{"id":16389,"date":"2012-12-18T10:05:00","date_gmt":"2012-12-18T08:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16389"},"modified":"2012-12-18T10:05:00","modified_gmt":"2012-12-18T08:05:00","slug":"vii-r-46-07-begruendung-im-als-revisionsverfahren-fortgesetzten-beschwerdeverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-46-07-begruendung-im-als-revisionsverfahren-fortgesetzten-beschwerdeverfahren\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;46\/07 &#8211; Begr&uuml;ndung im als Revisionsverfahren fortgesetzten Beschwerdeverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, VII R 46\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Begr&uuml;ndung im als Revisionsverfahren fortgesetzten Beschwerdeverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Revision der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 2. Mai 2006&nbsp;&nbsp;4 K 409\/02 ist mit Beschluss des Senats vom 19. Dezember 2007 VII B 271\/06, welcher dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 9. Januar 2008 zugestellt worden ist, zugelassen worden. In dem als Revisionsverfahren VII R 46\/07 fortgef&uuml;hrten Verfahren hat der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin &#8211;nachdem ihm ein Hinweis erteilt worden war, dass die Revision nicht in der vorgeschriebenen Frist begr&uuml;ndet worden ist&#8211; mit am gleichen Tage eingegangenem Schriftsatz vom 13. M&auml;rz 2008 mitgeteilt, er gehe davon aus, dass die Begr&uuml;ndung der &#8211;erfolgreichen&#8211; Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision vom 16. November 2006 den gesetzlichen Mindestanforderungen an eine Revisionsbegr&uuml;ndung gen&uuml;gt. Es w&auml;re daher, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in dem Beschluss vom 18. M&auml;rz 1981 I R 102\/77 (BStBl II 1981, 578) erkannt habe, &uuml;berfl&uuml;ssige F&ouml;rmelei, die Begr&uuml;ndung der Beschwerdeschrift zu wiederholen, statt lediglich auf sie zu verweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen m&uuml;sse das Verfahren ausgesetzt werden, nachdem die Kl&auml;gerin mit anderen Firmen zu der X-GmbH verschmolzen worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der beschlie&szlig;ende Senat hat die Revision unter dem Aktivrubrum vorgenannter Firma durch Beschluss vom 20. Juni 2008 als unzul&auml;ssig verworfen, weil sie nicht fristgerecht begr&uuml;ndet worden sei. Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit dem Schriftsatz vom 9. Juli 2008, der am folgenden Tag beim BFH eingegangen ist, und tr&auml;gt sinngem&auml;&szlig; und zusammengefasst vor, der Senatsbeschluss vom 20. Juni 2008 sei f&uuml;r sie &uuml;berraschend gewesen; es handele sich um eine neue BFH-Rechtsprechung, die nach der einschl&auml;gigen Rechtsprechung und aktuellen Kommentierungen zur Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht irgendwie habe vorausgesehen werden k&ouml;nnen. Deshalb m&uuml;sse Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der vers&auml;umten Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist gew&auml;hrt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Schriftsatz der Kl&auml;gerin vom 9. Juli 2008 zu dem Aktenzeichen VII R 46\/07 ist &#8211;ungeachtet der in ihm &quot;hilfsweise&quot; erhobenen Anh&ouml;rungsr&uuml;ge&#8211; vorrangig als Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der vers&auml;umten Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist in dem Verfahren VII R 46\/07 zu behandeln. Der Senat geht dabei, ohne dass dies n&auml;herer Er&ouml;rterung bed&uuml;rfte, davon aus, dass dem nicht entgegensteht, dass die Revision aufgrund der S&auml;umnis der Kl&auml;gerin bereits als unzul&auml;ssig verworfen worden ist (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 44).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der demnach zul&auml;ssige, insbesondere auch fristgerecht begr&uuml;ndete Antrag hat keinen Erfolg. Nach &sect; 56 Abs. 1 FGO kann Wiedereinsetzung nur demjenigen gew&auml;hrt werden, der unverschuldet verhindert war, eine gesetzliche Frist &#8211;hier: die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist des &sect; 120 Abs. 2 Satz 1 FGO&#8211; einzuhalten. Nach &sect; 56 Abs. 2 Satz 2 FGO sind die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung eines solchen Begehrens bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist jedoch seitens der Kl&auml;gerin weder dargelegt noch auch nur sonst erkennbar, dass die Kl&auml;gerin auf eine fristgerechte Begr&uuml;ndung ihrer Revision deshalb verzichtet hat, weil sie aufgrund des Urteils des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 7. Juli 2004 IV ZR 140\/03 (Neue Juristische Wochenschrift 2004, 2981) angenommen h&auml;tte, es bed&uuml;rfe &#8211;nachdem die Revision von dem beschlie&szlig;enden Senat selbst zugelassen und deshalb das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren in das Revisionsverfahren kraft Gesetzes &uuml;bergeleitet worden ist&#8211; keiner Begr&uuml;ndung der Revision, weil die von der Kl&auml;gerin in dem vorgenannten Beschwerdeverfahren vorgelegte Begr&uuml;ndung den inhaltlichen Anforderungen an eine Revisionsbegr&uuml;ndung gen&uuml;gte. Die Kl&auml;gerin behauptet nicht einmal, dass sie dieses Urteil vor Bekanntgabe des Beschlusses des Senats vom 20. Juni 2008 VII R 46\/07 gekannt habe und auf dessen Richtigkeit vertraut habe. Wenn sie sich stattdessen auf die &#8211;nicht n&auml;her bezeichnete&#8211; &quot;einschl&auml;gige Rechtsprechung und aktuelle Kommentarliteratur zum Revisionsrecht der FGO&quot; beruft, so gen&uuml;gt das weder den Darlegungsanforderungen eines Wiedereinsetzungsantrags noch ist dieses Vorbringen nachvollziehbar. Denn jedenfalls aus der einschl&auml;gigen Kommentarliteratur ergibt sich, soweit ersichtlich, gerade nicht, dass eine Revision nach Zulassung durch das Revisionsgericht nicht begr&uuml;ndet werden m&uuml;sste, sondern es wird vielmehr lediglich die (zutreffende) Auffassung vertreten, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Revision durch Bezugnahme auf eine in einem vorangegangenen Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren abgegebene Beschwerdebegr&uuml;ndung begr&uuml;ndet werden kann (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 120 Rz 62). Dementsprechend hat auch die Kl&auml;gerin in ihrem versp&auml;tet abgegebenen, auf den BFH-Beschluss in BStBl II 1981, 578 gest&uuml;tzten Schriftsatz nicht geltend gemacht, eine Revisionsbegr&uuml;ndung sei im Streitfall &uuml;berfl&uuml;ssig, sondern sie k&ouml;nne durch eine Bezugnahme auf die Begr&uuml;ndung einer vorangegangenen Nichtzulassungsbeschwerde ersetzt werden. Die Kl&auml;gerin hat also mit anderen Worten offenkundig den rechtslogischen Unterschied zwischen einer Bezugnahme und dem v&ouml;lligen Verzicht auf eine fristgerechte Revisionsbegr&uuml;ndung verkannt, der auch im Falle der &Uuml;berleitung eines Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens in ein Revisionsverfahren zur Unzul&auml;ssigkeit der Revision f&uuml;hrt. Dass dies keine sinnentleerte F&ouml;rmelei ist, sondern auf sachlichen Erw&auml;gungen beruht, hat der beschlie&szlig;ende Senat bereits in seinem Beschluss vom 20. Juni 2008 dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob das Vertrauen eines Beteiligten auf das vorgenannte, in der Sache ohnehin &uuml;berholte BGH-Urteil unbeschadet der, soweit ersichtlich, mit ihm nicht &uuml;bereinstimmenden bzw. dieses Urteil nicht ber&uuml;cksichtigenden Kommentierungen zur FGO zu einem unverschuldeten Rechtsirrtum f&uuml;hren w&uuml;rde, bedarf danach keiner Er&ouml;rterung mehr.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Weshalb im &Uuml;brigen die Verschmelzung der Kl&auml;gerin mit anderen Firmen zu der im Rubrum dieses Beschlusses genannten Firma zu einer Unterbrechung des Verfahrens f&uuml;hren und den beschlie&szlig;enden Senat daran h&auml;tte hindern sollen, die unzul&auml;ssige Revision &#8211;bei Berichtigung des Aktivrubrums&#8211; zu verwerfen, ist nicht erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, VII R 46\/07 Begr&uuml;ndung im als Revisionsverfahren fortgesetzten Beschwerdeverfahren Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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