{"id":17039,"date":"2012-12-10T15:48:05","date_gmt":"2012-12-10T13:48:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17039"},"modified":"2012-12-10T15:48:05","modified_gmt":"2012-12-10T13:48:05","slug":"v-b-143-07-beiladung-im-rechtsstreit-wegen-umsatzsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-143-07-beiladung-im-rechtsstreit-wegen-umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;143\/07 &#8211; Beiladung im Rechtsstreit wegen Umsatzsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 9.4.2008, V B 143\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiladung im Rechtsstreit wegen Umsatzsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) wendet sich gegen den Beschluss des Finanzgerichts (FG) vom 2. Mai 2007, durch den sie in dem Rechtsstreit ihres Ehemannes (Kl&auml;ger) gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen Umsatzsteuer 2000 bis 2002 (2 K 500\/06) gem&auml;&szlig; &sect; 60 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Verfahren beigeladen worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hatte in von der Beschwerdef&uuml;hrerin gemieteten R&auml;umen einen Gro&szlig;- und Einzelhandel sowie eine Handelsvertretung betrieben. Durch &quot;Unternehmenspachtvertrag&quot; vom 1. Juli 2000 verpachtete der Kl&auml;ger der Beschwerdef&uuml;hrerin den Gro&szlig;- und Einzelhandel.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte das FA zu der Auffassung, die Pachtzahlungen der Beschwerdef&uuml;hrerin an den Kl&auml;ger enthielten eine Miete f&uuml;r die Gewerber&auml;ume; insoweit k&ouml;nne aber kein Leistungsaustausch vorliegen, weil die Beschwerdef&uuml;hrerin Alleineigent&uuml;merin der Gewerber&auml;ume sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dementsprechend verminderte das FA gegen&uuml;ber der Beschwerdef&uuml;hrerin in den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheiden f&uuml;r 2000 bis 2002 vom 10. Mai 2005 deren steuerpflichtige Ums&auml;tze und k&uuml;rzte gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger in den Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r 2000 bis 2002 vom 12. Juli 2005 dessen Vorsteuerabzug.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hat nach erfolglosem Einspruch vor dem FG Klage (Az. 2 K 500\/06) erhoben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat die Beschwerdef&uuml;hrerin mit der Begr&uuml;ndung beigeladen, die umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Unternehmensverpachtung k&ouml;nne Auswirkungen auf die Umsatzsteuer der Beigeladenen haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde macht die Beschwerdef&uuml;hrerin geltend, die Voraussetzungen f&uuml;r eine Beiladung l&auml;gen nicht vor, weil die in dem anh&auml;ngigen Klageverfahren streitige umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Unternehmensverpachtung keine Auswirkungen auf ihre Umsatzbesteuerung haben k&ouml;nne. Die gegen sie ergangenen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2000 bis 2002 seien bereits bestandskr&auml;ftig, es sei keine Korrekturvorschrift einschl&auml;gig und f&uuml;r das Jahr 2000 sei bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 1 FGO statthafte und auch im &Uuml;brigen zul&auml;ssige Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Entscheidung des FG ist nicht zu beanstanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 60 Abs. 1 FGO kann das FG von Amts wegen oder auf Antrag andere beiladen, deren rechtliche Interessen nach den Steuergesetzen durch die Entscheidung ber&uuml;hrt werden. Das Gericht entscheidet dabei nach seinem pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28. August 1990 VIII B 25\/90, BFHE 161, 429, BStBl II 1990, 1072).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach der Rechtsprechung des Senats kann im Rechtsstreit des leistenden Unternehmers &uuml;ber die Steuerpflicht seiner Ums&auml;tze der den Vorsteuerabzug begehrende Leistungsempf&auml;nger gem&auml;&szlig; &sect; 60 Abs. 1 FGO beigeladen werden (vgl. BFH-Beschluss vom 1. Februar 2001 V B 199\/00, BFHE 194, 23, BStBl II 2001, 418).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dasselbe gilt im umgekehrten Fall &#8211;wie vorliegend&#8211; f&uuml;r eine Beiladung des leistenden Unternehmers (hier: die Beschwerdef&uuml;hrerin) im Rechtsstreit des Unternehmers, der den Vorsteuerabzug begehrt (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 2002 V B 186\/01, BFH\/NV 2003, 780).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Sollte die Klage des Kl&auml;gers gegen die K&uuml;rzung seiner Vorsteuerbetr&auml;ge in den gegen ihn ergangenen Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r 2000 bis 2002 Erfolg haben, sind m&ouml;glicherweise &#8211;jedenfalls&#8211; die gegen die Beschwerdef&uuml;hrerin ergangenen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2001 und 2002, bei denen noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten ist, zu ihren Lasten zu &auml;ndern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Als &Auml;nderungsnorm kommt &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) in Betracht. Danach k&ouml;nnen, wenn aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen ist, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerbescheid durch das Gericht aufgehoben oder ge&auml;ndert wird (&sect; 174 Abs. 4 Satz 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob i.S. von &sect; 60 Abs. 1 FGO die rechtlichen Interessen des Beigeladenen nach den Steuergesetzen durch die Entscheidung ber&uuml;hrt werden &#8211;hier also die &Auml;nderungsnorm des &sect; 174 Abs. 4 AO (vgl. dazu z.B. BFH-Beschluss vom 21. Mai 2004 V B 30\/03, BFH\/NV 2004, 1497) anwendbar w&auml;re&#8211; muss zum Zeitpunkt der Beiladung nicht mit Gewissheit feststehen. Es reicht vielmehr aus, wenn &#8211;wie hier&#8211; eine &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 174 Abs. 4 AO ernsthaft in Betracht kommt (vgl. BFH-Beschluss vom 14. Oktober 1997 IV B 147\/96, BFH\/NV 1998, 345 f&uuml;r eine in Betracht kommende Haftung f&uuml;r Umsatzsteuer; Spindler in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, AO\/FGO, &sect; 60 FGO Rz 38; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 60 FGO Rz 17; Stapperfend in Gr&auml;ber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 60 Rz 17).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschlu&szlig; vom 9.4.2008, V B 143\/07 Beiladung im Rechtsstreit wegen Umsatzsteuer Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) wendet sich gegen den Beschluss des Finanzgerichts (FG) vom 2. 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