{"id":16650,"date":"2012-12-10T15:11:41","date_gmt":"2012-12-10T13:11:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16650"},"modified":"2012-12-10T15:11:41","modified_gmt":"2012-12-10T13:11:41","slug":"iv-b-96-07-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wegen-versaeumung-der-beschwerdebegruendungsfrist-erschwerte-kommunikation-des-prozessbevollmaechtigten-mit-dem-inhaftierten-mandanten-arbeitsueberlast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-96-07-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wegen-versaeumung-der-beschwerdebegruendungsfrist-erschwerte-kommunikation-des-prozessbevollmaechtigten-mit-dem-inhaftierten-mandanten-arbeitsueberlast\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;96\/07 &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Erschwerte Kommunikation des Prozessbevollm&auml;chtigten mit dem inhaftierten Mandanten &#8211; Arbeits&uuml;berlastung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2008, IV B 96\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Erschwerte Kommunikation des Prozessbevollm&auml;chtigten mit dem inhaftierten Mandanten &#8211; Arbeits&uuml;berlastung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin zu 2.) firmierte zuletzt unter dem Namen X-GmbH &#038; Co. KG. Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;r-GmbH sowie alleiniger Kommanditist der Kl&auml;gerin zu 2. (Kl&auml;gerin) war der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger zu 1.). Der Kl&auml;ger zu 1. (Kl&auml;ger) wurde wegen versuchter Steuerhinterziehung in zwei F&auml;llen, Unterschlagung in drei F&auml;llen und Betruges in 37 F&auml;llen rechtskr&auml;ftig zu einer langj&auml;hrigen Freiheitsstrafe verurteilt, die er zurzeit in der Justizvollzugsanstalt A verb&uuml;&szlig;t.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In den beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingereichten Erkl&auml;rungen zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Streitjahre (1997 bis 1999) erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin f&uuml;r 1997 einen Verlust von &#8230; DM, f&uuml;r 1998 einen Verlust von &#8230; DM und f&uuml;r 1999 ein Betriebsergebnis von &#8230; DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat das FA die Auffassung, dass die Kl&auml;gerin weder am wirtschaftlichen Verkehr teilgenommen noch eine Gewinnerzielungsabsicht gehabt habe. Dementsprechend erlie&szlig; es f&uuml;r die Streitjahre negative Feststellungsbescheide.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen nach durchgef&uuml;hrtem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage betreffend 1999 mangels Beschwer als unzul&auml;ssig und im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil wurde dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger am 5. Juli 2007 zugestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 6. August 2007 legten die Kl&auml;ger gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde ein und k&uuml;ndigten deren Begr&uuml;ndung mit gesondertem Schriftsatz an. Mit Schriftsatz vom 29. August 2007 beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger, die Begr&uuml;ndungsfrist f&uuml;r die Beschwerde bis zum 5. Oktober 2007 zu verl&auml;ngern. Gleichzeitig bat er um die Gew&auml;hrung von Akteneinsicht, die auf telefonische Nachfrage beim Amtsgericht B erfolgen sollte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Verf&uuml;gung vom 31. August 2007 verl&auml;ngerte der Vorsitzende des erkennenden Senats die Begr&uuml;ndungsfrist antragsgem&auml;&szlig; bis zum 5. Oktober 2007. Dies wurde dem Prozessbevollm&auml;chtigten mit Schreiben vom 3. September 2007 mitgeteilt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 5. September 2007 &uuml;bersandte die Gesch&auml;ftsstelle des erkennenden Senats die Verfahrensakten an das Amtsgericht B mit der Bitte, dem Prozessbevollm&auml;chtigten Akteneinsicht zu gew&auml;hren. Nach einer Mitteilung des Amtsgerichts B nahm der Prozessbevollm&auml;chtigte am 27. September 2007 Akteneinsicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schriftsatz vom 5. Oktober 2007, der am selben Tag um 14.52 Uhr per Fax beim Bundesfinanzhof (BFH) einging, bat der Prozessbevollm&auml;chtigte, die Begr&uuml;ndungfrist um eine Woche bis zum 12. Oktober 2007 zu verl&auml;ngern. Hierzu f&uuml;hrte er aus, dass aufgrund entsprechender Arbeits&uuml;berlastung die Einsichtnahme in die umfangreichen Akten erst am 27. September 2007 habe erfolgen k&ouml;nnen. Der Mandant habe den entsprechenden Informationseingang noch abwarten wollen und habe nunmehr, erst am 5. Oktober 2007 um 11.00 Uhr, einen handschriftlichen Schriftsatzentwurf mit einem Umfang von 15 Seiten und 19 Anlagen f&uuml;r die insgesamt vier schwebenden Verfahren vor dem erkennenden Senat zur Verf&uuml;gung gestellt. Die Ausf&uuml;hrungen seien zu &uuml;berarbeiten und in das Textverarbeitungssystem zu &uuml;bertragen, was innerhalb der am 5. Oktober 2007 (Freitag) ablaufenden Frist aufgrund der vorhandenen Schreibkapazit&auml;ten nicht machbar sei. Mit der &Uuml;bertragung werde aber am Montag begonnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 9. Oktober 2007 ging die Beschwerdebegr&uuml;ndung beim erkennenden Senat ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Telefonat vom 8. Oktober 2007 war der Prozessbevollm&auml;chtigte von der Senatsgesch&auml;ftsstelle darauf hingewiesen worden, dass eine weitere Verl&auml;ngerung von Gesetzes wegen nicht in Betracht komme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daraufhin beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte am 17. Oktober 2007, den Kl&auml;gern Wiedereinsetzung in die Vers&auml;umung der Begr&uuml;ndungsfrist zu gew&auml;hren. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, dass die B&uuml;rokr&auml;fte infolge erheblicher Arbeits&uuml;berlastung einen bereits vorbereiteten Begr&uuml;ndungsschriftsatz nicht rechtzeitig zum 5. Oktober 2007 h&auml;tten fertig stellen k&ouml;nnen. Aus den gleichen Gr&uuml;nden habe er, der Prozessbevollm&auml;chtigte, die erforderliche Schriftsatzentwurfpr&uuml;fung nicht mehr rechtzeitig vornehmen k&ouml;nnen. Zudem seien einige Schreiben des Mandanten auf dem Postweg verloren gegangen und teilweise sehr sp&auml;t angekommen. Dies habe der Mandant nicht zu vertreten. Eine weitergehende Begr&uuml;ndung werde nachgereicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schriftsatz vom 30. November 2007 bat der Prozessbevollm&auml;chtigte ihm nachzulassen, den Antrag auf Wiedereinsetzung bis zum 31. Dezember 2007 zu begr&uuml;nden und innerhalb dieser Frist eine (weitere) Beschwerdebegr&uuml;ndung vorzulegen. Der Kl&auml;ger wolle die Beschwerde noch weiter begr&uuml;nden und habe sich deswegen einen Kommentar zur Abgabenordnung (AO) in die Justizvollzugsanstalt bestellt, der erst nach Intervention durch ihn, den Prozessbevollm&auml;chtigten, umf&auml;nglich zur Verf&uuml;gung gestellt worden sei. Da ein Schriftsatz des Kl&auml;gers bei ihm, dem Prozessbevollm&auml;chtigten, nicht angekommen sei, habe eine Grobpr&uuml;fung des vom Kl&auml;ger verfassten Schriftsatzes noch nicht stattfinden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senatsvorsitzende teilte dem Prozessbevollm&auml;chtigten unter dem 7. Dezember 2007 mit, dass eine Verl&auml;ngerung der Frist nach &sect; 56 Abs. 2 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht m&ouml;glich sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Hinweis auf das Vorsitzendenschreiben beantragte der Prozessbevollm&auml;chtigte mit Schriftsatz vom 15. Januar 2008, von einer Entscheidung im Verfahren bis zum 31. Januar 2008 abzusehen, um dem Kl&auml;ger zu erm&ouml;glichen, bis dahin den Wiedereinsetzungsantrag und die vorgetragenen Beschwerdegr&uuml;nde zu erg&auml;nzen. Mit weiteren Schrifts&auml;tzen vom 1. Februar 2008, 19. Februar 2008, 3. M&auml;rz 2008 und 14. M&auml;rz 2008 k&uuml;ndigte der Prozessbevollm&auml;chtigte sodann einen Schriftsatzeingang zun&auml;chst bis zum 15. Februar 2008, sodann bis zum 29. Februar 2008 und zuletzt bis zum 31. M&auml;rz 2008 an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Beschwerde ist nicht innerhalb der Frist des &sect; 116 Abs. 3 S&auml;tze 1 und 4 FGO begr&uuml;ndet worden. Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 1 FGO ist die Beschwerde innerhalb von zwei Monaten nach der Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden. Die Begr&uuml;ndungsfrist kann von dem Vorsitzenden auf Antrag um einen weiteren Monat verl&auml;ngert werden (Satz 4 der Vorschrift). Das Urteil ist den Kl&auml;gern am 5. Juli 2007 zugestellt worden. Die am 5. September 2007 auslaufende Frist ist auf den fristgerechten Antrag der Kl&auml;ger von dem Senatsvorsitzenden um einen Monat bis zum Ablauf des 5. Oktober 2007 verl&auml;ngert worden. Die am 9. Oktober 2007 beim BFH eingegangene Beschwerdebegr&uuml;ndung ist mithin nicht fristgerecht eingereicht worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Den Kl&auml;gern kann auch f&uuml;r die Fristvers&auml;umnis keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect; 56 FGO) gew&auml;hrt werden. Nach dieser Vorschrift ist jemandem, der ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten, auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren (Absatz 1). Verschuldet ist eine Fristvers&auml;umnis, wenn die gebotene und nach den Umst&auml;nden zumutbare Sorgfalt au&szlig;er Acht gelassen wird, wobei bereits einfache Fahrl&auml;ssigkeit die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ausschlie&szlig;t (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 25. April 2005 VIII B 42\/02, BFH\/NV 2005, 1821). Das Verschulden ihres Bevollm&auml;chtigten m&uuml;ssen sich die Kl&auml;ger zurechnen lassen (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antrag ist binnen eines Monats nach Wegfall des Hindernisses zu stellen. Die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung sind bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft zu machen (Absatz 2). Erforderlich ist eine substantiierte, in sich schl&uuml;ssige Darstellung aller entscheidungserheblichen Tatsachen innerhalb der Monatsfrist des &sect; 56 Abs. 2 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz FGO (vgl. BFH-Beschluss vom 20. Juni 1996 X R 95\/93, BFH\/NV 1997, 40, m.w.N.). Daran fehlt es im Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die innerhalb der Monatsfrist vorgetragenen Gr&uuml;nde rechtfertigen keine Wiedereinsetzung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Vorbringen rechtfertigt nicht die Annahme, dass es dem Prozessbevollm&auml;chtigten nicht m&ouml;glich gewesen sein sollte, den Schriftsatz noch bis zum Ablauf der verl&auml;ngerten Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist dem BFH zu &uuml;bersenden. Es ist bereits nicht nachvollziehbar, weshalb der sachkundige Prozessbevollm&auml;chtigte zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde auf die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers angewiesen und es ihm nicht m&ouml;glich gewesen sein sollte, auch ohne dessen inhaltliche Vorgaben eine Beschwerdebegr&uuml;ndung zu fertigen. Ebenso wenig schl&uuml;ssig ist das Vorbringen, dem Personal des Prozessbevollm&auml;chtigten sei es nicht m&ouml;glich gewesen, einen 15-seitigen handschriftlichen Schriftsatzentwurf des Kl&auml;gers binnen kurzer Zeit in die Textverarbeitung einzugeben. Nach eigenem Vorbringen ist der von dem Kl&auml;ger vorbereitete handschriftliche Entwurf einer Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift bereits um 11.00 Uhr des letzten Tages der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist in seinem, des Prozessbevollm&auml;chtigten, B&uuml;ro eingegangen. Es bestand deshalb ausreichend Zeit, den Schriftsatz in die elektronische Datenverarbeitung zu &uuml;bernehmen, ihn zu &uuml;berarbeiten und noch am selben Tag dem BFH mittels Fax zu &uuml;bersenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die erhebliche Arbeits&uuml;berlastung der B&uuml;rokr&auml;fte kann ein Verschulden des Prozessbevollm&auml;chtigten nicht entkr&auml;ften. Denn die B&uuml;roorganisation muss so beschaffen sein, dass die Schrifts&auml;tze vom B&uuml;ropersonal nicht nach ihrem Eingang, sondern nach ihrer Dringlichkeit abgearbeitet werden. Auch stellt Arbeits&uuml;berlastung grunds&auml;tzlich keinen entschuldbaren Hinderungsgrund dar (BFH-Beschluss vom 5. November 2003 I B 99-101\/03, BFH\/NV 2004, 358; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 56 Rz 20, Stichwort Arbeits&uuml;berlastung, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger hatten auf ihr mehrfach ge&auml;u&szlig;ertes Ersuchen mehr als drei Monate Zeit, die geltend gemachten Wiedereinsetzungsgr&uuml;nde zu vervollst&auml;ndigen bzw. zu erg&auml;nzen. Zudem ist aufgrund des Inhalts des Schriftsatzes vom 28. M&auml;rz 2008, mit dem neben einer weiteren Fristverl&auml;ngerung im Wesentlichen die Aussetzung des Verfahrens begehrt wird, jedenfalls zweifelhaft, ob die Kl&auml;ger &uuml;berhaupt noch Ausf&uuml;hrungen zu dem Vorliegen eines Wiedereinsetzungsgrundes machen wollen. Ein weiteres Zuwarten mit der Entscheidung des Verfahrens h&auml;lt der Senat auch deshalb nicht mehr f&uuml;r geboten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die beantragte Aussetzung des Verfahrens im Hinblick auf das beim Bundesgerichtshof anh&auml;ngige Anh&ouml;rungsr&uuml;geverfahren kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil die vorliegende Beschwerde, wie ausgef&uuml;hrt, bereits aus anderen Gr&uuml;nden unzul&auml;ssig ist (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Koch, a.a.O., &sect; 74 Rz 17).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.4.2008, IV B 96\/07 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers&auml;umung der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist &#8211; Erschwerte Kommunikation des Prozessbevollm&auml;chtigten mit dem inhaftierten Mandanten &#8211; Arbeits&uuml;berlastung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin zu 2.) firmierte zuletzt unter dem Namen X-GmbH &#038; Co. KG. 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