{"id":16382,"date":"2012-12-10T05:55:55","date_gmt":"2012-12-10T03:55:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16382"},"modified":"2012-12-10T05:55:55","modified_gmt":"2012-12-10T03:55:55","slug":"vi-b-125-07-ordnungsmaessigkeit-eines-fahrtenbuches-beweiswuerdigung-tatbestandsberichtigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-125-07-ordnungsmaessigkeit-eines-fahrtenbuches-beweiswuerdigung-tatbestandsberichtigung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;125\/07 &#8211; Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit eines Fahrtenbuches &#8211; Beweisw&uuml;rdigung &#8211; Tatbestandsberichtigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2008, VI B 125\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit eines Fahrtenbuches &#8211; Beweisw&uuml;rdigung &#8211; Tatbestandsberichtigung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat &#8211;bei erheblichen Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls in der Sache keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind nicht gegeben. Der Rechtssache kommt weder grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO). Dar&uuml;ber hinaus liegt auch kein Verfahrensmangel vor, auf dem die Entscheidung beruhen kann (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. a) Der BFH hat in mehreren Entscheidungen die Anforderungen an ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch (&sect; 8 Abs. 2 S&auml;tze 2 bis 4 i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) n&auml;her pr&auml;zisiert (z.B. Urteile vom 9. November 2005 VI R 27\/05, BFHE 211, 508, BStBl II 2006, 408; vom 16. November 2005 VI R 64\/04, BFHE 211, 513, BStBl II 2006, 410; vom 16. M&auml;rz 2006 VI R 87\/04, BFHE 212, 546, BStBl II 2006, 625). Danach muss das Fahrtenbuch eine hinreichende Gew&auml;hr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit und Richtigkeit der Aufzeichnungen bieten, sodass der zu versteuernde Privatanteil (Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte) an der Gesamtfahrleistung mit vertretbarem Aufwand &uuml;berpr&uuml;ft werden kann. Dazu geh&ouml;rt auch, dass das Fahrtenbuch zeitnah und fortlaufend in einer geordneten und geschlossenen &auml;u&szlig;eren Form gef&uuml;hrt wird, die nachtr&auml;gliche Einf&uuml;gungen oder Ver&auml;nderungen ausschlie&szlig;t oder zumindest deutlich als solche erkennbar werden l&auml;sst (vgl. auch BFH-Urteil vom 14. Dezember 2006 IV R 62\/04, BFH\/NV 2007, 691; BFH-Beschluss vom 11. Dezember 2006 VIII B 82\/06, BFH\/NV 2007, 453).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Urteil in BFHE 211, 513, BStBl II 2006, 410 hat der BFH zus&auml;tzlich entschieden, dass eine mit Hilfe eines Computerprogramms erzeugte Datei nur dann den Anforderungen an ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch gen&uuml;gt, wenn nachtr&auml;gliche Ver&auml;nderungen an den zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt eingegebenen Daten nach der Funktionsweise des verwendeten Programms technisch ausgeschlossen sind oder in ihrer Reichweite in der Datei selbst dokumentiert und offengelegt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der BFH hat ferner mehrfach, zuletzt im Urteil vom 10. April 2008 VI R 38\/06, BFH\/NV 2008, 1382, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, dargelegt, dass die Frage, ob ein Fahrtenbuch ordnungsgem&auml;&szlig; ist, nur anhand der jeweiligen Umst&auml;nde des Einzelfalles entschieden werden kann. Diese Aufgabe obliegt in erster Linie dem Finanzgericht (FG) als Tatsacheninstanz (vgl. auch BFH-Urteil vom 15. M&auml;rz 2007 VI R 94\/04, BFH\/NV 2007, 1302).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Angesichts dessen ist die Rechtsfrage, welche Anforderungen an ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch zu stellen sind, im Wesentlichen gekl&auml;rt (vgl. auch BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. April 2007 VI B 145\/06, BFH\/NV 2007, 1314; vom 13. M&auml;rz 2007 VI B 141\/06, BFH\/NV 2007, 1132; vom 13. Februar 2007 XI B 33\/06, BFH\/NV 2007, 915; in BFH\/NV 2007, 453; vom 28. November 2006 VI B 32\/06, BFH\/NV 2007, 439).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Vorinstanz ist in der angefochtenen Entscheidung ausdr&uuml;cklich von den vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. In tatrichterlicher W&uuml;rdigung (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO) ist das FG zu dem &#8211;jeweils im Einzelnen begr&uuml;ndeten&#8211; Schluss gelangt, dass das von dem Kl&auml;ger in den Streitjahren 1998 und 1999 gef&uuml;hrte elektronische Fahrtenbuch (mit R&uuml;ckgriff auf Sicherungsdateien und anderweitige Notizen bzw. Aufzeichnungen) weder die erforderliche &auml;u&szlig;ere geschlossene Form aufweise noch zeitnah gef&uuml;hrt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen vorgebrachten Einwendungen des Kl&auml;gers werfen demgegen&uuml;ber keine neuen grunds&auml;tzlichen, fall&uuml;bergreifenden Rechtsfragen auf, die im allgemeinen Interesse (noch) der Kl&auml;rung durch den BFH bed&uuml;rften. Es sind im Streitfall keine neuen, insbesondere von der Rechtsprechung des BFH abweichenden Aspekte erkennbar, die eine erneute revisionsrechtliche Pr&uuml;fung geboten erscheinen lassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Kern richtet sich das Vorbringen des Kl&auml;gers gegen die vom FG vorgenommene Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung und betrifft damit einen die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigenden vermeintlichen materiell-rechtlichen Mangel der Vorentscheidung (st&auml;ndige Rechtsprechung; z.B. BFH-Beschluss vom 25. Januar 2000 VI B 384\/98, BFH\/NV 2000, 868; vgl. auch Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 82; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 105 ff., 108). &Uuml;berdies kann die Beweisw&uuml;rdigung des FG in einem Revisionsverfahren ohnehin nur darauf &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die Schlussfolgerungen des FG aus den verfahrensrechtlich einwandfrei festgestellten Tatsachen mit den allgemeinverbindlichen Grunds&auml;tzen der Beweisw&uuml;rdigung, insbesondere den allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen und den Denkgesetzen vereinbar sind (&sect; 118 Abs. 2 FGO; vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 30. Dezember 2004 VI B 67\/03, BFH\/NV 2005, 702).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensfehlers (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Zusammenhang mit der Frage der nicht zeitnahen F&uuml;hrung des Fahrtenbuchs wendet sich der Kl&auml;ger offenbar gegen die tats&auml;chliche Feststellung des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO), er &#8211;der Kl&auml;ger&#8211; habe &quot;seine Angaben, wie er selbst ausf&uuml;hrt, nur einmal w&ouml;chentlich&quot; gemacht. Ungeachtet dessen, dass sich die jetzige Behauptung des Kl&auml;gers, er habe die Eintragungen in das elektronische Fahrtenbuch jeweils im Anschluss an die Fahrten, sp&auml;testens am Folgetag gemacht, in dem in Bezug genommenen Schriftsatz vom 29. November 2004 nicht wiederfindet, verkennt der Kl&auml;ger, dass unzutreffende Feststellungen nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH, sondern mit einem Antrag auf Tatbestandsberichtigung (&sect; 108 Abs. 1 FGO) beim FG geltend zu machen sind (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. u.a. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. August 2007 I B 68\/06, BFH\/NV 2007, 2314; vom 10. Mai 2007 VIII B 58\/06, nicht ver&ouml;ffentlicht; vom 14. M&auml;rz 2007 VI B 88\/06, BFH\/NV 2007, 1318; Gr&auml;ber\/ Stapperfend, a.a.O., &sect; 108 Rz 1 ff.). Das gilt auch f&uuml;r solche Tatsachen, die in den Entscheidungsgr&uuml;nden des Urteils mitgeteilt werden, aber entscheidungserheblich sind (vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 26. Oktober 1994 I R 91\/93, BFH\/NV 1995, 1063, m.w.N.; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 108 FGO Rz 5; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect; 108 Rz 3 und Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 23, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2008, VI B 125\/07 Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit eines Fahrtenbuches &#8211; Beweisw&uuml;rdigung &#8211; Tatbestandsberichtigung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat &#8211;bei erheblichen Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls in der Sache keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind nicht gegeben. 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