{"id":16397,"date":"2012-12-18T16:07:02","date_gmt":"2012-12-18T14:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16397"},"modified":"2012-12-18T16:07:02","modified_gmt":"2012-12-18T14:07:02","slug":"ii-b-57-08-beteiligte-am-erwerbsvorgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-57-08-beteiligte-am-erwerbsvorgang\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;57\/08 &#8211; Beteiligte am Erwerbsvorgang"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, II B 57\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Beteiligte am Erwerbsvorgang<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sowie sein Bruder waren je zur H&auml;lfte Miteigent&uuml;mer eines unbebauten Grundst&uuml;cks in &#8230; und zu je 50 % an einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) beteiligt, deren Zweck u.a. darin bestand, das Grundst&uuml;ck mit einem Apartmenthaus zu bebauen. Die Apartments sollten verkauft werden. Zu diesem Zweck hatten die Br&uuml;der das Grundst&uuml;ck in Eigentumswohnungen, zwei Teileigentumseinheiten f&uuml;r B&uuml;rozwecke und in Miteigentumsanteile verbunden mit dem Sondereigentum an PKW-Unterstellpl&auml;tzen aufgeteilt. Da sich die Teileigentumseinheiten nicht ver&auml;u&szlig;ern lie&szlig;en, beschlossen die Br&uuml;der, jeweils eine der Teileigentumseinheiten in Alleineigentum zu erwerben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dabei erwarb der Kl&auml;ger mit notariell beurkundetem Vertrag vom 21. Dezember 1996 den Miteigentumsanteil seines Bruders an der Teileigentumseinheit Nr. 2 des Aufteilungsplans sowie an den PKW-Unterstellpl&auml;tzen Nr. 31 des Aufteilungsplans zum Kaufpreis von 673 550 DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer. Der Kaufpreis war nicht am halben Wert der Teileigentumseinheit und der Unterstellpl&auml;tze ausgerichtet, sondern kam bis auf eine Differenz von 53 500 DM an die Preise heran, mit denen die Einheiten auch am Markt angeboten worden waren. Zu zahlen war der Kaufpreis auf ein Konto der GbR, &uuml;ber das er zur R&uuml;ckf&uuml;hrung eines Kredits zur Baufinanzierung verwendet werden sollte. Die Bebauung des Grundst&uuml;cks erfolgte auf Rechnung der GbR.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dem Kaufvertrag war eine Vorbemerkung vorangestellt, wonach die &quot;nachfolgenden Vereinbarungen, Leistungspflichten und Erf&uuml;llungsanspr&uuml;che im Innenverh&auml;ltnis als zwischen der GbR und dem Kl&auml;ger vereinbart&quot; gelten sollen, und zwar einschlie&szlig;lich der &quot;steuerlichen Auswirkungen&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen den Kl&auml;ger mit Bescheid vom 12. September 1997 nach einer Bemessungsgrundlage von (673 550 DM + 101 032 DM Umsatzsteuer =) 774 582 DM eine Grunderwerbsteuer von 15 491 DM fest. Dagegen wandte sich der Kl&auml;ger mit der Begr&uuml;ndung, da ihm die erworbenen Einheiten bereits zur H&auml;lfte geh&ouml;rt h&auml;tten, sei die Steuer nur nach der H&auml;lfte des Kaufpreises zu berechnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage hatten jedoch keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, der Kl&auml;ger m&uuml;sse sich an dem vereinbarten Kaufpreis festhalten lassen, da er der Finanzierung der ihm nunmehr im Alleineigentum zustehenden Einheiten gedient habe. Daran &auml;ndere die h&auml;lftige Beteiligung des Kl&auml;gers am Gesellschaftsverm&ouml;gen der GbR nichts. Es sei ein Unterschied, ob ein Erwerber von vornherein nur die H&auml;lfte des Grundst&uuml;cks zu bezahlen habe oder ob er zun&auml;chst das ganze Grundst&uuml;ck bezahlen m&uuml;sse und ihm anschlie&szlig;end die H&auml;lfte des gezahlten Betrages &uuml;ber eine Gewinnbeteiligung oder ein Auseinandersetzungsguthaben wieder zuflie&szlig;e.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger den Zulassungsgrund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) sowie einen Verfahrensfehler geltend. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt er vor, die Vorentscheidung leide an einem Rechtsfehler, der geeignet sei, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen. Au&szlig;erdem sei ein Beweisantrag &uuml;bergangen worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Zulassungsgrund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO (Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung) w&auml;re nur dann gegeben, wenn die Vorentscheidung einen Rechtsfehler enthielte, der sie zu einer entweder gegen das Willk&uuml;rverbot versto&szlig;enden oder sonst grob gesetzwidrigen Entscheidung machte (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 43). Einen derartigen Rechtsfehler hat der Kl&auml;ger jedoch nicht aufgezeigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) unterliegt ein Kaufvertrag &uuml;ber ein inl&auml;ndisches Grundst&uuml;ck der Grunderwerbsteuer. Im Streitfall ist ein Kaufvertrag zwischen dem Kl&auml;ger und seinem Bruder &uuml;ber dessen Miteigentumsanteil an den Einheiten Nr. 2 und Nr. 31 des Aufteilungsplans zustande gekommen. Daran verm&ouml;gen die Absprachen &uuml;ber ein wie auch immer geartetes abweichendes Innenverh&auml;ltnis nichts zu &auml;ndern. Sie sind daher, was die Erf&uuml;llung des Erwerbstatbestandes angeht, unbeachtlich. Ein Rechtsfehler der Vorentscheidung k&ouml;nnte sich allenfalls aus der Bestimmung der Bemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; den &sect;&sect; 8 Abs. 1 und 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG ergeben, und zwar dann, wenn die vereinbarten Zahlungsmodalit&auml;ten, wonach der Kaufpreis auf ein Konto der GbR zu zahlen war, dazu gef&uuml;hrt haben sollten, dass der Kl&auml;ger als Gesellschafter von einer Haftungsschuld oder Einlageverpflichtung befreit worden ist, oder wenn angenommen werden k&ouml;nnte, der Kl&auml;ger habe &uuml;ber die GbR einen Teil des Kaufpreises letztlich an sich selbst geleistet. Ein solcher Rechtsfehler &#8211;sollte er &uuml;berhaupt vorliegen&#8211; w&auml;re aber nicht Ausdruck einer Willk&uuml;rentscheidung oder sonst grob gesetzwidrig, sondern stellte einen &quot;gew&ouml;hnlichen&quot; Rechtsfehler dar. Als solcher k&ouml;nnte ihm nur Bedeutung zukommen, wenn er eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung aufw&uuml;rfe (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO) und dieser Zulassungsgrund auch geltend gemacht worden w&auml;re. An beidem fehlt es. Es ist weder vorgetragen worden, der Rechtssache komme grunds&auml;tzliche Bedeutung zu noch hat sie grunds&auml;tzliche Bedeutung. Die mit der Bestimmung der Bemessungsgrundlage verbundenen Rechtsfragen sind im Streitfall vielmehr Ausfluss einer einmaligen und eigenwilligen Vertragsgestaltung und betreffen damit lediglich einen Einzelfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung (&sect; 76 Abs. 1 FGO) durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrags greift ebenfalls nicht durch. Wird ein Versto&szlig; gegen Vorschriften des Prozessrechts geltend gemacht, auf deren Beachtung die Beteiligten verzichten k&ouml;nnen, ist vorzutragen, dass der Versto&szlig; in der Vorinstanz ger&uuml;gt wurde oder weshalb dem Beteiligten eine derartige R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 120 Rz 67). Solch einen verzichtbaren Mangel i.S. des &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung stellt auch das &Uuml;bergehen eines Beweisantrags dar (Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 9. Februar 2005 X B 156\/04, BFH\/NV 2005, 907). Der Kl&auml;ger hat aber nicht vorgetragen, den geltend gemachten Versto&szlig; in der Vorinstanz ger&uuml;gt zu haben oder weshalb ihm eine derartige R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen sei; vielmehr hat er im Gegenteil bekundet, den Beweisantrag &quot;formell nicht aufrechterhalten&quot; zu haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.10.2008, II B 57\/08 Beteiligte am Erwerbsvorgang Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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