{"id":16749,"date":"2012-12-10T06:27:10","date_gmt":"2012-12-10T04:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16749"},"modified":"2012-12-10T06:27:10","modified_gmt":"2012-12-10T04:27:10","slug":"iv-b-49-07-kein-verbrauch-der-aenderungsmoeglichkeit-nach-par-174-abs-4-ao-durch-vorherige-aenderung-nach-par-175-abs-1-s-1-nr-1-ao-gegenstand-der-feststellung-grundstuecksentnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-49-07-kein-verbrauch-der-aenderungsmoeglichkeit-nach-par-174-abs-4-ao-durch-vorherige-aenderung-nach-par-175-abs-1-s-1-nr-1-ao-gegenstand-der-feststellung-grundstuecksentnahme\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;49\/07 &#8211; Kein Verbrauch der &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO durch vorherige &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AO &#8211; Gegenstand der Feststellung &#8211; Grundst&uuml;cksentnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, IV B 49\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Verbrauch der &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO durch vorherige &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AO &#8211; Gegenstand der Feststellung &#8211; Grundst&uuml;cksentnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr (1995) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft als Einzelunternehmer und daneben als Gesellschafter einer bis zum 30. Juni 1995 bestehenden, mit seiner Ehefrau betriebenen Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts (GbR). Beide Betriebe ermittelten den Gewinn f&uuml;r das landwirtschaftliche Normalwirtschaftsjahr (1. Juli bis 30. Juni nach &sect; 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Den Betrieb der GbR f&uuml;hrte der Kl&auml;ger nach Ausscheiden der Mitgesellschafterin als Einzelunternehmer weiter. Diesem Betriebsverm&ouml;gen entnahm er im Sp&auml;therbst des Streitjahres zwei Bauparzellen, woraus sich ein Entnahmegewinn ergab. Die Ehefrau verstarb am 6. Oktober des Streitjahres; der Kl&auml;ger war Alleinerbe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging zun&auml;chst von einer Entnahme der Bauparzellen im Wirtschaftsjahr 1994\/95 aus und erfasste den Entnahmegewinn in einem Sch&auml;tzungsbescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte der GbR f&uuml;r das Streitjahr vom 4. Februar 1997. Im Zuge eines dagegen gerichteten Klageverfahrens folgte das FA dem Kl&auml;ger darin, dass er die Bauparzellen erst im Sp&auml;therbst 1995 entnommen und damit den Entnahmegewinn als Einzelunternehmer erzielt habe. Es erlie&szlig; am 28. Juni 2004 einen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid, aus dem sich &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer nicht streitiger Gewinnminderungen&#8211; eine Herabsetzung der Beteiligungseink&uuml;nfte des Kl&auml;gers auf 65 387 DM ergab. Die Klage gegen den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid wies das Finanzgericht (FG) mit rechtskr&auml;ftigem Urteil vom 3. August 2004 ab, das den Beteiligten im August 2004 zugestellt wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 25. November 1999 hatte das FA einen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr erlassen, in dem es Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Land- und Forstwirtschaft in H&ouml;he von 239 962 DM ber&uuml;cksichtigt hatte. Davon entfielen 2 941 DM auf seine T&auml;tigkeit als Einzelunternehmer und 237 021 DM auf seine Beteiligung an der GbR. Diesen Bescheid &auml;nderte das FA am 17. November 2004 nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO), indem es die Eink&uuml;nfte aus der Beteiligung an der GbR auf 65 387 DM herabsetzte; die Eink&uuml;nfte als Einzelunternehmer &auml;nderte es nicht, so dass sich f&uuml;r den Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft in H&ouml;he von insgesamt 68 328 DM ergaben. Am 23. Dezember 2004 &auml;nderte das FA den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr erneut und erh&ouml;hte die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus dem Einzelunternehmen um den h&auml;lftigen, auf das Streitjahr (1995) entfallenden Entnahmegewinn wegen der Bauparzellen (178 159 DM); daraus ergaben sich Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Land- und Forstwirtschaft in H&ouml;he von insgesamt 246 487 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die dagegen gerichtete Klage, die der Kl&auml;ger damit begr&uuml;ndete, dass der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 17. November 2004 weder nach &sect; 174 Abs. 3 noch nach &sect; 174 Abs. 4 AO h&auml;tte ge&auml;ndert werden d&uuml;rfen, hatte keinen Erfolg. Das FG entschied, die erneute &Auml;nderung sei sowohl nach &sect; 174 Abs. 4 AO als auch nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO zul&auml;ssig gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat die Revision nicht zugelassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der dagegen gerichteten Beschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, die Zulassung der Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das angefochtene Urteil sei willk&uuml;rlich und deshalb geeignet, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen. Der Gewinn des Kl&auml;gers als Einzelunternehmer aus der Entnahme der beiden Bauparzellen sei in dem Feststellungsbescheid vom 28. Juni 2004 nicht enthalten; lediglich als Anlage sei eine Berechnung dieses Gewinns beigef&uuml;gt gewesen. Das FA h&auml;tte in dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 17. November 2004 den ge&auml;nderten Gewinn laut Feststellungsbescheid und zus&auml;tzlich den Gewinn des Einzelunternehmers laut der Berechnung in der Anlage zum Feststellungsbescheid erfassen k&ouml;nnen. Eine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftigen Bescheides sei demnach nicht erforderlich gewesen, da der urspr&uuml;ngliche Einkommensteuerbescheid wegen des Klageverfahrens gegen den Feststellungsbescheid noch nicht bestandskr&auml;ftig gewesen sei. Da der Bescheid vom 17. November 2004 bestandskr&auml;ftig sei, versto&szlig;e die &Auml;nderung vom 23. Dezember 2004 gegen &sect; 172 Abs. 1 Nr. 2 AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch &sect; 175 Abs. 1 Nr. 1 AO k&ouml;nne keine Rechtsgrundlage f&uuml;r die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides vom 17. November 2004 sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist &#8211;unter Hintanstellung erheblicher Bedenken gegen ihre Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls nicht begr&uuml;ndet. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) zuzulassen. Anhaltspunkte f&uuml;r die vom Kl&auml;ger geltend gemachte objektive Willk&uuml;r liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Revision ist u.a. dann zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen, wenn die Auslegung oder Anwendung revisiblen Rechts durch das Finanzgericht im Einzelfall objektiv willk&uuml;rlich ist und den Beschwerdef&uuml;hrer in seinem Grundrecht aus Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) verletzt (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 68, m.w.N.). Das ist der Fall, wenn eine Entscheidung unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt vertretbar erscheint (vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 13. Januar 2005 VII B 147\/04, BFHE 208, 404, BStBl II 2005, 457, unter II.2. der Entscheidungsgr&uuml;nde, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Da das FG die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen &Auml;nderungsbescheides kumulativ mit der Zul&auml;ssigkeit einer &Auml;nderung sowohl nach &sect; 174 Abs. 4 AO als auch nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO begr&uuml;ndet hat, setzt eine Zulassung der Revision die Darlegung eines Zulassungsgrundes hinsichtlich jeder dieser Begr&uuml;ndungen voraus (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 28).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das angefochtene Urteil ist nicht zu beanstanden, soweit danach der Erlass des &Auml;nderungsbescheides vom 23. Dezember 2004 gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO zul&auml;ssig war. Von objektiver Willk&uuml;r kann daher keine Rede sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Voraussetzungen des &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO sind nach den vom Kl&auml;ger nicht bestrittenen Feststellungen des FG erf&uuml;llt. Denn unstreitig hatte das FA den Gewinn aus der Entnahme der Bauparzellen aufgrund irriger Beurteilung des Entnahmezeitpunkts zun&auml;chst (h&auml;lftig) in dem die GbR betreffenden Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr erfasst. In dem dagegen gerichteten Klageverfahren hatte das FA einem Hilfsantrag des Kl&auml;gers entsprechend am 28. Juni 2004 einen Teilabhilfebescheid erlassen und den Entnahmegewinn im Feststellungsverfahren nicht mehr ber&uuml;cksichtigt. Das FA konnte daher aus der (nunmehr) zutreffenden Beurteilung des Entnahmezeitpunkts nachtr&auml;glich durch &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r das Streitjahr die richtigen steuerlichen Folgerungen ziehen. Das ist im angefochtenen Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheid vom 23. Dezember 2004 innerhalb der Frist des &sect; 174 Abs. 4 Satz 3 AO geschehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Dem Erlass des angefochtenen &Auml;nderungsbescheides stand entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers nicht entgegen, dass das FA bereits am 17. November 2004 wegen des ge&auml;nderten Feststellungsbescheides vom 28. Juni 2004 einen nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr erlassen hatte, in dem es die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der Beteiligung an der GbR entsprechend herabgesetzt hatte. Denn in diesem Bescheid hatte es lediglich der &Auml;nderung des Feststellungsbescheides Rechnung getragen, die richtigen steuerlichen Folgerungen aus der Entnahme der Bauparzellen aber noch nicht gezogen. Die M&ouml;glichkeit der &Auml;nderung nach &sect; 174 Abs. 4 AO war daher &#8211;wie das FG zutreffend entschieden hat&#8211; noch nicht &quot;verbraucht&quot;. Auf die Frage, ob diese &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit &quot;nachtr&auml;glich&quot; nach Erlass des vorhergehenden &Auml;nderungsbescheides eingetreten ist, kommt es &#8211;anders als f&uuml;r die &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO hinsichtlich nachtr&auml;glich bekannt gewordener Tatsachen oder Beweismittel&#8211; f&uuml;r &sect; 174 Abs. 4 AO nicht an, wie sich der Vorschrift entnehmen l&auml;sst; der Kl&auml;ger hat auf diesen Unterschied zurecht selbst hingewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unerheblich ist auch, dass sich die Auswirkungen der &Auml;nderung des Feststellungsbescheides &#8211;Verminderung der Eink&uuml;nfte aus der GbR um den Entnahmegewinn&#8211; einerseits und der anteiligen Erfassung der Grundst&uuml;cksentnahme im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr andererseits (weitgehend) ausgeglichen haben. Denn das FA war zur &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides als Folgebescheid zum ge&auml;nderten Feststellungsbescheid nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO verpflichtet. F&uuml;r die zutreffende steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Grundst&uuml;cksentnahme stand ihm jedoch davon unabh&auml;ngig die &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO zur Verf&uuml;gung. Beide &Auml;nderungsm&ouml;glichkeiten bestanden nebeneinander, wie das FG unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 4. Juli 1989 VIII R 217\/84 (BFHE 157, 427, BStBl II 1989, 792, unter 2. der Entscheidungsgr&uuml;nde) zutreffend entschieden hat. Das FA war daher auch nicht verpflichtet, die &Auml;nderungen in ein und demselben Bescheid zusammenzufassen. Auf die Frage, ob &#8211;umgekehrt&#8211; der Erlass von zwei aufeinander folgenden &Auml;nderungsbescheiden erforderlich war, kommt es entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers nicht an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Zwar bestehen Bedenken, ob der Erlass des streitgegenst&auml;ndlichen &Auml;nderungsbescheides vom 23. Dezember 2004 auch auf &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO gest&uuml;tzt werden konnte, wie das FG zus&auml;tzlich angenommen hat. Denn mit dem ge&auml;nderten Feststellungsbescheid wurde (insoweit nur) entschieden, dass der Gewinn aus der Grundst&uuml;cksentnahme nicht von der GbR erzielt worden war; &uuml;ber die Frage, ob der Kl&auml;ger den Gewinn als Einzelunternehmer erzielt hatte, war darin nicht zu entscheiden. Der Entnahmegewinn war daher gerade nicht mehr Gegenstand der ge&auml;nderten Feststellung. Da jedoch eine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung schon deshalb nicht in Betracht kommt, weil das FG (kumulativ) die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheides nach &sect; 174 Abs. 4 AO zutreffend bejaht hat und mithin die vom Kl&auml;ger geltend gemachte objektive Willk&uuml;r nicht vorliegen kann (siehe oben unter 3.), kommt es auf diese Frage nicht mehr an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Offenbleiben kann bei dieser Sachlage auch, ob der Kl&auml;ger die Voraussetzungen des hier geltend gemachten Revisionszulassungsgrundes nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO hinreichend dargelegt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.3.2008, IV B 49\/07 Kein Verbrauch der &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO durch vorherige &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AO &#8211; Gegenstand der Feststellung &#8211; Grundst&uuml;cksentnahme Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr (1995) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-49-07-kein-verbrauch-der-aenderungsmoeglichkeit-nach-par-174-abs-4-ao-durch-vorherige-aenderung-nach-par-175-abs-1-s-1-nr-1-ao-gegenstand-der-feststellung-grundstuecksentnahme\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;49\/07 &#8211; Kein Verbrauch der &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO durch vorherige &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AO &#8211; Gegenstand der Feststellung &#8211; Grundst&uuml;cksentnahme<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16749\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}