{"id":16500,"date":"2012-12-19T14:40:03","date_gmt":"2012-12-19T12:40:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16500"},"modified":"2012-12-19T14:40:35","modified_gmt":"2012-12-19T12:40:35","slug":"v-b-247-07-landwirtschaftlicher-bewirtschaftungsvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-247-07-landwirtschaftlicher-bewirtschaftungsvertrag\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;247\/07 &#8211; Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsvertrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2008, V B 247\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsvertrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb. Er hatte gem&auml;&szlig; &sect; 24 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes 1993 zur Regelbesteuerung optiert und versteuerte seine Ums&auml;tze nach vereinbarten Entgelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 1997 schloss er mit den Inhabern eines landwirtschaftlichen Gutes einen auf f&uuml;nf Jahre befristeten &quot;Bewirtschaftungsvertrag&quot;, wonach ihm das Recht &uuml;berlassen wurde, bestimmte landwirtschaftliche Nutzfl&auml;chen gegen &Uuml;berlassung der H&auml;lfte der Ernte zu bewirtschaften. Nach dem vom Finanzgericht (FG) in Bezug genommenen &sect; 2 der Vereinbarung sollten &quot;durch die Zusammenarbeit beider Betriebe&quot; Kosten gespart werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem es im Folgejahr zu Unstimmigkeiten zwischen den Vertragspartnern gekommen war, schlossen die Beteiligten einen Vergleich, wonach sich die Gutsinhaber verpflichteten, f&uuml;r die Zustimmung zur sofortigen Aufhebung des Vertrages an den Kl&auml;ger &#8230; DM zu zahlen sowie weitere &#8230; DM f&uuml;r die bereits erfolgte D&uuml;ngung der Felder. Im Streitjahr 1998 wurde ein Teilbetrag von &#8230; DM und im Jahre 2000 der Restbetrag von &#8230; DM gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) zun&auml;chst nur den in 1998 erhaltenen Teilbetrag von &#8230; DM als steuerbar erfasst hatte, besteuerte es im Rahmen des Einspruchsverfahrens die gesamte Abfindung von &#8230; DM f&uuml;r den Zeitraum 1998 in H&ouml;he des Nettobetrages.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage, mit der der Kl&auml;ger die Herabsetzung der Umsatzsteuer um die Entgelte aus den Abfindungszahlungen (mit Ausnahme der f&uuml;r die D&uuml;ngung erhaltenen &#8230; DM) begehrte, wies das FG ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es insbesondere aus, diese Zahlung sei nicht im Rahmen der Aufl&ouml;sung einer Gesellschaft B&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) erfolgt, da eine derartige Gesellschaft nicht bestehe. Gegen eine Gesellschaftsgr&uuml;ndung spreche bereits die gew&auml;hlte Bezeichnung des Vertrages als &quot;Bewirtschaftungsvertrag&quot;. Auch seien die Aufwendungen nicht gemeinsam von der Gesellschaft getragen worden, sondern unter den Beteiligten derart aufgeteilt worden, dass die grundst&uuml;cksbezogenen Aufwendungen von den Gutsbesitzern und die bewirtschaftungsbezogenen Aufwendungen vom Kl&auml;ger zu tragen gewesen seien. Im &Uuml;brigen sei kein gemeinsames Gesamthandsverm&ouml;gen gebildet worden und die Gesellschaft sei nicht nach au&szlig;en als solche aufgetreten. Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der auf grunds&auml;tzliche Bedeutung gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), wenn eine Rechtsfrage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Fortentwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln (z.B. Senatsbeschluss vom 28. August 2008 V B 72\/07, BFH\/NV 2008, 1898), die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Streitfall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Kl&auml;ger hat keine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung bezeichnet, wenn er gekl&auml;rt haben will, ob &quot;der Abschluss eines in der Landwirtschaft &uuml;blichen Bewirtschaftungsvertrages &#8211;wie der Vorliegende&#8211; zur Gr&uuml;ndung einer GbR f&uuml;hrt&quot;. Denn ob zwei Parteien im Rahmen eines Gesellschaftsvertrages nach &sect;&sect; 705, 706 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches ein gemeinsames Unternehmen gegr&uuml;ndet haben oder ob zwei Unternehmer lediglich im Rahmen eines schuldrechtlichen Pacht- oder Bewirtschaftungsvertrages einen Leistungsaustausch vereinbart haben, h&auml;ngt jeweils von den Umst&auml;nden des Einzelfalles ab (zur Gr&uuml;ndung einer landwirtschaftlichen GbR vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3. August 1973 IV R 21\/72, BFHE 110, 132, BStBl II 1973, 844).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der R&uuml;ge, das FG habe eindeutige Indizien f&uuml;r das Vorliegen einer Gesellschaft verkannt, wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage nicht dargelegt, sondern lediglich die unrichtige Rechtsanwendung im Einzelfall ger&uuml;gt, die die Revision nicht er&ouml;ffnet (z.B. BFH-Beschluss vom 31. Mai 2000 X B 111\/99, BFH\/NV 2000, 1461). Im &Uuml;brigen spricht schon &sect; 2 des Bewirtschaftungsvertrages, wonach Zweck des Vertrages war, die Zusammenarbeit &quot;beider Betriebe&quot; zu f&ouml;rdern, gegen eine gemeinschaftliche Gesellschaftsgr&uuml;ndung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2008, V B 247\/07 Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsvertrag Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb. Er hatte gem&auml;&szlig; &sect; 24 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes 1993 zur Regelbesteuerung optiert und versteuerte seine Ums&auml;tze nach vereinbarten Entgelten. 2&nbsp; Im Jahre 1997 schloss er mit den Inhabern eines landwirtschaftlichen Gutes einen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-247-07-landwirtschaftlicher-bewirtschaftungsvertrag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;247\/07 &#8211; Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsvertrag<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16500\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}