{"id":16554,"date":"2012-12-10T05:56:47","date_gmt":"2012-12-10T03:56:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16554"},"modified":"2012-12-10T05:56:47","modified_gmt":"2012-12-10T03:56:47","slug":"ii-r-68-06-schaetzung-der-ueblichen-miete-par-146-abs-3-bewg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-68-06-schaetzung-der-ueblichen-miete-par-146-abs-3-bewg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;68\/06 &#8211; Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete (&sect; 146 Abs. 3 BewG)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2008, II R 68\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete (&sect; 146 Abs. 3 BewG)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betrieb seit 1984 auf einem Grundst&uuml;ck ein Ausflugslokal mit elf Fremdenzimmern. Den Betrieb hatte der Kl&auml;ger zun&auml;chst im Ganzen von seinem Vater gepachtet. Das zum Betrieb geh&ouml;rende Geb&auml;ude stand als Geb&auml;ude auf fremdem Grund und Boden im Eigentum des Vaters. Das Grundst&uuml;ck selbst geh&ouml;rte der Mutter.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Vertrag vom 27. September 2001 &uuml;bertrugen der Vater den Betrieb mit allen Aktiva und Passiva und die Mutter das Grundst&uuml;ck im Wege der Schenkung auf den Kl&auml;ger.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Erkl&auml;rung zur Feststellung des Grundst&uuml;ckswertes f&uuml;r das Geb&auml;ude auf fremdem Grund und Boden gab der Kl&auml;ger an, dass er an seinen Vater monatlich 17 500 DM Pacht gezahlt habe. Hiervon seien 3 500 DM auf das Inventar entfallen; 1 000 DM h&auml;tten seiner Mutter im Innenverh&auml;ltnis f&uuml;r den Grund und Boden zugestanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 24. Juli 2003 setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den auf den 27. September 2001 ermittelten Grundst&uuml;ckswert f&uuml;r das Geb&auml;ude auf 1 962 000 DM (1 003 154 EUR) fest. Das FA ermittelte diesen Wert gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 146, 148 des Bewertungsgesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (BewG). Die hierbei als &uuml;blich zugrunde gelegte Miete von 9,58 DM\/qm hatte das FA aus den in den Vorjahren erzielten Ums&auml;tzen des Betriebes und den Umsatzzahlen anderer vergleichbarer Betriebe abgeleitet, weil vergleichbare, fremdvermietete Geb&auml;ude fehlten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die nach erfolglosem Einspruch eingelegte Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) folgte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 95 ver&ouml;ffentlichten Urteil der Rechtsauffassung des Kl&auml;gers, wonach der Grundst&uuml;ckswert nicht nach &sect;&sect; 146, 148 BewG, sondern nach &sect;&sect; 147, 148 BewG zu ermitteln sei, weil sich die f&uuml;r die Anwendung des &sect; 146 Abs. 3 BewG erforderliche &uuml;bliche Miete nicht ermitteln lasse (&sect; 147 Abs. 1 Satz 1 BewG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision des FA. Es r&uuml;gt fehlerhafte Anwendung des &sect; 146 Abs. 3 BewG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Grundst&uuml;ckswert nach &sect;&sect; 147, 148 BewG zu ermitteln ist, weil sich eine f&uuml;r die Anwendung des &sect; 146 Abs. 3 BewG erforderliche &uuml;bliche Miete nicht ermitteln l&auml;sst (&sect; 147 Abs. 1 Satz 1 BewG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Grundst&uuml;ckswert f&uuml;r Geb&auml;ude auf fremdem Grund und Boden ist gem&auml;&szlig; &sect; 148 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 BewG zu ermitteln. Er ergibt sich aus der Differenz des nach demgem&auml;&szlig; &sect; 146 oder &sect; 147 BewG ermittelten Wert des bebauten Grundst&uuml;cks und nach demgem&auml;&szlig; &sect; 148 Abs. 1 Satz 1 BewG ermittelten Wert f&uuml;r das mit dem Geb&auml;ude auf fremdem Grund und Boden bebaute Grundst&uuml;ck (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18. August 2004 II R 17\/02, BFH\/NV 2005, 505).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Wert des bebauten Grundst&uuml;cks wird gem&auml;&szlig; &sect; 147 BewG ermittelt, wenn das Grundst&uuml;ck nicht oder vom Eigent&uuml;mer oder dessen Familie selbst genutzt, anderen unentgeltlich zur Nutzung &uuml;berlassen oder an Angeh&ouml;rige (&sect; 15 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) oder Arbeitnehmer des Eigent&uuml;mers vermietet wird und sich f&uuml;r das Grundst&uuml;ck die &uuml;bliche Miete (&sect; 146 Abs. 3 BewG) nicht ermitteln l&auml;sst (&sect; 147 Abs. 1 Satz 1 BewG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die &uuml;bliche Miete ist gem&auml;&szlig; &sect; 146 Abs. 3 BewG die Miete, die f&uuml;r nach Art, Lage, Gr&ouml;&szlig;e, Ausstattung und Alter vergleichbare, nicht preisgebundene Grundst&uuml;cke von fremden Mietern bezahlt wird. Die &uuml;bliche Miete kann danach nur anhand der Mieten f&uuml;r vergleichbare Grundst&uuml;cke\/Geb&auml;ude gesch&auml;tzt werden, nicht aber anhand der Ertr&auml;ge oder Ums&auml;tze der Gewerbebetriebe, denen das zu bewertende Objekt und etwaige Vergleichsobjekte dienen. Mietspiegel oder Mietdatenbanken (&sect; 558e des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) stellen dabei eine geeignete Sch&auml;tzungsgrundlage dar, sofern und soweit sie tats&auml;chlich auf Mieten beruhen, die mit vergleichbaren Grundst&uuml;cken\/Geb&auml;uden erzielt wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Gem&auml;&szlig; diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zutreffend angenommen, dass eine Bewertung des bebauten Grundst&uuml;cks nach &sect; 148 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 146 BewG ausscheidet und die Bewertung stattdessen nach &sect; 147 BewG zu erfolgen hat. Eine Bewertung nach &sect; 146 Abs. 2 BewG scheidet &#8211;wie sich aus Abs. 3 der Vorschrift ergibt&#8211; trotz der vom Kl&auml;ger gezahlten Pacht schon deshalb aus, weil Vater und Sohn Angeh&ouml;rige i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Nr. 3 AO sind. Ob die Pacht einer Miete i.S. des &sect; 146 Abs. 2 BewG gleichgestellt werden k&ouml;nnte, kann daher auf sich beruhen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Bewertung nach &sect; 146 Abs. 3 BewG kommt nicht in Betracht, da das FA selbst einr&auml;umt, dass Mieten f&uuml;r vergleichbare Objekte nicht zur Verf&uuml;gung stehen, und da die Ums&auml;tze von Gewerbebetrieben keine zugelassene Sch&auml;tzungsgrundlage bilden. Somit l&auml;sst sich eine &uuml;bliche Miete nicht ermitteln, was gem&auml;&szlig; &sect; 147 Abs. 1 Satz 1 BewG zu einer Bewertung nach dieser Vorschrift f&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2008, II R 68\/06 Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete (&sect; 146 Abs. 3 BewG) Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betrieb seit 1984 auf einem Grundst&uuml;ck ein Ausflugslokal mit elf Fremdenzimmern. Den Betrieb hatte der Kl&auml;ger zun&auml;chst im Ganzen von seinem Vater gepachtet. Das zum Betrieb geh&ouml;rende Geb&auml;ude stand als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-68-06-schaetzung-der-ueblichen-miete-par-146-abs-3-bewg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;68\/06 &#8211; Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete (&sect; 146 Abs. 3 BewG)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16554","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16554"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16554\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}