{"id":17128,"date":"2012-12-10T16:29:20","date_gmt":"2012-12-10T14:29:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17128"},"modified":"2012-12-10T16:29:20","modified_gmt":"2012-12-10T14:29:20","slug":"v-r-66-06-steuerbefreiung-im-bereich-der-jugenderziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-66-06-steuerbefreiung-im-bereich-der-jugenderziehung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;66\/06 &#8211; Steuerbefreiung im Bereich der Jugenderziehung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, V R 66\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerbefreiung im Bereich der Jugenderziehung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Beherbergung und Verk&ouml;stigung von Jugendlichen f&uuml;r ca. eine Woche in einem Urlaubsaufenthalt mit Freizeitangebot und Freizeitgestaltung erf&uuml;llt die in &sect; 4 Nr. 23 UStG 1993 und 1999 vorausgesetzte &quot;Aufnahme zu Erziehungs-, Ausbildungs- und Fortbildungszwecken&quot; nicht.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist die Steuerpflicht der von der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin) ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin betrieb im Streitjahr (1999) einen Ferienbauernhof. Nach dem Prospekt der Kl&auml;gerin richtete sich das Angebot des Ferienbauernhofs an Betreuer und Betreuerinnen von Schulen, Kinderg&auml;rten und anderen Kindergruppen, an alleinreisende Kinder sowie an Kinder, die mit ihren Eltern verreisen. Als Aktivit&auml;ten nennt der Prospekt u.a. Pflege der Tiere, Reiten, Herstellen naturnaher Produkte und vollwertiger Lebensmittel, Ausfl&uuml;ge, Leben wie ein Indianer, Kennenlernen des Gartens, Gruppen- und Ballspiele usw. Bei Gruppenfahrten unterst&uuml;tzte die Kl&auml;gerin die Betreuer bei der Planung und Durchf&uuml;hrung der Freizeit, indem sie Programmpunkte wie Tierpflege, Backen, Longieren, Tonarbeiten etc. anbot, die von ihr und ihren Mitarbeitern eigenverantwortlich durchgef&uuml;hrt wurden. Nach Wunsch &uuml;bernahm die Kl&auml;gerin laut Prospekt die gesamte Betreuung. Die Kl&auml;gerin bot in ihrem Hausprospekt Vollbetreuung f&uuml;r alleinreisende Kinder und geschlossene Gruppen an sowie Mithilfe bei der Betreuung von geschlossenen Gruppen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Anteil der beherbergten alleinreisenden Kinder betrug 39 % und der von Schulklassen 61 %. Das Alter der Kinder lag zwischen 8 und 15 Jahren. Die Aufenthaltsdauer betrug bei alleinreisenden Kindern durchschnittlich eine Woche, im Einzelfall allerdings auch bis zu drei Wochen, bei Gruppen im Durchschnitt f&uuml;nf Tage.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r das Streitjahr (1999) erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin steuerfreie Ums&auml;tze nach &sect; 4 Nr. 23 des Umsatzsteuergesetzes 1993 und dem wortlautgleichen &sect; 4 Nr. 23 UStG 1999 (im Folgenden UStG). In der Folge reichte sie eine berichtigte Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1999 ein, in welcher sie erneut die Anwendung der Umsatzsteuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 23 UStG ab 1. Januar 1999 geltend machte. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stimmte der Erkl&auml;rung zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sp&auml;ter vertrat das FA die Auffassung, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect; 4 Nr. 23 UStG nicht vorl&auml;gen,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                und setzte mit &Auml;nderungsbescheid vom 11. Mai 2001 Umsatzsteuer in H&ouml;he von 8 921 DM fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach vergeblichem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage mit seinem in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2005, 1975 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin seien nach &sect; 4 Nr. 23 UStG steuerfrei. Sie habe Betreuungsleistungen, die als &quot;Erziehung&quot; i.S. des &sect; 4 Nr. 23 UStG zu qualifizieren seien, erbracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit die Kl&auml;gerin alleinreisende Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren bei sich aufgenommen habe, sei offenkundig, dass sie die erforderlichen Betreuungsma&szlig;nahmen entweder pers&ouml;nlich, durch ihren Ehemann oder ihre Mitarbeiter durchgef&uuml;hrt habe, da diese Kinder nicht von anderen Personen begleitet worden seien, die die Betreuung h&auml;tten &uuml;bernehmen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine eigenst&auml;ndige Betreuung liege dar&uuml;ber hinaus auch bei den Gruppenfahrten vor. Ausweislich ihres Hausprospektes habe die Kl&auml;gerin bzw. deren Mitarbeiter bei diesen Fahrten Programmpunkte wie Tierpflege, Backen, Longieren, Tonarbeiten usw. eigenverantwortlich durchgef&uuml;hrt. Au&szlig;erdem seien die Kinder auch in die Zubereitung der eigenen Mahlzeiten eingebunden worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit diesen Betreuungsleistungen habe die Kl&auml;gerin Erziehungsaufgaben &uuml;bernommen, da sie den Kindern naturkundliches Wissen vermittelt und den Tagesablauf sinnvoll gestaltet habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) nur Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder andere von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtungen mit sozialem Charakter anerkannte Einrichtungen beg&uuml;nstige, stehe der Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung nach &sect; 4 Nr. 23 UStG nicht entgegen. Selbst wenn &sect; 4 Nr. 23 UStG nicht gemeinschaftsrechtskonform sei, gehe das f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstigere nationale Recht vor, das Einrichtungen und &quot;Personen&quot; beg&uuml;nstige und nicht ausdr&uuml;cklich eine &quot;Anerkennung&quot; voraussetze.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts (&sect; 4 Nr. 23 UStG). Im Wesentlichen tr&auml;gt es vor, wenn eine nationale Regelung eine Auslegung erlaube, m&uuml;ssten dabei die gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben beachtet werden, die sich aus der Richtlinie 77\/388\/EWG und den hierzu ergangenen Entscheidungen des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften erg&auml;ben. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe in seiner Rechtsprechung ausdr&uuml;cklich auf das Erfordernis einer engen Auslegung von Befreiungsvorschriften hingewiesen, wenn dies unter Ber&uuml;cksichtigung des Gemeinschaftsrechts erforderlich sei (Urteil vom 15. Juli 2004 V R 27\/03, BFHE 206, 471, BStBl II 2004, 862). Dabei k&ouml;nne eine richtlinienkonforme Auslegung auch zu einem f&uuml;r den Steuerpflichtigen im Einzelfall ung&uuml;nstigeren Ergebnis als bei blo&szlig;er Betrachtung der nationalen Rechtsnorm f&uuml;hren. Danach reiche es im Hinblick auf &sect; 4 Nr. 23 UStG nicht aus, dass der Unternehmer &auml;hnliche Ziele verfolge wie die &ouml;ffentliche Einrichtung. Vielmehr sei auch f&uuml;r Unternehmer des &sect; 4 Nr. 23 UStG erforderlich, dass sie als eine vergleichbare Einrichtung anerkannt sind. Dieser Rechtsauffassung habe sich f&uuml;r die Auslegung des Befreiungstatbestandes des &sect; 4 Nr. 23 UStG auch der Bundesgerichtshof im Urteil vom 6. Juli 2006 IX ZR 88\/02 (BFH\/NV Beilage 2007, 123, Umsatzsteuer-Rundschau 2007, 217) betreffend die Frage der Steuerbefreiung der Ums&auml;tze eines Reiterhofes angeschlossen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin sei keine im Sinne der Richtlinie 77\/388\/EWG anerkannte Einrichtung. Auch verbiete es der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Leistungen hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln. So habe der BFH bereits im Urteil vom 28. September 2000 V R 26\/99 (BFHE 192, 360, BStBl II 2001, 691) entschieden, dass der Betrieb einer Gastwirtschaft und Fremdenpension, die haupts&auml;chlich mit Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen belegt gewesen sei, keine Einrichtung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendbetreuung oder der Kinder- und Jugenderziehung i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h oder i der Richtlinie 77\/388\/EWG sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Vorschrift des &sect; 4 Nr. 23 UStG beschr&auml;nke nach ihrem Wortlaut den Anwendungsbereich &#8211;im Gegensatz zu Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h und i der Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211; nicht auf Einrichtungen mit sozialem Charakter bzw. Einrichtungen mit einer vergleichbaren Zielsetzung wie Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts. Im &Uuml;brigen betriebe sie, die Kl&auml;gerin, auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Abschn. 117 Abs. 2 S&auml;tze 2 bis 8 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) 2005 eine Einrichtung mit sozialem Charakter bzw. mit einer vergleichbaren Zielsetzung, die einer Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts gleichzustellen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG sind die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin nicht gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 23 UStG steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 4 Nr. 23 Satz 1 UStG ist die Gew&auml;hrung von Beherbergung, Bek&ouml;stigung und der &uuml;blichen Naturalleistungen durch Personen und Einrichtungen steuerfrei, wenn sie &uuml;berwiegend Jugendliche f&uuml;r Erziehungs-, Ausbildungs- oder Fortbildungszwecke oder f&uuml;r Zwecke der S&auml;uglingspflege bei sich aufnehmen, soweit die Leistungen an die Jugendlichen oder an die bei ihrer Erziehung, Ausbildung, Fortbildung oder Pflege t&auml;tigen Personen ausgef&uuml;hrt werden. Jugendliche im Sinne dieser Vorschrift sind alle Personen vor Vollendung des 27. Lebensjahres (&sect; 4 Nr. 23 Satz 2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 4 Nr. 23 UStG setzt eine &quot;Aufnahme bei sich&quot; f&uuml;r Erziehungs-, Ausbildungs- oder Fortbildungszwecke voraus. Die Steuerbefreiung beruht im Wesentlichen auf der Neufassung des &sect; 4 Nr. 13 UStG durch das Zweite Umsatzsteuer&auml;nderungsgesetz vom 30. Juli 1952 (BGBl I 1952, 393). Sie sollte die bereits bestehende Umsatzsteuerbeg&uuml;nstigung dahingehend erweitern, dass diese auch Schullandheimen und anderen mit Schul- und Erziehungsma&szlig;nahmen in Zusammenhang stehenden Einrichtungen und damit umfassend Einrichtungen im Bereich der Jugenderziehung und -ausbildung zugute kommen (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 1989 V R 127\/84, BFHE 157, 464, BStBl II 1989, 912; Eckhardt\/ Wei&szlig;, Umsatzsteuergesetz, &sect; 4 Nr. 23 Rz 1; Knopp, Deutsche-Steuer-Zeitung\/Ausgabe A 1952, 310). &sect; 4 Nr. 23 UStG schreibt zwar eine bestimmte Aufnahmedauer nicht vor. Es gen&uuml;gt deshalb, wenn die Aufnahme solange andauert, dass der im Gesetz vorausgesetzte Erziehungszweck erreicht werden kann (vgl. BFH-Urteile vom 19. Dezember 1963 V 102\/61 U, BFHE 78, 280, BStBl III 1964, 110; Handzik in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect; 4 Nr. 23 UStG Rz 13; Schuhmann in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 4 Nr. 23 Rz 15; Kraeusel in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG &sect; 4 Nr. 23 Rz 11; Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 4 Nr. 23 Rz 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat daher im Urteil in BFHE 78, 280, BStBl III 1964, 110 eine f&uuml;nfst&uuml;ndige Aufnahme von Sch&uuml;lern an allen Schultagen in der Arbeits- und Freizeit als ausreichend beurteilt. Abzugrenzen ist die Aufnahme zu Erziehungs-, Ausbildungs- oder Fortbildungszwecken jedoch von Leistungen der Beherbergung und Verk&ouml;stigung w&auml;hrend eines kurzfristigen Urlaubsaufenthalts mit Freizeitangebot und Freizeitgestaltung. Hierbei kann dahinstehen, ob entsprechend Abschn. 117 Abs. 2 Satz 4 UStR 1996 (nunmehr Abschn. 117 Abs. 4 Satz 4 UStR 2008) bei Kinderg&auml;rten, Kindertagesst&auml;tten und Kinderheimen eine Aufnahmedauer von mindestens einem Monat f&uuml;r die Annahme eines Erziehungszwecks ausreichen. Der Senat braucht hier&uuml;ber nicht zu entscheiden. Die Beherbergung und Verk&ouml;stigung von Jugendlichen f&uuml;r ca. eine Woche in einem Urlaubsaufenthalt mit Freizeitangebot und Freizeitgestaltung erf&uuml;llt die im Gesetz vorausgesetzte &quot;Aufnahme zu Erziehungs-, Ausbildungs- und Fortbildungszwecken&quot; &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; jedenfalls nicht. Das angefochtene Urteil war deshalb aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann in der Sache nicht abschlie&szlig;end entscheiden. Denn im Streitfall kommt in Betracht, dass sich die Kl&auml;gerin unmittelbar auf die gemeinschaftsrechtliche Steuerbefreiung des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen kann. F&uuml;r eine abschlie&szlig;ende Entscheidung hier&uuml;ber fehlen entsprechende Feststellungen des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Richtlinie 77\/388\/EWG befreien die Mitgliedstaaten die eng mit der Kinder- und Jugendbetreuung verbundenen Dienstleistungen und Lieferungen von Gegenst&auml;nden durch Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder andere von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtung mit sozialem Charakter anerkannten Einrichtungen von der Mehrwertsteuer. Diese Befreiung setzt, wenn die befreiten Leistungen nicht von einer Einrichtung des &ouml;ffentlichen Rechts erbracht werden, die Anerkennung durch den betreffenden Mitgliedstaat voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf diese Befreiung, die nicht hinreichend in innerstaatliches Recht umgesetzt worden ist, kann sich der Steuerpflichtige berufen (ausf&uuml;hrlich BFH-Urteile vom 18. August 2005 V R 71\/03, BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143, und vom 8. November 2007 V R 2\/06, BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Leistungen der Kinder- und Jugendbetreuung &#8211;wie hier die Leistungen der Kl&auml;gerin&#8211; sind jedoch nur steuerfrei, wenn sie von &quot;Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder anderen (privaten) Einrichtungen, die von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtung mit im wesentlichen sozialen Charakter anerkannt worden sind&quot;, erbracht werden (BFH-Urteil in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634, m.w.N.). Das FG hat &#8211;ausgehend von seinem Standpunkt zu Recht&#8211; keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Kl&auml;gerin eine gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Richtlinie 77\/388\/EWG anerkannte Einrichtung ist. Diese sind daher unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsprechungsgrunds&auml;tze hierzu (z.B. BFH-Urteile in BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143; in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634, m.w.N.) nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Falls das FG zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. h der Richtlinie 77\/388\/EWG in Betracht kommt, wird es des Weiteren zu pr&uuml;fen haben, ob der Steuerfreiheit Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG entgegensteht (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 3. April 2008 V R 74\/07, BFH\/NV 2008, 1631).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.7.2008, V R 66\/06 Steuerbefreiung im Bereich der Jugenderziehung Leits&auml;tze Die Beherbergung und Verk&ouml;stigung von Jugendlichen f&uuml;r ca. eine Woche in einem Urlaubsaufenthalt mit Freizeitangebot und Freizeitgestaltung erf&uuml;llt die in &sect; 4 Nr. 23 UStG 1993 und 1999 vorausgesetzte &quot;Aufnahme zu Erziehungs-, Ausbildungs- und Fortbildungszwecken&quot; nicht. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-66-06-steuerbefreiung-im-bereich-der-jugenderziehung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;66\/06 &#8211; Steuerbefreiung im Bereich der Jugenderziehung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17128\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}