{"id":16560,"date":"2012-12-10T05:57:02","date_gmt":"2012-12-10T03:57:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16560"},"modified":"2012-12-10T05:57:02","modified_gmt":"2012-12-10T03:57:02","slug":"vii-b-181-07-keine-gehoersverletzung-wenn-gericht-seine-rechtsansicht-vor-der-entscheidungsfindung-nicht-mit-den-parteien-eroertert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-181-07-keine-gehoersverletzung-wenn-gericht-seine-rechtsansicht-vor-der-entscheidungsfindung-nicht-mit-den-parteien-eroertert\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;181\/07 &#8211; Keine Geh&ouml;rsverletzung wenn Gericht seine Rechtsansicht vor der Entscheidungsfindung nicht mit den Parteien er&ouml;rtert"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 7.3.2008, VII B 181\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Geh&ouml;rsverletzung wenn Gericht seine Rechtsansicht vor der Entscheidungsfindung nicht mit den Parteien er&ouml;rtert<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer inzwischen in Insolvenz geratenen GmbH. Durch die Vorlage von Scheinrechnungen, denen keine umsatzsteuerbaren Leistungen zugrunde lagen, erwirkte die GmbH die Erstattung eines Vorsteuerbetrags durch Verrechnung. Wegen dieses zu Unrecht erstatteten Betrags nahm der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Kl&auml;ger als Haftungsschuldner in Anspruch.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass der Kl&auml;ger durch die unbesehene und unkritische Unterzeichnung einer unrichtigen Umsatzsteuervoranmeldung den objektiven und subjektiven Tatbestand des &sect; 378 der Abgabenordnung erf&uuml;llt habe. Infolgedessen sei er zu Recht in Haftung genommen worden. Der Kl&auml;ger habe auch nicht ansatzweise nachvollziehbar dargelegt, in welcher Weise er den damaligen Controller des Betriebes hinsichtlich der Vorbereitung der Umsatzsteuervoranmeldungen eingewiesen und laufend &uuml;berwacht habe. Seine Darlegungen in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinsichtlich einer &Uuml;berwachung durch Dritte seien substanzlos und daher nicht nachvollziehbar geblieben. Dies gelte f&uuml;r die Behauptung, dass die den Scheinrechnungen vermeintlich zugrunde liegenden Investitionen vom Beirat der GmbH gebilligt worden seien. Eine namentliche Benennung einer Person des Beirats sei nicht erfolgt. Da es an jeglichem konkreten Beweisthema gefehlt habe, habe auch keine Vernehmung des &#8211;namentlich nicht benannten&#8211; Mitarbeiters der GmbH zur T&auml;tigkeit des Beirats erfolgen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den Antrag des Kl&auml;gers auf Berichtigung des Protokolls lehnte das FG mit Beschluss vom 10. August 2007&nbsp;&nbsp;3 K 1204\/05 mit dem Hinweis ab, dass der Kl&auml;ger die Vernehmung der erw&auml;hnten Zeugen nicht f&ouml;rmlich beantragt habe und dass es sich bei den vermissten Angaben nicht um solche handele, deren Feststellung gesetzlich vorgeschrieben sei. Auch den Antrag auf Tatbestandsberichtigung hat das FG mit Beschluss vom 13. August 2007&nbsp;&nbsp;3 K 1204\/05 abgelehnt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Da das FG seine Entscheidung u.a. damit begr&uuml;ndet habe, dass die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers nicht nachvollziehbar gewesen seien, habe es ihm, dem Kl&auml;ger, Gelegenheit zur Erg&auml;nzung des als unzureichend empfundenen Sachvortrags bzw. entsprechende Hinweise geben m&uuml;ssen. Zudem sei die Behauptung des FG falsch, er habe die von ihm in Bezug genommenen Personen namentlich nicht benannt und den Pflichtenkreis nicht beschrieben. Tats&auml;chlich habe er das Mitglied des Verwaltungsbeirats X sowie die Prokuristin des Unternehmens Frau Z genannt. Dies sei im Protokoll nicht festgehalten worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, denn die behauptete Geh&ouml;rsverletzung liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Ausweislich der Urteilsbegr&uuml;ndung hat sich der Kl&auml;ger zu allen Punkten &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, die er gegen seine haftungsrechtliche Inanspruchnahme vorzubringen in der Lage war. Der Beschwerde l&auml;sst sich nicht entnehmen, dass das FG den Kl&auml;ger in der Wahrnehmung seines Rechts auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs in irgendeiner Weise gehindert hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. a) Entgegen der Auffassung der Beschwerde war das FG auch nicht zu Hinweisen verpflichtet, welchen Sachverhalt es zugrunde legen wird und wie es das Vorbringen des Kl&auml;gers zu w&uuml;rdigen beabsichtigt. Vor seiner Entscheidungsfindung braucht das Gericht seine Rechtsansicht nicht m&uuml;ndlich oder schriftlich mitzuteilen bzw. die f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;geblichen Gesichtspunkte und Rechtsfragen sowie die W&uuml;rdigung des Parteivortrags im Voraus anzudeuten oder sogar umfassend zu er&ouml;rtern (Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5. April 2006 I B 84\/05, BFH\/NV 2006, 1497, und vom 10. August 2005 VIII B 344\/04, BFH\/NV 2006, 78, m.w.N., sowie Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 8. Juli 1997 1 BvR 1934\/93, BVerfGE 96, 189, Neue Juristische Wochenschrift 1997, 2305).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die R&uuml;ge der fehlerhaften Beweisw&uuml;rdigung vermag einen Verfahrensmangel nicht zu belegen. Denn die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung sind dem materiellen Recht zuzuordnen (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 82).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch die mit der Beschwerde wiederholten Behauptungen des Kl&auml;gers, er habe die Namen der von ihm in Bezug genommenen Zeugen und den zu bezeugenden Sachverhalt ausdr&uuml;cklich genannt, lassen keinen Verfahrensfehler erkennen. Sie stehen in Widerspruch zu den Urteilsgr&uuml;nden und zu den Ausf&uuml;hrungen in den Beschl&uuml;ssen, mit denen das FG den Antrag auf Protokoll- und Tatbestandsberichtigung abgelehnt hat. Das FG hat in den letztgenannten Entscheidungen nochmals unanfechtbar und damit f&uuml;r die Revisionsinstanz bindend (BFH-Beschl&uuml;sse vom 29. Juni 1992 V B 86\/91, BFH\/NV 1993, 181; vom 11. November 2004 V B 82\/04, BFH\/NV 2005, 568) bekr&auml;ftigt, dass der Kl&auml;ger diese Personen &#8211;ohne Namensnennung&#8211; nur gespr&auml;chsweise ins Spiel gebracht habe. H&auml;tte der Kl&auml;ger besonderen Wert auf die Aussage der von ihm benannten Zeugen gelegt, w&auml;re es ihm unbenommen gewesen, entsprechende Beweisantr&auml;ge in das Protokoll aufnehmen zu lassen. F&ouml;rmliche Beweisantr&auml;ge hat der Kl&auml;ger jedoch ausweislich des Protokolls und des die Berichtigung ablehnenden FG-Beschlusses nicht gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 7.3.2008, VII B 181\/07 Keine Geh&ouml;rsverletzung wenn Gericht seine Rechtsansicht vor der Entscheidungsfindung nicht mit den Parteien er&ouml;rtert Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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