{"id":16760,"date":"2012-12-10T06:27:13","date_gmt":"2012-12-10T04:27:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16760"},"modified":"2012-12-10T06:27:13","modified_gmt":"2012-12-10T04:27:13","slug":"i-b-145-07-ruege-eines-verfahrensfehlers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-145-07-ruege-eines-verfahrensfehlers\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;145\/07 &#8211; R&uuml;ge eines Verfahrensfehlers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 11.3.2008, I B 145\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ge eines Verfahrensfehlers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist der Ansatz von verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In dem am 7. Juli 1991 abgeschlossenen Anstellungsvertrag des (beherrschenden) Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, war eine Monatsverg&uuml;tung von 15 000 DM vereinbart worden. In den Streitjahren 1993 bis 1996 zahlte die Kl&auml;gerin an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer &#8211;wie auch an andere Mitarbeiter einschlie&szlig;lich eines weiteren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers&#8211; ein 13. Monatsgehalt (h&auml;lftig als Weihnachts- bzw. Urlaubsgeld). Nach einem im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung erteilten Hinweis auf das Fehlen einer entsprechenden schriftlichen Vereinbarung erfasste der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) insoweit eine vGA. Im Einspruchsverfahren legte die Kl&auml;gerin eine Kopie einer &quot;&Auml;nderung zum Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag&quot; zum 1. Januar 1993 vor; die Kopie tr&auml;gt einen Firmenstempelabdruck, der die zum 1. Juli 1993 g&uuml;ltige Postleitzahl ausweist. Im finanzgerichtlichen Verfahren kam es zu einer Beweiserhebung &uuml;ber die Einzelheiten des Stempelaufdrucks (Vernehmung der Prokuristin). Die Klage blieb &#8211;in diesem Streitpunkt der vGA&#8211; erfolglos (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; Berlin-Brandenburg, Urteil vom 26. Juni 2007 6 K 416\/02).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt einen Verfahrensfehler und Divergenz zur Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Sie beantragt, die Revision gegen das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 26. Juni 2007&nbsp;&nbsp;6 K 416\/02 zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision liegen im Streitfall nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Ein Verfahrensfehler (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) durch einen Versto&szlig; des FG gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Streitiger Gegenstand der Steuerfestsetzung ist der Ansatz einer vGA auf der Grundlage einer in jedem Streitjahr erfolgten tats&auml;chlichen Auszahlung eines 13. Monatsgehalts an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin. Das FG ist dabei zu der &Uuml;berzeugung gelangt, es sei nicht ersichtlich, dass &quot;bereits am 01. Januar 1993 oder zumindest vor Ablauf der Streitjahre eine klare und eindeutige Vereinbarung &uuml;ber die Zahlung eines Weihnachts- und Urlaubsgeldes getroffen&quot; worden sei. Zwar stelle &quot;das Fehlen einer entsprechenden Vereinbarung nur ein Indiz&quot; f&uuml;r eine vGA dar; die Kl&auml;gerin habe aber &quot;dieses Indiz nicht widerlegt&quot;. Das FG hat damit entschieden, dass in Gestalt des Schriftst&uuml;cks &quot;1. &Auml;nderung zum Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag&quot; (Kopie) eine vorherige schriftliche Vereinbarung (mit einer Wirkung f&uuml;r alle Streitjahre) nicht vorgelegen hat; dar&uuml;ber hinaus habe die Kl&auml;gerin einen Nachweis einer m&uuml;ndlichen Vereinbarung nicht erbracht. Im Ergebnis hat das FG sonach auf den fehlenden Nachweis einer vor dem 1. Januar 1993 abgeschlossenen und den gesamten Streitzeitraum betreffenden m&uuml;ndlichen Vereinbarung oder von mehreren, auf das jeweilige Folgejahr bezogenen m&uuml;ndlichen Vereinbarungen abgestellt. Zugleich ist es davon ausgegangen, dass aus der tats&auml;chlichen Auszahlung (in allen Streitjahren) weder auf eine den gesamten Streitzeitraum (oder jedenfalls den der ersten Auszahlung nachfolgenden Zeitraum) betreffende noch eine das jeweils folgende Jahr betreffende vorherige m&uuml;ndliche Vereinbarung geschlossen werden k&ouml;nne.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das FG hat damit den gesamten streitigen Sachverhalt in seine W&uuml;rdigung einbezogen. Dass es den Umstand der tats&auml;chlichen Auszahlung nicht &#8211;wie es der Rechtsmeinung der Kl&auml;gerin entspricht&#8211; im Sinne einer oder mehrerer vorheriger m&uuml;ndlicher Vereinbarungen gew&uuml;rdigt hat, stellt jedenfalls keinen Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Eine Abweichung des FG von der Rechtsprechung des BFH (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) liegt nicht vor. Denn der Entscheidung des FG liegt nicht der von der Rechtsprechung des BFH abweichende Rechtssatz zugrunde, dass das Fehlen einer wirksamen schriftlichen Vereinbarung die gesellschaftliche Veranlassung im Rahmen der Pr&uuml;fung einer vGA (&sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes) begr&uuml;nde. Das FG hat vielmehr ausdr&uuml;cklich auf eine &quot;indizielle W&uuml;rdigung&quot; hingewiesen und im &Uuml;brigen darauf abgestellt, dass die Kl&auml;gerin den Nachweis einer (m&uuml;ndlichen) Vereinbarung nicht erbracht habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 11.3.2008, I B 145\/07 R&uuml;ge eines Verfahrensfehlers Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist der Ansatz von verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA). 2&nbsp; In dem am 7. Juli 1991 abgeschlossenen Anstellungsvertrag des (beherrschenden) Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, war eine Monatsverg&uuml;tung von 15 000 DM vereinbart worden. 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