{"id":16804,"date":"2012-12-10T10:03:12","date_gmt":"2012-12-10T08:03:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=16804"},"modified":"2012-12-10T10:03:12","modified_gmt":"2012-12-10T08:03:12","slug":"vii-b-89-07-zustellung-eines-haftungsbescheids-durch-einlegen-in-den-briefkasten-einer-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-89-07-zustellung-eines-haftungsbescheids-durch-einlegen-in-den-briefkasten-einer-ag\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;89\/07 &#8211; Zustellung eines Haftungsbescheids durch Einlegen in den Briefkasten einer AG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 6.2.2008, VII B 89\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zustellung eines Haftungsbescheids durch Einlegen in den Briefkasten einer AG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war alleinvertretungsberechtigter Vorstand einer zwischenzeitlich nach Insolvenzantrag wegen Verm&ouml;genslosigkeit beendeten AG, f&uuml;r deren Lohn- und Umsatzsteuerr&uuml;ckst&auml;nde der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ihn haftbar macht. Gegen den Umsatzsteuer-Haftungsbescheid klagte der Kl&auml;ger beim Finanzgericht (FG) mit der Begr&uuml;ndung, ihm sei dieser Bescheid nicht wirksam zugestellt worden. Das FG wies den Antrag auf Aufhebung des Haftungsbescheids als unzul&auml;ssig und den Hilfsantrag auf isolierte Anfechtung der Einspruchsentscheidung als unbegr&uuml;ndet ab. Unzul&auml;ssig sei die Klage, weil der Kl&auml;ger trotz Aufforderung des Gerichts das Klagebegehren nicht bezeichnet habe. Das Gericht k&ouml;nne nicht erkennen, in welchen Rechten sich der Kl&auml;ger durch den Haftungsbescheid verletzt sehe. Allein die vermeintlich unwirksame Zustellung mache den Bescheid nicht rechtswidrig. Unbegr&uuml;ndet sei die Klage auf Aufhebung der Einspruchsentscheidung, weil der Kl&auml;ger die Einspruchsfrist gegen den ihm wirksam zugestellten Haftungsbescheid vers&auml;umt habe und Wiedereinsetzungsgr&uuml;nde nicht glaubhaft gemacht seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger fehlerhafte Anwendung materiellen Rechts und mangelnde Sachverhaltsaufkl&auml;rung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, da der Kl&auml;ger einen Zulassungsgrund i.S. von &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht hinreichend i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Wird mangelnde Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das FG ger&uuml;gt (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO), so ist genau anzugeben, welche konkreten Tatsachen das FG h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen bzw. welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung oder Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern eine solche Aufkl&auml;rung auf der Grundlage der insoweit ma&szlig;gebenden, ggf. auch unrichtigen materiell-rechtlichen Auffassung des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25. Februar 2005 III B 90\/04, BFH\/NV 2005, 1329).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Daran fehlt es hier. Der Kl&auml;ger hat keinerlei aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftige Tatsachen bezeichnet. Sollte das Beschwerdevorbringen, es habe am fr&uuml;heren Firmensitz der AG keinen Briefkasten mit dem Namensschild des Kl&auml;gers gegeben, so dass eine Zustellung durch Einlegen in einen Briefkasten nicht m&ouml;glich gewesen sei, dahin zu verstehen sein, dass das FG das Vorhandensein eines Briefkastens mit dem Namen des Kl&auml;gers h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, w&auml;re auch damit kein Verfahrensmangel bezeichnet. Denn nach der Rechtsauffassung des FG war die Zustellung des Haftungsbescheids mit Einlegen des Briefes in den unstreitig vorhandenen Briefkasten der AG bewirkt, weil gew&auml;hrleistet sei, dass an ihn adressierte Schriftst&uuml;cke ihn als den einzigen Vorstand dieser AG auch dort erreichen und er selbst diese Anschrift dem FA in seinem Einspruch ohne Einschr&auml;nkung angegeben habe. Dass das FG im &Uuml;brigen das Vorhandensein eines solchen pers&ouml;nlichen Briefkastens des Kl&auml;gers aufgrund der Beurkundung des Postbediensteten in der Postzustellungsurkunde als erwiesen angesehen und den Nachweis der Falschbeurkundung wegen insoweit bereits unschl&uuml;ssigen Vortrags und untauglicher Beweismittel verworfen hat, war deshalb f&uuml;r den Verfahrensausgang nicht entscheidungserheblich; diesbez&uuml;gliche vermeintliche Verfahrensfehler geben daher keinen Anlass f&uuml;r eine Revisionszulassung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die R&uuml;ge der fehlerhaften Anwendung materiellen Rechts rechtfertigt die Zulassung der Revision regelm&auml;&szlig;ig nicht. Zwar er&ouml;ffnet &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO die Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach der Rechtsprechung des BFH auch dann, wenn das Urteil des FG an einem derart schwerwiegenden Fehler leidet, dass es willk&uuml;rlich und unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt vertretbar erscheint. Eine Entscheidung ist nur dann (objektiv) willk&uuml;rlich in diesem Sinn, wenn die fehlerhafte Rechtsanwendung bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung nicht mehr verst&auml;ndlich ist und sich daher der Schluss aufdr&auml;ngt, dass sie auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht. Greifbare Gesetzeswidrigkeit ist anzunehmen, wenn das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht (BFH-Beschluss vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anhaltspunkte daf&uuml;r bietet die Beschwerde nicht, sie sind auch nicht ersichtlich. Abgesehen davon hat der Senat &#8211;anders als offenbar, wenn auch ohne Begr&uuml;ndung, der Kl&auml;ger&#8211; keine Bedenken gegen die Auffassung des FG, dass eine Zustellung bewirkt ist, wenn der Brief ausweislich der Postzustellungsurkunde in einen Briefkasten an der vom Zustellungsempf&auml;nger selbst angegebenen Adresse eingelegt wird, auch wenn der Briefkasten nicht den Namen des Zustellungsempf&auml;ngers, sondern den der Gesellschaft tr&auml;gt, deren alleinvertretungsberechtigter Vorstand der Zustellungsempf&auml;nger war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 6.2.2008, VII B 89\/07 Zustellung eines Haftungsbescheids durch Einlegen in den Briefkasten einer AG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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Gegen den Umsatzsteuer-Haftungsbescheid &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-89-07-zustellung-eines-haftungsbescheids-durch-einlegen-in-den-briefkasten-einer-ag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;89\/07 &#8211; Zustellung eines Haftungsbescheids durch Einlegen in den Briefkasten einer AG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-16804","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16804\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}