{"id":16353,"date":"2012-12-18T16:23:21","date_gmt":"2012-12-18T14:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16353"},"modified":"2012-12-18T16:23:21","modified_gmt":"2012-12-18T14:23:21","slug":"x-b-228-07-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtsfrage-annahme-einer-greifbar-gesetzwidrigen-entscheidung-hoehe-der-einkuenfte-als-tatsache-is","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-228-07-begruendung-der-nichtzulassungsbeschwerde-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtsfrage-annahme-einer-greifbar-gesetzwidrigen-entscheidung-hoehe-der-einkuenfte-als-tatsache-is\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;228\/07 &#8211; Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Annahme einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung &#8211; H&ouml;he der Eink&uuml;nfte als Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO &#8211; Verwertung sp&auml;ter bekanntgewordener Tatsachen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.10.2008, X B 228\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Annahme einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung &#8211; H&ouml;he der Eink&uuml;nfte als Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO &#8211; Verwertung sp&auml;ter bekanntgewordener Tatsachen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) haben die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gebotenen Weise dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Kl&auml;ger sind der Ansicht, es bed&uuml;rfe der &quot;Kl&auml;rung, weil es das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt, in welchen F&auml;llen abstrakt der Begriff der Tatsache in &sect; 173 AO mit die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte umfasst&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Mit ihrem Vorbringen machen die Kl&auml;ger geltend, der Rechtssache komme eine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zu. Schl&uuml;ssig und substantiiert dargelegt ist dieser Zulassungsgrund dann, wenn der Beschwerdef&uuml;hrer konkret darauf eingeht, inwieweit die aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden sie umstritten ist. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger ist diese Anforderung nicht schon durch den Hinweis erf&uuml;llt, der Bundesfinanzhof (BFH) habe sich zu der von ihnen aufgeworfenen Frage noch nicht grunds&auml;tzlich ge&auml;u&szlig;ert (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 34). Ebenso wenig wird diese Anforderung durch die &Uuml;berlegung der Kl&auml;ger erf&uuml;llt, weil &sect; 173 der Abgabenordnung (AO) im Spannungsfeld zwischen Rechtssicherheit einerseits und materieller Rechtsrichtigkeit andererseits liege und es sich dabei um rechtsstaatliche Grunds&auml;tze handele, seien Zweifel bei der Auslegung und Anwendung der Vorschrift stets von grunds&auml;tzlicher Bedeutung und infolgedessen kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Die Kl&auml;ger lassen au&szlig;er Acht, dass Rechtsprechung und Schrifttum sich bereits umfangreich zur Anwendung des &sect; 173 Abs. 1 AO ge&auml;u&szlig;ert haben. Erforderlich ist, dass sich der Beschwerdef&uuml;hrer damit auseinandersetzt und substantiiert darlegt, weshalb die bisherige Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt hat (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 32 und 33, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Kl&auml;ger h&auml;tten sich also au&szlig;er mit dem von ihnen aufgegriffenen Urteil des BFH vom 1. Oktober 1993 III R 58\/92 (BFHE 172, 397, BStBl II 1994, 346) z.B. mit dem BFH-Urteil vom 8. Dezember 1998 IX R 14\/97 (BFH\/NV 1999, 743) befassen m&uuml;ssen. Diesen Entscheidungen ist zu entnehmen, dass zu dem Lebenssachverhalt, der eine Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO ausmacht, auch die H&ouml;he der durch den Vorgang angefallenen Eink&uuml;nfte geh&ouml;ren kann, so dass die Angabe der Einkunftsart oder der Erwerbsgrundlage allein den Lebenssachverhalt nicht ersch&ouml;pfend wiedergibt. Die Kl&auml;ger h&auml;tten sich ebenso mit der Aussage des BFH im Urteil vom 11. Juli 1978 VIII R 120\/75 (BFHE 125, 488, BStBl II 1979, 57) befassen m&uuml;ssen, dass bei m&ouml;glicherweise noch unklaren, aber derzeit nicht weiter aufkl&auml;rbaren tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen ein Steuerpflichtiger aus dem Ergehen eines endg&uuml;ltigen Bescheides nicht schlie&szlig;en d&uuml;rfe, das Finanzamt (FA) werde sp&auml;ter bekanntwerdende Tatsachen nicht verwerten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Kl&auml;ger verlangen die Zulassung der Revision mit der Behauptung, die Entscheidungsgr&uuml;nde des angefochtenen Urteils seien greifbar gesetzwidrig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zwar ist anerkannt, dass eine Entscheidung des BFH zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO erforderlich sein kann, wenn ein Urteil an gravierenden Rechtsanwendungsfehlern leidet und deshalb greifbar gesetzwidrig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Annahme einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung muss jedoch auf au&szlig;ergew&ouml;hnliche Fallgestaltungen beschr&auml;nkt bleiben (Senatsbeschluss vom 22. Oktober 1998 X B 163\/98, BFH\/NV 1999, 504). So kann eine greifbare Gesetzwidrigkeit bejaht werden, wenn eine Entscheidung jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt, auf einer Gesetzesauslegung beruht, die offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widerspricht und die eine Gesetzesanwendung zur Folge hat, die durch das Gesetz ersichtlich ausgeschlossen werden sollte (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. M&auml;rz 2001 III B 119\/00, BFH\/NV 2001, 1036, und vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116), oder wenn das Finanzgericht (FG) eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen oder eine solche Vorschrift v&ouml;llig unvertretbar ausgelegt hat. Nach Auffassung des beschlie&szlig;enden Senats beruht nur in solchen F&auml;llen die Entscheidung auf einem gravierenden, unertr&auml;glichen und au&szlig;erdem offenkundigen, d.h. ohne Weiteres erkennbaren Rechtsversto&szlig;, so dass sie als mit der vorliegenden Rechtsprechung schlechthin unvereinbar und an einem so schweren Rechtsfehler leidend angesehen werden kann, dass sie bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt vertretbar erscheinen kann (Beschluss vom 1. April 2008 X B 154\/04, BFH\/NV 2008, 1116).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Davon kann bei dem angefochtenen Urteil nicht die Rede sein. Vom FG war die Frage zu beurteilen, ob eine mit der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1999 erstmals abgegebene Mitteilung &uuml;ber eine Altersrente des Rechtsvorg&auml;ngers der Kl&auml;ger seit M&auml;rz 1992 ohne Benennung der H&ouml;he der Rentenbez&uuml;ge f&uuml;r sich gesehen eine nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO mit der Folge ist, dass in Kenntnis der Mitteilung f&uuml;r das Jahr 1992 bzw. die folgenden Jahre erlassene Bescheide nach Eintritt der Bestandskraft nach Bekanntwerden der H&ouml;he der Rentenbez&uuml;ge nicht mehr ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Das FG hat die Frage unter Beachtung der zu &sect; 173 Abs. 1 AO ergangenen Rechtsprechung beantwortet. Weiter hat es die nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Rechtsprechung erforderliche Abw&auml;gung vorgenommen, ob und mit welchem Gewicht eine Verletzung der Ermittlungspflicht des FA einerseits und der Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen andererseits vorliegt und zu ber&uuml;cksichtigen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.10.2008, X B 228\/07 Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Annahme einer greifbar gesetzwidrigen Entscheidung &#8211; H&ouml;he der Eink&uuml;nfte als Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 AO &#8211; Verwertung sp&auml;ter bekanntgewordener Tatsachen Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen. 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