{"id":16558,"date":"2012-12-10T05:56:58","date_gmt":"2012-12-10T03:56:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16558"},"modified":"2012-12-10T05:56:58","modified_gmt":"2012-12-10T03:56:58","slug":"vii-b-154-07-keine-zulassung-der-revision-bei-behaupteter-rechtswidriger-auslegung-einer-bestimmung-eines-doppelbesteuerungsabkommen-durch-das-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-154-07-keine-zulassung-der-revision-bei-behaupteter-rechtswidriger-auslegung-einer-bestimmung-eines-doppelbesteuerungsabkommen-durch-das-fg\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;154\/07 &#8211; Keine Zulassung der Revision bei behaupteter rechtswidriger Auslegung einer Bestimmung eines Doppelbesteuerungsabkommen durch das FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 27.2.2008, VII B 154\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Zulassung der Revision bei behaupteter rechtswidriger Auslegung einer Bestimmung eines Doppelbesteuerungsabkommen durch das FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Aufgrund eines an das Bundesamt f&uuml;r Finanzen gerichteten und auf Art. 27 des Abkommens vom 4. Oktober 1991 zwischen dem K&ouml;nigreich Norwegen und der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und &uuml;ber gegenseitige Amtshilfe auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen &#8211;DBA&#8211; (BStBl I 1993, 655) gest&uuml;tzten Vollstreckungsersuchens der norwegischen Steuerverwaltung erlie&szlig; der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ein Leistungsgebot und gegen&uuml;ber der Bank des Kl&auml;gers eine Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung, die nach Zahlung der gepf&auml;ndeten Betr&auml;ge durch die Drittschuldnerin inzwischen aufgehoben worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach erfolglosem Einspruch gegen das Leistungsgebot erhob der Kl&auml;ger Fortsetzungsfeststellungsklage, die das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen hat. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, dass das FA nach den Bestimmungen des DBA berechtigt gewesen sei, die von der norwegischen Steuerverwaltung angeforderten Abgabenr&uuml;ckst&auml;nde beizutreiben. Die Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. 1, 2 und 3 DBA seien im Streitfall erf&uuml;llt gewesen. Der Kl&auml;ger habe gegen den ihm zugestellten und in englischer Sprache abgefassten Steuerbescheid keine Rechtsmittel eingelegt. Damit habe ein rechtskr&auml;ftiger Vollstreckungstitel vorgelegen, dessen Inhalt nach den Vorgaben des DBA einer weiteren &Uuml;berpr&uuml;fung entzogen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO). Er macht geltend, dass es sich bei der Anwendung von Art. 27 DBA durch das FG um einen schwerwiegenden Fehler bei der Auslegung revisiblen Rechts handle. Bislang habe sich der Bundesfinanzhof (BFH) noch nicht mit der Frage befasst, welche formellen Anforderungen an eine wirksame Zustellung eines norwegischen Steuerbescheids in der Bundesrepublik Deutschland zu stellen seien. Da der norwegische Steuerbescheid in Englisch und nicht in Deutsch abgefasst worden sei, k&ouml;nne von einer wirksamen Zustellung in Deutschland nicht ausgegangen werden, weshalb die in Art. 27 DBA genannten Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der Kl&auml;ger hat die von ihm geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache und der Notwendigkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts nicht in der den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Weise (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO ist einer Rechtsfrage beizumessen, wenn ihre Beantwortung in dem angestrebten Revisionsverfahren aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei muss es sich um eine Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Fall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist. Zur Darlegung dieser Zulassungsvoraussetzungen ist es erforderlich, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formuliert und substantiiert auf ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingeht, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung &uuml;ber die Rechtssache abh&auml;ngt (Senatsbeschluss vom 22. Dezember 2006 VII B 165-167\/06, BFH\/NV 2007, 785, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Anforderungen wird die Beschwerde nicht gerecht. Im Kern seines Vorbringens wendet sich der Kl&auml;ger gegen die vermeintlich rechtsfehlerhafte Auslegung von Art. 27 DBA durch das FG. Mit der Behauptung, dass das FG geltendes Recht fehlerhaft angewandt habe, wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage jedoch nicht in ausreichender Weise dargelegt (BFH-Entscheidungen vom 15. Juni 2004 VI B 220\/00, BFH\/NV 2004, 1419, und vom 16. Dezember 2003 VII B 10\/03, BFH\/NV 2004, 529).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch die Behauptung des Kl&auml;gers, dass sich der BFH mit der Frage nach den Voraussetzungen f&uuml;r eine wirksame Zustellung eines norwegischen Steuerbescheids noch nicht besch&auml;ftigt habe, vermag die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Frage nicht zu belegen. Denn das FG hat die Vollstreckungsvoraussetzungen bejaht, weil es die Anforderungen des Art. 27 DBA &#8211;insbesondere die Vorlage von Urkunden, die nach den norwegischen Gesetzen erforderlich sind, um den Nachweis der rechtskr&auml;ftigen Steuerfestsetzung zu erbringen&#8211; als erf&uuml;llt angesehen hat. Der Kl&auml;ger hat nicht substantiiert dargelegt, dass die norwegischen Steuergesetze bei Auslandszustellungen eine &Uuml;bersetzung des zuzustellenden Steuerbescheids in die Sprache des Steuerpflichtigen vorschreiben und in welcher Weise sich eine Verletzung einer solchen Pflicht auf die Wirksamkeit der Zustellung auswirken k&ouml;nnte. Die blo&szlig;e Behauptung, die Rechtsfolge best&uuml;nde in der Unwirksamkeit der Zustellung, wird den Darlegungserfordernissen nicht gerecht. Im &Uuml;brigen kam es aus der Sicht des FG f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Vollstreckungsma&szlig;nahme nicht darauf an, ob der Kl&auml;ger wegen der Abfassung des Steuerbescheids in englischer Sprache gehindert gewesen sein k&ouml;nnte, fristgerecht Rechtsmittel einzulegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Da der Kl&auml;ger die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der von ihm aufgeworfenen Frage nicht in der erforderlichen Weise dargelegt hat, kommt auch eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 27.2.2008, VII B 154\/07 Keine Zulassung der Revision bei behaupteter rechtswidriger Auslegung einer Bestimmung eines Doppelbesteuerungsabkommen durch das FG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Aufgrund eines an das Bundesamt f&uuml;r Finanzen gerichteten und auf Art. 27 des Abkommens vom 4. 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