{"id":16569,"date":"2012-12-10T05:57:04","date_gmt":"2012-12-10T03:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16569"},"modified":"2012-12-10T05:57:04","modified_gmt":"2012-12-10T03:57:04","slug":"v-b-173-06-haftung-als-betriebsuebernehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-173-06-haftung-als-betriebsuebernehmer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;173\/06 &#8211; Haftung als Betriebs&uuml;bernehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 17.3.2008, V B 173\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftung als Betriebs&uuml;bernehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wendet sich mit der Nichtzulassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Finanzgerichts (FG), mit dem dieses die Klage gegen einen Haftungsbescheid wegen Betriebs&uuml;bernahme nach &sect; 75 der Abgabenordnung (AO) abgewiesen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin betreibt einen Imbissbetrieb, den sie durch Vertrag vom 30. August 2002 von einer in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR) mit s&auml;mtlichen im Ladengesch&auml;ft befindlichen Wirtschaftsg&uuml;tern wie Maschinen, Anlagen, Ger&auml;ten und Einrichtungen sowie dem Warenbestand erworben hat. Dar&uuml;ber hinaus trat die Kl&auml;gerin in den Mietvertrag &uuml;ber das Ladenlokal sowie in die Dienstvertr&auml;ge mit den Arbeitnehmern sowie in s&auml;mtliche Versicherungsvertr&auml;ge ein. Der Kaufpreis sollte durch &Uuml;bernahme von Schulden der GbR gegen&uuml;ber dem Vermieter, einer Sparkasse, sowie weiteren Darlehensgebern gezahlt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;gerin nach &sect; 75 AO wegen r&uuml;ckst&auml;ndiger Lohnsteuern in H&ouml;he von &#8230; EUR sowie Umsatzsteuern in H&ouml;he von &#8230; EUR in Anspruch genommen hatte, erhob die Kl&auml;gerin Klage, die das FG abwies. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, nach W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde seien die haftungsbegr&uuml;ndenden Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 75 AO gegeben, weil die Kl&auml;gerin die wesentlichen Betriebsgrundlagen &uuml;bernommen habe. Sein Entschlie&szlig;ungsermessen habe das FA fehlerfrei ausge&uuml;bt, weil eine Inanspruchnahme der GbR sowie der Gesellschafter gescheitert sei. Die H&ouml;he der Steuerschulden habe die Kl&auml;gerin nicht substantiiert bestritten. Hierf&uuml;r reiche der Hinweis auf eine von der GbR beim Bundesfinanzhof (BFH) erhobene (inzwischen als unzul&auml;ssig verworfene) Nichtzulassungsbeschwerde (V B 124\/05) nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache sowie die Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt sie aus, das FA h&auml;tte den Haftungsbescheid unter den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung oder unter Widerrufsvorbehalt stellen m&uuml;ssen, da hinsichtlich der Steuerschulden noch Rechtsstreitigkeiten anh&auml;ngig seien. Au&szlig;erdem h&auml;tte im Hinblick auf die Haftungsbeschr&auml;nkung auf den Bestand des &uuml;bernommenen Verm&ouml;gens (&sect; 75 Abs. 1 Satz 2 AO) gepr&uuml;ft werden m&uuml;ssen, ob im Zeitpunkt der Haftungsinanspruchnahme die im &Uuml;bernahmevertrag bezeichneten Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde noch vorhanden gewesen seien. Rechtswidrig sei schlie&szlig;lich die Best&auml;tigung einer Haftung auch f&uuml;r die Kirchenlohnsteuer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 115 Abs. 2 FGO ist die Revision nur dann zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (Nr. 1), die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordert (Nr. 2) oder ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann (Nr. 3). Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO vom Beschwerdef&uuml;hrer dargelegt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Wird die Nichtzulassungsbeschwerde &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache gest&uuml;tzt, muss in der Beschwerdeschrift dargelegt werden, aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt (z.B. BFH-Beschluss vom 7. August 2002 I B 151\/01, BFH\/NV 2003, 60). Daran fehlt es. Die Kl&auml;gerin hat nicht dargelegt, dass f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalles ma&szlig;gebliche Rechtsfragen das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Kl&auml;gerin hat auch nicht dargelegt, dass eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich sei. Es ist nicht &#8211;wie erforderlich (z.B. BFH-Beschluss vom 18. Juli 2001 X B 46\/01, BFH\/NV 2001, 1596)&#8211; vorgetragen worden, dass die Entscheidung des FG von einer Entscheidung des BFH abweicht oder dass das angefochtene Urteil willk&uuml;rlich oder geeignet ist, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Im &Uuml;brigen w&auml;re auch eine grunds&auml;tzliche Bedeutung nicht erkennbar, weil die aufgeworfenen Rechtsfragen gekl&auml;rt sind. Ein Haftungsbescheid, der wegen einer Steuerschuld erlassen wird, die noch nicht rechtskr&auml;ftig ist, kann &#8211;entgegen der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin&#8211; nicht unter den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gestellt werden, weil &sect; 164 Abs. 2 AO nur f&uuml;r Steuerbescheide gilt. Eine eventuelle Korrektur eines Haftungsbescheides bei nachtr&auml;glicher Aufhebung der Steuerschuld erfolgt durch &Auml;nderung des Haftungsbescheides nach &sect; 131 Abs. 1 AO (BFH-Urteil vom 12. August 1997 VII R 107\/96, BFHE 184, 198, BStBl II 1998, 131).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gekl&auml;rt ist auch, dass die Haftung des Betriebs&uuml;bernehmers nach &sect; 75 AO f&uuml;r alle Betriebssteuern und Steuerabzugsbetr&auml;ge einschlie&szlig;lich der Kirchenlohnsteuer gilt (BFH-Urteil vom 12. Dezember 1996 VII R 53\/96, BFH\/NV 1997, 386). Zu den Steuerabzugsbetr&auml;gen z&auml;hlen neben den Lohnsteuerabzugsbetr&auml;gen der Arbeitnehmer (&sect; 38 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes) auch die Abzugsbetr&auml;ge wegen Kirchenlohnsteuer, denn &sect; 5 des Kirchensteuergesetzes Nordrhein-Westfalen erkl&auml;rt die Vorschriften des Lohnsteuerabzugsverfahrens f&uuml;r entsprechend anwendbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 17.3.2008, V B 173\/06 Haftung als Betriebs&uuml;bernehmer Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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