{"id":16740,"date":"2012-12-10T06:27:07","date_gmt":"2012-12-10T04:27:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16740"},"modified":"2012-12-10T06:27:07","modified_gmt":"2012-12-10T04:27:07","slug":"xi-b-198-06-rechtsfrage-der-adressierung-eines-an-eine-gbr-gerichteten-steuerbescheides-nicht-grundsaetzlich-bedeutsam-auslegung-eines-steuerbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-198-06-rechtsfrage-der-adressierung-eines-an-eine-gbr-gerichteten-steuerbescheides-nicht-grundsaetzlich-bedeutsam-auslegung-eines-steuerbescheids\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;198\/06 &#8211; Rechtsfrage der Adressierung eines an eine GbR gerichteten Steuerbescheides nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam &#8211; Auslegung eines Steuerbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2008, XI B 198\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Rechtsfrage der Adressierung eines an eine GbR gerichteten Steuerbescheides nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam &#8211; Auslegung eines Steuerbescheids<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen. 1. F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und das Erfordernis einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) muss der Beschwerdef&uuml;hrer schl&uuml;ssig und substantiiert vortragen, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den BFH geboten erscheinen lassen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. August 2003 VII B 260\/02, BFH\/NV 2004, 69, und vom 13. Juni 2005 I B 239\/04, BFH\/NV 2005, 1840, beide m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat die Rechtsfrage aufgeworfen, ob es ausreichen k&ouml;nne, dass sich der Inhaltsadressat eines Umsatzsteuerbescheides aus dem Erl&auml;uterungsteil des Bescheides entnehmen lasse.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Frage ist nicht mehr kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sie bereits entschieden ist. Der BFH hat mit Beschluss vom 19. Februar 1992 II B 100\/91 (BFH\/NV 1992, 784) festgestellt, dass bei der Auslegung eines Steuerbescheides auch der Steuerfestsetzung beigef&uuml;gte Erl&auml;uterungen mitber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der Kl&auml;gerin gestellte Rechtsfrage ist nach der genannten Rechtsprechung zu bejahen. Die Kl&auml;gerin hat insoweit keine Gesichtspunkte vorgetragen, die einen weiteren Kl&auml;rungsbedarf nahe legen w&uuml;rden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch die von der Kl&auml;gerin behauptete Divergenz i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO ist nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Rechtsprechung des BFH muss ein gegen eine GbR gerichteter Steuerbescheid zumindest bei einer nur aus wenigen Personen bestehenden Gesellschaft die Angabe nicht nur des Familiennamens, sondern regelm&auml;&szlig;ig auch des Vornamens des Gesellschafters enthalten, es sei denn, die Gesellschaft beteiligt sich am Rechtsverkehr mit einem ihrer Identifizierung dienenden Namen (BFH-Urteil vom 9. Dezember 1992 II R 43\/88, BFH\/NV 1993, 702). Das Urteil des Finanzgerichts (FG) steht nicht im Widerspruch zu dieser Rechtsprechung. Denn im Streitfall geht es um die Rechtsfrage, ob die unter einem bestimmten Namen im Rechtsverkehr auftretende Kl&auml;gerin in den streitbefangenen Umsatzsteuerbescheiden als Inhaltsadressatin hinreichend erkennbar war. Demgegen&uuml;ber hat der BFH in dem genannten Urteil dar&uuml;ber entschieden, wie ein Steuerbescheid ordnungsgem&auml;&szlig; zu adressieren ist, wenn eine nicht unter einem bestimmten Namen im Rechtsverkehr auftretende GbR Steuerschuldnerin ist. Die Entscheidung des BFH war daher im Streitfall schon nicht einschl&auml;gig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin weicht das FG-Urteil auch nicht von dem BFH-Urteil vom 23. M&auml;rz 1998 II R 7\/95 (BFH\/NV 1998, 1329) ab. Danach gen&uuml;gt es f&uuml;r die erforderliche Angabe des Steuerschuldners, wenn sich aus dem Inhalt des Steuerbescheides zweifelsfrei ergibt, wer die Steuer schulden soll. Der Inhalt eines Steuerbescheides sei auslegungsf&auml;hig. Dabei sei auf den objektiven Erkl&auml;rungsinhalt aus der Sicht des Adressaten abzustellen. Eine GbR k&ouml;nne je nach dem Inhalt des an sie gerichteten Steuerbescheides auch dann als Steuerschuldnerin hinreichend bezeichnet sein, wenn nicht alle Gesellschafter angegeben seien. Im Streitfall hat das FG entschieden, dass die GbR als Steuerschuldnerin dann hinreichend bezeichnet ist, wenn sich dies aus einem besonders gekennzeichneten Text im Erl&auml;uterungsteil des Umsatzsteuerbescheides ergibt. Da auch der Erl&auml;uterungsteil des Bescheides zur Auslegung seines Inhalts heranzuziehen ist (BFH-Beschluss in BFH\/NV 1992, 784; vgl. auch Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 122 AO Rz 20, m.w.N.), steht das FG-Urteil nicht im Widerspruch, sondern vielmehr im Einklang mit der genannten Rechtsprechung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das FG-Urteil weicht schlie&szlig;lich auch nicht von dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21. Oktober 1985 GrS 4\/84 (BFHE 145, 110, BStBl II 1986, 230) ab. Darin hat der BFH entschieden, dass Verwaltungsakte, die das Finanzamt im Jahr 1974 und im Jahr 1977 an eine GmbH gerichtet hat, die im Jahr 1972 mit ihrer Umwandlung in eine KG erloschen war, rechtsunwirksam sind, auch wenn sie in den Machtbereich der KG gelangen, von deren gesetzlichen Vertreter zu Kenntnis genommen und als f&uuml;r die KG bestimmt behandelt worden sind. Diese Entscheidung ist schon deshalb nicht einschl&auml;gig, weil die Kl&auml;gerin im Streitfall als GbR w&auml;hrend des Ergehens der Bescheide nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG ununterbrochen bestanden hat und nicht erloschen war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Mit ihren Ausf&uuml;hrungen zur Nichtigkeit der Umsatzsteuerbescheide wegen unzutreffender Bezeichnung des Steuerschuldners wendet sich die Kl&auml;gerin im Kern gegen die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Urteils, wobei sie die Rechtsauffassung des FG durch ihre eigene Meinung ersetzt. Dieses Vorbringen vermag die Zulassung der Revision aber nicht zu rechtfertigen. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen offensichtlichen Rechtsanwendungsfehler im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung, der ausnahmsweise zur Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO f&uuml;hrt (BFH-Beschluss vom 17. M&auml;rz 2006 III B 135\/05, BFH\/NV 2006, 1285).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2008, XI B 198\/06 Rechtsfrage der Adressierung eines an eine GbR gerichteten Steuerbescheides nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam &#8211; Auslegung eines Steuerbescheids Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen. 1. 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