{"id":16360,"date":"2012-12-18T16:01:20","date_gmt":"2012-12-18T14:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16360"},"modified":"2012-12-18T16:01:20","modified_gmt":"2012-12-18T14:01:20","slug":"vi-b-66-08-umzugskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfahrensfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-66-08-umzugskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfahrensfehler\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;66\/08 &#8211; Umzugskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfahrensfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2008, VI B 66\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Umzugskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfahrensfehler<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision u.a. (nur) zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Diese vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen jedoch nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Frage, ob die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Umzugskosten tats&auml;chlich davon abh&auml;ngig gemacht werden d&uuml;rfe, dass es bereits zu einer Gesundheitsbesch&auml;digung gekommen sei, kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu. Die Frage ist bereits h&ouml;chstrichterlich entschieden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 33 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstandes erwachsen. Aufwendungen erwachsen nach &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG dem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In st&auml;ndiger Rechtsprechung geht der Bundesfinanzhof (BFH) davon aus, dass Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; dem Steuerpflichtigen aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Dabei sind alle Aufwendungen f&uuml;r die eigentliche Heilbehandlung typisierend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG an sich gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit des Grundes und der H&ouml;he nach bedarf (BFH-Urteil vom 3. Dezember 1998 III R 5\/98, BFHE 187, 503, BStBl II 1999, 227). Eine derart typisierende Behandlung der Krankheitskosten h&auml;lt die Rechtsprechung zur Vermeidung eines unzumutbaren Eindringens in die Privatsph&auml;re f&uuml;r geboten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig sind aber nur solche Kosten, die zum Zwecke der Heilung oder mit dem Ziel aufgewendet werden, die Krankheit ertr&auml;glich zu machen. Nicht zu den Krankheitskosten geh&ouml;ren daher vorbeugende Aufwendungen, die der Gesundheit allgemein dienen. Diese sind den gem&auml;&szlig; &sect; 12 Nr. 1 EStG nicht abzugsf&auml;higen Kosten der Lebenshaltung zuzurechnen (BFH-Urteil vom 1. Februar 2001 III R 22\/00, BFHE 195, 144, BStBl II 2001, 543). Dies trifft insbesondere auf Umzugskosten zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Privat veranlasste Umzugskosten sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung unabh&auml;ngig vom Grund ihres Entstehens grunds&auml;tzlich keine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung, weil sie typische Lebenshaltungskosten darstellen, mit denen jedermann zu rechnen hat (BFH-Urteile vom 28. Februar 1975 VI R 120\/73, BFHE 115, 259, BStBl II 1975, 482; vom 23. Juni 1978 VI R 175\/75, BFHE 125, 263, BStBl II 1978, 526; vom 24. August 1995 IV R 27\/94, BFHE 178, 359, BStBl II 1995, 895). Etwas Anderes gilt ausnahmsweise nur dann, wenn der Umzug wegen einer Krankheit zwingend erforderlich ist (BFH-Urteil vom 14. Dezember 1965 VI 102\/65 U, BFHE 84, 311, BStBl III 1966, 113; vgl. auch Schmidt\/Loschelder, EStG, 27. Aufl., &sect; 33 Rz 35, &quot;Umzug&quot;; Bl&uuml;mich\/Heger, &sect; 33 EStG Rz 297, &quot;Umzugskosten&quot;). Diese Voraussetzung lag im Streitfall nach den Feststellungen des Finanzgerichts jedoch nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Eine &Uuml;berraschungsentscheidung und damit ein Versto&szlig; gegen Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 76 FGO und &sect; 96 Abs. 2 FGO liegt vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. etwa BFH-Beschluss vom 9. Februar 2006 X B 138\/05, BFH\/NV 2006, 972, m.w.N.). Diese Voraussetzungen sind hier ersichtlich nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers ist das angefochtene Urteil nicht deshalb als unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung zu beurteilen, weil der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt), anders als im Er&ouml;rterungstermin in Aussicht gestellt, die Kosten f&uuml;r den Erwerb der Fachb&uuml;cher nicht als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt hat. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO setzt n&auml;mlich einen Verfahrensfehler des Gerichts voraus. Das prozessuale Verhalten eines Beteiligten kann nicht Gegenstand einer Nichtzulassungsbeschwerde sein (vgl. dazu BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 972).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2008, VI B 66\/08 Umzugskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfahrensfehler Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision u.a. (nur) zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-66-08-umzugskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfahrensfehler\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;66\/08 &#8211; Umzugskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfahrensfehler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16360","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16360\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}