{"id":16374,"date":"2012-12-18T15:40:13","date_gmt":"2012-12-18T13:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16373"},"modified":"2012-12-18T15:40:13","modified_gmt":"2012-12-18T13:40:13","slug":"iii-b-113-07-kein-kindergeld-fuer-das-in-der-tuerkei-lebende-kind-eines-rentners","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-113-07-kein-kindergeld-fuer-das-in-der-tuerkei-lebende-kind-eines-rentners\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;113\/07 &#8211; Kein Kindergeld f&uuml;r das in der T&uuml;rkei lebende Kind eines Rentners"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.9.2008, III B 113\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Kindergeld f&uuml;r das in der T&uuml;rkei lebende Kind eines Rentners<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der 1992 geborene Sohn des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) wurde im Mai 2005 von der Schule abgemeldet und lebt seitdem in der Familie seines &auml;ltesten Bruders in der T&uuml;rkei. Dort absolvierte er zun&auml;chst einen Sprachkurs. Seit September 2005 besucht er in &#8230; eine private Ganztagsschule.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (die Familienkasse) hob die Kindergeldfestsetzung ab Juni 2005 auf. Der dagegen gerichtete Einspruch, zu dessen Begr&uuml;ndung vorgetragen wurde, der Sohn sei lediglich wegen pubert&auml;tsbedingter schulischer Probleme zum Schulbesuch in der T&uuml;rkei geschickt worden und werde kurzfristig wieder nach Deutschland zur&uuml;ckkehren, blieb ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, der Sohn k&ouml;nne mangels Wohnsitzes oder gew&ouml;hnlichen Aufenthaltes in Deutschland nicht mehr als Kind ber&uuml;cksichtigt werden. Es, das FG, sei davon &uuml;berzeugt, dass sich der ausschlie&szlig;liche Wohnsitz des Sohnes seit Mai 2005 in der T&uuml;rkei befinde und seine Aufenthalte in Deutschland lediglich Besuchscharakter h&auml;tten. Ein Anspruch auf Gew&auml;hrung von Kindergeld erg&auml;be sich auch nicht nach den Bestimmungen des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik T&uuml;rkei &uuml;ber soziale Sicherheit vom 30. April 1964 (BGBl II 1965, 1169) i.d.F. des Zusatzabkommens vom 2. November 1984 (BGBl II 1986, 1040). Dieses gelte nicht f&uuml;r den Kl&auml;ger, der sich nicht in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis befinde und auch keine Leistungen wegen vor&uuml;bergehender Arbeitsunf&auml;higkeit oder aus der Arbeitslosenversicherung beziehe, sondern Rentner sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner auf die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, die Auffassung des FG, Rentner k&ouml;nnten sich auf das Abkommen vom 30. April 1964 nicht berufen, sei unzutreffend. Der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) habe zur Auslegung des Assoziationsratsbeschlusses EWG\/T&uuml;rkei (ARB I\/80) wiederholt entschieden, dass daraus abgeleitete Rechte nicht mit dem Renteneintritt endeten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Frage, ob Rentner sich auf das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik T&uuml;rkei vom 30. April 1964 berufen k&ouml;nnen, hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Sie ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sie offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Verwaltung wendet die in Abkommen &uuml;ber soziale Sicherung enthaltenen Bestimmungen &uuml;ber Kindergeld auch auf das als Steuerverg&uuml;tung gezahlte Kindergeld an (Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des steuerlichen Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes 63.6.2 Abs. 2; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach A, I. Kommentierung, &sect; 63 EStG Rz 7.1, m.w.N.). Art. 33 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik T&uuml;rkei ist eingef&uuml;gt worden, um t&uuml;rkischen Arbeitnehmern einen Anspruch auf das deutsche Kindergeld f&uuml;r ihre in der T&uuml;rkei lebenden Kinder zu verschaffen (Helmke in Helmke\/Bauer, a.a.O., Fach D, II. Kommentierung Abkommen, Abk. mit der T&uuml;rkei Art. 33 Rz 4). Der Wortlaut des Art. 33 Abs. 1 Satz 1 des Abkommens setzt dementsprechend voraus, dass die das Kindergeld beanspruchende Person im Gebiet der einen Vertragspartei besch&auml;ftigt ist. Wer &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; keine Berufst&auml;tigkeit mehr aus&uuml;bt, sondern eine Altersrente bezieht, ist zweifellos nicht mehr &quot;besch&auml;ftigt&quot; (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 12. April 2000 VI B 142\/99, BFH\/NV 2000, 1193, betr. Bezug von Arbeitslosenhilfe). Rentner geh&ouml;ren auch nicht zu der in Art. 33 Abs. 1 Satz 2 des Abkommens umschriebenen Personengruppe, die nach Beendigung des Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses Geldleistungen der Krankenversicherung wegen vor&uuml;bergehender Arbeitsunf&auml;higkeit oder Leistungen der Arbeitslosenversicherung oder Arbeitslosengeld erh&auml;lt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Vortrag des Kl&auml;gers, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Sache ergebe sich aus der Rechtsprechung des EuGH zur Auslegung des Assoziationsratsbeschlusses EWG\/T&uuml;rkei, gen&uuml;gt nicht den Darlegungserfordernissen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.9.2008, III B 113\/07 Kein Kindergeld f&uuml;r das in der T&uuml;rkei lebende Kind eines Rentners Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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