{"id":16451,"date":"2012-12-18T16:23:11","date_gmt":"2012-12-18T14:23:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16451"},"modified":"2012-12-18T16:23:11","modified_gmt":"2012-12-18T14:23:11","slug":"v-b-265-07-qualifizierter-rechtsanwendungsfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-265-07-qualifizierter-rechtsanwendungsfehler\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;265\/07 &#8211; Qualifizierter Rechtsanwendungsfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.10.2008, V B 265\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Qualifizierter Rechtsanwendungsfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) schloss Werkvertr&auml;ge &uuml;ber Ma&szlig;nahmen auf dem Gebiet des Naturschutzes, f&uuml;r die sie den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) beanspruchte. Die entgeltlichen Leistungen bezogen sich auf die Durchf&uuml;hrung von faunistischen Kartierungen, Gew&auml;sserstrukturkartierungen, Beitr&auml;gen zu Umweltvertr&auml;glichkeitsstudien, die naturschutzfachliche W&uuml;rdigung f&uuml;r Landschaftsschutzgebiete, tier&ouml;kologische Gutachten zur Erfassung und Bewertung von Tierarten, die Erarbeitung eines Manuskripts f&uuml;r eine Publikation &uuml;ber das Artenschutzprogramm Wei&szlig;storch, Erfassung und Sicherung von Lebens- und Nistk&auml;sten besonders gesch&uuml;tzter Tierarten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dar&uuml;ber hinaus bezog die Kl&auml;gerin vom Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) als k&ouml;rperschaft- und gewerbesteuerpflichtig beurteilte Projektzusch&uuml;sse &ouml;ffentlicher Geldgeber, ABM-Zusch&uuml;sse der Arbeitsverwaltung, Kurzarbeitergeld f&uuml;r eigene Mitarbeiter, Lohnkostenzusch&uuml;sse sowie Zusch&uuml;sse aus der &quot;Aktion 55&quot; (Zusch&uuml;sse).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage teilweise statt. Die Klagestattgabe bezog sich auf einzelne Werkvertr&auml;ge. Die aufgrund dieser Vertr&auml;ge ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten erfolgten nach dem Urteil des FG im Rahmen eines Zweckbetriebs nach &sect; 65 der Abgabenordnung (AO), so dass insoweit der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG anzuwenden war. Die Klage hatte insoweit Erfolg, als die T&auml;tigkeiten im Rahmen des Zweckbetriebs nicht der K&ouml;rperschaft- und der Gewerbesteuer unterliegen. Das Vorliegen eines Zweckbetriebs st&uuml;tzte das FG auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27. Oktober 1993 I R 60\/91 (BFHE 174, 97, BStBl II 1994, 573). Danach sei ein Wettbewerb i.S. von &sect; 65 Nr. 3 AO vermeidbar, so dass kein Zweckbetrieb vorliege, wenn die von der K&ouml;rperschaft verfolgten steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke auch ohne die steuerlich beg&uuml;nstigte T&auml;tigkeit zu erreichen sei. Somit liege im Streitfall ein Zweckbetrieb vor, soweit die Kl&auml;gerin sich auf das beschr&auml;nkt habe, was mit ihrem steuerbeg&uuml;nstigten Zweck, der satzungsm&auml;&szlig;igen F&ouml;rderung des Natur- und Landschaftsschutzes, in notwendiger Weise verbunden gewesen sei. Dementsprechend bejahte das FG f&uuml;r einige der Werkvertr&auml;ge die Zweckbetriebseigenschaft und verneinte sie f&uuml;r andere.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde wendet sich das FA gegen die Nichtzulassung der Revision und r&uuml;gt Divergenz zum BFH-Urteil in BFHE 174, 97, BStBl II 1994, 573.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach Ziffer I.1 und I.3 der Erg&auml;nzenden Regelungen des Gesch&auml;ftsverteilungsplans des BFH ist die Zust&auml;ndigkeit des V. Senat des BFH gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen. Die geltend gemachte Divergenz zum BFH-Urteil in BFHE 174, 97, BStBl II 1994, 573 liegt nicht vor. Nach dem BFH-Urteil kommt es f&uuml;r die Frage, ob vermeidbarer Wettbewerb nach &sect; 65 Nr. 3 AO vorliegt, darauf an, ob die steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke auch ohne steuerlich beg&uuml;nstigte entgeltliche T&auml;tigkeit und damit ohne den wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb zu erreichen seien. Dementsprechend hat das FG sein Urteil darauf gest&uuml;tzt, ob sich die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin im wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb auf das beschr&auml;nke, was zur Erreichung des steuerbeg&uuml;nstigten Satzungszwecks notwendig sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen stellen Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils keinen Zulassungsgrund dar. Von vornherein unbeachtlich sind daher Einw&auml;nde gegen die Richtigkeit des angefochtenen Urteils, die nur im Rahmen einer Revision erheblich sein k&ouml;nnen. Anders ist es nur, wenn ein sog. qualifizierter Rechtsanwendungsfehler vorliegt, der ausnahmsweise die Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO rechtfertigt. Daf&uuml;r kommen aber nur offensichtliche materielle oder formelle Fehler des FG im Sinne einer willk&uuml;rlichen Entscheidung in Betracht. Hingegen reicht eine allenfalls fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalles nicht aus (BFH-Beschluss vom 17. Januar 2006 VIII B 172\/05, BFH\/NV 2006, 799). So ist es im Streitfall, bei dem allenfalls von einer fehlerhaften Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auszugehen w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Es liegt auch kein Verfahrensfehler (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) vor. Die vom FA ger&uuml;gte widerspr&uuml;chliche W&uuml;rdigung der einzelnen Vertr&auml;ge kann einen Verfahrensmangel nur dann begr&uuml;nden, wenn &uuml;berhaupt jede Begr&uuml;ndung der Entscheidung fehlt oder eine Begr&uuml;ndung vorhanden ist, diese aber derart unverst&auml;ndlich und verworren ist, dass nicht mehr erkennbar ist, welche &Uuml;berlegungen f&uuml;r die (Sach-)Entscheidung ma&szlig;gebend waren. Hingegen stellt eine blo&szlig; l&uuml;ckenhafte Begr&uuml;ndung grunds&auml;tzlich keinen Mangel in diesem Sinne dar. Dar&uuml;ber hinaus kann &sect; 105 Abs. 2 Nr. 5 FGO zwar verletzt sein, wenn die Entscheidungsgr&uuml;nde nur zum Teil fehlen. Das setzt aber grobe Begr&uuml;ndungsm&auml;ngel in einem Ausma&szlig; voraus, dass die Entscheidungsgr&uuml;nde des FG zum Nachweis der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Urteilsspruchs schlechterdings ungeeignet erscheinen und den Beteiligten keine hinreichende Kenntnis dar&uuml;ber vermitteln, auf welchen Feststellungen, Erkenntnissen und rechtlichen Erw&auml;gungen das Urteil beruht (vgl. BFH-Beschluss vom 24. Juni 2008 X B 138\/07, BFH\/NV 2008, 1516, m.w.N.). Dies trifft auf das Urteil des FG im Streitfall nicht zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.10.2008, V B 265\/07 Qualifizierter Rechtsanwendungsfehler Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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