{"id":16390,"date":"2012-12-18T15:24:20","date_gmt":"2012-12-18T13:24:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16390"},"modified":"2012-12-18T15:24:20","modified_gmt":"2012-12-18T13:24:20","slug":"v-b-208-07-zu-den-anforderungen-an-eine-zulaessige-nichtzulassungsbeschwerde-darlegung-von-verfahrensmaengeln-rechtliches-gehoer-ruegeverzicht-materielle-richtigkeit-der-vorentscheidung-besetzungsmang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-208-07-zu-den-anforderungen-an-eine-zulaessige-nichtzulassungsbeschwerde-darlegung-von-verfahrensmaengeln-rechtliches-gehoer-ruegeverzicht-materielle-richtigkeit-der-vorentscheidung-besetzungsmang\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;208\/07 &#8211; Zu den Anforderungen an eine zul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung von Verfahrensm&auml;ngeln &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r &#8211; R&uuml;geverzicht &#8211; materielle Richtigkeit der Vorentscheidung &#8211; Besetzungsmangel bei willk&uuml;rlicher Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, V B 208\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zu den Anforderungen an eine zul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung von Verfahrensm&auml;ngeln &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r &#8211; R&uuml;geverzicht &#8211; materielle Richtigkeit der Vorentscheidung &#8211; Besetzungsmangel bei willk&uuml;rlicher Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. 1. Die Beschwerde ist nicht bereits deshalb unzul&auml;ssig, weil der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) nicht mehr durch eine Person i.S. des &sect; 3 Nr. 1 des Steuerberatungsgesetzes vertreten ist. Zwar muss sich gem&auml;&szlig; &sect; 62a der Finanzgerichtsordnung (FGO) &#8211;seit 1. Juli 2008 &sect; 62 Abs. 4 FGO&#8211; vor dem Bundesfinanzhof (BFH) jeder Beteiligte durch eine solche Person vertreten lassen. Nach Mitteilung der Rechtsanwaltskammer &#8230; ist die Zulassung des Bevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers als Rechtsanwalt durch Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 26. November 2007, also nach Einlegen der Beschwerde, rechtskr&auml;ftig widerrufen worden. Es besteht nach st&auml;ndiger Rechtsprechung aber dann kein Vertretungszwang, wenn es &#8211;wie hier&#8211; weiterer Prozesshandlungen nicht mehr bedarf (vgl. BFH-Beschluss vom 16. Januar 1984 GrS 5\/82, BFHE 140, 408, BStBl II 1984, 439, 441, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Kl&auml;ger hat aber keine Zulassungsgr&uuml;nde i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt. Nach &sect; 115 Abs. 2 FGO ist die Revision zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordert (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) oder ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Die Nichtzulassung kann mit der Beschwerde angefochten werden (&sect; 116 Abs. 1 FGO). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung m&uuml;ssen die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Beschwerde beschr&auml;nkt sich im Wesentlichen auf nicht durch konkrete Verst&ouml;&szlig;e gekennzeichnete unsubstantiierte Vorw&uuml;rfe. So sei die Vorentscheidung &quot;rechts- und verfassungsbrechend&quot;, in &quot;offenem Rechtsbruch in Protektion f&uuml;r die Richterin B&quot; zustandegekommen, die Sitzgruppe sei &quot;voreingenommen und befangen&quot; gewesen, die Richter h&auml;tten nur das &quot;subjektive Wunschdenken des Beklagten&quot; und Beschwerdegegners (Finanzamt) zu Papier gebracht, das Urteil lasse &quot;keine Rechts- und Sachbehandlung&quot; erkennen und lege &quot;ausschlie&szlig;lich rechtsbeugende Strukturen offen&quot;, ein zutreffendes Ergebnis sei &quot;von den Erkennungsrichtern mutwillig in fortgesetztem Rechtsbruch durch Rechtsverweigerung verhindert&quot; worden. Formelhafte Wendungen und unsubstantiierte Angriffe reichen zur Darlegung eines Zulassungsgrundes nicht aus. Ein Verfahrensmangel ist vielmehr nur dann in zul&auml;ssiger Weise dargelegt, wenn die Tatsachen, die den Verfahrensmangel ergeben, genau angegeben werden (BFH-Beschluss vom 19. Januar 2000 II B 41\/99, BFH\/NV 2000, 1102). Soweit der Kl&auml;ger Tatsachen angegeben hat, die Verfahrensm&auml;ngel ergeben sollen, sind sie nicht i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, von ihm benannte Zeugen seien nicht geladen worden, h&auml;tte er darlegen m&uuml;ssen, welche Zeugen voraussichtlich was ausgesagt h&auml;tten und inwiefern die Entscheidung bei Vernehmung dieser Zeugen anders ausgefallen w&auml;re. Zur Geltendmachung eines Verfahrensmangels ist n&auml;mlich der schl&uuml;ssige Vortrag erforderlich, inwiefern das angefochtene Urteil auf dem Verfahrensmangel beruht, es also ohne den Verfahrensmangel m&ouml;glicherweise anders ausgefallen w&auml;re (BFH-Beschluss vom 28. Mai 2003 IV B 60\/02, IV B 72\/03, BFH\/NV 2003, 1427). Die Beschwerdebegr&uuml;ndung enth&auml;lt keinen derartigen Vortrag.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch der Vortrag, das Finanzgericht (FG) habe weder ihm, dem Kl&auml;ger, noch dem damaligen Prozessbevollm&auml;chtigten das rechtliche Geh&ouml;r gew&auml;hrt, weil ihm Akteneinsicht nur an Gerichtsstelle gestattet worden sei, f&uuml;hrt nicht zur Zulassung der Revision. Denn nach der gesetzlichen Grundentscheidung soll die Akteneinsicht im Regelfall bei dem mit der Streitsache befassten Gericht erfolgen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. April 2005 VIII B 276\/04, BFH\/NV 2005, 1820; vom 1. August 2002 VII B 65\/02, BFH\/NV 2003, 59; vom 19. November 2002 V B 166\/01, BFH\/NV 2003, 484). Im &Uuml;brigen setzt die schl&uuml;ssige R&uuml;ge der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs &#8211;hier durch die angebliche (partielle) Versagung der Akteneinsicht&#8211; nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH u.a. die substantiierte Darlegung durch den Beschwerdef&uuml;hrer voraus, dass er den Mangel in der (n&auml;chsten) m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ger&uuml;gt habe oder aus welchen &#8211;von ihm nicht zu vertretenden&#8211; Gr&uuml;nden er an einer solchen R&uuml;ge gehindert gewesen sei (BFH-Beschluss vom 2. Mai 2008 X B 237\/07, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2008, R 647, m.w.N.). Auch hieran fehlt es.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Soweit der Beschwerdebegr&uuml;ndung zu entnehmen ist, dass der Kl&auml;ger die Auffassung vertritt, sein Ablehnungsgesuch sei zu Unrecht abgelehnt und ihm deshalb der gesetzliche Richter entzogen worden, f&uuml;hrt auch das nicht zur Zulassung der Revision. Zwar liegt ein Besetzungsmangel i.S. des &sect; 119 Nr. 1 FGO und damit ein Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor, wenn an der Entscheidung ein erfolglos wegen Befangenheit abgelehnter Richter mitgewirkt hat und die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs willk&uuml;rlich war (BFH-Beschluss vom 28. Mai 2003 III B 87\/02, BFH\/NV 2003, 1218). F&uuml;r eine willk&uuml;rliche Ablehnung gibt es weder nach dem Vortrag des Kl&auml;gers noch nach Aktenlage Anhaltspunkte. Sonstige Verfahrensm&auml;ngel sind nicht i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Soweit sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung darauf st&uuml;tzt, das Urteil des FG sei materiell-rechtlich unrichtig, ist darauf hinzuweisen, dass Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit der FG-Entscheidung im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde unzul&auml;ssig sind (BFH-Beschluss vom 19. August 2002 VIII B 132\/02, BFH\/NV 2003, 65, mit Nachweisen aus der st&auml;ndigen Rechtsprechung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, V B 208\/07 Zu den Anforderungen an eine zul&auml;ssige Nichtzulassungsbeschwerde &#8211; Darlegung von Verfahrensm&auml;ngeln &#8211; Rechtliches Geh&ouml;r &#8211; R&uuml;geverzicht &#8211; materielle Richtigkeit der Vorentscheidung &#8211; Besetzungsmangel bei willk&uuml;rlicher Zur&uuml;ckweisung eines Ablehnungsgesuchs Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. 1. 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