrage zu formulieren. Deren Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit muss substantiiert und konkret dargetan werden (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15. Juni 2005 IV B 28\/05, BFH\/NV 2005, 2008, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerde nicht. Die Kl&auml;gerin hat eine hinreichend konkretisierte abstrakte Rechtsfrage, deren Beantwortung f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles rechtserheblich sein k&ouml;nnte, nicht herausgearbeitet. Bez&uuml;glich der von ihr f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltenen Frage, ob der Treppenlift ein medizinisches Hilfsmittel darstelle, fehlt es bereits an der substantiierten Darlegung, inwieweit der Entscheidung dieser Rechtsfrage Bedeutung &uuml;ber den vorliegenden Einzelfall hinaus zukommt. Allein mit dem Vorbringen, der BFH habe &uuml;ber einen vergleichbaren Sachverhalt noch nicht entschieden, wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht dargelegt (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 34). Zudem fehlt es an der Darlegung, inwieweit die sozialrechtliche Klassifizierung der medizinischen Hilfsmittel durch die Sozialversicherungstr&auml;ger und die Rechtsprechung der Sozialgerichte f&uuml;r die steuerrechtliche Beurteilung der Frage vorgreiflich sein k&ouml;nnte, ob die f&uuml;r den Treppenlift get&auml;tigten Aufwendungen durch die Einkunftserzielung (hier durch die Nutzungswertbesteuerung der selbstgenutzten Wohnung) veranlasst worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ausf&uuml;hrungen der Beschwerde ersch&ouml;pfen sich vielmehr in der Darlegung der von der Vorentscheidung abweichenden Rechtsansicht der Kl&auml;gerin und lassen nur deren Interesse an einer anderen Entscheidung ihres Einzelfalls erkennbar werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von der Beschwerde aufgeworfene Rechtsfrage, ob der Treppenlift, so er nicht als selbst&auml;ndiges Wirtschaftsgut (medizinisches Hilfsmittel) zu beurteilen sei, ein aktivierungspflichtiges Wirtschaftsgut sei oder Geb&auml;udeerhaltungsaufwand vorliege, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Welche Aufwendungen als (Geb&auml;ude-)Erhaltungsaufwand anzusehen sind, ist durch die Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt. Gesichtspunkte, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen k&ouml;nnten, sind nicht erkennbar (vgl. dazu: BFH-Beschluss vom 3. April 2008 I B 77\/07, BFH\/NV 2008, 1445).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erhaltungsaufwand setzt begrifflich voraus, dass etwas bereits Bestehendes instand gesetzt oder instand gehalten wird. Demgegen&uuml;ber sind &#8211;nachtr&auml;gliche&#8211; Herstellungskosten gegeben, wenn nach Fertigstellung Bestandteile in das Geb&auml;ude eingef&uuml;gt werden, die bisher nicht vorhanden waren. Ist dies der Fall, so kommt es f&uuml;r die Annahme von Herstellungskosten nicht darauf an, ob dadurch das Geb&auml;ude wesentlich in seiner Substanz vermehrt, in seinem Wesen ver&auml;ndert oder &uuml;ber seinen bisherigen Zustand hinaus erheblich verbessert wird. Die Beurteilung, ob etwas Neues geschaffen wurde, richtet sich nach der Funktion des eingef&uuml;gten Bestandteils f&uuml;r das Geb&auml;ude. Hatte das Geb&auml;ude vor der Ma&szlig;nahme keine Bestandteile mit vergleichbarer Funktion, die durch die Ma&szlig;nahme erneuert oder ersetzt wurden, so sind die Aufwendungen f&uuml;r die Ma&szlig;nahme grunds&auml;tzlich keine Erhaltungs-, sondern nachtr&auml;gliche Herstellungskosten (BFH-Urteile vom 16. Februar 1993 IX R 85\/88, BFHE 170, 547, BStBl II 1993, 544, und grundlegend vom 29. August 1989 IX R 176\/84, BFHE 159, 303, BStBl II 1990, 430, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einbau eines Treppenlifts w&uuml;rde daher, so er nicht als selbst&auml;ndiges Wirtschaftsgut anzusehen und schon aus diesem Grund Herstellungsaufwand anzunehmen w&auml;re, jedenfalls zu nachtr&auml;glichen Herstellungskosten des Geb&auml;udes f&uuml;hren, da in der Wohnung ein Bestandteil mit vergleichbarer Funktion vorher nicht vorhanden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2008, IV B 20\/08 Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache &#8211; Abgrenzung zwischen Erhaltungsaufwand und nachtr&auml;glichen Herstellungskosten &#8211; Einbau eines Treppenlifts in eine zweigeschossige Wohnung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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