{"id":16439,"date":"2012-12-10T05:55:54","date_gmt":"2012-12-10T03:55:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16439"},"modified":"2012-12-10T05:55:54","modified_gmt":"2012-12-10T03:55:54","slug":"ii-r-37-07-einbringung-eines-grundstuecks-im-noch-zu-schaffenden-ueberplanten-zustand-in-eine-personengesellschaft-zusaetzliche-einbringung-einer-verbindlichkeit-bestimmung-der-grunderwerbsteuerlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-37-07-einbringung-eines-grundstuecks-im-noch-zu-schaffenden-ueberplanten-zustand-in-eine-personengesellschaft-zusaetzliche-einbringung-einer-verbindlichkeit-bestimmung-der-grunderwerbsteuerlichen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;37\/07 &#8211; Einbringung eines Grundst&uuml;cks im noch zu schaffenden &uuml;berplanten Zustand in eine Personengesellschaft &#8211; Zus&auml;tzliche Einbringung einer Verbindlichkeit &#8211; Bestimmung der grunderwerbsteuerlichen Gegenleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, II R 37\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Einbringung eines Grundst&uuml;cks im noch zu schaffenden &uuml;berplanten Zustand in eine Personengesellschaft &#8211; Zus&auml;tzliche Einbringung einer Verbindlichkeit &#8211; Bestimmung der grunderwerbsteuerlichen Gegenleistung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist infolge Vereinigung aller Anteile in ihrer Hand im Wege der Anwachsung Gesamtrechtsnachfolgerin der I GbR (GbR I) geworden. An dieser Gesellschaft waren bei Gr&uuml;ndung im Jahr 1993 der Notar A und der Diplom-Volkswirt B je zur H&auml;lfte beteiligt. A und B hatten wenige Wochen zuvor f&uuml;r 150 DM\/qm ein gr&ouml;&szlig;eres Grundst&uuml;ck zur gesamten Hand erworben. Diese Gesamthand, an der sie ebenfalls je zur H&auml;lfte beteiligt waren, firmierte als X GbR (GbR). Der erworbene Grundbesitz sollte in zwei Teilfl&auml;chen aufgeteilt werden. Sodann sollten die Teilfl&auml;chen jeweils in eine von zwei ebenfalls zwischen ihnen vereinbarte Gesellschaften b&uuml;rgerlichen Rechts eingebracht werden. Eine dieser beiden Gesellschaften war die GbR I. In deren notariell beurkundetem Gesellschaftsvertrag vom 21. Januar 1993 hei&szlig;t es, die beiden Gr&uuml;ndungsgesellschafter leisteten ihre Einlage, indem sie eine Teilfl&auml;che von 48 000 qm &quot;in &uuml;berplantem Zustand (mit Vorhaben- und Erschlie&szlig;ungsplan oder Bebauungsplan sowie gesichertem Baurecht)&quot; einbr&auml;chten. Der Grundbesitz werde mit einem &quot;Annahmewert&quot; von (300 DM\/qm =) 14 400 000 DM angenommen. Davon solle die H&auml;lfte auf die noch zu erbringende Planung und Entwicklung entfallen. Das Anfangskapital betrage 7 200 000 DM und sei &quot;in 50 Anteile zu je 144 000 DM&quot; gest&uuml;ckelt. Es solle durch Ausgabe von 50 weiteren Anteilen zu je 144 000 DM an neue Gesellschafter verdoppelt werden. Die Einlagen des A und B seien hiermit geleistet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Aufnahme der neuen Gesellschafter erfolgte durch notariell beurkundeten Vertrag vom 27. September 1993, und zwar nicht mit weiteren Einlagen von zusammen 7 200 000 DM, sondern mit Einlagen von 13 690 000 DM. Nach Tz. II.B und IV. des Vertrages hatten die neuen Gesellschafter ihre Einlagen auf ein Anderkonto des A einzuzahlen. A wurde angewiesen, daraus an den Verk&auml;ufer des Grundst&uuml;cks den Grundst&uuml;ckskaufpreis zu entrichten. Die den Kaufpreis von 7 200 000 DM &uuml;bersteigenden neuen Einlagen dienten der &quot;Abfindung&quot; der Gr&uuml;ndungsgesellschafter &quot;wegen der von diesen zur Verf&uuml;gung gestellten Gr&uuml;ndungsgesellschaftsanteile&quot;. Dadurch verringerten sich deren Beteiligungen auf zusammen 9,934 %.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erblickte in der Einbringung des Grundst&uuml;cks einen Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) in der zum Erwerbszeitpunkt geltenden Fassung und setzte die Steuer durch Bescheid vom 19. Dezember 1997 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. August 2004 auf 141 108,89 EUR (275 985 DM) fest. Erwerbsgegenstand sei die eingebrachte Teilfl&auml;che im &quot;&uuml;berplanten Zustand&quot; gewesen. Die Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 3 GrEStG wurde in H&ouml;he der verbliebenen Beteiligungen des A und B nur zu 9,934 % gew&auml;hrt. Nach Auffassung des FA bestand die Gegenleistung in der quotalen Teilnahme am Gesamthandsverm&ouml;gen der GbR I, das nur aus der eingebrachten Teilfl&auml;che bestanden habe. Es sei mit dem Annahmewert von 14 400 000 DM zu bewerten. Allerdings habe sich der Betrag wegen nachtr&auml;glich vereinbarter Vergr&ouml;&szlig;erung der in die GbR I einzubringenden Teilfl&auml;che auf 15 321 283 DM erh&ouml;ht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage, mit der die Kl&auml;gerin verlangt hatte, den Wert des Gesellschaftsverm&ouml;gens nur mit dem anteiligen Grundst&uuml;ckskaufpreis von 7 200 000 DM anzusetzen, blieb im Wesentlichen erfolglos. Das Finanzgericht (FG) hielt es lediglich f&uuml;r verfehlt, die nachtr&auml;gliche Vergr&ouml;&szlig;erung der eingebrachten Teilfl&auml;che zu ber&uuml;cksichtigen. Im &Uuml;brigen war auch das FG der Ansicht, Erwerbsgegenstand sei das Grundst&uuml;ck im &uuml;berplanten Zustand gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 sowie der &sect;&sect; 8 und 9 GrEStG. Die bei Abschluss des Gesellschaftsvertrages noch zu erbringenden Planungsleistungen unterl&auml;gen nicht der Grunderwerbsteuer. Soweit sich der Erwerbsgegenstand danach bestimme, in welchem Zustand ein Grundst&uuml;ck zu &uuml;bertragen sei, sei auf den k&ouml;rperlichen Zustand abzustellen und nicht auf den bauplanungsrechtlichen. In dem &quot;Annahmewert&quot; im Sinne des Gesellschaftsvertrages dr&uuml;cke sich lediglich eine Hoffnung und Erwartung der Gesellschafter &uuml;ber eine k&uuml;nftige Wertsteigerung des Grundst&uuml;cks aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung den Grunderwerbsteuerbescheid vom 19. Dezember 1997 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. August 2004 dahin zu &auml;ndern, dass die Steuer auf 66 312,03 EUR (129 695 DM) herabgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Zwar war Gegenstand des Erwerbsvorgangs nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG das Grundst&uuml;ck in dem noch zu schaffenden baureifen Zustand und ist die H&ouml;he der Gegenleistung mit 14 400 000 DM vom FG zutreffend ermittelt &#8211;sie besteht allerdings aus der (quotalen) Beteiligung der Gr&uuml;ndungsgesellschafter am Gesellschaftsverm&ouml;gen, das nur mit 7 200 000 DM anzusetzen ist, sowie der Befreiung des A und des B von der Kaufpreisverpflichtung in gleicher H&ouml;he&#8211;; jedoch l&auml;sst sich die H&ouml;he der Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 3 GrEStG nicht abschlie&szlig;end bestimmen. Dies f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Gr&uuml;ndungsgesellschafter k&ouml;nnen schon bei der Vereinbarung einer Personengesellschaft die Verpflichtung &uuml;bernehmen, als Beitrag gem&auml;&szlig; den &sect;&sect; 705, 706 Abs. 2 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches ein Grundst&uuml;ck in die Gesellschaft einzubringen (Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 6. Aufl. 1996, &sect; 9 Rz 53). Die Vereinbarung enth&auml;lt damit ein Rechtsgesch&auml;ft i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG, das den Anspruch auf &Uuml;bereignung eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet. Ist der Einbringungsvorgang nicht gem&auml;&szlig; den &sect;&sect; 5 und 6 GrEStG g&auml;nzlich steuerfrei, bedarf es der Bestimmung der Bemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 GrEStG und somit &#8211;da ein Ausnahmetatbestand i.S. des Abs. 2 der Vorschrift nicht erf&uuml;llt ist&#8211; der Bestimmung der Gegenleistung. Gegenleistung i.S. von &sect; 8 Abs. 1 und &sect; 9 GrEStG ist dabei die quotale Teilhabe des Einbringenden am gemeinschaftlichen Verm&ouml;gen, wozu auch die Anspr&uuml;che der Gesellschaft auf die anderen ins gemeinschaftliche Verm&ouml;gen zu leistenden Beitr&auml;ge geh&ouml;ren (Hofmann, a.a.O., &sect; 9 Rz 53). Die Beitragsverpflichtung des Einbringenden sowie der anderen Gesellschafter kann neben beweglichen und unbeweglichen Sachen u.a. auch Werkleistungen betreffen (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26. November 1979 II ZR 87\/79, Der Betrieb 1980, 731).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Haben sich die Gr&uuml;ndungsgesellschafter nicht nur dazu verpflichtet, ein Grundst&uuml;ck einzubringen, sondern auch zu einem Beitrag in Gestalt einer Werkleistung, ist die quotale Teilhabe am Gesellschaftsverm&ouml;gen die Gegenleistung f&uuml;r beides und daher nach der Boruttau&#8217;schen Formel (dazu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Februar 1968 II 150\/64, BFHE 91, 494) aufzuteilen. Dazu sind zun&auml;chst die gemeinen Werte sowohl des Grundst&uuml;cks als auch der Werkleistung zu ermitteln. Die Anwendung der Formel gew&auml;hrleistet, dass eine vom gemeinen Wert abweichende Beurteilung der Vertragschlie&szlig;enden etwa &uuml;ber den Wert der Werkleistung sich in gleicher Weise auf den steuerpflichtigen Erwerb des Grundst&uuml;cks wie auf den steuerfreien Erwerb der Werkleistung auswirkt (so BFH in BFHE 91, 494). Auf diese Weise ist dem Erfordernis der Ausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung in Bezug auf das Grundst&uuml;ck (dazu BFH-Urteile vom 25. November 1992 II R 67\/89, BFHE 169, 533, BStBl II 1993, 308, sowie vom 9. November 1999 II R 54\/98, BFHE 189, 557, BStBl II 2000, 143) Rechnung getragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Aufteilung der quotalen Teilhabe am Gesellschaftsverm&ouml;gen entf&auml;llt allerdings dann, wenn die Verpflichtungen, das Grundst&uuml;ck zu &uuml;bertragen und die Werkleistung zu erbringen, auf die eine Verpflichtung hinauslaufen, das Grundst&uuml;ck in einem bestimmten, noch zu schaffenden Zustand einzubringen. Denn f&uuml;r den Umfang der Gegenleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 1 i.V.m. &sect; 9 GrEStG ist entscheidend, in welchem tats&auml;chlichen Zustand das Grundst&uuml;ck zum Gegenstand des Erwerbsvorgangs gemacht wurde (BFH-Urteil in BFHE 169, 533, BStBl II 1993, 308, 310, sowie vom 21. M&auml;rz 2007 II R 67\/05, BFHE 215, 301, BStBl II 2007, 615, unter II.1.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Verg&uuml;tung von Planungsleistungen wie etwa das Erstellen von Baupl&auml;nen oder von vorgelagerten Vorhaben- und Erschlie&szlig;ungspl&auml;nen gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 1 des Baugesetzbuches, die von den Investoren initiiert werden und deren Kosten von diesen zu tragen sind, ist nicht bereits als solche ungeeignet, Teil einer Gegenleistung i.S. der &sect;&sect; 8 und 9 GrEStG zu sein. Auch sie geh&ouml;rt zur Gegenleistung, wenn das Grundst&uuml;ck im Falle der Baupl&auml;ne in bebautem Zustand und im Falle der Vorhaben- und Erschlie&szlig;ungspl&auml;ne in bebaubarem Zustand zum Erwerbsgegenstand gemacht worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Im Streitfall war das Grundst&uuml;ck nach dem Wortlaut des notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrages in baureifem oder &#8211;wie es im Vertrag hei&szlig;t&#8211; &uuml;berplantem Zustand einzubringen. Es gibt keinen Grund f&uuml;r die Annahme, A und B h&auml;tten nicht gewollt, was beurkundet worden ist. Die Frage, in welchem Zustand ein Grundst&uuml;ck zum Gegenstand eines Erwerbsvorgangs gemacht wird, bedarf &uuml;berhaupt nur der Erw&auml;hnung, wenn sich die Vertragspartner Gedanken dar&uuml;ber machen und eine Festlegung dieses Zustandes f&uuml;r erforderlich halten. Angesichts des insoweit eindeutigen Wortlauts des Vertrages m&uuml;ssten sich aus dem &uuml;brigen Vertragstext &#8211;ggf. in Verbindung mit weiteren Begleitumst&auml;nden&#8211; zun&auml;chst eine gleichwohl vorhandene Auslegungsbed&uuml;rftigkeit und sodann eine Auslegung im Sinne der Kl&auml;gerin &#8211;n&auml;mlich dahin, dass das Grundst&uuml;ck im Zustand bei Vertragsabschluss Erwerbsgegenstand habe sein sollen&#8211; ergeben (vgl. dazu Palandt\/Heinrichs\/Ellenberger, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 67. Aufl. 2008, &sect; 133 Rz 6). Dies ist jedoch nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                6. Die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Gr&uuml;nde f&uuml;r die von ihr gewollte Auslegung sprechen nicht gegen die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks in baureifem Zustand, sondern betreffen die H&ouml;he der Gegenleistung gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 i.V.m. &sect; 9 GrEStG. Der Widerspruch zwischen dem in &sect; 3 Nr. 2 des Gesellschaftsvertrages vereinbarten &quot;Annahmewert&quot; von 14 400 000 DM und dem in &sect; 3 Nr. 4 des Vertrages geregelten Anfangskapital von 7 200 000 DM ist nicht durch eine Beschr&auml;nkung des Erwerbsgegenstandes auf das Grundst&uuml;ck im Zustand bei Vertragsabschluss aufzul&ouml;sen, sondern durch eine andere Bestimmung des Gesellschaftsverm&ouml;gens als ma&szlig;gebliche Gr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die Ermittlung der Bemessungsgrundlage. A und B haben n&auml;mlich in die neu gegr&uuml;ndete Gesellschaft kein Verm&ouml;gen von 14 400 000 DM eingebracht, wie durch die sp&auml;tere Beitrittsvereinbarung vom 27. September 1993 deutlich wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;re die Annahme des FA zutreffend, das Gesellschaftsverm&ouml;gen der GbR I habe zu Beginn 14 400 000 DM betragen, m&uuml;sste es sich durch das von den sp&auml;ter beigetretenen Gesellschaftern aufgebrachte Kapital von 13 690 000 DM insoweit, wie dieses nicht zur &Uuml;bernahme eines Teils der Beteiligung der Gr&uuml;ndungsgesellschafter verwendet wurde &#8211;n&auml;mlich in H&ouml;he des Restbetrages von 7 200 000 DM&#8211;, auf 21 600 000 DM erh&ouml;ht haben. Es bel&auml;uft sich jedoch nach dem Beitritt der Neugesellschafter lediglich auf 14 400 000 DM. Dies ist darin begr&uuml;ndet, dass die restlichen von den Neugesellschaftern aufgebrachten 7 200 000 DM dazu verwandt worden sind, die Kaufpreisschuld aus der gesamth&auml;nderischen Anschaffung des Grundst&uuml;cks durch A und B zu begleichen. Da dies aus Bareinlagen der Neugesellschafter erfolgen sollte, m&uuml;ssen die Gr&uuml;ndungsgesellschafter nach ihrer und der Neugesellschafter Vorstellung nicht nur das Grundst&uuml;ck, sondern auch die Kaufpreisschuld in die GbR I eingebracht haben. Positives Gesellschaftsverm&ouml;gen konnte auf diese Weise nur dadurch entstehen, dass das Grundst&uuml;ck in dem noch zu schaffenden Zustand der Baureife eingebracht wurde, und zwar in H&ouml;he der dadurch bewirkten Werterh&ouml;hung gegen&uuml;ber dem Grundst&uuml;ckswert vor Baureife. Diese Werterh&ouml;hung ist von den Gr&uuml;ndungsgesellschaftern auf 7 200 000 DM gesch&auml;tzt worden. Dies hat das FG verkannt und die quotale Beteiligung des A und B am Gesellschaftsverm&ouml;gen auf jeweils 50 % von 14 400 000 DM beziffert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                7. Obwohl A und B in die neue Gesellschaft nur ein Verm&ouml;gen von 7 200 000 DM &#8211;wertm&auml;&szlig;ig verk&ouml;rpert in dem Anspruch gegen A und B auf die in dieser H&ouml;he bewerteten und noch zu erbringenden Planungsleistungen&#8211; eingebracht haben, bleibt es bei einer Gegenleistung von 14 400 000 DM. Hinzuzurechnen ist n&auml;mlich die mit der eingebrachten Kaufpreisschuld verbundene Verpflichtung der Kl&auml;gerin, ihre Gr&uuml;ndungsgesellschafter von dieser Schuld zu befreien (vgl. BFH-Urteil vom 2. M&auml;rz 1971 II 64\/65, BFHE 102, 126, BStBl II 1971, 533). Diese zun&auml;chst nur im Innenverh&auml;ltnis wirkende Befreiung ist bei der Bestimmung der Bemessungsgrundlage &#8211;wie gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                GrEStG eine sonstige Leistung dem Kaufpreis&#8211; der (quotalen) Beteiligung am Gesellschaftsverm&ouml;gen hinzuzurechnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                8. Der streitbefangene Erwerbsvorgang ist allerdings teilweise gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 3 Satz 1 GrEStG grunderwerbsteuerfrei. Seine teilweise Steuerpflicht infolge der Minderung der Gesellschaftsbeteiligung des A und B ergab sich bei 1993 verwirklichten Erwerbsvorg&auml;ngen noch nicht kraft ausdr&uuml;cklicher gesetzlicher Anordnung &#8211;die nunmehrigen &sect;&sect; 5 Abs. 3 und 6 Abs. 3 Satz 2 GrEStG gelten erst f&uuml;r Erwerbsvorg&auml;nge, die nach dem 31. Dezember 1999 bzw. 2001 verwirklicht worden sind (&sect; 23 Abs. 6 Satz 2 und Abs. 7 Satz 1 GrEStG n.F.)&#8211;, sondern beruhte auf von der Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Grunderwerbsteuerbefreiung des &sect; 6 Abs. 3 GrEStG soll vergleichbar derjenigen nach &sect; 5 Abs. 1 und 2 des Gesetzes dann eingreifen, wenn sich bei einer Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung von einer Gesamthand auf eine andere die Berechtigung der Gesamth&auml;nder an dem Grundst&uuml;ck wertm&auml;&szlig;ig fortsetzt. Daran fehlt es aber ganz oder teilweise &#8211;so der BFH mit Urteil vom 24. April 1996 II R 52\/93 (BFHE 180, 472, BStBl II 1996, 458)&#8211;, wenn die Gesamth&auml;nder entsprechend einem vorgefassten Plan in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang mit der Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung von einer Gesamthand auf eine andere ihre gesamth&auml;nderische Beteiligung v&ouml;llig oder teilweise aufgeben oder sich ihre Beteiligung durch Hinzutritt weiterer Gesamth&auml;nder verringert. Das Merkmal des vorgefassten Plans ist sp&auml;ter dahin erl&auml;utert worden, dass es ausreicht, wenn die Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die Ver&auml;nderung der Gesellschafterstellung bereits abgesprochen war (so BFH-Entscheidungen vom 30. Oktober 1996 II R 72\/94, BFHE 181, 344, BStBl II 1997, 87, sowie vom 4. August 1999 II B 3\/99, BFH\/NV 2000, 151).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Geben die grundst&uuml;ckseinbringenden Gesamth&auml;nder innerhalb eines kurzen Zeitraums nach dem Grundst&uuml;cks&uuml;bergang ihre Beteiligung tats&auml;chlich auf oder verringern sie ihre Beteiligung, besteht die widerlegbare Vermutung, dass das Ausscheiden bzw. die Verringerung bereits im Einbringungszeitpunkt abgesprochen war (so BFH-Urteil in BFHE 181, 344, BStBl II 1997, 87). Im Streitfall bedarf es dieser Vermutung insoweit nicht, als A und B ihre Gesellschaftsbeteiligung im Umfang von 50 % vermindert haben. Dies war im Gr&uuml;ndungsvertrag vom 21. Januar 1993 ausdr&uuml;cklich vereinbart worden. Demgem&auml;&szlig; ist ihnen die Steuerbefreiung jedenfalls im Umfang von 50 % zu Recht versagt worden. Soweit ihnen dar&uuml;ber hinaus die Steuerbefreiung um weitere 40,066 % verwehrt worden ist, kommt dagegen die Vermutung einer dahingehenden Absprache bereits bei Einbringung des Grundst&uuml;cks zum Tragen. Insoweit ist der Kl&auml;gerin Gelegenheit zu geben, die Vermutung zu widerlegen und nachzuweisen, dass die Absprache zwischen den Gesamth&auml;ndern, weitere Neugesellschafter &uuml;ber die urspr&uuml;nglich vereinbarte 50 %-Grenze hinaus aufzunehmen, erst nach dem &Uuml;bergang des Grundst&uuml;cks auf die GbR I getroffen wurde. Dies erfordert eine Aufhebung der Vorentscheidung und die Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, II R 37\/07 Einbringung eines Grundst&uuml;cks im noch zu schaffenden &uuml;berplanten Zustand in eine Personengesellschaft &#8211; Zus&auml;tzliche Einbringung einer Verbindlichkeit &#8211; Bestimmung der grunderwerbsteuerlichen Gegenleistung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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