{"id":16468,"date":"2012-12-18T15:44:30","date_gmt":"2012-12-18T13:44:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16468"},"modified":"2012-12-18T15:44:30","modified_gmt":"2012-12-18T13:44:30","slug":"i-b-178-07-voraussetzungen-fuer-grundsaetzliche-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-178-07-voraussetzungen-fuer-grundsaetzliche-bedeutung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;178\/07 &#8211; Voraussetzungen f&uuml;r grunds&auml;tzliche Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2008, I B 178\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen f&uuml;r grunds&auml;tzliche Bedeutung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die steuerrechtliche Behandlung verdeckter Gewinnaussch&uuml;ttungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, deren Anteile s&auml;mtlich von der A-AG gehalten werden. Im Rahmen einer Betriebspr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1992 bis 1994 waren bei ihr bestimmte Zahlungen an die A-AG als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen angesehen worden; die Richtigkeit dieser Beurteilung ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Der Pr&uuml;fer hatte jedoch den Betrag der verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (230 792 DM) nicht im Wege einer au&szlig;erbilanziellen Hinzurechnung ber&uuml;cksichtigt; vielmehr hatte er eine Pr&uuml;ferbilanz erstellt, auf deren Passivseite eine &quot;Verbindlichkeit A&quot; in H&ouml;he von .\/. 230 791,89 DM ausgewiesen war. Die Einstellung dieser negativen Position auf der Passivseite hatte bei der Gewinnermittlung f&uuml;r 1994 den Unterschiedsbetrag i.S. des &sect; 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes erh&ouml;ht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In den Steuerbilanzen f&uuml;r die Folgejahre wurde die genannte Bilanzposition zun&auml;chst unver&auml;ndert fortgef&uuml;hrt. Eine Gewinnauswirkung ergab sich daraus nicht. Mit Vertrag vom 17. Januar 2002 trat die Kl&auml;gerin jedoch im Zuge einer Umstellung ihrer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit alle zu diesem Stichtag bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die A-AG ab. Die als Gegenleistung gew&auml;hrten Entgeltsanspr&uuml;che wurden mit gegen&uuml;ber der A-AG bestehenden Verbindlichkeiten aufgerechnet. In diesem Zusammenhang wurde auch die in der Bilanz ausgewiesene negative Verbindlichkeit aufgel&ouml;st.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ber&uuml;cksichtigte diesen Vorgang gewinnmindernd. Demgegen&uuml;ber ging der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass durch eine solche Handhabung die urspr&uuml;ngliche Besteuerung der verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werde, was zu einem unzutreffenden Totalgewinn f&uuml;hre. Er ber&uuml;cksichtigte deshalb die von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Gewinnminderung nicht. Auf dieser Basis erlie&szlig; das FA Steuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre (2002 bis 2004). Die Kl&auml;gerin focht die Bescheide wegen des genannten sowie wegen weiterer Streitpunkte mit Einspruch und nachfolgender Klage an. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab, ohne die Revision gegen sein Urteil zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat das Urteil des FG zun&auml;chst umfassend mit einer Nichtzulassungsbeschwerde angefochten. Im weiteren Verlauf hat sie ihr Rechtsmittel auf den genannten Streitpunkt beschr&auml;nkt. Sie macht geltend, dass die Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Nichtzulassungsbeschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Das Urteil des FG bezieht sich auf die Veranlagungszeitr&auml;ume 2002 bis 2004 und auf mehrere weitere Streitpunkte (u.a. Kapitalertragsteuer und Versp&auml;tungszuschlag zur K&ouml;rperschaftsteuer 2002). Die Kl&auml;gerin hat es zun&auml;chst in vollem Umfang angefochten. Die sp&auml;ter erfolgte Beschr&auml;nkung ihres Begehrens ist jedoch dahin zu deuten, dass sie ihr Rechtsmittel hinsichtlich der nicht mehr verfolgten Streitpunkte zur&uuml;ckgenommen hat. Deshalb ist das Verfahren insoweit einzustellen (&sect; 72 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. &sect; 121 Satz 1 FGO) und nur &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde wegen der K&ouml;rperschaftsteuer und des Gewerbesteuermessbetrags 2002 sowie wegen gesonderter Feststellungen zum 31. Dezember 2002 inhaltlich zu entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                III. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO ist die Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat. Das ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur dann der Fall, wenn die Entscheidung des konkreten Rechtsstreits von der Beantwortung einer Rechtsfrage abh&auml;ngt, die im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Anwendung des Rechts der Kl&auml;rung bedarf (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 23, m.w.N.). Das hiernach notwendige Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis kann nicht nur dann fehlen, wenn bereits h&ouml;chstrichterliche Entscheidungen ergangen sind, die speziell die betreffende Frage betreffen. Es fehlt vielmehr auch dann, wenn sich die Antwort auf jene Frage aus allgemeinen Grunds&auml;tzen ergibt, die in der Rechtsprechung entwickelt worden sind und keiner erneuten &Uuml;berpr&uuml;fung bed&uuml;rfen (BFH-Beschluss vom 21. November 2007 XI B 101\/06, BFH\/NV 2008, 396, m.w.N.). Deshalb verleiht allein der Umstand, dass zu einer bestimmten Frage noch keine h&ouml;chstrichterliche Entscheidung vorliegt, der Frage keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. Dezember 1998 VI B 215\/98, BFHE 187, 559, BStBl II 1999, 231; vom 19. Januar 2006 VIII B 14\/05, BFH\/NV 2006, 709, 710; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 28, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese &Uuml;berlegung greift u.a. im Streitfall durch. Denn es geht hier im Kern um die steuerlichen Auswirkungen eines Fehlers, der dem FA im Anschluss an die Betriebspr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1992 bis 1994 unterlaufen ist: Nachdem bei dieser Pr&uuml;fung verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen aufgedeckt worden waren, h&auml;tte der Gewinn der Kl&auml;gerin au&szlig;erhalb der Bilanz erh&ouml;ht werden m&uuml;ssen (vgl. dazu Senatsurteile vom 29. Juni 1994 I R 137\/93, BFHE 175, 347, BStBl II 2002, 366; vom 28. Januar 2004 I R 21\/03, BFHE 205, 186, BStBl II 2005, 841). W&auml;re das geschehen, so h&auml;tten die Bilanzen der Folgejahre keine Position enthalten, die in der Bilanz des Streitjahres in der beschriebenen Weise h&auml;tte aufgel&ouml;st werden m&uuml;ssen; eine im Streitjahr wirkende Gewinnminderung w&auml;re dann nicht eingetreten. Dasselbe Ergebnis h&auml;tte sich eingestellt, wenn das FA die Korrektur des Gewinns innerhalb der Bilanz h&auml;tte vornehmen wollen und zu diesem Zweck &#8211;was bei einer solchen systematischen Sicht nahe gelegen h&auml;tte und wovon der Argumentationsansatz der Kl&auml;gerin ausgeht&#8211; eine fiktive Forderung aktiviert h&auml;tte. Denn diese nur steuerlich anzusetzende &quot;Forderung&quot; w&auml;re durch die zivilrechtliche Verrechnungsabrede zwischen der Kl&auml;gerin und der K-AG nicht ber&uuml;hrt worden, weshalb die entsprechende Position in der Bilanz des Streitjahres h&auml;tte fortgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen und mithin der steuerlich anzusetzende Gewinn ebenfalls unber&uuml;hrt geblieben w&auml;re. Dann aber kann im Streitfall eine davon abweichende Behandlung nicht allein deshalb in Erw&auml;gung gezogen werden, weil das FA weder den einen noch den anderen Weg beschritten, sondern stattdessen eine negative Verbindlichkeit der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der A-AG angesetzt hat. Das bedarf keiner Kl&auml;rung durch ein Revisionsverfahren, weshalb der Streitfall insoweit keine grunds&auml;tzliche Bedeutung aufweist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Im Ergebnis dasselbe gilt im Hinblick auf die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO. Auf weitere Ausf&uuml;hrungen wird gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO verzichtet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect; 135 Abs. 2 FGO. Soweit die Kl&auml;gerin die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckgenommen hat, tr&auml;gt sie die Kosten gem&auml;&szlig; &sect; 136 Abs. 2 FGO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.9.2008, I B 178\/07 Voraussetzungen f&uuml;r grunds&auml;tzliche Bedeutung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die steuerrechtliche Behandlung verdeckter Gewinnaussch&uuml;ttungen. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, deren Anteile s&auml;mtlich von der A-AG gehalten werden. 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