{"id":16519,"date":"2012-12-10T16:28:20","date_gmt":"2012-12-10T14:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16519"},"modified":"2012-12-10T16:28:20","modified_gmt":"2012-12-10T14:28:20","slug":"ix-r-84-07-abfindung-als-entschaedigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-84-07-abfindung-als-entschaedigung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Abfindung als Entsch&auml;digung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.7.2008, IX R 84\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Abfindung als Entsch&auml;digung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war Vorstandsmitglied der Z AG wie auch der Y AG. Der f&uuml;r das Anstellungsverh&auml;ltnis mit der Z AG exemplarisch vorgelegte Anstellungsvertrag vom &#8230; Dezember 1995 bestimmte, dass der Vertrag am 31. Dezember 1998 enden sollte, im Fall der erneuten Bestellung als Vorstandsmitglied zum Ablauf dieser Amtszeit. Mit schriftlichem Vertrag jeweils vom Juli 1999 mit der Z AG sowie der Y AG wurde der jeweilige Vorstandsanstellungsvertrag &uuml;ber den 31. Dezember 1999 hinaus nicht verl&auml;ngert sowie das Vorstandsmandat zum 31. Dezember 1999 beendet. In einem weiteren Vertrag mit der Y AG vom Juli 1999 wurde vereinbart, dass der Kl&auml;ger eine &quot;Abfindung f&uuml;r den Verlust des Arbeitsplatzes gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 9, 34, 24 EStG&quot; in H&ouml;he von &#8230; DM brutto erhalten sollte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Einkommensteuerbescheid 2000 (Streitjahr) wurde die Abfindung in H&ouml;he von &#8230; DM (&#8230; DM .\/. 20 000 DM Freibetrag in 1999) gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 (StEntlG 1999\/2000\/2002) nach der sog. F&uuml;nftel-Regelung versteuert. Der Einspruch blieb ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Klageverfahren berief sich der Kl&auml;ger auf eine verfassungswidrige R&uuml;ckwirkung von &sect; 34 EStG i.d.F. des StEntlG 1999\/ 2000\/2002 sowie auf die materielle Verfassungswidrigkeit der Norm im &Uuml;brigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass die verbindliche Vereinbarung der Abfindung deutlich nach dem Beschluss des Steuerentlastungsgesetzes am 4. M&auml;rz 1999 und dessen Verk&uuml;ndung am 31. M&auml;rz 1999 getroffen worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger neben Verfahrensfehlern (&sect; 76 Abs. 1, &sect; 96 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;, &sect; 96 Abs. 2 FGO i.V.m. Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) die Verletzung materiellen Rechts (fehlerhafte Auslegung der Abfindungsvereinbarung sowie Verfassungswidrigkeit von &sect; 34 EStG in der im Streitfall geltenden Fassung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                das Urteil des FG aufzuheben und dar&uuml;ber eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts einzuholen, ob die F&uuml;nftel-Regelung gem&auml;&szlig; &sect; 34 EStG i.d.F. des StEntlG 1999\/2000\/2002 verfassungsgem&auml;&szlig; ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Sache beantragt der Kl&auml;ger, die Abfindung in H&ouml;he von &#8230; DM mit dem halben durchschnittlichen Steuersatz nach &sect; 34 EStG a.F. zu versteuern und die Einkommensteuer 2000 entsprechend herabzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO). Die finanzgerichtlichen Feststellungen tragen die Einordnung der streitbefangenen Abfindung als Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 i.V.m. &sect; 34 Abs. 2 Nr. 2 EStG nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Verfahrensr&uuml;gen des Kl&auml;gers erachtet der Senat nicht f&uuml;r durchgreifend (&sect; 126 Abs. 6 Satz 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Entsch&auml;digungen i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG sind solche Leistungen, die als Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen gew&auml;hrt werden, d.h. an die Stelle weggefallener oder wegfallender Einnahmen treten (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Oktober 2007 XI R 33\/06, BFH\/NV 2008, 361, m.w.N.; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., &sect; 24 Rz 13). Die Entsch&auml;digung muss unmittelbar durch den Verlust von steuerbaren Einnahmen bedingt, d.h. durch den Fortfall der erwarteten oder zu erwartenden Einnahmen sachlich begr&uuml;ndet sein (Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, EStG, &sect; 24 Rz 20, m.w.N.). Dies erfordert, dass die bisherige Grundlage f&uuml;r den Erf&uuml;llungsanspruch weggefallen ist und der an die Stelle der bisherigen Einnahmen getretene Ersatzanspruch auf einer neuen Rechts- oder Billigkeitsgrundlage beruht (vgl. BFH-Urteil vom 10. September 2003 XI R 9\/02, BFHE 204, 65, BStBl II 2004, 349, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nicht um eine Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG handelt es sich, wenn sie daf&uuml;r geleistet wird, dass kein neuer Vertrag abgeschlossen wird (vgl. auch BFH-Urteil vom 22. April 2008 IX R 83\/07, m.w.N. zu &sect; 3 Nr. 9 EStG, von dem ein Abdruck beigef&uuml;gt ist); denn sie gilt keine entgangenen oder entgehende Einnahmen ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar ist eine Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG auch dann angenommen worden, wenn bereits bei Beginn des Dienstverh&auml;ltnisses ein Ersatzanspruch f&uuml;r den Fall der betriebsbedingten K&uuml;ndigung oder Nichtverl&auml;ngerung des Dienstverh&auml;ltnisses vereinbart wird (BFH-Urteil in BFHE 204, 65, BStBl II 2004, 349). Dem ist aber die Vereinbarung einer Entsch&auml;digung w&auml;hrend des (noch) laufenden befristeten Dienstverh&auml;ltnisses jedenfalls dann nicht gleichzustellen, wenn sie daf&uuml;r geleistet wird, dass das Dienstverh&auml;ltnis vertragsgem&auml;&szlig; ausl&auml;uft und nicht verl&auml;ngert wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Sache ist nicht spruchreif. Im Streitfall spricht viel daf&uuml;r, dass die streitbefangene Abfindung nach den genannten Grunds&auml;tzen keine Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG darstellt, weil sie im Hinblick darauf gew&auml;hrt wurde, dass die befristeten Anstellungsvertr&auml;ge des Kl&auml;gers ausliefen. Hierzu hat das FG jedoch keine Feststellungen getroffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG wird im zweiten Rechtsgang festzustellen haben, ob die streitige Entsch&auml;digung f&uuml;r die Beendigung eines laufenden Vertrages mit der Konsequenz eines &#8211;dann zu entsch&auml;digenden&#8211; Verdienstausfalles oder aber deshalb geleistet wurde, weil wegen Nichtabschlusses eines neuen Vertrages keine neue Verdienstm&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet wurde, worauf ggf. eine tats&auml;chliche, nicht aber vertraglich fundierte Hoffnung des Kl&auml;gers bestand. Im letztgenannten Fall ist &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG nicht anwendbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.7.2008, IX R 84\/07 Abfindung als Entsch&auml;digung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war Vorstandsmitglied der Z AG wie auch der Y AG. Der f&uuml;r das Anstellungsverh&auml;ltnis mit der Z AG exemplarisch vorgelegte Anstellungsvertrag vom &#8230; Dezember 1995 bestimmte, dass der Vertrag am 31. 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