{"id":17130,"date":"2012-12-19T14:40:05","date_gmt":"2012-12-19T12:40:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=17130"},"modified":"2012-12-19T14:40:37","modified_gmt":"2012-12-19T12:40:37","slug":"vi-r-14-08-keine-steuerermaessigung-nach-par-35a-estg-bei-barzahlung-der-rechnung-fuer-handwerkerleistungen-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-ungleichbehandlung-unbarer-und-barer-zahlungsvor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-14-08-keine-steuerermaessigung-nach-par-35a-estg-bei-barzahlung-der-rechnung-fuer-handwerkerleistungen-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-ungleichbehandlung-unbarer-und-barer-zahlungsvor\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;14\/08 &#8211; Keine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG bei Barzahlung der Rechnung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Ungleichbehandlung unbarer und barer Zahlungsvorg&auml;nge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2008, VI R 14\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG bei Barzahlung der Rechnung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Ungleichbehandlung unbarer und barer Zahlungsvorg&auml;nge<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Barzahlung einer Rechnung aus der Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungsma&szlig;nahmen, Erhaltungsma&szlig;nahmen und Modernisierungsma&szlig;nahmen ohne bankm&auml;&szlig;ige Dokumentation des Zahlungsvorgangs schlie&szlig;t die entsprechenden Aufwendungen von der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG in seiner im Veranlagungszeitraum 2006 geltenden Fassung aus.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr (2006) als Ehegatten zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2006 beantragten sie eine Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r im Fr&uuml;hjahr 2006 durchgef&uuml;hrte Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen (Dacheindeckung) mit einem Lohnanteil in H&ouml;he von 4 872 EUR. Hierzu f&uuml;hrten sie aus, dass der Handwerker wegen schlechter Erfahrungen mit der Zahlungsmoral auf Barzahlung bestanden habe und der Erhalt der Barzahlung auf dessen Rechnung vom 1. Juni 2006 best&auml;tigt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In seinem Einkommensteuerbescheid 2006 vom 23. M&auml;rz 2007 versagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Steuererm&auml;&szlig;igung unter Hinweis auf die Barzahlung. Der Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg. Mit ihrer hiergegen gerichteten Klage trugen die Kl&auml;ger u.a. vor, dass die Zahlung nicht nur auf der Rechnung vermerkt, sondern auch mit Schreiben vom 7. Mai 2007 vom Steuerberater des Dachdeckers best&auml;tigt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1028 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Dabei machen sie auch eine Verletzung von Art. 3 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 23. M&auml;rz 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 18. Mai 2007 dahin zu &auml;ndern, dass die tarifliche Einkommensteuer um 600 EUR erm&auml;&szlig;igt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Barzahlung der Handwerkerrechnung die von den Kl&auml;gern begehrte Steuererm&auml;&szlig;igung ausschlie&szlig;t.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Im Streitfall anwendbar ist &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes in seiner gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 50b Satz 2 dieses Gesetzes erstmals f&uuml;r im Veranlagungszeitraum 2006 geleistete Aufwendungen geltenden Fassung des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) &#8211;EStG&#8211;. Danach erm&auml;&szlig;igt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuererm&auml;&szlig;igungen, f&uuml;r die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die in einem inl&auml;ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, mit Ausnahme der nach dem CO2-Geb&auml;udesanierungsprogramm der KfW F&ouml;rderbank gef&ouml;rderten Ma&szlig;nahmen, auf Antrag um 20 %, h&ouml;chstens 600 EUR, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen. Gem&auml;&szlig; &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG ist Voraussetzung f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung nach Satz 2 der Vorschrift, dass der Steuerpflichtige die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Handwerkerleistung durch Beleg des Kreditinstituts nachweist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Dem Wortlaut des &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG ist nicht zu entnehmen, dass die Barzahlung von Handwerkerrechnungen ohne Einbindung eines Kreditinstituts und damit ohne jegliche bankm&auml;&szlig;ige Dokumentation des Zahlungsvorgangs die formellen Voraussetzungen der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG erf&uuml;llt. Wenn der Gesetzgeber mit der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a EStG den Zweck verfolgt, einen Anreiz f&uuml;r Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse im Privathaushalt zu schaffen und die Schwarzarbeit in diesem Bereich zu bek&auml;mpfen (vgl. z.B. BTDrucks 15\/91, 19), so ist &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG eine folgerichtige Ausgestaltung dieser gesetzgeberischen Zielsetzung. Denn die Vorschrift entspricht &#8211;typisierend&#8211; dem Erfahrungssatz, dass Barzahlungen regelm&auml;&szlig;ig wesentliches Kennzeichen der Schwarzarbeit im Privathaushalt sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Diese einfachrechtliche W&uuml;rdigung begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Die in den Gesetzesmaterialien eindeutig als Lenkungsnorm gekennzeichnete Vorschrift des &sect; 35a EStG ist gleichheitsrechtlich (Art. 3 Abs. 1 GG) nicht zu beanstanden. F&uuml;r steuerliche Lenkungsnormen fordert das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) neben der Orientierung einer steuerlichen F&ouml;rderung am Gemeinwohl, dass der Lenkungszweck von einer erkennbaren gesetzgeberischen Entscheidung getragen und seinerseits gleichheitsgerecht verfolgt wird; f&uuml;hrt ein Steuergesetz zu einer steuerlichen Verschonung, die einer gleichm&auml;&szlig;igen Belastung der jeweiligen Steuergegenst&auml;nde innerhalb einer Steuerart widerspricht, so kann eine solche Steuerentlastung vor dem Gleichheitssatz gerechtfertigt sein, wenn der Gesetzgeber das Verhalten des Steuerpflichtigen aus Gr&uuml;nden des Gemeinwohls lenken will (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17. April 2008 2 BvL 4\/05, BFH\/NV Beilage 4\/2008, 295, unter C.I.1.b und C.II.3.b, m.w.N.). Diesen Ma&szlig;st&auml;ben wird &sect; 35a EStG gerecht, soweit in Abs. 2 Satz 5 der Vorschrift der Zahlungsnachweis nur durch Beleg eines Kreditinstituts zu erbringen ist. Denn die Ungleichbehandlung unbarer und barer Zahlungsvorg&auml;nge rechtfertigt das am Gemeinwohl orientierte Ziel des Gesetzgebers, die Schwarzarbeit im Privathaushalt zu bek&auml;mpfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch soweit nach der Neufassung des &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG durch das Jahressteuergesetz 2008 vom 20. Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) die Pflicht zur Vorlage der Nachweise mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2008 entfallen ist, f&uuml;hrt dies nicht zu einer widerspr&uuml;chlichen Ausgestaltung der Regelung, die gleichheitsrechtliche Bedenken auch gegen die Vorschrift in ihrer fr&uuml;heren Fassung begr&uuml;nden k&ouml;nnte. Selbst wenn der Gesetzgeber u.a. zur F&ouml;rderung der elektronischen Steuererkl&auml;rung von der Pflicht zur Belegvorlage mit der Einkommensteuererkl&auml;rung abgesehen hat (vgl. BTDrucks 16\/6739, 14), so ist nicht ersichtlich, dass damit der in den Gesetzesmaterialien erneut betonte Lenkungszweck der &quot;Bek&auml;mpfung der Schwarzarbeit&quot; (BTDrucks 16\/6739, 14) nicht mehr hinreichend konsequent und widerspruchsfrei verfolgt w&uuml;rde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen die in Art. 2 Abs. 1 GG verb&uuml;rgte allgemeine Handlungsfreiheit. Es kann offen bleiben, ob ein Steuergesetz, das keine belastende Wirkung entfaltet, sondern lediglich die Gew&auml;hrung einer Steuererm&auml;&szlig;igung von der Erf&uuml;llung bestimmter vom Steuerpflichtigen zu erbringender Nachweise abh&auml;ngig macht, &uuml;berhaupt in die allgemeine Handlungsfreiheit in deren Auspr&auml;gung als pers&ouml;nliche Entfaltung im verm&ouml;gensrechtlichen Bereich eingreift (vgl. BVerfG-Beschluss vom 5. Februar 2002&nbsp;&nbsp;2 BvR 305, 348\/93, BVerfGE 105, 17, 32 f., m.w.N.). Selbst wenn man auch in dieser Situation eine freiheitsbeschr&auml;nkende Wirkung des Steuergesetzes annehmen wollte, so f&uuml;hrte die dann durchzuf&uuml;hrende Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitskontrolle (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 105, 17, 32) f&uuml;r die Vorschrift des &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG jedenfalls nicht zu einem Verfassungsversto&szlig;. Denn die Gew&auml;hrung der Steuererm&auml;&szlig;igung nur bei unbaren Zahlungsvorg&auml;ngen w&auml;re geeignet, die vom Gesetzgeber verfolgte Lenkung (Bek&auml;mpfung der Schwarzarbeit) zu bewirken. Die Erforderlichkeit einer Ma&szlig;nahme kann nur verneint werden, wenn bei dem als Alternative vorgeschlagenen geringeren Eingriff in jeder Hinsicht eindeutig feststeht, dass er einen bestimmten Zweck sachlich gleichwertig erreicht (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 105, 17, 36, m.w.N.); ein solcher weniger einschneidender Eingriff als Alternative zum Erfordernis unbarer Zahlung ist vorliegend jedoch nicht ersichtlich. Die Gesamtabw&auml;gung der &ouml;ffentlichen, im Gemeinwohl stehenden Belange mit den privaten Interessen des Steuerpflichtigen an einer freien Wahl des Zahlungsweges verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot (Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit im engeren Sinne; vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 105, 17, 36). Dies selbst dann, wenn man davon ausginge, dass die Unterhaltung eines eigenen Bankkontos nicht von jedem Steuerpflichtigen verlangt werden kann. Denn auch ohne eigenes Konto des Steuerpflichtigen sind die Voraussetzungen des &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG zu erf&uuml;llen, indem der Rechnungsbetrag bei einem Kreditinstitut eingezahlt und sodann unbar auf das Konto des Leistungserbringers &uuml;berwiesen wird. Auch dann ist der Zahlungsvorgang durch den entsprechenden &Uuml;berweisungsbeleg bankm&auml;&szlig;ig dokumentiert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Demgegen&uuml;ber weckt die bisherige Rechtsprechung der Finanzgerichte &#8211;soweit rechtskr&auml;ftig&#8211; (vgl. FG M&uuml;nster, Urteil vom 18. Januar 2006&nbsp;&nbsp;1 K 4132\/04 E, EFG 2006, 895; Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 22. Januar 2008&nbsp;&nbsp;13 K 330\/07, EFG 2008, 1210; FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 12. Juni 2008&nbsp;&nbsp;15 K 3449\/06 E, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2008, 1503) keine Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Erfordernisses der unbaren Zahlung. Soweit sich die Literatur mit der Rechtsfrage n&auml;her befasst, wird auch dort einhellig die Auffassung vertreten, dass Barzahlungen f&uuml;r die Inanspruchnahme der Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 35a EStG nicht gen&uuml;gten (vgl. z.B. Bl&uuml;mich\/Erhard, &sect; 35a EStG Rz 62; Bode in Kanzler\/Nacke, Steuerrecht aktuell 2\/2008, 25 ff.; Eversloh in Lademann, EStG, &sect; 35a EStG Rz 89; Fischer in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., &sect; 35a Rz 10; Frotscher in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., &sect; 35a Rz 24; Lehr, Die Information &uuml;ber Steuer und Wirtschaft 2006, 460; Nagler in Korn, &sect; 35a EStG Rz 27; Plenker, Der Betrieb 2004, 564).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG zu Recht entschieden, dass den Kl&auml;gern, die &#8211;wie zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; die streitbefangene Handwerkerrechnung bar bezahlt haben, die von ihnen begehrte Steuererm&auml;&szlig;igung zu versagen ist. Aber auch auf Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes k&ouml;nnen sich die Kl&auml;ger nicht berufen. Zwar erlangte &sect; 35a Abs. 2 Satz 5 EStG erstmals f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2006 Bedeutung, soweit durch das Gesetz zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26. April 2006 (BGBl I 2006, 1091) in &sect; 35a Abs. 2 Satz 2 EStG die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen neu geregelt worden ist. Indes war bereits in &sect; 35a Abs. 2 Satz 3 EStG in seiner zuvor geltenden Fassung &#8211;und zwar bereits seit Einf&uuml;gung der Vorschrift des &sect; 35a EStG (vgl. auch BTDrucks 15\/77, 55)&#8211; Voraussetzung der Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen i.S. des &sect; 35a Abs. 2 EStG, dass der Steuerpflichtige die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der haushaltsnahen Dienstleistung durch Beleg des Kreditinstituts nachweist. F&uuml;r die Neuregelung spezieller haushaltsnaher Dienstleistungen in Gestalt bestimmter Handwerkerleistungen konnte ein Steuerpflichtiger deshalb nicht davon ausgehen, dass f&uuml;r diese F&auml;lle Nachweiserleichterungen gelten w&uuml;rden. Insoweit kommt es auch nicht darauf an, zu welchem Zeitpunkt im Laufe des Jahres 2006 die Kl&auml;ger die vorgetragene Barzahlung tats&auml;chlich geleistet haben und ob ihnen die Neuregelung durch das Gesetz vom 26. April 2006 zu diesem Zeitpunkt bekannt war oder bekannt sein musste.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2008, VI R 14\/08 Keine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG bei Barzahlung der Rechnung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Ungleichbehandlung unbarer und barer Zahlungsvorg&auml;nge Leits&auml;tze Die Barzahlung einer Rechnung aus der Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f&uuml;r Renovierungsma&szlig;nahmen, Erhaltungsma&szlig;nahmen und Modernisierungsma&szlig;nahmen ohne bankm&auml;&szlig;ige Dokumentation des Zahlungsvorgangs schlie&szlig;t die entsprechenden Aufwendungen von der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-14-08-keine-steuerermaessigung-nach-par-35a-estg-bei-barzahlung-der-rechnung-fuer-handwerkerleistungen-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-ungleichbehandlung-unbarer-und-barer-zahlungsvor\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;14\/08 &#8211; Keine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect; 35a EStG bei Barzahlung der Rechnung f&uuml;r Handwerkerleistungen &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Ungleichbehandlung unbarer und barer Zahlungsvorg&auml;nge<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-17130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17130\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}